Rezensent im Portrait

Eine Kundin / Ein Kunde aus Sonthofen

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Meine Rezensionen

  • Julia für immer
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    Julia für Immer
    Rezension vom 25.04.2012
    Meine Meinung:
    Von vornherein: Ich habe in einer anderen Rezension gelesen, dass jemand enttäuscht war, keine Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia zu lesen zugekommen und ich muss sagen, wer so etwas erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Ich kann aber nicht ganz nachvollziehen, warum man so etwas erwarten sollte, denn der Klappentext macht doch von Anfang an klar, dass die beiden hier Feinde sind. Romeo ist ganz sicher nicht der selbe Junge, wie der den Shakespeare beschrieben hat. Er hat wirklich nichts edles an sich. Eigentlich ist er nicht einmal sympathisch. Er ist absolut kaputt und am Ende, liebt den Tod, lebt in Leichen und würde seiner ehemaligen Geliebten ohne mit der Wimper zu zucken den Hals umdrehen. Zumindest sieht es oberflächlich so aus. Es ist doch viel komplizierter. Er hat auch Angst vor dem was er geworden ist und Angst vor dem Ende, das ihn erwartet. Egoistische Wünsche, die ihn zwar nicht besser, aber irgendwie doch nachvollziehbarer machen. Julia ist das genaue Gegenteil zu ihm. Sie existiert nur um Gutes zu tun. Versucht die Seelenverwandten zu retten, obwohl sie genau weiß, dass sie niemals selbst glücklich sein wird. Sie hat überhaupt keinen Nutzen an ihrer Situation und ihre Aufenthalte im Jenseits sind die reinste Qual. Trotzdem würde sie nie zu den Söldnern wechseln, obwohl sie die Möglichkeit hätte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich auch so gut wäre. Etwas unrealistisch? Vielleicht, aber auf jeden Fall wunderschön. Ben ist der Erste, der sie an ihrer Situation zweifeln lässt. Der Erste, der ihr einen Grund gibt die Regeln zu brechen, obwohl er nicht für sie bestimmt ist. Es ist ihre Aufgabe ihn und seine Seelenverwandte zusammen zubringen, sonst wird er sterben, oder das Mädchen. Die gesamte Geschichte zu beschreiben ist sehr kompliziert und eigentlich doch ganz einfach. Sie ist romantisch. Unglaublich und zum dahinschmelzen romantisch und doch nicht die Spur kitschig, weil die harte Realität, mit der Julia ständig zu kämpfen hat, immer präsent ist. Egal ob in Form Romeos, der sie am liebsten an seiner Seite und wenn er das schon nicht haben kann: tot, sehen will, in Form der Auren ihrer Schüzlinge, die ihr immer zeigen, das sie zusammen gehören und wenn alles nichts nützt: Ein Blick in den Spiegel. Ariels Körper, nicht ihrer. Ariels Leben, nicht ihres. Der Schreibstil in diesem Buch ist nur ein weiterer Pluspunkt: Schöne Formulierungen, flüssig zu lesen und wandelbar. Das erste Kapitel spielt noch in Verona und ich finde Shakespeares Art zu Schreiben wurde in diesem Kapitel gut adaptiert. (Keine Angst, auch nur im ersten Kapitel. Später ist der Schreibstil so modern, wie es die Zeit zulässt). Das Ende war zwar nicht ganz mein Fall, macht aber neugierig auf den nächsten Band: "Romeo für Immer"
    Ich glaube nach dieser Rezension wird es niemanden mehr wundern, dass ich 5 von 5 Leaves vergebe. Ein wirklich FANTASTISCHES Buch. Ihr müsst es lesen, unbedingt.

