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Eine Bilanz. Erstausgabe aus dem Nachlaß

von Thomas Bernhard

Buch

gebunden (139 Seiten)

2. Auflage

Sprache: Deutsch

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Nach Thomas Bernhard kann die Kunst der Übertreibung auch die Form der Untertreibung annehmen. In Sinne einer solchen Untertreibung muß die Publikation von "Meine Preise" als Sensation gelten: Zum 20. Todestag im Februar 2009 wird diese Prosaarbeit erstmals veröffentlicht. Bernhard hat sie 1980 fertiggestellt, zu Lebzeiten aber nie publiziert. Der Text gliedert sich in neun Kapitel und einen Anhang. Zornig Rückschau haltend, zieht Bernhard darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung seiner Literaturpreise jeweils entwickelte. Ob Bremer Literaturpreis, ob Staatspreis für Roman, ob Grillparzer-Preis, ob Georg-Büchner-Preis: Als Auslöser von Skandalen dienten sie dem Geehrten allemal. Für den Autor sind die mit den Preisen verbundenen Geldbeträge aber auch ein Anlaß, sich in Abenteuer zu stürzen.
Auf die gesamte Menschheit schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd entwirft Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. Diese Selbstdarstellung setzt da ein, wo die bisher in Buchform erschienene Autobiographie endet - bei seiner frühen Anerkennung nach dem ersten Roman - , und schließt mit dem Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Diese bisher unveröffentlichte komödiantische Prosa zeigt Bernhard auf dem allerhöchsten Stand seiner Kunst: Schimpfend, staunend, verfluchend-verlachend hadert Thomas Bernhard mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin.

Produktdetails

ISBN-10: 3-518-42055-0
EAN: 9783518420553
Erschienen: 17.02.2009
Verlag: Suhrkamp Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. Auflage
Seitenzahl: 139
Gewicht: 268 g
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Thomas Bernhard

Born in 1931, the illegitimate child of an abandoned mother, Thomas Bernhard was brought up by an eccentric grandmother and an adored grandfather. Tormented as a young student in rightwing, Catholic Austria, Bernhard ran away from home aged fifteen. At eighteen, he contracted pneumonia. Placed in a hospital ward for the old and terminally ill, he observed with unflinching acuity protracted suffering and death. From the age of 21, everything he wrote was shaped by the urgency of a dying man's testament - his witness, the quintessence of his life and knowledge - and where this account of his life ends, his art begins.

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Kundenrezensionen

  • Zum 80er von Thomas Bernhard I: der Dichter als grantelnder Preiseempfänger Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Mag. Valentin Robert Lorenzi, am 09.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein besonderes literarisches Ereignis ist bereits im Jahr 2009 in Bernhards Frankfurter Stammverlag erschienen - eine repräsentative Textzusammenstellung von des Dichters Auseinandersetzungen mit den von ihm enpfangenen Preisen. Im Falle des ansprechenden, grünen Büchleins reicht die Textauswahl von der Überreichung des Grillparzer-Preises (1972), über die Verleihung des Literaturpreises der Freien Hansestadt Bremen (1962) bis hin zum (kleinen) österreichischen Staatspreis (1967). Ergänzt wird der Band durch ein paar kurze Texte, Ansprachen, die der Schriftsteller bei ebendiesen Verleihungen gehalten hat. Zudem eine editorische Notiz des Herausgebers bzw. Lektors Raimund Fellinger, die kursorisch die Entstehungszeit von "Meine Preise" sowie den Befund dieses Nachlassteiles erörtert. Und die Texte, die hier versammelt sind, lassen die Herzen der Bernhard-Fans ganz sicher höher schlagen - nachgerade "klassisch" beschreibt der Dichter seine Erregungen und wutigen Ausbrüche, die ihn ob der oft stümperhaften Preiszeremonien regelrecht übermannen und die Zornesröte ins Gesicht treibt. Es ist die Nach-Rede von während der Reden eingeschlafenen Ministern ("das leise Ministerschnarchen"), geschmacklosen Urkunden und (besonders dreist!) Preisen ohne Preisgeld ("..eine gemeine Unverschämtheit..."). Wenigstens wird nach den Preisverleihungen anständig und reichlich gegessen und getrunken - na immerhin! Ich garantiere Ihnen mit der Anschaffung dieses Bandes oftmaliges, herzhaftes Lachen und selbstverständlich Welt-Literatur auf allerhöchstem Niveau.

