BuchhändlerInnen im Portrait
aus Hof
- Gesamte Rezensionen
- 63 (ansehen)
- Alter
- 25 Jahre
- Funktion
- Auszubildende
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Der Mann aus dem SafeRezension vom 27.01.2013Der 8-jährige Michael wird Zeuge, wie sein Vater seine Mutter und deren neuen Freund umbringt. Aus Angst davor, selbst ein Opfer seines Vaters zu werden, versteckt er sich in einem Tresor und überlebt nur knapp. Danach zieht er zu seinem Onkel, doch das Verbrechen hat Spuren hinterlassen: Michael spricht nicht mehr und hat daher kaum Freunde. In seiner Freizeit bastelt er an Schlössern herum, um zu lernen, wie man sie auch ohne Schlüssel öffnen kann. Schon bald zeigt sich, dass man mit dieser Fähigkeit die Aufmerksamkeit der falschen Leute auf sich zieht.
Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Michael erzählt seine Geschichte selbst. Er sitzt mittlerweile im Gefängnis und blickt zurück auf seine Kindheit und sein Leben mit Onkel Lito, sowie auf die Zeit als Schrankmann. Schrankmänner, das sind Leute, die einen Safe knacken können, ohne ihn zu zerstören und in diesem Handwerk ist Michael ein Ausnahmetalent. Da Michael immer noch nicht spricht, schreibt er seinen Lebensbericht auf. Die Geschichte ist sehr gut und vor allem sehr fesselnd geschrieben. Das Buch ist ein gelungener Mix aus Roman und Krimi, der auf jeden Fall süchtig macht.
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Wie viel Leben passt in eine Tüte?Rezension vom 27.01.2013Rose hat gerade ihre Mutter verloren. Nach der Beerdigung findet sie das "Survival Kit", das ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Als das Mädchen den Mut aufbringt, es zu öffnen, findet sie einen iPod, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, einen Papierstern und einen kleinen Papierdrachen. Zuerst weiß sie nichts damit anzufangen, doch dann findet sie mit Hilfe dieser Gegenstände Schritt für Schritt zurück in ihr Leben, auch wenn der Schmerz um den Verlust ihr täglicher Begleiter bleibt. Als sie dann Will kennen lernt, merkt sie schon bald, dass sie mehr für ihn empfindet, als nur Freundschaft. Er holt sie aus dem Loch heraus, in dem sie sich befindet. Doch dann geschieht etwas, was Roses Leben erneut auf den Kopf und ihre Liebe zu Will auf eine harte Probe stellt.
Auf lockere Art und dennoch sehr bewegend lässt die Autorin Rose ihre Geschichte erzählen. Wir Leser erfahren viel über Roses Mutter, deren Tod und wie die einzelnen Familienmitglieder mit dem Verlust umgehen. Dieses Buch ist aber nicht nur traurig, sondern zeigt auch, wie Rose lernt, mit dem Verlust zu leben und weiterzumachen. Gerade dieses nach Vorne schauen hat mir am Buch sehr gefallen. Wie um zu zeigen, dass das Leben immer weiter geht hat die Autorin eine Liebesgeschichte mit in das Geschehen eingebaut. Und das wirkt nicht fehl am Platz, sondern entwickelt sich so vorsichtig und zart, dass man die Angst vor Gefühlen bei Rose und Will spüren kann. "Wie viel Leben passt in eine Tüte?" ist ein gelungenes Jugendbuch mit viel Gefühl.
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PandemoniumRezension vom 27.01.2013Lena wollte mit Alex fliehen, doch nun ist Alex tot, denn er hat es nicht über den Zaun geschafft. Lena ist verzweifelt, am Ende ihrer Kräfte und schlägt sich allein durch die Wildnis, bis sie zusammenbricht. Da wird sie von Raven gefunden, einem jungen Mädchen, das mit einigen anderen Invaliden zusammen lebt. Lena erholt sich und schließt sich der Gruppe an. So wird sie zur Wiederstandskämpferin und bekommt ihre Mission: Julian Fineman beschatten. Julian wird von seinem Vater zum Symbol der Heilung stilisiert. Doch er soll beseitigt werden, um noch mehr junge Amerikaner für den Widerstand zu gewinnen. Lena lässt sich auf diese Mission ein, ohne zu wissen, das alles, was geschieht, bereits von Anderen geplant wurde. Wird es ihr gelingen, Julian zu retten?
