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Meine Rezensionen

  • Amor-Trilogie 02: Pandemonium
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    Pandemonium - Lenas neues Leben: Kampf, Gefahr, Tod
    Rezension vom 27.10.2012
    Der 2. Band der Amor-Trilogie erzählt von Lenas neuem Leben, das so ganz anders ist als im 1. Teil "Delirium". Ihre Flucht über den Zaun in die Freiheit ist zwar geglückt, doch dafür musste sie alles bisher gekannte hinter sich lassen. Der schmerzlichste Verlust jedoch war ihr Freund Alex, der sie überhaupt erst dazu gebracht hatte, Fluchtpläne zu schmieden. Er wurde von den Aufsehern niedergeschossen und Lena musste hilflos dabei zusehen. Auch sie wurde von Kugeln getroffen und nachdem sie sich halbtot allein durch die Wildnis geschleppt hat, dort von einer Gruppe junger Invaliden gefunden und gesundgepflegt. Doch das Leben in der Wildnis ist gefährlich und auch die Invaliden werden gejagt.
    Endlich gibt es die lange erwartete Fortsetzung von Delirium und obwohl es schon länger her ist, dass ich den ersten Teil gelesen habe, konnte ich mich sofort wieder in die Geschichte hineinversetzen. Mir gefällt der lebendige Schreibstil von Lauren Oliver und auch Lenas Entwicklung und Wandlung von einem schüchternen angepasstem Mädchen zu einer mutigen Kämpfernatur beschreibt sie sehr glaubhaft und nicht so, dass es überzogen wirkt.
    Der Anfang von Pandemonium ist noch etwas düster und ziemlich bedrückend: Probleme in der Schule, Alpträume, Sehnsucht nach Alex. Wo bei Band 1 auf dem Cover noch überall "Liebe" stand, heißt es jetzt "Kampf", wobei es für Lena hauptsächlich ein Kampf ums Überleben wird, der schon fast Panem-würdig ist. Denn Tod und Gefahr stecken in den Seiten.
    Lauren Oliver hat hier wirklich ein rasantes Tempo vorgelegt. Dabei wechseln die Kapitel des Buchs ständig zwischen zwei verschiedenen Erzählperspektiven, der Zeit nach Lenas Flucht in die Wildnis und der Gegenwart in New York, wo sie sich der Widerstandsbewegung angeschlossen hat. Zwischen den beiden Geschichten liegt ein Zeitraum von mehreren Monaten und sie nähern sich immer mehr an bis zum fulminanten Showdown. Beide Teile sind so spannend, dass man zwischendurch kaum zum Durchatmen kommt.
    In der Wildnis kämpft Lena mit ihren neuen Freunden zusammen gegen Tücken wie Hunger, Krankheit und Tod. Ähnliches widerfährt ihr aber auch später in der Zivilisation in New York als sie zusammen mit Julian Fineman, dem Vorsitzenden des Verbandes gegen ein Deliria-freies Amerika (VDFA) bei einer Kundgebung in die Gewalt von Entführern gerät. Julian ist der perfekte Sohn und Musterschüler und wirkt anfangs ziemlich steif. Er erinnert ein wenig an die "alte" angepasste Lena und hat auch Angst sich während der Gefangenschaft, in der die beiden in einer Zelle zusammen eingesperrt sind, mit Deliria zu infizieren. Wie die beiden sich nach anfänglicher gegenseitiger Abneigung langsam näher kommen, hat mir gefallen, obwohl ich ja Alex-Fan war und auch nicht glauben konnte, dass er tot sein soll. Doch ich muss zugeben, dass Julian mir im Laufe des Romans immer besser gefallen hat und die Leere, die durch Alex entstanden ist, gut ausfüllen konnte.
    Leider endet auch dieser Teil wieder mit einem fiesen Cliffhanger und hat mich aufgewühlt, atemlos und etwas verwirrt zurückgelassen - eindeutig Pandemonium-infiziert!
  • Der Nachtzirkus
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    Nachts werden Zirkusträume wahr?
    Rezension vom 06.04.2012
    Der Zauberkünstler Prospero wird überraschend Vater einer 5-jährigen Tochter, die ihm sozusagen per Post zugestellt wird und schon anhand der auffälligen Augen des Kindes erkennt er die Vaterschaft an. Prospero alias Hector Bowen ist ein Zauberer, der sein Publikum nicht mit lauen Zaubertricks fesseln muss, denn er verfügt über besondere Fähigkeiten und kann wirklich zaubern. Dieses Talent hat auch seine Tochter Celia geerbt und er gibt ihr Unterricht, um ihre Begabung zu fördern und sie als Zauberlehrling auszubilden. Dabei hat er einen Konkurrenten, den geheimnisvollen Mann, der sich Alexander nennt. Zwischen den beiden entsteht nicht nur eine Art Wettstreit, wer den besseren Schüler hat, sondern ein magisches Duell, das tödlich endet?!

