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Ein gigantisches Sternenreich, das sich in inneren Konflikten aufreibt und zu verfallen droht. Eine außerirdische Zivilisation, die einen geheimnisvollen Plan verfolgt. Und eine junge Raumschiffpilotin, die auf einem abgelegenen Planeten das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte zu lösen versucht. Erfolgreiche Science-Fiction aus Deutschland - nach Andreas Eschbachs "Quest" und H. D. Kleins "Phainomenon" legt Andreas Brandhorst eine Space Opera vor, die den Vergleich mit den großen amerikanischen Vorbildern nicht zu scheuen braucht!
| Verkaufsrang: | 8.199 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-641-06284-5 |
| EAN: | 9783641062842 |
| Erschienen: | 23.03.2011 |
| Verlag: | Heyne |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 592 |
| Erschienen bei: | Heyne |
| Spieldauer: | 726 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Andreas Brandhorst, 1956 im norddeutschen Sielhorst geboren, schrieb bereits in jungen Jahren phantastische Erzählungen für deutsche Verlage. Es folgten zahlreiche Heftromane - unter anderem für die legendäre Terranauten-Serie - sowie Fantasy- und Science-Fiction-Taschenbücher. Im Kantaki-Zyklus, zu dem "Feuerstürme" gehört, sind bereits die Romane "Diamant", "Der Metamorph" sowie "Der Zeitkrieg" erschienen. Andreas Brandhorst lebt als freier Autor und Übersetzer in Norditalien.
4 Tintiran August 300 SN · linear (S. 51-52)
»Meiner Ansicht nach war Horan einer der wichtigsten Philosophen der letzten Jahrhunderte«, sagte Valdorian und folgte Lidia durch einen langen Gang der riesigen Bibliothek. Hier lagerte alles, was mit Informationen zu tun hatte: echte Bücher ebenso wie pseudoreale, außerdem Speichermodule aller Arten, Datenbanken zu jedem denkbaren Wissensgebiet. Wenn dieser riesige Saal mit einer Stimme ausgestattet gewesen wäre, so hätte er Wissen geflüstert.
Er gehörte zur Akademie der Wissenschaften und schönen Künste von Tintiran, einem der besten Bildungsinstitute im von Menschen besiedelten All, war mehr als fünfhundert Meter lang und fast zweihundert breit. »Ist, Dorian, ist«, erwiderte Lidia. Sie ging vor ihm, und er konnte seinen Blick nicht von ihr lösen. Die junge Frau trug eine einfache rote Bluse und einen schlichten schwarzen Rock, aber irgendwie gelang es dieser schmucklosen Kleidung, ihre Schönheit zu betonen. Das lockige schwarze Haar reichte ihr bis auf die Schultern und wogte, als sie ging, dem Wegweiser vor ihr folgte.
»Er lebt noch. Haben Sie viel von ihm gelesen, Dorian?« Er hörte vor allem den melodischen Klang ihrer Stimme und musste sich konzentrieren, um die Worte zu verstehen und ihre Bedeutung zu erfassen. »Ziemlich ... viel«, sagte er, während sein Blick über ihren verlängerten Rücken glitt, den Rundungen folgte, die sich unter dem Rock abzeichneten, dann über die wohlgeformten Beine wanderte. Perfekt, dachte er. Sie ist perfekt. »Von Entscheidung und Lebenswegen und so weiter. Alles sehr tiefsinnig.«
Er stellte sie sich im Bett vor, in seinen Armen, achtete kaum auf die Umgebung. Sie befanden sich in der zweiten von insgesamt sieben Etagen und näherten sich der archäologischen Sektion, wenn er die Zeichen richtig deutete – hier befanden sich weniger Studenten. Lidia blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Der vor ihr schwebende Wegweiser verharrte und blinkte geduldig. »Grün ist die Farbe des Universums«, sagte sie. »Blau trinkt den Sinn aus aller Hoffnung, während Rot den Himmel der Seele färbt.«
»Wie bitte?« »Horan in Die Farben der Welt«, sagte Lidia in einem gespielt dozierenden Tonfall. »Er hat seine lichten und dunklen Momente. Manche Leute halten ihn für verrückt, andere für einen rhetorisch geschickten Scharlatan. Ich finde ihn wunderbar. Genie und Wahnsinn liegen eben dicht beieinander.
« Sie schmunzelte. »Sie sollten ihn wirklich einmal lesen und ihn nicht nur benutzen, um zu versuchen, eine Brücke zwischen uns zu bauen.« »Ich ...« Valdorian spürte, wie er errötete, und plötzlich kam er sich vor wie ein pubertärer Jugendlicher. Lieber Himmel, ich bin siebenundzwanzig!