Film für Schwarzmaler
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SPASSPREDIGER, am 11.11.2005
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Wirft man einen Stein in einen Teich, breiten sich kreisförmige Wellen aus. George Lucas Star Wars war ein ziemlich großer Wurf, und entsprechend weite Kreise zog der Film, für den Kritiker in der Folge den Begriff Space Opera prägten. Von einem auf den anderen Tag waren im Kino der 70er plötzlich phantastische Stoffe angesagt.: Ein verschroben wirkender, diabetischer Jung-Regisseur hatte die Branche quasi über Nacht kräftig aufgemischt und eine ganze Reihe von Filmstudios in Zugzwang gebracht. Auch in den Disney-Studios erkannte man die Zeichen der Zeit, und so konterte man 1979 mit einer eigenen Space Opera: Das schwarze Loch hieß die Produktion, mit der man auf den fahrenden und sogar noch an Geschwindigkeit gewinnenden Zug bzw. aufs Raumschiff aufspringen wollte. Der Film war und ist insofern ein Kuriosum, als er den familienfreundlichen, harmlosen Heile-Welt-Realfilmen aus dem Hause Disney diametral entgegengesetzt ist: Das schwarze Loch ist so düster, wie es der Titel verheißt. Die Geschichte transportiert gewissermaßen die Erzählung vom Fliegenden Holländer ins Weltall (eine der Hauptfiguren heißt übrigens Holland Zufall?) und kreuzt die Legende vom Gespensterschiff mit dem Motiv des mad scientist, der in diesem Fall von Maximilian Schell gespielt wird. Garniert wird das Ganze noch mit einer Schar von schweigenden Cyborg-Zombies, einem stummen, schwebenden Robot-Monster mit Scherenhänden und einer Armee von ebenfalls sprachunfähigen Killerdroiden, deren Aussehen sehr eindeutig vom Einfluss zeugt, den das Design von Star Wars auf die Fantasy- und SF-Produktionen der ausgehenden 70er und frühen 80er ausübte. Heute wirkt Das schwarze Loch über weite Strecken blutleer: die Kulissen sind eindeutig Kulissen, die trostlose Handlung degradiert die Schauspieler zu Statisten, die großäugig staunend durch menschenleere Hallen eines am Rande des Abgrundes hängenden Raumschiffs schleichen. Das freilich ist wirklich sehenswert, weil außergewöhnlich im Design: Die U.S.S. Cygnus ist das vielleicht schönste Raumschiff der Filmgeschichte. Darüber hinaus bietet der Vorspann des Films die erste vollständig computeranimierte Sequenz der Filmgeschichte, und auch der optische Höhepunkt des Films, in dem ein glühender Feuerball majestätisch mittenmang durchs Raumschiff rollt, ist auch heute noch ein Augenschmaus. Unterm Strich heißt das: Das schwarze Loch ist aus heutiger Sicht teils arg trashig, hat dafür aber durchaus einigen Schauwert. Wohlwollend ausgedrückt heißt das: Wir habens hier mit einer durchaus ambitionierten Produktion zu tun. Leider behandeln die Disney Studios ihre Antwort auf Star Wars sehr stiefmütterlich: die Ausstattung der DVD ist kärger noch als das Innere der Cygnus, Bild und Ton sind in Ordnung, entsprechen heutigen Seh- und Hörgewohnheiten aber mitnichten hier hätte man sich etwas mehr Sorgfalt beim DVD-Transfer gewünscht. Fazit: Genre-Fans dürfen zugreifen, für den Rest der Filmfans ist Das schwarze Loch sicherlich kein must-have. Vom Label Disney sollte man sich hier übrigens nicht in die Irre leiten lassen: Das schwarze Loch ist ein ungemein düsterer, bedrückender Film, in dem die Micky Maus wirklich nur aus allerweitester Ferne grüßen lässt.