  • Ashes 01. Brennendes Herz
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    Ashes
    Rezension vom 22.02.2012
    Ilisa J.Brick hat mich mit ihrem neuen Jugendroman schwer beeindruckt. Bei all den Dystopien, die zur Zeit den Markt überfluten, kann es schnell einmal passieren, das irgendwann alle Bücher gleich wirken. Ashes- Brennendes Herz sticht dagegen heraus. Die Charaktere sind nicht annähernd perfekt. Jeder hat sein Laster zu tragen und selbst zwischen Plünderern, wilden Tieren und Zombies, wirken sie manchmal doch wie ganz normale Jugendliche, die einen Platz zum Leben suchen. Egal ob Ellie mit ihren ständigen Trotzanfällen, Tom mit seinem Kriegstrauma, oder Alex, die die ganze Zeit die Asche ihrer toten Eltern mit sich rum trägt. Die Atmosphäre ist meistens sehr düster. Die Vorstellung von Jugendlichen, die sich wie dir Tiere über andere Menschen hermachen und sie sogar tot BEISSEN, ist einfach schauderhaft. In vielen Szenen läuft die kleine Truppe durch ein Meer aus Leichen und ich musste das Buch oft kurz aus der Hand legen, um mich wieder etwas zu beruhigen. Ich selbst, mag so etwas an Büchern unglaublich gerne und habe schon viele, eher grausame Bücher gelesen, aber dies ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Ich würde das Buch deshalb nur für Leser ab mindestens 14 empfehlen. Es gibt aber auch einige sehr schöne Szenen, die die düstere Stimmung wieder etwas auflockern.

    Einziger Nachtteil: Dieses „Fortsetzung folgt“, ganz am Ende und mitten in einer so spannende Szene grenzt fast schon als Leserquälerei ;) (Obwohl die Tatsache, das es eine Fortsetzung geben wird, ein Jubeln verdient hat)

    Alles in Allem ist „ASHES“ ein ganz und gar gelungenes Buch, bei dem einfach alles stimmt. Vom Cover, der Geschichte, bis zum Buchdeckel passt einfach alles.
    Absolute Kaufempfehlung :)
  • Kyria & Reb
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    Kyria&Reb- Bis ans Ende der Welt
    Rezension vom 22.02.2012
    Meine Meinung:

    „Kyria & Reb“ fällt in den Bereich der Dystopien, ein Genre das den Markt zur Zeit gerade zu Überflutet. Trotzdem sind die Ideen frisch und Innovativ. Die Gesellschaftssituation, in der die Frauen das Sagen haben, fand ich sehr interessant zu lesen. Es ist einfach das komplette Gegenteil unserer Zeit. Auch die Charaktere haben viel Tiefe und zeigen die verschiedensten Facetten ihrer Persönlichkeit. Kyria ist ein sehr sympathisches Mädchen, mit realistischen Wesenszügen und glaubwürdigen Reaktionen. Ihr Leben lang wurde sie in Watte gepackt, musste für nichts wirklich arbeiten und immer übernahmen andere die Entscheidungen für sie. Sie hat einen hohen Sinn für Gerechtigkeit traut sich aber selten zu, sich wirklich selbst dafür einzusetzen. In dem Moment, in dem sie ihr Todesurteil erhält, beschließt sie ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen.
    Das Lager der Ausgestoßenen ist vollkommen anders, als alles, dass sie jemals zu Gesicht bekommen hatte. Es ist dunkel, unhygienisch und die Männer interessiert es einen Dreck, dass die Frauen eigentlich das Sagen haben sollten. Das sind nichts als Tatsachen und Kyria erkennt und missbillig diese auch, ohne irgendetwas zu beschönigen. Sie sieht die Welt nicht plötzlich durch eine rosarote „Ist die Freiheit nicht toll?“ Brille, sondern findet sich nur machtlos damit ab.
    Ihre Entscheidung zu fliehen bereut sie trotzdem nie. Reb ist ein Wildfang. Respektlos nennt er alle Mädchen die er trifft „Princess“, nur um sich die Namen nicht merken zu müssen.
    Er hat in seiner Kindheit viel durchgemacht und braucht seine Zeit um Fremden zu vertrauen.
    Er empfindet Kyria schnell als eine Belastung, treibt sie unbarmherzig an und hat für ihre Nörgeleien nur ein Augenrollen übrig. Trotzdem hilft er ihr und lässt sie nie im Stich.
    Ich finde die Geschichte und die Beziehung der beiden zu einander, deswegen so toll, weil sie sich nicht einfach in einander verlieben. Für Liebe auf den ersten Blick haben sie beide recht wenig übrig. Ihre Liebe ist ein Prozess, der sich erst noch entwickeln muss. Langsam und realistisch, wie im echten Leben eben auch. Zu bemängeln habe ich kaum etwas, nur wird Rebs Verhalten an manchen Stellen doch etwas lästig, aber so ist er einfach. Ich vergebe volle 5 von 5 Sterne und kann die Fortsetzung jetzt schon kaum erwarten.