Lange haben wir auf den 2. Teil der Trilogie von Lauren Oliver warten müssen. Doch das Warten hat sich definitiv gelohnt! Wieder bringt sie den Leser in diese unglaubliche Welt, in der Gefühle verboten sind und alles strengstens überwacht wird. Wo man nicht selbst denken darf und ein Leben nach vorgefertigten Mustern leben muss. Lena, die Ich-Erzählerin der Geschichte, berichtet von ihrer Flucht und den folgenden Ereignissen. Sie ist eine komplett andere Person geworden, doch die Schatten der Vergangenheit folgen ihr immer noch. Am Ende des Buches geschieht etwas, womit ich nicht gerechnet hatte und nun bin ich wahnsinnig gespannt, wie sich das Ganze am Ende auflösen wird! Ein wirklich gelungenes Buch, das Lust auf den dritten Band macht! -
Verdächtige GeliebteRezension vom 27.01.2013Yasuko lebt schon einige Jahre geschieden von Shinji Togashi, doch der taucht immer wieder bei ihr auf, um Geld von ihr zu verlangen. Auch am Abend des 9. Märzes drängt er sich wieder in das Leben der jungen Mutter. Doch sie und ihre Tochter wehren sich und im Kampf kommt Togashi ums Leben. Yasuko will sich der Polizei stellen, doch Ihr Nachbar Ishigami, der schon längere Zeit in sie verliebt ist, hilft ihr, den Mord zu vertuschen. Doch wird es ihm gelingen, ein perfektes Alibi zu konstruieren?
Keigo Higashino ist ein durch und durch spannender Krimi gelungen. Bis zuletzt glaubt man als Leser, den Tathergang, der gleich auf den ersten Seiten dargestellt wird, genau zu kennen. Und doch ist nicht alles so, wie es scheint. Denn Ishigami hat aus Liebe viel auf sich genommen, um Yasuko und ihre Tochter zu schützen. Es ist unglaublich interessant zu lesen, wie er durch logische Schlüsse das Alibi konstruiert. Und Yukawa, sein nicht weniger genialer Gegenspieler, zieht seinerseits Schlüsse aus dem, was er beobachtet. Die Lösung des ganzen wird einem auch wirklich erst auf den letzten Seiten präsentiert und damit die Spannung bis zuletzt aufrechterhalten. Ein Buch, das den Leser wirklich fesselt und am Ende überrascht zurück lässt. -
Das SchneemädchenRezension vom 27.01.2013Jack und Mabel sind beide über 50, als sie beschließen, ihre Heimat zu verlassen, um nach Alaska zu ziehen. Diese Entscheidung ging vor allem von Mabel aus. Sie kann keine Kinder bekommen und leidet sehr darunter, sich ständig rechtfertigen zu müssen. Abgeschieden von anderen, soll ihr das in ihrer Wahlheimat nicht mehr passieren. Doch schon bald stellt sich heraus, dass sie und ihr Mann ohne fremde Hilfe nicht überleben können. Und so lernen sie die Bensons kennen, eine nette und hilfsbereite Familie, die mit Rat und Tat zur Seite steht. Als der erste Schnee fällt, bauen Mabel und Jack ein Schneemädchen, das am nächsten Tag verschwunden ist. Und kurze Zeit später sehen sie im Wald ein kleines Mädchen. Kann es sein, dass das Mädchen aus Schnee lebendig geworden ist?
