Der Tod kommt wie gerufen,  Band 11
Leseprobe

Der Tod kommt wie gerufen, Band 11

Roman

von Kathy Reichs

Buch

gebunden (351 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Sie werden ein Opfer bringen – Ihren Schlaf


Ein verlassenes Haus in Charlotte, North Carolina, ein grausiger Einsatz für die Forensikerin Tempe Brennan: Neben Kupferkesseln und Vogelschnäbeln liegt der abgetrennte Kopf eines Mädchens. Blitzartig geht ein Gerücht um: Ritualmord! Ein bibelfester Politiker auf Stimmenfang verdächtigt okkulte Kreise und ruft nach Vergeltung. Noch während Tempe die Tatorte untersucht, bahnt sich in Charlotte eine gnadenlose Hexenjagd an.


Wie und wo das junge Mädchen zu Tode kam, kann Tempe sich nicht erklären, als sie im Dunkel des Kellers kniet. Genauso wenig wie die Herkunft eines Männertorsos, der wenig später aus dem Catawba-River geborgen wird. Als der Öffentlichkeit einige aussergewöhnliche Details von den Fundorten bekannt werden, geraten in North Carolina ansässige, religiöse Kulte in Verdacht: Santería, Wicca, Satanisten. Ein ehemaliger Prediger und wahlkämpfender Politiker denkt nicht daran, Brennans Ermittlungen abzuwarten. Er rät seinen Bürgern, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Und Tempe gerät zwischen die Fronten eines Kampfes zwischen höheren, finsteren Mächten.

Produktdetails

ISBN-10: 3-89667-322-X
EAN: 9783896673220
Originaltitel: Devil Bones
Erschienen: 27.10.2008
Verlag: Karl Blessing Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 351
Gewicht: 573 g
Übersetzer: Klaus Berr
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Kathy Reichs

Die Anthropologin und Schriftstellerin Kathy Reichs kam 1950 in Chicago, Illinois zu Welt. Dort wuchs sie mit ihren drei Schwestern auf, während ihr Vater als Geschäftsführer und ihre Mutter als Musikerin im städtischen Symphonie-Orchester für die Familie sorgten. Ihr Studium schloss sie als Ph.D. mit Auszeichnung ab. Schon im Alter von 19 Jahren heiratete Kathy Reichs den Untersuchungsrichter Paul Reichs, zusammen haben sie drei Kinder. Einen festen Wohnsitz hat Kathy Reichs nicht, sie pendelt meist wegen ihrer Arbeit zwischen Charlotte und Montreal. Sie ist eine von nur sehr wenigen zertifizierten forensischen Anthropologen in Kanada und den USA und arbeitet für verschiedene medizinische Institutionen, ist als Professorin an Universitäten tätig und doziert auch an der Akademie des FBI. Selbst für die Regierung war Kathy Reichs schon im Einsatz. Neben ihren Romanen hat sie zahlreiche wissenschaftliche Schriften veröffentlicht. Für ihren Debütroman "Tote lügen nicht" im Jahr 1997 erhielt sie den "Arthur Ellis Award" und startete so den Beginn als erfolgreiche Romanautorin mit ihrer Krimireihe der Temperance Brennan. Die Romane wurden bisher in über 15 Sprachen übersetzt. Die erfolgreiche TV-Serie Bones basiert auf ihren Romanen und wird von Kathy Reichs mitproduziert. Privat engagiert Kathy Reichs sich für soziale Einrichtungen und versucht soweit es geht ihr Leben von der Öffentlichkeit abzuschirmen.

Meinung der Redaktion
Hier kämpft eine Frau mit allen Mitteln um Gerechtigkeit - Gerechtigkeit für diejenigen, die ihre Stimme nicht mehr erheben können: die Vergessenen, die Verstümmelten, die unbekannten Toten. Ein außergewöhnlich sensibles Buch, das trotz der kalten und nüchternen Wahrheiten der Forensik eine immense menschliche Wärme entfaltet.

Klaus Berr

Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

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Kundenrezensionen

  • Nichts ist, so wie es scheint Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von CaWa - die Leseratte, am 11.12.2008

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wieder einmal ist es Kathy Reichs gelungen, einen fachlich fundierten forensischen Thriller zu schreiben.

    Dies ist ein Fall, der von Tempe Brennan mehr abverlangt, als sie leisten kann. Ja, der Fall nimmt sie sogar so schlimm mit, dass sie wieder zur Flasche greift. Aber Tempe wäre nicht Tempe, würde sie das Problem nicht wieder in den Griff bekommen. Und nicht nur das, sondern auch den Fall löst sie letztendlich mit viel Kombinationsgabe.

