Rezensent im Portrait
aus Bonn
- Gesamte Rezensionen
- 68 (ansehen)
- Alter
- 27 Jahre
- Funktion
- Azubi
- Lieblingsautoren
- Anne Michaels, Hesse, Jostein Gaarder, Juli Zeh
- Im Beruf seit
- August 2009
- Das beste Buch aller Zeiten
- Steppenwolf
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Ein rasantes KonstruktRezension vom 09.03.2012Dieser Roman nimmt den Leser auf eine ganz eigentümliche Reise mit.
Wissen und Logik sind im Handgepäck nicht vorgesehen. Nur Leser, welche bereit sind diese auszusparen werden von der Geschichte mitgerissen.
Es geht um die kleine Ellen, die ganz allein in ihrer Heimatstadt zurückgelassen worden ist. Aufgrund der beginnenden Deportationswelle der Nazis ist die Großmutter spurlos verschwunden. Ellens Mutter konnte ein Visum zur Überfahrt nach Amerika ergattern. Sie bekam jedoch keins für ihre Tochter.
So begleitet der Leser die kleine Ellen auf ihrer fieberhaften Suche nach einem Ausweg. Sprachlich bewegt sich das Buch auf hohem Niveau. Aichinger vermischt surrealistische Traumelemente mit der tatsächlichen Handlung. Nach gewisser Zeit gerät die scheinbar realistische Handlung in den Hintergrund und wird von allerei nebulösen Verzerrspiegeln durchbrochen, um zum tiefen Kern der eigentlichen Bedeutung zu gelangen. Ein großartiger Titel! -
Ein wirklich anspruchsvolles RomandebütRezension vom 09.03.2012Die Geschichte dieses Romans strahlt in einer wirklich atemberaubenden Komplexität wieder.
Die Verfasserin lässt uns durch die Ich-Erzählerin Mascha an deren Suche nach Sicherheit teilhaben. Selten habe ich eine Romanfigur erlebt, die so facettenreich, verletzt und verzweifelt , wie Mascha durchs Leben taumelt.
Die Geschichte beginnt nach wenigen Seiten den Leser mit festen Klauen zu umschließen. Es werden Fragen aufgeworfen: Was ist Heimat? Wieviel Leid kann ein Mensch verkraften?
Die Autorin Grjasnowa verdeutlicht dem Leser sehr stark, welchen schalen Geschmack das Wort ,,Migrationshintergrund" doch haben kann. Sie multipliziert die Bedeutung des Wortes und spielt damit. So eröffnen sich dem Leser ganz nebenbei völlig neue Sichtweisen auf das von der Presse so zerkaute Thema.
Für mich bis jetzt das beste Buch 2012. Lange ist es her, dass ich bei einem einzigen Titel so gelacht und geweint habe. -
Auf in ein düsteres ZeitalterRezension vom 13.02.2012Ein wahrlich brillantes Verwirrspiel.
Claudel erzeugt durch seine Beschreibungen eine phänomenal, düstere Atmosphäre. Auf den ersten Blick scheint der ,,Ermittler seine Arbeit in einer ganz gewöhnlichen Stadt erledigen zu müssen. Außergewöhnlich ist nur die allgegenwärtige Präsenz der ,,Firma. Doch schnell begibt sich der Leser in einen unerschöpflichen schwarzen Sog, der Realitätsebenen verschwimmen lässt und jede Handlung ins Gegenteil verkehrt.
Die volle Wirkung entfaltet ,,Die Untersuchung durch die Distanz des Lesers zu dem Hauptprotagonisten.
Für mich ein sehr erstaunliches Buch. Passagenweise trieb mir die Handlung eine Gänsehaut über den Rücken.
Das Ende des Romans kommt sehr überraschend daher und liefert genügend Stoff, um über die generelle Beziehung des Autors zu seinen Figuren zu philosophieren.
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Wie war das noch mit Dreizehn?Rezension vom 07.12.2011Ein all age Titel, der mal ganz anders daher kommt. Nein, es geht nicht um Vampire und Werwölfe. Jedoch ist dieser Titel für Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen empfehlenswert.
Der Leser betrachtet die Welt aus den Augen des dreizehnjährigen Jason Taylor. Welche Erlebnisse Dieser im Laufe des Buches macht, wurde von den vorherigen Rezensenten schon sehr gut beschrieben.
Mich hat dieses Buch angesprochen, weil es ein Gefühl für die politische und gesellschaftliche Entwicklung in den Achtzigern erzeugt. Mitchell nimmt den Leser mit auf die Reise, die teilweise bei eigenen Erinnerungen zu diesem Lebensjahr enden.
Dadurch erzeugt das Buch eine vertraute Atmosphäre, um sprachlich nah an den Leser heranzurücken.
