Leichenraub
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Leichenraub

Roman

von Tess Gerritsen

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Weitere Artikelinformationen

Im Anfang war der Tod ...
Julia Hamill gräbt gerade den Garten ihres kürzlich erworbenen Hauses um, als sie einen grausigen Fund macht: den skelettierten Schädel eines Menschen. Mit den Mitteln der modernen Gerichtsmedizin kann Dr. Maura Isles die harten Fakten schnell bestimmen: Die Leiche ist knapp zweihundert Jahre alt - eine Frau, die ganz offensichtlich einem Mord zum Opfer fiel. Doch wer ist die unbekannte Tote? Und wer hat sie im Garten des alten Hauses verscharrt? Diese Fragen lassen Julia Hamill keine Ruhe, und sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Eine alte Kassette voller Dokumente führt sie dabei in die Vergangenheit Bostons - zu den ersten Versuchen, mithilfe von Forensik, Pathologie und Autopsien einen Kriminalfall zu lösen. Und zu dem Medizinstudenten Norris Marshall, der hofft, einen gefährlichen Frauenmörder zu stellen - und, vom Ehrgeiz verblendet, seine einzige Zeugin in höchste Gefahr bringt ...

Produktdetails

Verkaufsrang: 1.296
ISBN-10: 3-641-02687-3
EAN: 9783641026875
Originaltitel: The Bone Garden
Erschienen: 27.07.2009
Verlag: Limes Verlag
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 448
Übersetzer: Andreas Jäger
Erschienen bei: Limes Verlag
Übersetzt von: Andreas Jäger
Spieldauer: 447 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Tess Gerritsen

Mit ihrem ersten medizinischen Thriller "Kalte Herzen" gelang der US-amerikanischen Schriftstellerin Tess Gerritsen 1996 der Durchbruch in die Bestsellerlisten. Am 12.Juni 1953 in San Diego, Kalifornien geboren und aufgewachsen, legte sie 1979 ihr Examen an der Universität von Californien in Medizin ab. Fortan arbeitete die spätere Autorin als Internistin in Honolulu. Erst während ihres Mutterschaftsurlaubs begann Tess Gerritsen sich mehr dem Schreiben zu widmen.
Ihre Karriere startete damals aufgrund eines Wettbewerbes in einer Tageszeitung, den sie gewann. Heute ist Tess Gerritsen als erfolgreiche Krimiautorin bekannt und übt nicht mehr den Beruf als Ärztin aus. Ihre exakte Wiedergabe wissenschaftlicher Fakten und die daraus hervorgehende Realitätsnähe, schöpft sie beim Schreiben aus ihrem fundierten medizinischen Fachwissen. Nach ihrem ersten Romantik Thriller "Anruf nach Mitternacht" 1987 folgten noch acht Romane und weitere Drehbücher. Aber als Tess Gerritsen sich entschloss mit "Kalte Herzen" einen reinen Medizinthriller zu schreiben, der durch den Einfluss eines Freundes entstand, der ihr seine Geschichte erzählte, schaffte sie den Sprung auf die Bestsellerliste der New York Times. Der Erfolg dieses Romans zeigte sich zudem auch in dem Verkauf der Filmrechte an Paramount/Dreamworks und der Übersetzung in über zwanzig Sprachen.
Um in ihrer Freizeit einen Ausgleich zu ihrem Beruf zu finden, vergnügt sich Tess Gerritsen gerne mit Gartenarbeit oder Musik. Dies genießt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Camden, Maine.

Meinung der Redaktion
Spannung hat viele Gesichter. Es kann sogar so spannend sein, dass man sich bei Lesen vergewissert, ob alle Türen und Fenster ordnungsgemäß geschlossen sind. Nichts für schwache Nerven, trotz geschlossener Fenster.