    Soviel zum Inhalt, der sich ganz spannend anhört. Doch die weitere Geschichte entwickelt mehrere Erzählstränge und ich fand es anfangs anstrengend hier den roten Faden nicht zu verlieren. Der Erzählstil wirkt durch ständige Zeitsprünge und Ortswechsel abgehackt. Den eigentlich vermuteten Hauptpersonen wird erst mal nur ein kleiner Teil der Story zugestanden. Daneben dreht es sich um mitternächtliche Dinnergesellschaften, einen Zirkus-Fanclub u.a., aber nicht so richtig um das Zirkusgeschehen selbst. Dabei fragt man sich, wie das alles nachher zusammenpassen soll.

    Gelegentlich darf man dann endlich mal so richtig Zirkusluft schnuppern, denn in einzelnen kurzen Kapiteln wird der Leser direkt angesprochen und betritt einen der Schauplätze des Cirque de Rèves. Der Nachtzirkus ist anders, es gibt keine Manege sondern viele einzelne schwarz-weiße Zelte mit Wahrsagern, faszinierenden Eisgärten, Wolkenlabyrinthen, Erinnerungen, lebendigen Papiertieren u.v.m.

    Erst ca. in der Mitte des Buches treffen Marco und Celia so richtig aufeinander und erkennen sich als Gegenspieler. Dabei wissen auch sie nicht, was die Aufgaben und Ziel des Wettbewerbs sind. Klar ist nur der Schauplatz: Der Cirque de Reves. Die Liebesgeschichte zwischen beiden entwickelt sich recht sprunghaft und auch den erwarteten Konkurrenzkampf gibt es nicht, denn Marco und Celia schmieden lieber Pläne, wie sich ihr Schicksal bezwingen lässt.

    Die Idee des Nachtzirkus und die teilweise magische Atmosphäre haben mir sehr gut gefallen, aber mit der Umsetzung hatte ich so meine Probleme. Die Autorin schildert zwar ständig Details wie aufwändige Kleider und üppige Menüs bis ins Kleinste, die Charaktere vernachlässigt sie dabei aber und das ist schade, denn viele wirken einfach nur oberflächlich oder sogar nüchtern, kalt und unnahbar. So habe ich z.B. lange gerätselt ob Marco und Isobel nun ein Paar sind oder nicht. Gefühlsmäßig kam da so gar nichts rüber und leider mangelt es der Geschichte neben Gefühlen auch an Spannung.

    Der Nachtzirkus ist das Erstlingswerk von Erin Morgenstern und hier wurde sehr viel Wert gelegt auf die Künstlerische Gestaltung (beim Cover ist das auch wirklich gut gelungen). Die Autorin wird als Multimedia-Künstlerin beschrieben und so versteht sich das Buch wohl auch eher wie ein Kunstwerk, entweder es gefällt einem und man erkennt den Sinn der dahintersteckt oder eben nicht.
    Die Geheimnisse des Nachtzirkus wollen erforscht und entdeckt werden. Sie erschließen sich einem nicht von selbst. Das Buch ist sehr phantasievoll und ungewöhnlich und keins von der Art, das mal eben zwischendurch gelesen werden kann.
  • Weiberfrühstück
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    Zwischen Midlife-Crisis, Wechseljahren und Pubertät
    Rezension vom 01.01.2012
    „Weiberfrühstück“ ist ein Buch das mich vom Titel/Cover her im Laden nicht so angesprochen hätte. Es macht halt so den Eindruck von Frauenroman XYZ, wie es sie massenweise gibt und die Autorin war mir bisher völlig unbekannt.

