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Zwielichtige Gestalten beherrschen die Straßen von Santa Mondega - der vermutlich einzigen Stadt der Welt, in deren Bars man nichr rauchen darf, sondern muss. Eine Sonnenfinsternis wird dieses gottverlassene Fleckchen Erde bald in völlige
Dunkelheit tauchen und dann wird Blut fließen. Mehr Blut als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: The Bourbon Kid.
| Verkaufsrang: | 10.006 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-8387-0602-1 |
| EAN: | 9783838706023 |
| Originaltitel: | The Book With No Name |
| Erschienen: | 11.2010 |
| Verlag: | Lübbe Digital |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 448 |
| Übersetzer: | Axel Merz |
| Erschienen bei: | Lübbe Digital |
| Übersetzt von: | Axel Merz |
| Spieldauer: | 598 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
von Bianca Dobler, am 20.10.2011
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von Kati Wascher, am 04.08.2011
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von René Herrmann-Zielonka, am 03.12.2010
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Vierzehn (S. 88-89)
Dante arbeitete seit zwei Wochen als Rezeptionist im Hotel Santa Mondega International. Zu allem Überfluss ausschließlich in der gottverdammten Nachtschicht. Wie dem auch sei, damit würde es nun vorbei sein. Kurz nach Schichtbeginn am vergangenen Abend war eine stockbetrunkene zwielichtige Gestalt von der Straße hereingetorkelt und hatte ein Zimmer verlangt. Der Mann war so betrunken gewesen, dass er kein Gespür mehr dafür gehabt hatte, wie laut und peinlich er sich benahm. Wäre der Hotelmanager, Mr. Saso, da gewesen, er hätte niemals gestattet, dass so eine Person auch nur einen Fuß in das Hotel setzte, doch weil Dante hinter dem Empfangsschalter gewesen war, hatte er entscheiden müssen, wer bleiben durfte und wer nicht.
Der Betrunkene hatte auf einer der teureren Suiten bestanden und bar und im Voraus bezahlt, also hatte Dante ihm das beste Zimmer in Rechnung gestellt und ihm ein durchschnittliches gegeben. Auf diese Weise hatte ihm die Transaktion vierzig Dollar in die eigene Tasche eingebracht. Doch das war es nicht gewesen, was Dante so nervös gemacht hatte. Nein, ganz und gar nicht. Er war so nervös an diesem Morgen, weil der fragliche Mann am Vorabend recht sorglos einen sehr kostspielig aussehenden blauen Stein an einer goldenen Kette um den Hals getragen hatte. Auf eine Gelegenheit wie diese hatte Dante gewartet.
Ein betrunkener Idiot mit einem Bündel Banknoten – er hatte wie ein Trottel damit herumgefuchtelt, als er nach seinem Führerschein gekramt hatte – und ein kostbarer blauer Stein, der sicher ein paar Tausender wert war, das war Dantes Freifahrtschein aus dem Hotelgewerbe. Es war sowieso eine Frauenarbeit, und die Uniform, die er tragen musste, sah aus wie ein Schwulenkostüm! Ein pinkfarbener Blazer, Herr im Himmel! Es war nicht nur der Blazer und die schlechte Bezahlung und das unterwürfige »Jawohl, Sir – Nein, Sir – Danke sehr, Sir«, das ihm zu schaffen machte.
Es war vielmehr die Tatsache, dass er inzwischen Mitte zwanzig war und das Leben an ihm vorbeilief. Er hatte die Schule abgebrochen, deswegen war ein anständig bezahlter Beruf schwer zu finden. Üblicherweise hatte er bei einer Bewerbung für einen neuen Job nur dann eine Chance, wenn er einer Frau gegenübersaß. Er war ein gut aussehender Bursche mit dichtem dunklem Haar und einem Glitzern in den strahlend blauen Augen, dem insbesondere ältere Frauen nur schwer widerstehen konnten. Angesichts seiner natürlichen, zuversichtlichen Ausstrahlung waren diese Frauen wie Wachs in seinen Händen, und er bekam den Job – jedes Mal.