BuchhändlerInnen im Portrait
aus Basel
- Gesamte Rezensionen
- 120 (ansehen)
- Über mich
- liebe diesen Job!
- Alter
- 30 Jahre
- Abteilung
- EDV/Software/Naturwissenschaften
- Funktion
- Buchhändler
- Lieblingsautoren
- Patrick Süskind, Bernhard Cornwell, Gisbert Haefs, E.A. Poe, Scarlet Thomas, J.R.R. Tolkien, D.F. Wallace, Franz Kafka
- An meinem Beruf gefällt mir
- ..die Erkenntnis, dass das geschriebene Wort bei vielen Menschen echte Glückseligkeit hervorrufen kann.
- Im Beruf seit
- 2008
- Das beste Buch aller Zeiten
- ..wird (hoffentlich!) niemals geschrieben werden
Meine Favoriten
- .
- .
-
.
- .
- .
-
.
- .
- .
- .
-
Ein Wunder!Rezension vom 08.06.2013Ted Chiang gehört zu den Autoren, die nur wenig schreiben, aber dieses Wenige ist hundertfach mehr wert als das umfangreichste Werk vieler anderer Autoren. Sämtliche relevanten Phantastikpreise heimste Chiang bereits mehrfach ein. Und dies als ausschliesslich Kurzgeschichten schreibender Autor!
Und was für Kurzgeschichten das sind! Generell wird Chiang der Science Fiction zugeordnet, doch wer hier jetzt Alieninvasionen und andere Sci-Fi-Klischees erwartet, wird verblüfft sein. Man taucht ein in eine Welt voller brillanter Ideen und Gedanken, vor keinem noch so Genrefremden Thema wird haltgemacht.
Alle fünf Erzählungen beinhalten Stoff für philosophische Diskussionen, sind komplett unterschiedlich angelegt und bestechen vor allem (auch in der deutschen Übersetzung) durch ihre präzise Sprache.
Hier trifft das viel zitierte Bonmot "weniger ist manchmal mehr" den Nagel voll auf den Kopf. Obwohl: von Chiang hätte ich nur allzu gern mehr!
-
Sie haben es wieder getan!Rezension vom 04.06.2013One of us is the killer? Soso, drücken wir mal auf "Play". Wer ist "one of us"? Ich? Der Song, der gerade mein Grosshirn mit chirurgischer Präzision zerstückelt? Einer dieser Typen, welche seit Jahren unangefochten auf dem Math-Metal-Thron sitzen?
A propos Song: bei all dem dissonanten, polyrhythmischen Geschredder ist mir glatt entgangen, dass gerade, im dritten Song, zum ersten Mal so etwas wie Melodik rausklingt. SKANDAL! Bin ich nun der Killer?
Egal, ich werde die Platte so oft hören, bis sich vor mir ein geistiges Paralelluniversum öffnet, genau so wie es bei den Vorgängerscheiben der Fall war. TDEP sind kontrollierter Irrsinn, technisch herausragend, absolut untrendy, unkommerziell und deshalb zeitlos. Dennoch dürfen sie mit Fug und Recht behaupten, die erfolgreichste extreme Band des Jetzt zu sein. Sie sind DER ultimative Gegenentwurf zur aalglatten, zuckertriefenden Popkultur, ähnlich wie einst King Crimson, nur viel härter und verstörender.
Haben Sie verstanden, worum es in dieser Rezension ging?
Wenn ja, könnten Sie der Killer sein. Wenn nicht, kann ich Ihnen diese CD nur auf eigene Gefahr empfehlen! -
Voller Niedertracht, voll fesselnd!Rezension vom 04.04.2013Wir lernen den knapp dem Knabenalter entwachsenen Prinz Jorg als Anführer einer durch die Lande vagabundierenden, meuchelnden und brandschatzenden Räuberbande kennen und fragen uns: Wie passt das zusammen, dass 36 abgebrühte Mörder, Diebe und Vergewaltiger diesem lächerlichen Knirps blind gehorchen?
Die Antwort: Der Junge hat einfach ein monströses Charisma, welches auch den Leser einfängt. Wohlgemerkt, kein nettes Bübchen ist er, sondern ein brutaler, unberechenbarer - das Wort kranker Psychopath könnte auch passen - Schlächter mit Kalkül.
Jorgs Motive und Werdegang werden in kurzen Retrospektivkapiteln in die Haupthandlung eingeflochten und es wird klar, wie er zur Bestie geworden ist. Denn eine Welt, die von gewalttätigen Despoten regiert und von Krieg zerrissen ist, muss solche Ausgeburten der Hölle hervorbringen...
Diese neue Fantasy-Reihe hat enorm viel Tempo und macht gnadenlos süchtig. Wenn man mit Figuren wie Süskinds Grenouille gut konnte, kann man auch mit Jorg. Auch Fans von G.R.R. Martin und Bernard Cornwell kommen dank den ausführlichen Kriegsschilderungen auf ihre Kosten. Nichts für schwache Nerven! -
Es geht weiter...Rezension vom 14.02.2013Die unglaublich schön gestaltete Welt von Skyrim hat Millionen von Rollenspielern für hunderte Stunden gefesselt.