Werke von Tess Gerritsen
Die Rizzoli & Isles - Thriller
2001 Die Chirurgin - The Surgeon
2002 Der Meister - The Apprentice
2003 Todsünde - The Sinner
2004 Schwesternmord - Body Double
2005 Scheintot - Vanish
2006 Blutmale - The Mephisto Club
2008 Grabkammer - The Keepsake / Keeping the Dead
2010 Totengrund - Killing Place / Ice Cold
2011 Grabesstille - The Silent Girl

Weitere Titel der Autorin
1994 Gute Nacht, Peggy Sue - Peggy Sue got murdered
1996 Kalte Herzen - Harvest
1997 Roter Engel - Life Support
1998 Trügerische Ruhe - Bloodstream
1999 In der Schwebe - Gravity
2007 Leichenraub - The Bone Garden

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Kundenrezensionen

  • Mord von Damals... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Marion Olßon, am 04.04.2013

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Diesmal eine etwas andere Tess Gerritsen, denn wer ein en knallharten Rizzoli und Isles Thriller erwartet hat, wird enttäuscht sein. Nichts desto trotz hat die Autorin einen ganz spannenden Historien-Krimi geschrieben, der sich nicht zu verstecken braucht. Eine packende Geschichte, viel Crime und Medizinwissen aus dem letzten Jahrhundert runden die Story ab. Auch ohne viel altbekannte Protagonisten einfach nur lesenswert und super gut! Denn der „Sensenmann“ spielt seine Hauptrolle perfekt!

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  • Einfach Super Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Katharina, am 12.09.2012

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es fängt mit einem Skelett im Garten in der Gegenwart an, und man landet in einer medizinischen Geschichte im Jahr 1830.
    Super geschrieben! Da es so spannend und mitreisend war, konnte ich nicht aufhören lesen, so dass ich es in wenigen Tagen gelesen habe.
    Nur zu empfehlen!

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  • Leichenraub Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kati Wascher, am 24.09.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eines gleich vorweg: Wer einen typischen Isles/ Rizzoli-Krimi erwartet, der wird enttäuscht werden. Aber: Wer Lust auf ein wenig Medizingeschichte des 19. Jahrhunderts kombiniert mit einem super spannenden Kriminallfall hat, der ist hier goldrichtig. Durchweg gelungene Charaktere und eine überraschende Auflösung des Falls machen dieses Buch zu einer sehr empfehlenswerten Lektüre. Ein gelungener Abstecher in die Welt des historischen Krimis!

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  • Geschichte der Medizin mit einer Prise Serienmord! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 10.12.2010

    5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Julia Hamill möchte nach ihrer Scheidung ihr Leben mit dem Kauf eines Hauses neu ordnen.
    Sogleich macht sie sich daran, den Garten umzugraben. Als sie dabei auf einen Totenkopf stößt, der nach eingehender Untersuchung etwa 200 Jahre alt ist, lässt ihr das Schicksal der in ihrem Garten begrabenen Person keine Ruhe mehr. Und genau darum dreht sich die folgende Geschichte…
    Boston im Jahr 1830. Das Kindbettfieber rafft viel zu viele Frauen dahin, darunter auch die Schwester von Rose. Die erst kürzlich in die USA eingewanderte Irin verspricht an deren Totenbett für ihr Kind zu sorgen. Nicht die einfachste Aufgabe, wie sich bald herausstellt!
    Tess Gerritsen legt einen hervorragenden historischen Krimi vor, der viele spannende Themen behandelt: die Geschichte der Medizin/Autopsie, Einwandererproblematik und die Angst vor einem Serienmörder, der auf grausame Art tötet. Sowohl Rose als auch der ihr zur Seite stehende Medizinstudenten Norris Marshall stehen unter Verdacht! Verständlich, dass sie höchstes Interesse haben, den Täter zu enttarnen.

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  • Spannende Mischung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Manuela Thiel, am 31.10.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In Ihrem neuen Roman vereint Tess Gerritsen Gegenwartshandlungen, Medizingeschichte und Ereignisse um die Zeit von 1830 bzw. 1888. Die sonst so tatkräftigen Hauptfiguren Detective Jane Rizzoli und Pathologin Maura Isles kommen diesmal nicht bzw. nur kurz vor. "Leichenraub" ist trotzdem sehr spannend und überrascht immer wieder durch seine Wendungen. Einfach ein hervorragender historischer Thriller.

