BuchhändlerInnen im Portrait
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Immer schön neugierig bleibenRezension vom 22.11.2012Unter Altmanns Weltgebrauchsanweisung erwarten sich womöglich einige Reisewillige so etwas wie ein Best of Highlights of the World, mit allseits geltenden Benimmregeln.
Stimmt nur teilweise. Denn Altmann ist absolut anders, wie der geneigte Leser schnell erfahren wird.
Wichtigste Regel bei allem ist immer Steh auf, Geh raus, lebe und komm mit den Menschen ins Gespräch. Die Welt direkt vor Ort ist grundsätzlich immer ganz anders, wie man sie vorher erwartet hat. Genauso wie ihre jeweiligen Bewohner.
Freilich polarisiert er öfter mal mit bestimmten Meinungen, und der Ton ist sagen wir mal recht direkt, gerade dieses Schnörkellose ist der springende Punkt seiner Magischen Momente und macht generell seine fast schon kultigen Reisereportagen aus.
Altmann bietet kein weichgespültes Rundum-Sorglos-Paket, sondern das Echte und Unverfälschte.
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Dieser Gröfaz hat seine Rolle auch heute gefunden im Bereich Sit-ComRezension vom 19.11.2012Es wird einem schaurig-skurril-komisch zumute, wenn man Vermes Fiktion verfolgt. Der Führa, wie ihn seine wunderbar berlinernde Sekretärin betituliert, im Hier und Heute des Jahres 2011.Ausgerechnet ein hilfsbereiter ausländischer Kioskbesitzer nimmt sich seiner an. Irgendwoher kennt man ihn, na ja klar. Das ist doch der ausm Comedy-Fernsehen. Wirklich perfekt spielt er seine Rolle, die so herrlich aneinander vorbeidenkenden Dialoge sind gruseligkomisch. So also landet er wieder in den Medien, Grimme-Preis-verdächtig und soo überzeugend. "Wahn-Sinn" -
Auch wer fast alles im Leben verloren hat, wirkliche Freundschaft bleibtRezension vom 18.11.2012Mauritius in den Jahren 1944/45. Durch eine Naturkatastrophe hat der 10-jährige Raj seine beiden Brüder verloren. Sein gewalttätiger Vater arbeitet als Wärter in einem Gefängnis, aber was sind das für Gefangene, die anders aussehen als er und völlig abgemagert sind?
Da erblickt er einen gleichaltrigen lockigen Jungen. Es ist der Jude David aus Prag. Sie verstehen sich auf Anhieb. Raj verhilft David zur Flucht, und sie erleben eine kurze aber intensive Zeit der Freiheit und des Kindseins.
Nathacha Appanah erzählt von einem bis dahin völlig unbekannten Kapitel der Weltgeschichte, unbedingt lesenswert und ein Bestseller in Frankreich.
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Dieses 1913: wirklich kein Jahr wie jedes AndereRezension vom 17.11.2012Was soll das denn schon für ein besonderes Jahr gewesen sein, fragte ich mich erstmal ziemlich stirnrunzelnd, war ich wohl wieder ausgerechnet da im Geschichtsunterricht krank gewesen? Ungewöhnlich, aber wenn sich Florian Illies, der Kultautor des Bestsellers Generation Golf dazu was zu sagen hat, wollen wir es näher wissen. So also war meine nicht unbegründete Neugier geweckt.
In 12 Monatskapiteln bringt uns der Autor ausgesprochen pointiert und kurzweilig ein Jahr näher, in dem geliebt, gehasst, geträumt, Neues gedacht oder auch gleich gemacht wurde. Aufgangs-und Weltuntergangsstimmung in Einem.
Die wichtigsten Schauplätze sind dabei Berlin, Zürich, Paris, Prag und natürlich Wien.
Vielen Protagonisten begegnen wir dabei immer wieder. So der sehr begehrenswerten Else Lasker-Schüler, sich verliebend in Gottfried Benn, Sigmund Freud, im Clinch liegend mit seinem ehemaligen Schüler C.G. Jung, oder auch dem unglaublich zauberhaft zauderhaften Franz Kafka, der von Prag aus seiner Angebeteten Felice Bauer supertoll sehnsuchstvolle Briefe nach Berlin zu schreiben vermag, beim tatsächlichen Zusammentreffen dann aber sprachlos wirkt.
In Wien werden derweil viele Akte gemalt, und der Kaiser geht lieber auf die Jagd, anstatt sich um das Balkan-Problem in Serbien zu kümmern...
Geschichte einmal anders, sehr gelungen
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Ein Traum von einem BildbandRezension vom 17.11.2012Neulich auf der Frankfurter Buchmesse, zu Besuch unter anderem am Stand von Mairdumont.Was gibts denn tolles Neues? Was hat keiner vorher gesehen? Und da wird er gereicht, ein erstes druckfrisches Exemplar der Farben der Erde. Und was soll ich sagen, ich war sprachlos. Solch prächtige Aufnahmen muss man einfach gesehen haben. Als wäre man tatsächlich direkt vor Ort, die Bilder ziehen einen förmlich hinein in diese Landschaften
aus aller Welt.