    Schon bald meint man, der Lösung (zumindest aus Sicht des Lesers) auf der Spur zu sein, aber unerwartete Wendungen führen einen immer wieder in andere Richtungen, geben Raum für neue Spekulationen.

    Leider aber nur vier Sterne, weil es auch in diesem Buch (wie schon in seinem Vorgänger "Knochen zu Asche") von wissenschaftlichen und fachlichen Abkürzungen und deren langatmige Erklärungen nur so wimmelt. Das ist einerseits ja interessant, schmälert die Spannung jedoch ungemein. Zumal man sich nicht alles merken kann und somit gezwungen ist hin und her zu blättern, nach dem Motto "Was war das jetzt nochmal?"

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  • Einer der besten Tempe Brennan-Thriller. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Silke Schröder, hallo-buch.de, am 29.11.2008

    2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    n ihrem neuen Thriller entwirft Kathy Reichs einen packenden und undurchsichtigen Fall, der sich um die  noch längst nicht überwundene  gespaltene Stimmung im Amerika der Bush-Ära dreht. Christliche Fanatiker nutzen die tiefen gesellschaftlichen Gräben zwischen Konservativen und Liberalen, um die Stimmung für ihre Zwecke weiter anzuheizen.

    Daneben nimmt sich die Autorin aber auch viel Platz für das Privatleben ihrer Heldin. Tempe Brennan, die sonst so cool und straff organisiert ist, hat einen Drogen-Rückfall und bekommt das Chaos ihres Liebeslebens so wenig in den Griff, dass selbst ihre Arbeit darunter leidet. Aber Tempe wäre nicht sie selbst, wenn sie es nicht schaffen würde, sich wieder aus dem Strudel herauszuziehen. So ist dieser Thriller nicht nur ungemein spannend, es ist auch ein Plädoyer zum Umdenken in der US-amerikanischen Gesellschaft. Einer der besten Tempe Brennan-Thriller.

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  • Einer der besten Tempe Brennan-Thriller. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Silke Schröder, am 13.11.2008

    1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In ihrem neuen Thriller entwirft Kathy Reichs einen packenden und undurchsichtigen Fall, der sich um die – noch längst nicht überwundene – gespaltene Stimmung im Amerika der Bush-Ära dreht. Christliche Fanatiker nutzen die tiefen gesellschaftlichen Gräben zwischen Konservativen und Liberalen, um die Stimmung für ihre Zwecke weiter anzuheizen.

    Daneben nimmt sich die Autorin aber auch viel Platz für das Privatleben ihrer Heldin. Tempe Brennan, die sonst so cool und straff organisiert ist, hat einen Drogen-Rückfall und bekommt das Chaos ihres Liebeslebens so wenig in den Griff, dass selbst ihre Arbeit darunter leidet. Aber Tempe wäre nicht sie selbst, wenn sie es nicht schaffen würde, sich wieder aus dem Strudel herauszuziehen. So ist dieser Thriller nicht nur ungemein spannend, es ist auch ein Plädoyer zum Umdenken in der US-amerikanischen Gesellschaft. Einer der besten Tempe Brennan-Thriller.

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  • War es wirklich ein Ritualmord? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Stefan Flomm, am 07.11.2008

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wenn Temperance Brennan ihre Arbeit tut, ist das Verbrechen zumeist nicht weit entfernt. Kein Wunder, schließlich ist die "Tempe" genannte Frau Forensikerin. Ihr Job ist es aufzuklären, woran der Mensch zu Tode gekommen ist, den sie an einem Tatort oder vor sich auf dem Obduktionstisch findet. Auch in "Der Tod kommt wie gerufen" schickt die US-amerikanische Autorin Kathy Reichs ihre Protagonistin wieder auf Verbrecherjagd. Das Beste vorweg: Temperance Brennan hat auch in ihrem elften Fall nichts von ihrer Faszination verloren.
    Für Brennan kommt der Tod tatsächlich wie gerufen. Sie langweilt sich während einer Mediziner-Konferenz in Charlotte, ihr Ex-Mann Pete will "Tempe" seine neue Flamme vorstellen, ihre Tochter Katy sie mit einem ihrer Arbeitgeber verkuppeln, und die Vielleicht-
    doch-oder-eher-nicht-Beziehung mit dem kanadischen Polizisten Andrew Ryan aus Montreal läuft auf Sparflamme. Da werden in einem Keller Knochen und der abgetrennte Kopf eines Mädchens in einem Kessel gefunden. Schnell macht die Kunde vom Ritualmord die Runde.
    In den Ermittlungen taucht Temperance Brennan tief in die zuweilen verborgenen religiösen Kulte ein, die es in und um Charlotte gibt: Satanisten, Santeria, Wicca - alles, was nicht in die glattgebügelte Vorstellungswelt jener passt, die unter dem Begriff "WASP" (White Anglo-Saxon Protestant; weißer angelsächsischer Protestant) bekannt sind. Und selbstverständlich ist auch der kar-rieresüchtige Politiker nicht weit, der aus dem Verbrechen selbstsüchtig Potenzial schlagen will.
    Kathy Reichs, die wie ihr literarisches Alter Ego in Char-
    lotte und Montreal lebt und arbeitet, nimmt in "Der Tod kommt wie gerufen" eine der schlimmsten menschlichen Eigenschaften auf Korn: die Vorverurteilung aller, die nicht so sind wie die vermeintliche Mehrheit es gern hätte. Das alles verpackt sie in gewohnter Manier in einer spannenden Geschichte. Und herausgekommen ist ein - wie immer - lesenswertes Buch.
    (Erschienen in den Harburger Anzeigen und Nachrichten)

