Grau, grau, grau ist alles was ich habe
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Thomas Zörner, am 05.07.2011
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Wenn Skyline der letzte Sargnagel des sterbenden Genres Sci-Fi ist, dann ist World Invasion: Battle Los Angeles die Erde, die das Grab zuschüttet. Eigentlich ist dies auch kein Sci-Fi Film, ihn als solchen zu bezeichnen wäre beinahe eine Beleidigung für die Wörter Science und Fiction, und den Bindestrich dazwischen. Der Streifen ist ein lautes, farbarmes, storyloses Machwerk, dessen ausgezeichneter Trailer die Zuseher in die Falle lockte.
Der Film beginnt damit, dass er seine Figuren vorstellt, die alle Teil einer Militäreinheit sind, und wirklich jeder, der Soldaten, ist ein Klischee. Einer heiratet demnächst. Die Frau eines anderen erwartet ein Kind. Ein weiterer ist ein ängstlicher Kerl, der eigentlich mit Krieg nichts zu tun haben will. Und natürlich noch der Staff Sergeant, der morgen pensioniert werden soll. Diese Hintergründe sind aber vollkommen ohne Belang, denn in Kürze wird man als Zuseher nicht mehr wissen wer, wer ist. Ich fragte mich immer wieder, wer denn bitte nun das Zeitliche gesegnet hatte, bis ich dazu überging den Umstand mit Gleichgültigkeit zu strafen. Das Zeitliche gesegnet wird nach der Vorstellungsrunde oft, denn Aliens attackieren die Erde, ein Grund wird nicht genannt, außer, dass sie vielleicht unser Wasser wollen, und die Kamera verfolgt besagte Militäreinheit bei einer Rettungsmission. Dabei scheint es außerdem von höchster Wichtigkeit, dass Los Angeles nicht fällt. Wieso? Fragen wie Wieso?, Weshalb?, wahlweise auch Warum? sollte man als Zuseher vorübergehend aus seinem Vokabular streichen beim Genuss von Battle Los Angeles. Die Handlung setzt sich zusammen aus einer Reihe von Actionsequenzen, die ausnahmslos gleich aussehen: Männer, und eine Frau, in Tarnkleidung gehen hinter grauen Gegenständen in Deckung, die in einer grauen Umgebung stehen, um auf graue Außerirdische zu schießen. Wer zwischendurch Popcorn holen geht, läuft jedenfalls nicht Gefahr etwas zu verpassen, denn zwischen den einzelnen Szenen zu unterscheiden ist beinahe unmöglich. Wenn schon die Helden so uninteressant sind, wie sieht es dann mit den Gegner aus? Die Aliens sind Wesen aus mehreren Lagen grauer Masse, verfeinert mit Technologie, wie Waffen, die ihnen teils aus den Armen wachsen. Im Prinzip sind sie waffenbestückte Zwiebeln, wobei sie aus der Ferne eher wie sehr dünne Marionetten aussehen. Wir haben also uninteressante Helden und lachhafte Gegner, ist die Action wenigstens mitreißend? Wenn man Wert legt von den Schießeinlagen vollkommen konfus zurück gelassen zu werden, wobei auch die Dialoge nicht helfen, die vor allem aus Feuer! Lauf! Angriff! bestehen, dann ja. Selbst die finale Schlacht gegen eine Art Mutterschiff der Außerirdischen, zu diesem Zeitpunkt sollte dem Seher egal sein wer da auf was schießt, kann nicht begeistern.
Aaron Eckhart, bekannt als guter Schauspieler aus The Dark Knight, gibt einen guten Actionhelden ab, aber auch einen guten Akteur. Beides kann er hier nicht zeigen, und ich frage mich was ihn in diesen Film verschlagen hat. Vielleicht hat auch er den Trailer gesehen.
Unterm Strich ist Battle Los Angeles ein unattraktiver, und vor allem dummer Film, der den Tiefpunkt eines Genres darstellt, das dringend einen Retter braucht.