Rezensent im Portrait

aus Hamburg

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Meine Rezensionen

  • Geheime Tochter
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    Zwei Familien- Eine Tochter
    Rezension vom 30.09.2012
    Das Leben der Amerikanerin Somer ist fast perfekt. Sie ist glücklich verheiratet und arbeitet als Ärztin in San Francisco. Zu ihrem Glück fehlt nur noch ein Kind, doch nach der zweiten Fehlgeburt steht fest: sie kann keine Kinder bekommen. Somer und ihr indischer Ehemann beschließen, ein Kind aus Mumbai zu adoptieren.

    Zur gleichen Zeit bringt Kavita in einem indischen Dorf ein Mädchen zur Welt, doch ein Mädchen kann sich ihre Familie nicht leisten. Um Usha, so der Name des Mädchens, zu schützen, muss Kavita es weggeben.

    So wird Usha zu Asha und die Amerikanische Familie zur neuen Familie eben dieses Mädchens, das Kavita in Indien weggeben musste. Doch als Asha erwachsen wird, beschließt sie, auf Zeit in Mumbai bei der indischen Familie ihres Adoptivvaters zu leben und dort auf die Suche ihrer leiblichen Eltern zu gehen.

    Die Indisch-Kanadische Autorin Shilpi Somaya Gowda erzählt in ihrem internationalen Bestseller die Gefühle zweier Familien, die sich kulturell sehr fremd sind, jedoch durch die Adoption verbunden werden. Der Roman ist in kleine Kapitel aufgeteilt, die aus verschiedenen Perspektiven der vielen Hauptfiguren geschrieben wurden. Einen besseren Einblick in die Familien kann man nicht bekommen.