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Mein Name ist Temperance Deasee Brennan. Ich bin eins fünfundsechzig, reizbar und über vierzig. Mehrfach diplomiert. Überarbeitet. Unterbezahlt.
Dem Tode nah.
Ich strich dieses Fragment literarischer Inspiration durch und versuchte einen neuen Anfang.
Ich bin forensische Anthropologin. Ich kenne den Tod. Jetzt lauert er auf mich. Dies ist meine Geschichte.
O Mann. Die Wiedergeburt von Jack Webb und seinem Polizeibericht Los Angeles.
Wieder Striche durch die Zeilen.
Ich schaute auf die Uhr. 14 Uhr 45.
Ich ließ die autobiografischen Versuche sein und fing an zu kritzeln. Kreise in Kreisen. Das Ziffernblatt der Uhr. Das Konferenzzimmer. Der Campus der UNCC. Charlotte. North Carolina. Die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Erde. Die Milchstraße.
Um mich herum diskutierten meine Kollegen winzigste Details mit dem Eifer religiöser Fundamentalisten. In der augenblicklichen Debatte ging es um Formulierungen in einem Unterkapitel einer Selbststudie des Fachbereichs. Das Zimmer war stickig, das Thema zum Lidflattern langweilig. Die Sitzung dauerte schon über zwei Stunden, und die Zeit flog nicht gerade dahin. Ich fügte den äußersten meiner konzentrischen Kreise Spiralarme hinzu. Füllte Leerräume mit Punkten. Vierhundert Milliarden Sterne in der Galaxie. Am liebsten hätte ich meinen Stuhl auf Hyperdrive geschaltet und wäre zu einem von ihnen geflogen. Anthropologie ist ein sehr weites Feld, das aus verschiedenen, miteinander verbundenen Subspezialgebieten besteht. Biologisch. Kulturell. Archäologisch. Linguistisch. Unsere Fakultät hat das komplette Quartett. Und Mitglieder jeder Gruppe hatten das Bedürfnis mitzureden.
George Petrella ist Linguist, der über Mythen als Erzählungen der individuellen und kollektiven Identität forscht. Hin und wieder sagt er etwas, das ich verstehe.
In diesem Augenblick hatte Petrella etwas gegen die Formulierung »reduzierbar auf« vier unterschiedliche Bereiche. Er schlug als Ersatz »unterteilbar in« vor.
Cheresa Bickham, eine Archäologin aus dem Südwesten, und Jennifer Roberts, Spezialistin für kulturübergreifende Glaubenssysteme, hielten eisern an »reduzierbar auf« fest.
Da mir mein galaktischer Pointillismus langsam langweilig wurde und ich nicht wusste, wie ich meine Langeweile reduzieren oder in weniger langweilige Momente unterteilen sollte, verlegte ich mich auf die Kalligrafie.
Temperance. Von lateinisch temperantia, Mäßigung. Das Charaktermerkmal der Vermeidung von Exzessen.
Davon bitte eine doppelte Portion. Mit extra Zurückhaltung. Und ohne Ego.
Noch ein Blick auf die Uhr.
14 Uhr 58.
Das Gequassel ging weiter.
Um 15 Uhr 10 wurde eine Entscheidung getroffen. »Unterteilbar in« war der Sieger.
Evander Doe, der Fakultätsvorstand seit über einem Jahrzehnt, leitete die Sitzung. Obwohl er ungefähr so alt ist wie ich, sieht Doe aus wie jemand aus einem Gemälde von Grant Wood. Kahlköpfig. Mit Drahtgestellbrille, die ihn aussehen lässt wie eine Eule. Elefantenohren.
Fast alle, die Doe kennen, betrachten ihn als mürrisch. Ich nicht. Ich habe den Mann schon mindestens drei Mal lächeln gesehen.
Nachdem er »unterteilbar in« nun abhaken durfte, wandte Doe sich dem nächsten brennenden Thema zu. Ich unterbrach meine Krakeleien, um ihm zuzuhören.
Sollte die Selbstbeschreibung des Fachbereichs eher die historischen Beziehungen zu den Geisteswissenschaften und der kritischen Theorie betonen oder eher die immer wichtiger werdende Rolle der Naturwissenschaften und der empirischen Beobachtung unterstreichen?
Meine unvollendete Autobiografie hatte genau den Punkt getroffen. Ich würde wirklich sterben, bevor diese Sitzung abgeschlossen war.