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  • Historische Tess Gerritsen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anke Schnöpel, am 21.10.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    „Leichenraub“ ist kein typischer Tess Gerritsen Thriller, aber macht das etwas? Nein. Er spielt die meiste Zeit in der Vergangenheit,
    ist aber dennoch so flüssig, spannend und ausführlich geschrieben, wie man es von Tess Gerritsen gewohnt ist.
    Ich finde es toll und mutig, dass sich die Autorin in eine andere Richtung gewagt hat und meiner Meinung nach ist es ihr gelungen, einen spannenden und lesenswerten, historischen Krimi zu schreiben, der sowohl für Tess Gerristsen Fans, als auch für Fans historischer Krimis geeignet ist.

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20. März 1888
Liebste Margaret,
ich danke Dir für Deine freundlichen Zeilen, in denen Du mir so aufrichtig Dein Beileid zum Tod meiner geliebten Amelia aussprichst. Dieser Winter ist eine sehr schwere Zeit für mich gewesen - bringt doch, wie es scheint, jeder Monat Nachricht vom Hinscheiden eines weiteren alten Freundes, dahingerafft von Krankheit und Altersschwäche. Nun muss ich mit tiefer Schwermut auf die rasch dahinschwindenden Jahre blicken, die mir noch verbleiben.
Mir ist klar geworden, dass dies vielleicht meine letzte Gelegenheit ist, auf ein schwieriges Thema zu sprechen zu kommen, das ich schon längst hätte anschneiden sollen. Ich habe immer gezögert, es zu erwähnen, da ich wusste, dass Deine Tante es für das Klügste hielt, es Dir vorzuenthalten. Glaube mir, sie hat es allein aus Liebe getan, weil sie Dich schützen wollte. Aber ich kenne Dich seit Deiner frühesten Kindheit, liebe Margaret, und habe Dich zu der furchtlosen Frau heranwachsen sehen, die Du heute bist. Ich weiß, dass Du fest an die Macht der Wahrheit glaubst. Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass es auch Dein Wunsch ist, diese Geschichte zu hören, sosehr sie Dich auch erschüttern mag.
Achtundfünfzig Jahre sind seit jenen Ereignissen vergangen. Du warst damals noch sehr klein und dürftest keine Erinnerung daran haben. Ich selbst hatte sie fast schon vergessen. Aber dann stieß ich vergangenen Mittwoch auf einen alten Zeitungsausschnitt, der all die Jahre zwischen den Seiten meiner alten Ausgabe von Wistars Anatomie gesteckt hatte, und mir wurde bewusst, dass die Tatsachen höchstwahrscheinlich mit mir untergehen werden, wenn ich nicht bald davon erzähle. Nach dem Tod Deiner Tante bin ich der letzte Verbliebene, der die Geschichte noch kennt. Alle anderen sind nicht mehr.
Ich muss Dich warnen: Die Einzelheiten sind alles andere als erfreulich. Aber es ist auch eine Geschichte von edler Seelengröße und bewegender Tapferkeit. Du hättest vielleicht nicht gedacht, dass Deine Tante diese Eigenschaften besaß. Zweifellos schien sie nicht außergewöhnlicher als irgendeine grauhaarige alte Dame, der man auf der Straße begegnet. Doch ich versichere Dir, Margaret, sie verdiente unseren höchsten Respekt.
Vielleicht mehr als irgendeine Frau, die ich je gekannt habe.
Jetzt ist es spät geworden, und nach Einbruch der Dunkelheit kann ein alter Mann die Augen nicht mehr so lange offen halten. Fürs Erste lege ich Dir den Zeitungsausschnitt bei, den ich bereits erwähnte. Falls Du nichts weiter von der Sache zu hören wünschst, so lass es mich wissen, und ich werde das Thema nie wieder ansprechen. Aber wenn Dich die Geschichte Deiner Eltern ernsthaft interessiert, dann werde ich bei nächster Gelegenheit wieder zur Feder greifen. Und Du wirst die Geschichte - die wahre Geschichte - von Deiner Tante und dem West End Reaper erfahren.
