Gute schwarze, britische Komoedie mit zwei tollen Hauptdarstellern
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André Kossors, am 09.06.2012
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ohn Landis, einst ein gefeierter Regisseur von Klassikern wie "Blues Brothers", "American Werewolf" oder "Animal House", meldet sich endlich mal wieder mit einem vernuenftigen Film, "Burke & Hare", zurueck, nachdem er sich jahrelang nur an TV-Produktionen beteiligte und auch zuvor schon einige eher fragwuerdige Filme abgeliefert hatte ("Blues Brothers 2000", "Beverly Hills Cop III").
Mit "Burke & Hare" hatte er nun eine erfrischende Idee in der Filmlandschaft.. oder zumindest ist die Sparte, in die der Film faellt, noch nicht allzu verbraucht.
Eine britische Komoedie, angesiedelt im Schottland zu Beginn des 19. Jahrhunderts, sollte es also werden - das laesst sehr viel hoffen, so beweisen die Briten nicht selten ihren bitterboesen, schwarzen Humor (zuletzt mit: "The Guard", "Four Lions"). Ich kann gleich sagen, dass der Film leider ein wenig enttaeuschte, was aber an der hohen Erwartungshaltung liegen mag, die man nach dem Trailer nicht ganz zu Unrecht an den Tag legt.
Nichtsdestotrotz macht der Film durchweg Spaß und wird zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise langweilig. Der Mix aus schwarzem Humor, Slapstick, Situationskomik gewuerzt mit einer Prise Horror passt gut zusammen und weiß sehr zu ueberzeugen - ebenfalls stoert es nicht wirklich, dass zusaetzlich noch eine klassische Romanze eingebaut wird, auch wenn diese zeitweise etwas zu ueberbordend erscheint.
Leider verliert der Film im weiteren Verlauf zunehmend seinen Biss, er koennte einfach noch "boeser" sein und man haette vielleicht mehr riskieren sollen. Man haette sogar den Gewaltgrad etwas anziehen koennen, das haette die makabere Note des Films besser zur Geltung gebracht.
Dass im Verlauf des Films nebenher noch die ein oder andere Anekdote (Stichworte: Fotografie, Darwin, Bestattungsinstitut) zu wichtigen Erfindungen und Entdeckungen eingefaedelt wird, ist ebenfalls nettes Beiwerk.
John Landis konnte hier einen beachtlichen Cast fuer seine britische Komoedie um sich scharen, der mit Simon Pegg und Andy Serkis bereits zwei stets sympathische Zugpferde vorzuweisen hat, was die wohl groeßte Staerke des Films ist. Man sieht den beiden an, dass sie offensichtlich Spaß an dem Film hatten und das uebertraegt sich einfach auf den Zuschauer, was die Grundstimmung derer stets positiv zu stimmen weiß. Neben den brillanten Nebendarstellern von Tom Wilkinson ("Michael Clayton") ueber Tim Curry ("The Rocky Horror Picture Show") bis Isla Fisher ("Hot Rod") und Jessica Hynes ("Shaun of the Dead"), hat der Film aber noch ein besonderes Schmankerl auf Lager - so gibt es zahlreiche Cameos zu entdecken, die fuer die ein oder andere amuesante Szene sorgen duerften - verraten moechte ich an dieser Stelle dazu jetzt nichts.
Fazit:
Schlussendlich laesst sich sagen, dass man mit dem Film trotz kleinerer Ecken und Kanten durchaus seinen Spaß haben und sich an so manch skurriler Szene, einigen Running-Gags, aber auch dem detailgetreuen Setting des damaligen Edinburghs erfreuen kann. Zum Ende hin kann man den Film beim Abspann wunderbar ausklingen lassen und dabei den Proclaimers und ihrem Hit "I'm gonna be (500 Miles)" lauschen. Klasse.
Bleibt zu hoffen, dass Herr Landis sich nicht wieder ganze 12 Jahre Zeit laesst, um einen abendfuellenden Spielfilm zu realisieren. - 7/10