Ein plötzlicher Einfall. Die berüchtigten Versuche zur sensorischen Deprivation in den 1950ern. Ich stellte mir Freiwillige mit blickdichten Brillen und gepolsterten Handschuhen vor, die auf Pritschen in schalldichten Kammern lagen.
Ich ging ihre Symptome durch und verglich sie mit meinem augenblicklichen Zustand.
Beklemmung. Depression. Antisoziales Verhalten. Halluzinationen.
Den vierten Punkt strich ich wieder. Ich war zwar gestresst und reizbar, aber Halluzinationen hatte ich keine. Noch nicht. Wobei ich nichts dagegen hätte. Ein lebhaftes Wahnbild wäre wahrscheinlich eine Ablenkung gewesen.
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin noch keine Zynikerin, was die Lehre angeht. Ich bin sehr gern Professorin. Ich bedaure, dass der Austausch mit meinen Studenten von Jahr zu Jahr weniger wird.
Warum so wenig Zeit im Hörsaal? Zurück zu der Sache mit der Subspezialisierung.
Haben Sie mal versucht, einfach nur zum Arzt zu gehen? Vergessen Sie's. Man muss zum Kardiologen. Zum Dermatologen. Zum Endokrinologen. Zum Gastroenterologen. Wir leben in einer spezialisierten Welt. In meinem Bereich ist das nicht anders.
Anthropologie: das Studium des menschlichen Organismus.
Biologische Anthropologie: das Studium der Biologie, der Variabilität und der Evolution des menschlichen Organismus. Osteologie: das Studium der Knochen des menschlichen Organismus. Forensische Anthropologie: das Studium der Knochen des menschlichen Organismus zu juristischen Zwecken.
Folgen Sie einfach den Verzweigungen, und dort finden Sie mich. Obwohl ich von der Ausbildung her Bioarchäologin bin und meine Karriere mit der Ausgrabung und Untersuchung uralter Überreste begonnen habe, wechselte ich vor Jahren in die Forensik. Habe mich auf die dunkle Seite geschlagen, wie meine ehemaligen Kommilitonen mich noch immer aufziehen. Verlockt von Ruhm und Reichtum. Ja, genau. Eine gewisse Ruchbarkeit vielleicht. Aber Reichtum auf keinen Fall.
Forensische Anthropologen arbeiten mit den relativ frisch Verstorbenen. Wir werden engagiert von Ermittlungsbehörden, Leichenbeschauern, Staatsanwälten, Strafverteidigern, dem Militär, Menschenrechtsgruppen und Bergungsteams bei Massenkatastrophen. Ausgehend von unserem Wissen über Biomechanik, Genetik und Skelettanatomie beschäftigen wir uns mit Fragen der Identifikation, der Todesursache, des postmortalen Intervalls, auch Leichenliegezeit genannt, und der postmortalen Veränderung der Leiche. Wir untersuchen die Verbrannten, die Verwesten, die Mumifizierten, die Verstümmelten und Zerstückelten und die Skelettierten. Wenn wir diese Leichen zu Gesicht bekommen, sind sie oft bereits in einem viel zu schlechten Zustand, als dass eine Autopsie noch Ergebnisse liefern könnte.
Als Angestellte des Staates North Carolina stehe ich sowohl bei der UNC-Charlotte unter Vertrag wie beim Office of the Chief Medical Examiner, dem obersten Leichenbeschauer, der Einrichtungen in Charlotte und Chapel Hill hat. Zusätzlich bin ich als wissenschaftliche Beraterin für das Laboratoire de sciences judiciaires et de médicine légale in Montreal tätig.
North Carolina und Quebec? Außergewöhnlich. Aber davon später.
Wegen meines grenzüberschreitenden Engagements und meiner doppelten Verpflichtung in North Carolina unterrichte ich an der UNCC nur einen Kurs, ein Oberseminar in forensischer Anthropologie. So verbringe ich zweimal jährlich ein Semester im Klassenzimmer.
Und im Konferenzzimmer.
Auf das Unterrichten freue ich mich. Was ich nicht ausstehen kann, sind diese endlosen Sitzungen. Und die Fakultätspolitik.

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