    Umso überraschter war ich nach den ersten Absätzen, die mich sofort zum Weiterlesen animiert haben. Wahrscheinlich auch, weil ich manches davon schon selbst erleben durfte und ein ähnliches Alter habe wie die Protagonistin (Mitte 40). Die Streitgespräche und Debatten, die die 3 Familienmitglieder im Auto führen á la „Mutter futtert immer nur und singt ganz fürchterlich falsch“ waren sehr amüsant und gut beschrieben – zudem kamen sie mir irgendwie bekannt vor.

    Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben und beschreibt treffend Ellens alltägliche Erlebnisse mit Ehemann Kai (in dessen Augen die Sonne und ein kleiner Teufel tanzt – die Beschreibung hat mir besonders gefallen) und ihrem pubertierenden Sohn Jonas (12 J.).

    Von Urlaubsstress, kotzenden Kindern, Gesundheitsproblemen usw. ist alles dabei. Ellen, Kai und Jonas sind Charaktere wie aus dem Leben gegriffen und sie waren mir sofort sympathisch. Im Ehealltag von Ellen tauchen plötzlich ungeahnte Probleme auf, weil Kai sich in die neue Nachbarin „Sexbomb“ Tamara verguckt hat, die er schon von früher her kennt. Ellen weiß nicht mehr, was sie von ihrem Ehemann halten soll, der sich plötzlich geradezu darum reißt, Tamara beim Umzug zu helfen, obwohl er eine handwerkliche Niete ist. Dafür handelt sich Kai dann auch einen gebrochenen Arm ein, sabotiert seine Geburtstagsfeier, verstrickt sich in Lügen und Ellen hat endgültig die Schnauze voll und flüchtet. Ihre Freundin Margaux, die gerade ähnlichen Stress mit ihrem Mann hat, überredet Ellen gemeinsam eine Auszeit in Californien zu nehmen, wo sie ihre Cousine besuchen will. Auf der Suche nach Stars und Abenteuern schnuppern die beiden Freundinnen Casino-Luft in Las Vegas, besuchen Männerstip-Bars und Ellen und hat sogar Beinahe-Sex in Jack Nicholsons Haus.

    Die Autorin schafft es, witzig, gradlinig und lebensnah zu schreiben und schildert ohne allzugroße Übertreibungen die Geschichte einer Frau, die aus ihrem frustrierenden Ehealltag ausbricht, um sich ein paar Glücksreserven anzulegen. Nicht neu, aber nett zu lesen, vor allem für Frauen im mittleren Lebensabschnitt.
  • Dämonenherz
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    Dämonische Liebe
    Rezension vom 28.12.2011
    Anna Sternberg betreibt eine PR-Agentur zusammen mit ihrer einzigen Angestellten und besten Freundin Vicky. Die Geschäfte laufen jedoch mehr schlecht als recht. Die Auftragslage ist katastrophal, die Rechnungen häufen sich und sie stehen kurz vor dem Ruin.

    Ein Lichtstreif am Horizont zeigt sich als Anna in einem Café zufällig auf den bekannten Finanzmogul Carl Weller trifft. Anna sieht in ihm die Chance, ihre Finanzlage zu verbessern wenn es ihr gelingen sollte, ihn als Kunden anzuwerben. Denn Carl Weller hat einen ausgesprochen schlechten Ruf. Er ist nicht nur erfolgreich sondern auch skrupellos und hat seine Finger in sämtlichen bedeutenden Geschäften.

    Zwar scheint Carl Weller sein übles Image nicht weiter zu interessieren, durch einen Trick und indem sie dem Eroberer-Charme des gutaussehenden Mannes kurzfristig erliegt, erhält Anna die Chance sich zu beweisen.
    Doch schon kurze Zeit später merkt sie, dass mit Carl Weller etwas nicht stimmt. In seinem Hotel findet sie die Leiche eines Fotografen, der Weller unerlaubterweise abgelichtet hat und Anna wird von Wellers Chauffeur entführt. Sie landet in einer ihr unbekannten Welt, die voll ist von Dämonen, Ghulen und sonstigen unheimlichen Wesen.