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  • Thomas Bernhard - der genialste Grantler von allen ! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Andreas Hack, am 17.11.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Zum zwanzigsten Todestag Thomas Bernhards wurde mit "Meine Preise" ein Werk aus seinem Nachlass veröffentlicht. Bernhard berichtet darin in kurzen Abschnitten über seine Erfahrungen mit Literaturpreisen. Jeder Preis, den Thomas Bernhard in seinem Leben bekam, hatte seine Geschichte, und die war mal tragisch, mal komisch, mal beides.
    Ich habe "Meine Preise" mit uneingeschränktem Genuss gelesen, denn dieses Buch zeugt nicht nur von Bernhards Sprachkraft, sondern auch von seinem untrüglichen Instinkt für abgründige Details und groteske Situationen. Meiner Meinung nach ist dieses Buch schön boshaft - ohne plump ausfallend zu werden -, ironisch, selbstironisch und unwiderstehlich. Leider war ich durch den geringen Umfang des Buches und durch das außerordentliche Lesevergnügen schon bald auf der letzten Seite angelangt.

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  • Bernhard'scher Furor - auch sehr komisch! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martin Bär, am 24.03.2009

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    Aus dem Nachlass ist ein neues Buch von Thomas Bernhard erschienen: „Meine Preise“ ist eine Sammlung von neun Prosastücken über die Verleihungen von verschiedenen Literaturpreisen, meist für „Frost“. Darin wütet Bernhard mit bekanntem Furor: „Der Staat überschüttet seine arbeitenden Bürger mit Ehren und überschüttet sie in Wirklichkeit mit Perversitäten und Gemeinheiten, sagte ich.“ Er schildert die Preisverleihungen als skurrile Aufführungen, wie aus einem seiner Stücke entsprungen. Da wird Bernhard erst nicht erkannt, gibt sich auch nicht zu erkennen und amüsiert sich dann über die Hektik, die ausbricht, als der Preisträger dann gesucht wird. Eine Ministerin schläft während des Festakts ein (Grillparzerpreis), ein anderer stürmt bei der berühmt gewordenen Bernhard’schen Dankesrede zum österreichischen Staatspreis („es ist nichts zu loben, nichts zu verdammen, nichts anzuklagen, aber es ist vieles lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt.“) wutentbrannt aus dem Saal. Bei aller Abscheu nimmt er aber doch die Preise entgegen, weil er das damit verbundene Geld gut gebrauchen kann. Er konnte damit einen Teil seines Hauses in Natal anzahlen, die Szene, in der er mit dem Immobilienhändler und seiner Tante das desolate Haus besichtigt, ist wirklich komisch!
    Für alle Bernhard-Fans ein unbedingtes Muss, und für alle anderen ein komisch-kurios-furioser Lesegenuss.

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  • Der "Nestbeschmutzer" als Literaturpreisverächter Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Susanne Zimmer, am 21.03.2009

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    20 Jahre nach dem Tod Thomas Bernhards präsentiert nun der Verlag Suhrkamp die Prosaarbeit "Meine Preise" aus dem Nachlass des österreichischen Schriftstellers. Dem Leser wird ein Einblick in das Leben der unangepassten Schriftstellerpersönlichkeit gewährt. Der Fokus in diesem Werk liegt auf Bernhards Berichten der Preisverleihungszeremonien, im Zuge derer er für sein literarisches Schaffen ausgezeichnet wurde.
    Der Literaturpreisverächter sah in seinen "Preisen" jedoch keinen emotionalen Wert, er schätzte oder vielmehr akzeptierte die Ehrungen allenfalls aufgrund der damit verbundenen Geldbeträge.
    Typisch für Thomas Bernhard, der sich selbst als "Geschichtenzerstörer" bezeichnete, ist sein unverwechselbarer literarischer Stil und die schonungslos direkte Sprache, die in dem Erzählband ebenfalls zur Geltung kommen. Bernhard verachtete alle Auszeichnungen, wie man ihn als "enfant terrible" der österreichischen Literatur verachtete. Der "Nestbeschmutzer", von einer Hassliebe zu Österreich geprägt, provozierte und polarisierte.
    Im Anhang nachzulesen sind die Reden Bernhards, aufgrund derer er von einer Wiener Zeitung als "Wanze, die man vertilgen müsse" bezeichnet wurde.
    Beißend, selbstironisch und voller (Selbst)Hass brilliert Bernhard in dieser Sammlung.

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