Damit das so bleibt und die Langzeitmotivation - oder soll ich es Sucht nennen? - nicht abnimmt, haben die Macher nun schon das zweite Addon veröffentlicht, welches eine komplett neue Region (die Insel Solstheim, östlich von Himmelsrand) mit 20 bis 30 zusätzlichen Spielstunden bietet.
In der neuen Questreihe muss der Held/die Heldin sich dem ersten Drachenblut stellen, welches die Insel knechtet und lernt dutzende neue Rezepturen, Waffen, Rüstungen und eine exotische Flora und Fauna kennen.
Lauter Gründe, meinen ergrauten Waldelfenkrieger erneut in die Schlacht zu schicken... Spitze! -
Beneidenswert!Rezension vom 02.02.2013Henrys überragendes Talent, Bälle zu fangen und punktgenau weiterzuwerfen wird eines heissen Sommertages von einem gegnerischen College-Spieler erkannt, worauf dieser den unscheinbaren Burschen in die Grossstadt lockt. Eine steile Karriere bahnt sich an, doch im wichtigsten Spiel nimmt das Verhängnis und damit der ganze Roman seinen Lauf...
Ein Buch, über das man staunt, spricht, das einen versteht und das so beneidenswert gut geschrieben ist, dass man sich glatt wünscht, man hätte es selbst geschrieben! -
völlig überflüssig...UND SINNVOLL!!!Rezension vom 22.11.2012Liebe Mütter, Schwestern und Lebenspartnerinnen,
Ihr Sohn/Bruder/Freund verbringt gerne Zeit mit seiner xbox oder ps3? Sie finden das ist verschwendete Zeit? Der Gedanke, dass er sogar auf die Idee käme, seine Stunden am Flimmerkasten digital in Bild und Ton aufzunehmen, um sie dann ins Netz zu stellen, lässt Sie befremdet den Kopf schütteln? Dann haben Sie damit womöglich zwar Recht.
Gleichzeitig haben Sie womöglich aber auch gerade DAS coolste Geschenk für ihn gefunden! Mit dieser Software samt Kabel und Aufnahmegerät lassen sich nämlich Game-Sessions aufzeichnen, auf den PC übertragen und weiterverarbeiten. Das ist selbstverständlich das Letzte, was Frau in Ihrer Situation braucht und ich räume ein, dass die Welt sowas kaum braucht.
Doch Sie wissen ja bestimmt schon: Gamer ticken anders. Und in diesem anders tickenden Universum ist der Game Capture das Sinnvollste, was es gibt! Ehrlich. -
Kombiniere: Die Toten leben...Rezension vom 19.01.2012Der Sherlock Holmes-Boom geht weiter: neben zig Buchneuausgaben, Filmen, Serien und Comics der Originalgeschichten existieren mittlerweile auch ganz eigene Interpretationen des Detektiv-Klassikers.
Ian Edington (Text) und Davide Fabbri (Zeichnungen) haben den Stoff mit einem anderen Boom kombiniert, nämlich indem sie Holmes und Watson auf Zombie-Jagd schicken.
Als in London ein leuchtgrüner Meteorit einschlägt, dauert es keine zwei Tage, bis Leute an einer rätselhaften Seuche sterben, um Stunden später als Wiedergänger auf Erden zu wandeln. London droht ins Chaos zu versinken und diesmal steht Sherlock Holmes vor einer auch durch Deduktion schwer lösbaren Aufgabe. Zombies entziehen sich nunmal jeder Logik und so muss der Meisterermittler zu unorthodoxen Methoden greifen...
Geniale, weil intelligent ausgedachte und super gezeichnete Zombie-Story mit allen Holmes-Markenzeichen! -
Langweilig? nein, einfach anspruchsvoll!Rezension vom 06.01.2012In seinem neuen Roman nähert sich Umberto Eco mehreren spannenden Themenkreisen der Geschichte, die bis heute wichtige kulturelle Rollen spielen. Einerseits bekommen wir tiefen Einblick in die Entwicklung der Psychologie, indem er u.a. Sigmund Freud zu einer Nebenfigur des Romanes macht, der den dazwischenstehenden (fiktiven) Simone Simonini mit dessen ausgeprägtem Antisemitismus verknüpft. Der äusserst abstossende Hauptprotagonist fasziniert auf unheimliche Weise:
Der Berufsfälscher (der durch seine Tätigkeit seine eigene Person gefälscht hat) ist hochgebildet, sehr kultiviert und monströs intelligent. Gleichzeitig leidet er unter einer Persönlichkeitsspaltung, der er selbst auf den Grund geht, ist ein fanatischer Juden- und Frauenhasser. Überzeugt davon, dass eine riesige jüdische Weltverschwörung ihren Lauf nimmt, verzettelt er sich immer tiefer in die bis zum Schluss immer teuflischer werdende Handlung, die auch dem Leser viel abfordert.
Wie jeder Eco-Roman ist auch der "Friedhof in Prag" ein Buch, dass man nicht mal eben zum Abschalten liest. Es setzt Interesse an kulturhistorischen Zusammenhängen voraus, belohnt aber aufmerksame Leser mit ungeheuer viel Diskussionsstoff und - natürlich - exorbitant viel interdisziplinärem Fachwissen, das nur Eco zueigen ist. Und wie er das einmal mehr in ein einziges Buch packt, ist kaum in Worte zu fassen!

