    Das Buch liest sich gut und Anna war mir gleich sympathisch. Sie stolpert immer wieder in unangenehme Situationen hinein, lässt sich ausnutzen und setzt sich für andere ein. Ihren Vater z.B. unterstützt sie im Kampf gegen ein Bauunternehmen, dass sein Haus abreißen will um dort ein Einkaufszentrum zu errichten.

    Die Liebesgeschichte fand ich ganz gelungen, die Fantasy-Welt von Julia Talbot konnte mich jedoch nicht so überzeugen und vor allem auf Riesenskorpione hätte ich gern verzichtet, das tötet jedes romantische Gefühl an der Geschichte.
  • Im Reich des Vampirs
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    Vampire oder nicht?
    Rezension vom 28.12.2011

    Zugegeben, der Titel "Im Reich des Vampirs" ist schlecht gewählt, ebenso wie beim 1. Teil "Im Bann des Vampirs". Denn es ist keiner der üblichen Vampirromane á la Black Dagger etc. Ansonsten lässt es aber kaum Wünsche offen.

    Um es kurz zu sagen: MacKayla sucht in Irland nach dem Mörder ihrer Schwester. Sie deckt einige Geheimnisse auf und erfährt vor allem, dass sie selbst über besondere Fähigkeiten verfügt. Sie kann Schatten- und Feenwesen, die sich als Menschen tarnen, erkennen und ist eine sogenannte Sidhe-Seherin. Dabei trifft sie auf den sehr mysteriösen Jerricho Barrons, der ihr Unterstützung anbietet und Unterschlupf gewährt. Dafür soll Mac mit ihren Fähigkeiten ein magisches Buch, das Sinsar Dubh genannt wird, aufspüren.

    Die Beziehung der beiden ist es unter anderem, die die Romane so spannend macht. Jerricho Barrons macht ein großes Geheimnis daraus, wer er ist. Ein Vampir? Ein Feenwesen? Er verrät Mac so gut wie nichts über sich, sie kann sich nur einige Sachen zusammenreimen anhand seiner Stärke und der Macht, die von ihm ausgeht. Die beiden geraten immer wieder aneinander, was ich sehr unterhaltsam finde. Das hat mich ein wenig an "Blutrote Küsse" von Jeanine Frost erinnert.

    Mac gerät immer wieder in verzwickte Situationen und Lebensgefahr. Sie wird in mehrere Kämpfe verwickelt und schließlich gefangengehalten und gefoltert. Das fand ich alles extrem spannend, sehr gut beschrieben und das Buch hat mich bis zum Schluss gefesselt. Man merkt auch, dass Mac sich immer weiterentwickelt und sie ist mir in diesem Teil noch sympathischer geworden.
    Eigentlich sind Feen und sonstiges nicht so mein Fall, aber das nimmt in diesen Romanen nicht die Überhand. Man erfährt viel über Mac, die Beziehung zu ihrer verstorbenen Schwester und dem Versuch herauszufinden, wer sie wirklich ist und auf welcher Seite sie steht. Soll sie sich den Sidhe-Seherinnen anschließen, den Feenwesen oder bei Jerricho Barrons bleiben? Eigentlich kann sie niemandem trauen.

    Einziges Ärgernis: man erfährt auch im 2. Teil nicht viel mehr als im ersten. Das geheimnisumwitterte Buch ist immer noch nicht gefunden, Jerricho Barrons noch nicht enttarnt . Zwischen Mac und Jerricho fliegen munter die Fetzen und es prickelt auch mal, aber wer hier erotische Parts sucht, geht weitestgehend leer aus. Vielleicht ja im nächsten Band ...
  • Ausgebucht
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    Auf der Suche nach dem verlorenen Friesenzauber
    Rezension vom 28.12.2011
    Die 18jährigen Zwillinge Katinka und Dine sind echte Glückspilze. Sie haben von ihrer reichen und leicht verrückten Oma Fanny, die 95jährig bei einem Bordellbesuch einem Herzstillstand erlag, ein Hotel geerbt. Sie sollen es gemeinsam auf Vordermann bringen und den Hotelbetrieb erfolgreich wieder aufnehmen.