So also gibt es für uns Weltbürger meiner Meinung nach nur 2 Dinge zu tun, sich erst inspirieren lassen von diesem Bildern und dann echt auf die Socken machen und diese unsere
Erde mit eigenen Augen zu betrachten oder umgekehrt.
Übrigens, ein weiterer Bildband dieses Kalibers wird (leider erst 2013) den geneigten Reisefreund speziell die Farben Afrikas näher bringen.
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Balkan-RomanRezension vom 24.05.2012Gleich mal vornweg.Das Buch ist vom Feinsten.Diese ungemein sprachliche Brillianz der Debütantin Obreht hat zu Recht den britischen Orange-Prize for Fiction gewonnen.
Auf dem Weg zu einem humanitären Waisenhauseinsatz
über Grenzen, die es in ihrer Kindheit noch gar nicht gab, erfährt die "Hauptstädterin" Natalia vom Tod ihres geliebten Großvaters.Mit seinen mythen- und sagenhaften Geschichten ist sie aufgewachsen.
Da ist die geheimnisvolle taubstumme Osmanin, welche einen entflohenen Tiger pflegt.
Oder der ständig wiederkehrende Mann, der einfach nicht sterben konnte.
Leser von Barbara Kingsolver oder Zadie Smith finden hier weitere geistige Nahrung. -
Wer nicht für uns ist, ist gegen unsRezension vom 15.05.2012Der aus dem österreichischem Waldviertel stammende Josef Haslinger sagte in einem Interview: 'Es hat uns schlichtweg nicht interessiert, was drüben passiert.
Der Eiserne Vorhang hat eine Tabuzone markiert'.Sein Roman zeichnet das zu kurze Leben von Bohumil Modry nach, gefeierte tschechische Eishockey-Torwartlegende, zweimaliger Weltmeister, Vize-Olympasieger und mehrfacher Landesmeister.Eigentlich ein völlig unpolitischer Mensch, wird an ihm ein Exempel statuiert, Modry wird vorgeworfen, mit der gesamten tschechischen Nationalmannschaft Republikflucht geplant zu haben.Die Strafe entspricht einem Todesurteil, Zwangsarbeit im Uranbergbau von Jachymov, heute ein Radiumsol-Heilbad auf der Böhmischen Seite des Erzgebirgskamms.Mit bloßen Händen mußte der Uran abgebaut werden.Zwar kommt er nach 5 Jahren frei, doch er ist längst schwerst erkrankt.
Auch seine ganze Familie und Freunde bekommen ständig die perfiden Denunziationsmechanismen und staatliche Willkür zu spüren.
Ein wichtiges Buch zu einem sehr komplexen politischen Thema
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Ein Krimi-Insider-TippRezension vom 02.05.2012Die faszinierende katalanische Metropole Barcelona ist berühmt für seinen Top-Fussballklub oder seine beeindruckenden Gaudi-Bauten wie die Sagrada Familia. Auch vermarktet die Stadt sich selbst als beste Boutique der Welt.
Anna Silber hat den Auftrag, die weniger offensichtliche Seite Barcelonas zu ergründen und einen alternativen Reiseführer zu erstellen.
Kaum in der Geburtsstadt ihrer Mutter angekommen fällt ihr jedoch praktisch ein Toter vor die Füße, ein Serienmörder hält die Stadt
ín Atem. Annas väterlicherseits vererbte Spürnase lässt sie ein bestimmtes Muster erahnen.
Stefanie Kremser ist ein feinsinnig-humoriger Krimi gelungen verbunden mit einem Zweiten Blick auf diese tolle Stadt.
Ein wirklich gelungenes Debüt.
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Bürgermeister kontra GemeindemitgliederRezension vom 25.04.2012Im Kultfilm 'Ein Fisch namens Wanda' sagt Otto: 'Die englische Verbeugung vor der Nouelle Cuisine heißt ... Pommes'
Bizarr und natürlich politisch völlig unkorrekt.Aber genau solcher Klischees will sich Bürgermeister Papon bedienen, um
freilich eigene Interessen durchzusetzen. Ausgerechnet Engländer! wollen die hiesige Auberge nicht nur kaufen sondern auch
selbst betreiben.Mit findigen bürokratischen Winkelzügen versucht er das zu verhindern.
Jedoch hat er die Rechnung ohne seine Mitbewohner gemacht, Widerstand regt sich in der Gemeinde Fogas ...
Übrigens:Eine Fortsetzung ist bereits erschienen, allerdings erst mal nur Englisch
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We call him a KlassikerRezension vom 24.04.2012Ja, auch unser großer hochverehrter Dichterfürst war freilich mal jung. Dieser auch schauspielerisch toll besetzte Streifen zeigt sehr eindrucksvoll, unser "Sturm- und Drang-Dichter" konnte sich seine Werke nicht alle nur aus den Fingern gesaugt haben. Nein, er hat gelebt und geliebt wie wir, nur daß er halt supergeil und unsterblich schön eigenes Erlebtes in Worte fassen konnte.
Als "Einstiegsdroge" im Deutschunterricht wämstens zu empfehlen.

