Es grüßt Dich recht herzlich Dein O.W.H.
Gegenwart
So also endet eine Ehe, dachte Julia Hamill, während sie die Schaufel in die Erde stieß. Nicht mit zärtlich geflüsterten Abschiedsworten, nicht mit dem liebevollen Druck einer arthritischen Hand irgendwann in vierzig Jahren, nicht mit einer Schar trauernder Kinder und Enkelkinder, die sich um ihr Krankenhausbett versammeln. Sie hob eine Schaufel voll Erde heraus und warf sie zur Seite. Kleine Steinchen fielen rasselnd auf den stetig anwachsenden Hügel. Alles nur Lehm und Steine, für nichts zu gebrauchen außer vielleicht für Brombeersträucher. Unfruchtbarer Boden - wie ihre Ehe, aus der nichts Bleibendes hervorgegangen war, nichts, was sich zu bewahren lohnte.
Sie trat auf die Schaufel und hörte einen hellen, metallischen Klang, während ihr die Erschütterung bis ins Rückgrat fuhr. Wieder war das Blatt auf einen Stein gestoßen, einen großen, wie es sich anhörte. Julia setzte neu an, doch aus welchem Winkel sie den Stein auch anging, es wollte ihr nicht gelingen, ihn zu lockern. Frustriert und schwitzend stand sie in der brennenden Sonne und starrte in das Loch hinab. Den ganzen Vormittag hatte sie gearbeitet wie eine Besessene, und unter ihren Lederhandschuhen platzten schon die Blasen auf. Beim Graben hatte sie eine Wolke von Stechmücken aufgescheucht, die sirrend ihr Gesicht umschwärmten und sich in ihren Haaren verfingen.
Es führte kein Weg daran vorbei: Wenn sie auf diesem Grundstück etwas anpflanzen wollte, wenn sie diese von Unkraut überwucherte Wiese in einen Garten verwandeln wollte, musste sie da einfach durch. Und dieser Stein war ihr im Weg.
Plötzlich schien ihr das ganze Unterfangen zum Scheitern verurteilt, mehrere Nummern zu groß für ihre armseligen Anstrengungen. Sie ließ die Schaufel fallen und sank zu Boden, landete unsanft mit dem Po auf dem steinigen Erdhaufen. Wie war sie überhaupt auf die Idee gekommen, sie könnte diesen Garten wieder herrichten, dieses Haus retten? Über das wuchernde Unkraut hinweg starrte sie auf die windschiefe Veranda, die verwitterten Holzschindeln. Julias Schnapsidee - so sollte sie das Ganze nennen. Gekauft zu einem Zeitpunkt, als sie nicht bei klarem Verstand gewesen, als ihr ganzes Leben in Stücke gegangen war. Warum nicht noch mehr Ballast an Bord des sinkenden Schiffs nehmen? Es sollte ein Trostpreis sein dafür, dass sie die Scheidung überlebt hatte. Mit achtunddreißig würde Julia endlich ein Haus haben, das ihr gehörte, ein Haus mit einer Vergangenheit, mit einer Seele. Als sie das erste Mal mit der Maklerin durch die Räume gegangen war und die handgeschnitzten Deckenbalken gesehen hatte, als sie durch einen Riss in den zahlreichen Schichten, die seither dazugekommen waren, ein Stückchen der alten Tapete erspäht hatte, da hatte sie gewusst, dass dieses Haus etwas Besonderes war. Und es hatte nach ihr gerufen, sie um Hilfe angefleht.
'Die Lage ist unschlagbar', hatte die Maklerin gesagt. 'Und Sie bekommen fast viertausend Quadratmeter Grund dazu; so was finden Sie heute kaum noch, so nahe bei Boston.'
'Und warum ist es dann immer noch auf dem Markt?', hatte Julia gefragt.
'Sie sehen ja, in was für einem schlechten Zustand es ist. Als wir es in unsere Kartei aufgenommen haben, war hier alles bis unter die Decke zugestellt mit Kisten und Kartons voller Bücher und alter Papiere. Die Erben haben einen Monat gebraucht, um alles rauszuschaffen. Wie Sie sehen, muss es von Grund auf renoviert werden, bis auf das Fundament.'

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