    Natürlich hat die Sache einen oder gleich mehrere Haken, denn das Hotel „Friesenzauber“ wird seinem Namen absolut nicht gerecht – es ist sehr marode und stark renovierungsbedürftig und liegt zudem am A… der Welt in einem kleinen Kaff an der Küste Nordfrieslands.

    Die wortkargen und verschrobenen Dorfeinwohner sind nach vorsichtigen Prognosen zu 7/8 Alkoholiker, weil es dort nur Kühe, Trecker und Mähdrescher gibt und so für viele nur noch der Suff als Alternative übrigbleibt. Manche verlassen ihre Häuser gar nicht mehr oder warten darauf, dass die Russen kommen und Fremden begegnet man dort nur mit äußerstem Misstrauen.

    Tatkräftige Unterstützung erhalten die „jungen Dinger“ wenigstens von ihrem Neu-Familienmitglied Klausili, den sie ebenfalls quasi mitgeerbt haben. Ihre verrückte Oma hatte den Hessisch babbelnden Mann kurz vor ihrem Tod offiziell adoptiert und wie sich später herausstellt, hatte sie noch mehr Geheimnisse…

    Bei der Renovierung des „Friesenzaubers“ tauchen ungeahnte Probleme auf, z.B. Umweltschützer Udo, der auf dem Dach des Hotels den fast ausgestorbenen Krawallquerwimpel entdeckt hat und die Bauarbeiten behindert. Katinka findet Udo ziemlich scharf und auch Dines Liebesleben wird auf den Kopf gestellt.

    Ausgebucht richtet sich an eine eher jüngere Leserschaft, was schon durch die zahlreichen Wortgefechte der Zwillinge deutlich wird, die sich einfach nur "zum Kotzen" finden und keine Gelegenheit auslassen, um sich anzuzicken. Insgesamt sind die Charaktere ziemlich überzogen, das Ganze erinnert sehr an einen Werner-Comic in geschriebener Form mit schrägen Dialekten und ohne Motorräder, dafür aber mit einem Schuss Romantik + Crime. Ganz lustig zu lesen - anspruchslose Lektüre fürs Urlaubsgepäck.
  • Das Schweigen der Toten
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    Tod mit Vorankündigung
    Rezension vom 28.12.2011
    Das Erstlingswerk von Todd Ritter beginnt sehr spannend mit einem kurzen Epilog, bei dem man sehr anschaulich und sozusagen live erlebt, wie jemand ums Leben kommt, aber nicht um wen es sich dabei handelt und weshalb er getötet wird.

    Kat Campbell, Polizeichefin im verschlafenen Perry Hollow, hat normalerweise einen überwiegend ruhigen Job, der eher darin liegt Katzen aus Bäumen zu retten als Verbrechen aufzuklären. Doch dann meldet der hiesige Florist den Diebstahl seines Lieferwagens nebst Pistole. Wobei man dies genaugenommen nicht mal als Diebstahl bezeichnen kann, denn der Wagen war nicht verschlossen und im Handschuhfach befand sich neben der entwendeten Waffe auch der Zündschlüssel.

    Kurz darauf wird der Polizei auch noch der Fund einer sargähnlichen Kiste, die am Straßenrand abgestellt wurde, gemeldet. Und die Befürchtungen bestätigen sich, in der vermeintlichen Kiste befindet sich ein Toter. Ein 67jähriger Einwohner des Orts, der grausam mißhandelt wurde und dem man den Mund zugenäht hat…

    Und wie der Titel schon verspricht, folgen noch weitere Tote… Die Namen der Toten werden Henry Goll, dem Journalisten einer Tageszeitung und Experte für Nachrufe, vorab per Fax mitgeteilt. Was zunächst nach einem Scherz aussieht, erweist sich als Möglichkeit für Kat und ihren Kollegen Nick, durch schnelles und kluges Eingreifen die Morde evtl. noch verhindern zu können.