Die Charaktere haben Tiefe. Eine besondere Sympathie baut sich nach kurzer Zeit zu Jason Taylor auf. Der Verfasser garniert diesen eigentümlichen Roman noch mit der richtigen Priese Humor an den passenden Stellen. Meiner Meinung nach die perfekte Mischung für schöne Lesenachmittage! -
In Zeiten des abnehmenden LichtsRezension vom 07.12.2011Die DDR ist diesen Buchherbst ein viel gewähltes Thema im Bereich Belletristik, doch diese Tatsache schmälert das Lesevergnügen dieses Romans keineswegs.
Ruge verfasste mit diesem Werk einen glaubwürdigen, emotional vielschichtigen Familienroman, dessen Ausgangspunkt die auf den ersten Blick systemkonforme Familie der Hauptfigur Alexander ist. Dem Verfasser gelingt ein authentisches Bild der DDR und ihrer Bedeutung für die Menschen, welche in ihr leben.
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Bitter BöseRezension vom 23.11.2011Ein sehr schmales Bändchen, dass schon allein durch die Optik besticht. Der Einband kommt sehr solide daher und ist obendrein kunstvoll verziert . Eins der wenigen Bücher, welches mich allein durch die visuelle Erscheinung zum Kauf verführt hat.
Der erste Eindruck wird dem Inhalt gerecht.
Der Haupthandlungsstrang des Buches kommt eher still und leise daher. Die Biologielehrerin Inge Lohmark hat mit sinkenden Schülerzahlen und deren Qualitätsverlust zu kämpfen. Kein außergewöhnliches Thema, doch Schalansky macht es zu etwas Besonderem durch ihre Sprache und Betrachtungsweise. Das Umfeld Schule und das Leben an sich wird durch die Brille der Biologie betrachtet. Darwin ist allgegenwärtig. In scharfzüngigen, knallenden Sätzen referiert Frau Lohmark über die Arten der Schüler und stellt subjektive Konkurrenztheorien auf. Zusammengefasst übersetzt die Verfasserin die allgemeinen Theorien der Biologie in unser alltägliches Leben. Es entsteht ein bissiger Unterton mit sofortiger Anziehungskraft. Ein Buch, dass einfach Spaß macht! Unterstrichen wird die grandiose Erzählweise durch schwarz weiß Zeichnungen, welche den Inhalt abrunden und auch auf visuelle Weise eine Brücke zur Biologie schlagen.
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Wunderbar FacettenreichRezension vom 23.11.2011Ein wirklich dicht gewebter Gesellschaftsroman, situiert im England der boomenden Industrialisierung.
Durch ein unglaublich ausgearbeitetes Personennetz baut sich dem Leser eine lebendige Schilderung der damaligen Verhältnisse auf. Die Verfasserin lässt hierbei viele Einflüsse in dieses Buch mit einströmen, so das die Handlung dynamisch und lebendig wird.
Ein großes Thema des Buches ist das Verhältnis der Oberschicht zum Arbeitermilieu. Durch die Hauptfiguren des Romans, die Familie Wellwood und deren reichhaltige Beziehungen innerhalb der Gesellschaft, schnappt der Leser viele politische Verknüpfungen der Zeit auf.
Es hört sich trocken an, doch Byatt reiht keine geschichtlichen Eckdaten aneinander. Vielmehr werden diese Stimmungen durch die komplexen Figuren innerhalb der Handlung unterhaltsam und subjektiv gefärbt, unterschwellig vermittelt. Die Autorin beweist ein liebevolles Händchen für Details, welche durch die atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen, die Autorentätigkeit der Figur Olive Wellwood als Märchenerzählerin und die allgegenwärtige Präsens der Porzellankunst bewiesen wird.
Für mich ein wirklich stimmungsvoller Roman, der zum Verweilen einlädt.
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Ein wirklich außergewöhnlicher Titel mit SuchtpotentialRezension vom 26.08.2011Dieses Buch vereint sieben Unterschiedliche Blickwinkel und Wertungen. Sie werden geschickt gemischt, um den Leser auf falsche Fährten zu schicken. Kurzum es beginnt eine blutrünstige Schnitzeljagd.
Anfangs hat mich die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere gestört. Sie waren für meinen Geschmack zu amerikanisch konzepiert (klassische Highschool Umgebung) und einfach zu durchsichtig. Doch gerade diese Sicherheit fesselt den Leser an den Plot. Die Wendungen innerhalb der Geschichte treffen einen mit voller Schlagseite. -
Originell, doch nicht wirklich überraschendRezension vom 26.08.2011Sicherlich ist dieses Buch ein nennenswerten Tipp wert, da Insiderinformationen über die Gebräuche und Denkweisen innerhalb der Türkei auf humorvolle Weise von Hülya Özkan geschildert werden.
Mit lockerer Sprache lässt Özkan den Leser an der ein oder anderen Anektdoten ihrer Familie teilhaben. Dieses Buch macht Lust auf einen Besuch in der Türkei und zeigt auf seine Weise, dass die Kiste mit den Vorurteilen lieber auf dem Dachboden verstaut werden sollte.
