    Die Geschichte ist herzzerreißend und authentisch. Der Leser bekommt wunderbar klare Einblicke in das Leben der verschiedenen Hauptpersonen und ihren Familien. Viel mehr noch gelingt es Shilpi Somaya Gowda, den Leser in das indische Leben und die Kultur Indiens einzuführen und einen Teil der Probleme unserer Welt verständlicher zu machen.
  • Die Ballade der Trockenpflaumen
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    Fängt gut an, lässt aber leider nach
    Rezension vom 03.04.2011
    Pulsatilla, die mit bürgerlichen Namen Valeria di Napoli heißt, wurde mit ihrem Blog, den sie während ihrer Arbeit in einer Werbeagentur schrieb, in Italien berühmt.
    In dem daraus entstandenen Buch „Die Ballade der Trockenpflaumen“ beschreibt sie Teile ihres Lebens- angefangen von der Geburt bis hin zur Studienzeit. Dabei behandelt sie Themen wie das Elternhaus, Magersucht und Männer. Während die Beschreibung ihrer Kindheit in Foggia sehr angenehm und witzig geschrieben wurde, nehmen die Geschichten mit jedem Kapitel ab. Der Leser erkennt, dass eine gewisse Struktur in das Buch gebracht werden sollte, dennoch verliert man im Laufe der Zeit den roten Faden. Es scheint, als ob Pulsatilla so viele Themen wie möglich einbauen wollte, und diese dann so skandalfreudig zu beschreiben, wie es nur irgendwie geht. So erzählt sie, mit wie vielen Typen sie geschlafen hat, nachdem sie mit ihrem Blog durchgestartet ist, wie man am besten Magersüchtig wird und was für unterschiedliche Arten von Penissen es gibt. Sie ist damit weiß Gott nicht die Erste, und die Themen sind so durchgekaut, dass es dem Buch schadet. Wegen dem guten Start und dem Bisschen, was man über Italien lernt, gibt es 2 Sterne.
  • Mein fahler Freund
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    M & Julie
    Rezension vom 12.03.2011
    Nachdem die Menschen jahrzehntelang gelebt haben, als wären sie die Könige der Welt, haben sie die Welt nach und nach zerstört. Nach vielen Naturkatastrophen führt ein schrecklicher Fluch dazu, dass sich Menschen in Zombies verwandeln- Halbtote. Oder Halblebende. Das einzige, dass sie noch Antreibt, ist das Fressen von Menschen.
    Auch R ist ein Zombie. Er kann sich nicht mehr an sein vollständigen Namen erinnern und auch so an eigentlich gar nichts. Eines Tages, als die Zombies wieder auf Jagt sind, frisst er das Gehirn von Perry Kelvin. Während er das Gehirn kaut taucht er in die Gedanken des Jungen ein und kurz darauf rettet er die Freundin von Perry, die junge Julie, vor seinen gefräßigen Kollegen.
    Beide merken schnell: sie mögen sich. Und weil sie sich so gerne haben, beschließen sie, gegen den Hass der verfeindeten Lager von Lebenden und Halbtoten zu kämpfen.
    Isaac Marion hat mit deinem Debüt eine interessante Geschichte zusammengepuzzelt. Klar, es gibt genug Romane über die Liebesgeschichte zwischen der Schönen und dem Biest, doch meistens wird aus der Sicht der schönen Sterblichen geschrieben. Diese Geschichte wird jedoch aus der Sicht des Zombies R geschildert.
    Leider bringt das ein paar Unklarheiten. Während sich R weder an seinen Namen noch an etwas anderes, persönliches in seinem früheren Leben erinnern kann, kennt er verschiedene Bands, weiß sogar einige Liedtexte noch. Für mich ist dies nicht schlüssig und ich finde, dass der Autor hier noch ein bisschen klarer in die Tiefe hätte gehen können. Auch stelle ich mir das Stadium, in denen sich die Menschen vor den Zombies verschanzt haben, als riesen groß vor, wenn ich die Beschreibungen lese. So groß, dass es mir unmöglich erscheint, das Alles, was in den Stadien sein soll, auch wirklich dort hinein passen würde. Da die Filmrechte für dieses Buch bereits verkauft sind, bin ich gespannt, wie dies umgesetzt werden soll.
    Schade finde ich ebenfalls, dass Isaac Marion nicht genauer auf die Naturkatastrophen eingeht, die vor den Zombies auf der Welt gewütet haben. Es ist oft ein Thema, aber während R und Julie darüber reden, bleibt der Leser ein Aussenstehender.Die Frage, in wie weit die Gesellschaft sich und die Welt noch in das Unglück stürzen wird, hat Marion sehr gut beantwortet- wenn auch auf eine sehr freie Weise.
    Die Charaktere sind alle sehr gut nachvollziehbar und das Buch liest sich flüssig und gut.
  • Das Lied der roten Erde
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    Das Lied der roten Erde
    Rezension vom 09.02.2011
    1800: Die junge Irin Moira gilt als eigensinnig und stur. Die gesellschaftlichen Verpflichtungen ihrer Familie nimmt sie nicht wahr und als sie das Fass endgültig zum überlaufen bringt, wird sie kurzerhand mit dem viel älteren Dr. McIntyre verheiratet. Mit ihm muss sie sich auf die lange Reise nach Australien machen, denn dort will der Arzt in einem der Sträflingslager arbeiten. Das Leben in dem kleinen Ort Toongabbie gefällt Moira allerdings gar nicht, zumindest bis sie Duncan kennen lernt. Mit Duncan erlebt sie Liebe, die leidenschaftlicher nicht sein kann. Doch diese Liebe ist auch gefährlich, denn Moira ist verheiratet und Duncan ist als verurteilter Rebel nach Australien gekommen…
    Die Australien-Saga „Das Lied der roten Erde“ gibt einen Einblick in das, was geschah nachdem Kapitän James Cook 1770 das Land für die britische Krone in Besitz nahm und diesen Teil von Australien „New South Wales“ nannte. Die Geschichte fängt 1800 an, etwa 12 Jahre nachdem die ersten Sträflingskolonien gegründet worden sind und die ersten freien Siedler kamen. So bleibt dem Leser die beschwerlichen ersten Jahre erspart, in dem die Menschen mit dem Aufbau der Dörfer beschäftigt waren und es wegen Hungersnöten viele Tote gab. Dennoch erlebt der Leser einen Teil der Anfänge und erfährt durch Erzählungen anderer Einwohner etwas von den ersten Jahren.
    Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So kommen nicht nur Moira, McIntyre und Duncan zu Wort, sondern auch das Mädchen Ningali, die aus der Sicht der Ureinwohner Australiens das Treiben beobachtet. Durch die verschiedenen Perspektiven lernt der Leser die Personen besonders gut kennen und es wird leichter sich in das Handeln der Personen hinein zu versetzen. Dennoch gibt es am Ende der Australien-Saga ein paar Zufälle, die vielleicht zu viel sind und so die Glaubwürdigkeit der Erzählungen einschränkten.
    Die Autorin Inez Corbi schreibt einfach und flüssig, dadurch kann man als Leser wunderbar in eine andere Welt abtauchen.
    Alles in allem ist es eine schöne Geschichte, die es sich zu lesen lohnt.
  • Das Regenmädchen
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    Das Regenmädchen
    Rezension vom 07.01.2011
    Auf der Autobahn wird eines Morgens eine junge Frau überfahren. Für das Kommissaren Team Franka Oberwieser und Felix Herz steht schnell fest: die Frau sollte überfahren werden, also Mord. Doch die Ermittlungen kosten Franka und Felix ziemlich viel Kraft. Und nicht nur die. Franka liebt heimlich einen bekannten Schauspieler, aber das bleibt nicht von ihrer Familie verborgen. Und Felix kann sich nicht anfreunden mit den Gedanken, dass seine Frau ist zum vierten Mal schwanger, und das mit Zwillingen.
    Die Autorin Gabi Kreslehner hat mit diesem Buch ihr Krimidebüt abgegeben. Dabei schreibt sie nicht nur über den Fall, sondern auch über die Persönlichkeiten der Menschen. Auch lässt sie in manchen Kapiteln, in der die Schrift kursiv gedruckt wird, den Lesern in die Gedanken von Menschen, die etwas mit der Toten zu tun hatten, blicken. So weiß der Leser vieles schon vor den Kommissaren, dennoch bleibt die Spannung erhalten. Auch kann mal wohl verraten, dass der Fall viel komplizierter ist, als es zuerst scheint. Familiendramen, Ehebruch, Prostitution, Vergewaltigung und Selbstmord, vieles ist in diesem Krimi enthalten, aber in einer guten Dosis, so dass man als Leser nicht unter dem Berg von Dramen und Problemen begraben wird.
    Durch die Einteilung in viele kurze Kapitel und der angenehm leichten Sprache ist das Buch schnell zu lesen und man kann sich auf die Ereignisse konzentrieren.
    Ich würde diesen Krimi jederzeit weiterempfehlen, außerdem schreit dieser Krimi förmlich nach einer Fortsetzung!
  • Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
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    Einsamkeit in der heutigen Gesellschaft
    Rezension vom 12.12.2010
    Maxwell Sim war schon immer ein Typ, der nicht an sich glaubte. Als ihn seine Frau verlässt, und die gemeinsame Tochter mitnimmt, fällt er in ein tiefes schwarzes Loch. Er fühlt sich wie der einsamste Mensch auf Erden, und schafft es nicht mehr, zur Arbeit zu gehen. Auch die Reise zu seinem Vater, der seit längeren in Australien lebt und mit dem Maxwell noch nie ein gutes Verhältnis hatte, kann ihn nicht aufmuntern.
    Die Einsamkeit ist so groß, das er, als er von der Reise zurück kommt, erfreut darüber ist, dass jemand ihn nach dem Weg fragt. Dass dieser jemand ein Dieb ist, und ihm daraufhin das Handy klaut, stört Maxwell wenig.
    Doch als er die Wohnungstür aufschließt, überkommt ihn die Einsamkeit. Er findet außer Werbung und Rechnungen keine Post, und noch nicht einmal seine 70 Facebook Freunde scheinen seine Abstinenz bemerkt zu haben. Doch als er zwischen den ganzen Spammails eine Mail von einem alten Freund entdeckt, verabredet er sich mit ihm.
    Dieser Freund überredet ihn schließlich, bei einem Wettbewerb teilzunehmen. Bei diesem Wettbewerb sollen vier Vertreter einer Zahnbürstenfirma in die einsamsten und abgelegensten Dörfer Englands reisen, um dort den Markt mit ökologischen Zahnbürsten zu erobern.
    Maxwell willigt also ein und sieht sich wenig später in einem Auto Richtung Shetland Inseln düsen. Mit dabei sind nur die Zahnbürsten und die sympathische Stimme des Navigationsgeräts, die er nach kurzer Zeit auf den Namen Emma tauft.
    Was Maxwell nicht ahnt, ist dass die Reise eine Reise durch seine Vergangenheit ist. Durch seine Zwischenstopps bei verschiedenen Menschen seiner Vergangenheit erfährt er, warum er nie eine richtige Vater-Sohn-Beziehung hatte, warum seine Frau ihn verlassen hat, und warum er mit dieser ungeheuerlichen Einsamkeit lebt.

    Das, was als erstes auffällt, ist das sehr schön gestaltende Cover des Buches. Dieses erweckt die Lust zu erfahren, was es mit der ungeheuerlichen Einsamkeit des Maxwell Sim auf sich hat.
    Die Geschichte des Maxwell Sim ist eine sehr traurige Geschichte, die allerdings ziemlich komisch beschrieben wird. Dieser Humor ist eine Geschmackssache, man muss diesen Humor mögen, aber wenn man ihn mag, wird man das Buch sicherlich lieben.
    Der Roman hat eine sehr leicht zu lesende Sprache, und so wird das Gelesene sofort in Kopfkino umgewandelt, welches das Lesen zu einer entspannten Angelegenheit macht.
    Dieser Roman regt auch das Nachdenken über die heutige Gesellschaft an: während wir uns immer mehr im Internet vernetzen, und die Restaurants in den Städten überall die gleichen sind, vergessen wir, dass es Menschen gibt, die in diesem System immer mehr vereinsamen, ohne dass es jemand bemerkt.