    Nachdem ich in die Leseprobe hineingeschnuppert habe war für mich klar dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte, denn der Einblick auf die Bewohner von Perry Hollow hat mir sehr gefallen. Kat als alleinerziehende Mutter mit einem behinderten Jungen und auch die restlichen Hauptfiguren mit ihren großen und kleinen Macken und Geheimnissen fand ich sehr interessant. Das Buch hat mich sehr gefesselt und ich konnte kaum aufhören zu lesen, bis sich endlich das Rätsel um die Toten aufgeklärt hatte.
  • Dead Beautiful - Deine Seele in mir
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    Seelenwanderung
    Rezension vom 28.12.2011
    Wie bereits der Titel des Erstlingswerkes von Yvonne Woon andeutet, spielt in ihrem Buch der Tod eine entscheidende Rolle.

    Die 16jährige Renee wird erstmals damit konfrontiert, als ihre Eltern getötet werden. Sie findet sie nach einem entspannten Tag am Strand mit ihrer Freundin tot im Wald. Die Umstände ihres Todes sind zwar mysteriös, die Leichen haben Teile von Mullbinden und Erdreste im Mund und scheinen um Jahre gealtert zu sein, doch lt. medizinischem Gutachten sind beide an einem Herzanfall gestorben. Für einen Mord findet die Polizei keine Beweise oder Motive.

    Renees einziger Angehöriger, Ihr Großvater, übernimmt die Vormundschaft und zieht auch vorübergehend in ihrem Elternhaus ein. Nach einem handfesten Streit mit den Eltern war der Kontakt jahrelang abgebrochen und das Verhältnis zwischen ihm und Renee entwickelt sich ebenfalls nicht besonders positiv. Der Großvater führt feste Essenszeiten und -regeln ein, kritisiert Renees Kleidung und Tischmanieren. Schließlich teilt er ihr mit, dass sie fortan auf das Gottfried-Internat gehen soll, das auch ihre Eltern besucht haben. Er glaubt, dass sie nur dort in Sicherheit ist.

    So dreht sich dann auch der Großteil des Buchs um das Internatsleben, das so völlig anders ist, als Renee erwartet hat. Das Gottfried-Institut entpuppt sich als düsteres gotisches Gemäuer und nicht nur die Fächer sind eigenartig (Gartenbau, Imaginäre Arithmetik), auch der strenge Verhaltenskodex der exclusiven Schule macht Renee zu schaffen. Und dann ist da auch noch der mysteriöse Einzelgänger Dante, der nachdem er einen toten Schüler im Wald gefunden hat, mit keinem mehr redet, aber von dem Renee sich Informationen erhofft.

    Fazit: Das Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen, es ist flüssig und angenehm geschrieben, größtenteils sehr spannend und vor allem zu Beginn alles andere als ein typisch heiterer Teenie-Roman, obwohl er sich natürlich in erster Linie an diese Leserschaft wendet und eine romantische Liebesgeschichte beinhaltet. Ein Teil der Spannung wird allerdings durch die schlechte Titelwahl zerstört, denn „Deine Seele in mir“ lässt den Leser schon erahnen, was Renee erst kurz vor dem Ende des Buches erfährt (dabei war sie sonst so helle – aber Liebe macht ja bekanntlich blind, also sei ihr verziehen).

    Dafür rätselt man aber lange, womit man es eigentlich zu tun hat und was es mit dem Wächterkomitee der Schule, den Todesfällen und Dante auf sich hat. Aber da will ich jetzt nicht zu viel verraten. Die Charaktere fand ich insgesamt glaubwürdig. Renees Trauer um den Tod ihrer Eltern konnte ich gut nachfühlen, und auch ihre Freundinnen/Freunde fand ich überzeugend. Der „böse“ strenge Großvater nebst Diener kommt bisweilen etwas klischeehaft rüber und ebenso Dante der natürlich überirdisch schön und so rätselhaft ist, dass er dabei etwas blass wirkt.

