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von József Tóth, Josef Hollerrieder, Péter T. Sótonyi
EAN: 9783794526383
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Mehr als nur Augenwischerei ... Veränderungen oder Verletzungen am Auge sicher erkennen und behandeln - für den Pferdepraktiker setzt dies ein umfassendes ophthalmologisches Know-how voraus.
Profitieren kann der Leser dieses Werkes von dem großen Erfahrungsschatz der fachkundigen Autoren, die Tierärzten einen wertvollen Leitfaden für die tägliche Arbeit in der Pferdepraxis bieten. Die gesamte Bandbreite der Augenheilkunde wird übersichtlich aufgearbeitet: Anatomische Grundlagen, alle wichtigen pathologischen Veränderungen der Augenabschnitte, moderne Untersuchungstechniken sowie spezielle diagnostische und therapeutische Verfahren einschließlich der Chirurgie sind in klarer, einfacher Sprache dargestellt und mit zahlreichen Abbildungen eindrucksvoll illustriert. Das unentbehrliche Nachschlagewerk sowohl für Einsteiger in die veterinärmedizinische Ophthalmologie als auch für Spezialisten - mit diesem Wissen sind Sie für Praxis und Klinik bestens gerüstet.
| ISBN-10: | 3-7945-2638-4 |
|---|---|
| EAN: | 9783794526383 |
| Erschienen: | 01.01.2010 |
| Verlag: | Schattauer GmbH, Verlag für Medizin und Naturwissenschaften |
| Einband: | |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 305 |
| Erschienen bei: | Schattauer GmbH, Verlag für Medizin und Naturwissenschaften |
| Spieldauer: | 41736 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: |
17 Anästhesie (S. 237-238)
Die Betreuung ophthalmologischer Patienten zeigt aus anästhesiologischer Sicht in bestimmten Punkten Besonderheiten. Zunächst stellt sich die grundsätzliche Frage, ob ein Eingriff in Allgemeinnarkose erfolgen muss oder unter Lokalanästhesie durchgeführt werden kann. Bei vielen kürzeren Eingriffen stehen Lokal- und Allgemeinanästhesie alternativ zur Verfügung, wobei die Tendenz eher zu den örtlichen Betäubungsverfahren geht (s. Kap. 18, S. 243). Durch Anwendung und Kombination verschiedener Lokalanästhesieverfahren können am Auge geeignete Operationsbedingungen hergestellt werden:
■ Oberflächenanästhesie: Durch eine Oberflächenanästhesie kann eine Analgesie der Kornea und Konjunktiva hergestellt werden. Sie reduziert zugleich störende reflektorische Bewegungen. Das Anästhetikum (Oxybuprocain) wird dazu mehrmals hintereinander auf die Kornea und in den Bindehautsack getropft. Verwendung findet diese Tropfanästhesie bei diagnostischen Eingriffen, Fremdkörperextraktionen, Fadenentfernungen usw.
Am Auge können die Lokalanästhetika bei wiederholter Anwendung epithelschädigend wirken. Zwischen den Anwendungen sollte ein Abstand von drei bis vier Tagen eingehalten werden.
■ Infiltrationsanästhesie: Bei der Infiltrationsanästhesie wird die Blockade der Nozizeption durch operationsfeldnahe Injektion und anschließende Diffusion des Lokalanästhetikums zu den sensiblen nervalen Strukturen erreicht. Das Anästhetikum (Lidocain, Mepivacain) wird überwiegend in die Subkutis, bei tieferen Schnitten auch in die darunterliegenden Gewebe injiziert.
■ Leitungsanästhesie: Eine motorische (Akinesie) und sensible (Analgesie) Blockade kann durch Injektion von Lokalanästhetika direkt in die Nähe peripherer Nerven erzielt werden. Verwendet werden ebenfalls Lidocain und Mepivacain (s. Kap. 17.2, S. 238). Für operative Eingriffe wird das stehende Pferd vor dem Setzen der Lokalanästhesie sediert.
17.1 Sedation
Die erhältlichen Beruhigungsmittel erlauben es, nahezu jedes Pferd medikamentös so zu beeinflussen, dass mit entsprechender Lokalanästhesie ein großes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Eingriffen am stehenden Pferd möglich wird. Medikamente zur Beruhigung des stehenden Pferdes sind Sedativa (a2-Agonisten), Tranquilizer (Phenothiazine, z.B. Acepromazin und Benzodiazepine, z.B. Diazepam) und Analgetika (Opioide). a2-Agonisten und Opioide werden am häufigsten eingesetzt, meist in Kombination.
a2-Agonisten
Für das Pferd zugelassene a2-Agonisten sind Xylazin, Romifidin und Detomidin. Intensität und Dauer der Sedation sind abhängig von der Dosis sowie von der Art des gewählten α2-Agonisten. Die somatische Analgesie von a2-Agonisten ist gering, weswegen ein chirurgischer Eingriff ohne zusätzliche Lokalanästhesie undenkbar ist.
a2-Agonisten setzen die Herzfrequenz herab, es treten AV-Blöcke I. und II. (teilweise auch III.) Grades auf. Der Blutdruck steigt kurz nach der Applikation für ein bis zwei Minuten an und fällt darauf für längere Zeit (20 Minuten bis über 1 Stunde) signifikant ab. Die Nebenwirkungen auf die Atmung sind gering. Der diuretische Effekt von a2-Agonisten führt meist zu Urinieren innerhalb einer Stunde nach der Applikation. Viele Pferde fangen nach der Applikation an zu schwitzen. Da a2-Agonisten den Uterustonus erhöhen, sind sie bei trächtigen Stuten mit Vorsicht anzuwenden (geringe Abortgefahr).
■ Xylazin: 0,2–1,1 mg/kg i.v.; große Dosen langsam applizieren! Die Wirkung tritt 3–5 Minuten nach Injektion ein, der Sedationseffekt hält 5–40 Minuten an.
■ Detomidin: 10–20–80 μg/kg i.v. Die Wirkung ist 3–5 Minuten nach Injektion sichtbar, der Sedationseffekt dauert 40–120 Minuten an.Zur Operation am stehenden Pferd ist Detomidin ideal. Man darf es nicht mit (intravenösen) Sulfonamiden kombinieren, da Berichte über Todesfälle vorliegen.