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von Marcus Recht
EAN: 9783593410784
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Aktuell befindet sich der Vampir-Boom - insbesondere unter Jugendlichen -
auf einem Höhepunkt. Marcus Recht untersucht, wie in der populären TV Serie »Buffy« Geschlecht bei den männlichen Vampir-
Charakteren visuell dar- und hergestellt wird. Sein Resultat: Die Inszenierung klassischer Männlichkeit wird durch visuelle Strategien gebrochen. Innerhalb der TV-Serie eröffnen sich damit alternative Formen von Geschlecht und Sexualität.
Dr. Marcus Recht hat eine Vertretungsprofessur für Kunstdidaktik am Institut für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen und ist Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
| ISBN-10: | 3-593-41078-8 |
|---|---|
| EAN: | 9783593410784 |
| Erschienen: | 12.09.2011 |
| Verlag: | Campus Verlag GmbH |
| Einband: | |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 343 |
| Erschienen bei: | Campus Verlag GmbH |
| Spieldauer: | 24331 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Ausstattung: | 100 Abbildungen |
| Medium: |
Marcus Recht, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich "Neue Medien" am Institut für Kunstpädagogik der Universität Frankfurt am Main.
VI Fazit: geschlechtlich codierte Visualisierungen von Männlichkeiten (S. 295-296)
Die hier vorgelegte Arbeit hat sich die Erforschung der geschlechtlichen Repräsentation von männlichen Vampir-Charakteren in den Fernsehserien »Buffy – the Vampire Slayer« und »Angel« zur Aufgabe gesetzt. Dabei wurde deutlich, dass in diesen beiden Serien des »Buffy-Universums« die auf den ersten Blick sehr männlich auftretenden Vampir-Figuren Angel und Spike zeitweise deutlich geschlechtsuntypisch »gegendert« wurden.
Ein notwendiger Grund, dieses Thema zu bearbeiten, ergibt sich aus einem Forschungsdefizit im Feld der medialen Männlichkeitsdarstellungen, das sich besonders im deutschsprachigen Raum ausmachen lässt. Für die Untersuchung dieser Thematik wurde eine Fernsehserie gewählt, da sie auf dem Markt nur dann existieren kann, wenn sie als popkulturelles Produkt konsumierbar ist und von einer Vielzahl von Menschen rezipiert wird. Dadurch erweist sie sich als anschlussfähig an aktuelle Realitätsentwürfe und wirkt darüber auf eine große Anzahl von Zuschauern/Zuschauerinnen und deren Vorstellung von Geschlecht ein. Sie ist somit zugleich Rollenmodell wie auch Spiegel der Gesellschaft.
Als eine weitere Prämisse dieser Arbeit wurde herausgearbeitet, wie in westlichen Gesellschaften Bilder hauptsächlich aufgrund ihres Unterhaltungswertes geschätzt werden, wodurch ihre Wirkmächtigkeit und das ihnen innewohnende Informationspotential massiv unterschätzt werden. Aus diesem Grund wurde die Orientierung dieser Arbeit auf eine primär visuelle Erforschung des Phänomens ausgerichtet. Fälschlicherweise wird immer noch überwiegend davon ausgegangen, dass Bilder leicht verstanden werden.
Hier zeigt sich, dass in unserer Gesellschaft bevorzugt Techniken zum Umgang mit dem sprachlichen System vermittelt werden, jedoch die Fähigkeit, die Information eines Bildes zu interpretieren absolut vernachlässigt wird. Diese Prämisse – für die Herangehensweise in dieser Arbeit entscheidend – erlaubt, die der visuellen Ebene innewohnende Komplexität zu rekonstruieren, und zwar ausgehend von den ins Zentrum gerückten Bildern selbst. Des Weiteren wurde die Unterschiedlichkeit vom Bild, für das der Zustand der Informations-Gleichzeitigkeit festgestellt wurde, vom linearen Text abgegrenzt.
Infolgedessen wurden für die Untersuchung der Fernsehserie »Buffy« eigenständige Methoden entwickelt, die zum Beispiel das Verwenden von Episoden-Guides als textuelle Grundlage ablehnten. Das mehrmalige Sichten nach einer neuen für TV-Serien erarbeiteten Methode, brachte auffällige phänomenologische Muster und Symmetrien in Form eines Bild-Archivs zum Vorschein, welche die Gender-Systematik und Thematisierung von Kleidung, Inszenierung, Körper und Blick zwingend notwendig machten.
Dabei wurde zunächst erwartet, dass Abweichungen von einer klassischen Geschlechterordnung in einem populären und »konservativen« Medium wie einer TV-Soap nur sehr schwer zu verwirklichen sind. Die umfangreichen wissenschaftlichen Quellen zu den untersuchten Serien, die bearbeitet wurden und von denen sich eine große Anzahl mit männlichen Charakteren auseinandersetzten, stellten tatsächlich Abweichungen von einer klassischen geschlechtlichen Repräsentation fest, jedoch stets ausgehend von Dialogen oder Handlungen.