    Zwar hat die Autorin sich Mühe gegeben, eine neue Schiene einzuschlagen, manches erinnert aber doch sehr an die Biss oder Evernight-Romane, aber wem die gefallen, der kann hier nicht viel falsch machen. Das Ende hört sich doch sehr nach einer Fortsetzung an.

  • Happy Family
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    Mit dem Hippiebus nach Transsilvanien
    Rezension vom 28.12.2011
    Die Wünschmanns sind auf den ersten Blick eine Durchschnittsfamilie, die gegen den ganz normalen Alltagswahnsinn ankämpft.

    Mutter Emmas Kinderbuchladen läuft mehr schlecht als recht, was sicherlich damit begründet werden kann dass sie viel Energie und Zeit für ihre Kinder opfern muss. Und ihre einzige Angestellte, eine alternde Hippiebraut, müsste sie eigentlich entlassen, aber dafür ist sie zu weichherzig.

    Vater Frank steckt in der Midlife-Crisis, sieht anderen Frauen gern aufs Hinterteil und leidet unter stressbedingten Blähungen, die sein aufreibender Bankjob mit sich bringt.

    Tochter Fee steckt mitten in der Pubertät, mit allem was dazugehört, kiffen, knutschen und miesen Schulleistungen. Sohn Max dagegen ist ein hochbegabter schüchterner Bücherwurm ohne sonstige nennenswerte Interessen.

    Nach einer missglückten Buchpremieren-Kostümfeier werden die vier von einer Hexe mit einem Fluch belegt und müssen sich fortan als Vampir (Mutter Emma), Frankenstein (Vater Frank), Mumie (Tochter Fee) und Werwolf (Sohn Max) durchs Leben schlagen. Natürlich versuchen sie alles, um die Hexe aufzuspüren und diesen Fluch rückgängig zu machen und ein irrwitziges Abenteuer nimmt seinen Lauf.

    Wer die Romane von David Safier kennt, weiß dass es dort nicht bierernst zugeht und sich seine Hauptfiguren gern mal in Ameisen oder anderes verwandeln. Die Story gefiel mir anfangs richtig gut, vor allem bei der verpatzten Kostümfeier und dem unglücklichen Zusammentreffen mit Stephenie Meyer habe ich Tränen gelacht. Die Erwartungen waren entsprechend hoch, einige davon wurden erfüllt, andere leider nicht so.

    Frankenstein-Papas Artikulations-Probleme und die daraus entstandenen kleinen Zeichnungen im Buch fand ich sehr originell und gelungen. Ebenso die Idee, sämtliche Kapitel in ich-Form zu verfassen, wobei alle Familienmitglieder zu Wort kommen und jeder seinen ganz eigenen Erzählstil hat. Das hat D. Safier einfach drauf! Fee ein wenig flapsig und liebeskummerig. Max schüchtern-klugscheisserisch, Vater Frank abgekämpft-frustriert und Mutter Emma als Familienoberhaupt und treibende Kraft, die ihre Schäfchen zusammenhält. Die Wünschmanns mit ihren kleinen Macken sind absolut liebenswert und man leidet mit ihnen, wenn sie dehydriert durch die Wüste tappen und dabei noch „Life is Life“ singen. Schön fand ich vor allem die Stelle wo Tochter Fee sich versimst und versucht die Liebeserklärung an ihren Freund zu erklären und zurückzunehmen und der schließlich antwortet: "Ich schiebe dich auch".

    Von den Monster - Mensch Begegnungen hätte ich mir noch mehr gewünscht. Rocker-Prügeleien bei McDonalds, Zusammenbrüche in Döner-Buden (wg. Knoblauch) u.ä. wurde dann von immer mehr fiktiven Figuren (Immotep, Dracula) abgelöst und die Abenteuer der Familienmitglieder hat D. Safier zwar mit aktuellem Zeigeschehen gemixt bzw. immer mal wieder bekannten Namen eingeworfen, aber sie erinnerten doch zuweilen eher an ein Kinderbuch oder Comic und waren ziemlich überzogen. Für Leute die auf ernste, realitätsnahe Unterhaltung Wert legen, also eher nicht empfehlenswert. Aber wer sowieso „nicht alle Fledermäuse in der Höhle hat“ wird dieses Buch mögen.