Eowyn Ivey, selbst in Alaska aufgewachsen, nimmt uns mit in eine raue und harte, aber auch wunderschöne Welt. Sie beschreibt das schwierige Leben als Landwirt im Sommer und die trostlose Zeit des Winters. Doch sie zeigt auch die wunderbare Kraft von Freundschaft und Liebe und den Wandel des Lebens. Faina, das Schneemädchen ist so grazil und fragil, dass man sich als Leser mehr als einmal fragt, ob sie nicht wirklich einem Märchen entsprungen ist. Dieses Buch verzaubert den Leser, es fasziniert und unterhält auf wunderbare Weise. -
Der WolfRezension vom 27.01.2013Protagonist ist ein alternder Schriftsteller, der noch ein letztes Buch schreiben will. Doch wie immer, braucht er dazu eine ganz besondere Inspiration und die erhält er durch Mord. Dieses Mal will er das Märchen vom Rotkäppchen nach spielen und wählt sich daher drei rothaarige Frauen aus, die er von nun an jagt, um sie am Ende zu töten. Doch er rechnet nicht damit, dass seine Opfer sich wehren und um ihr Leben kämpfen. Er unterschätzt ihren Überlebenswillen und wird schließlich selbst zum Gejagten.
John Katzenbach hat mit Der Wolf wieder einen unglaublich spannenden Thriller veröffentlicht. Das Handeln des Wolfes ist umso spannender, da der Autor auf psychologische Gewalt setzt und während der gesamten Handlung kein Blut fließt. Man kann die Angst der drei Frauen beinahe selbst spüren und hofft mit ihnen, dass sie den Täter rechtzeitig finden. Der Stimmung, die Simon Jäger der Geschichte mit seiner eingängigen Stimme verleiht, kann man sich nicht entziehen.
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MarinaRezension vom 27.01.2013Der junge Oscar Drai besucht eine Internatsschule in Barcelona. In seiner Freizeit streift er durch die Gassen der Stadt und gelangt eines Tages an eine Villa, die ihn sofort fasziniert. Ohne lange nachzudenken, betritt er das Haus und lernt so die gleichaltrige Marina und deren Vater kennen. Marina weiht ihn in ihr Geheimnis um die Dame mit dem schwarzen Schleier ein, der sie regelmäßig bis auf einen kleinen Friedhof folgt. Angetan vom lockenden Abenteuer, machen sich die beiden auf den Weg, das Rätsel um diese Dame zu lösen. Noch wissen sie nicht, in welche Gefahren sie sich begeben, doch schon bald steht ihr Leben auf dem Spiel.
Auch in Marina entführt uns der Autor in die geheimnisvollen Gassen Barcelonas. Und sprachgewaltig wie immer, öffnet er uns die Tür in eine düstere Welt, die von Krankheit und dem Verlangen nach ewigem Leben gezeichnet ist. Die stark gestalteten Charaktere faszinieren den Hörer und ziehen ihn immer tiefer ins Geschehen. Andreas Pietschmanns angenehme Stimme verleiht der Geschichte eine sehr spannende Atmosphäre.
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1913Rezension vom 27.01.2013Kokoschka malt sein Meisterwerk "Die Windsbraut", um seine Geliebte Alma Mahler dazu zu bringen, ihn zu heiraten. Thomas Mann arbeitet am Zauberberg. Franz Kafka macht seiner Felice Bauer einen Heiratsantrag per Brief und zaudert dann, ihn abzuschicken. Else Lasker-Schüler verliebt sich in Gottfried Benn und Hitler malt in Wien und später in München Aquarelle.
Das alles geschieht im Jahr 1913, dem Florian Illies sich in seinem Buch widmet. Geschichtsunterricht mal anders. Auf sehr humorvolle und geistreiche Weise versteht es der Autor, uns die Geschehnisse, politische wie soziale oder kulturelle, näher zu bringen und dem Leser damit einen umfassenden Überblick des Jahres 1913 zu geben. In kleinen Kapitel erzählt er Anekdoten über das Leben der Avantgarde dieser Zeit. So liest man sich schnell und unterhaltsam durch dieses ereignisreiche Jahr.
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Für hier oder zum Mitnehmen?Rezension vom 22.01.2013Ansgar Oberholz überkommt im betrunkenen Zustand die Idee, ein Café zu gründen. Und dafür wählt er sich ein Objekt in Berlin-Mitte, zu deren früheren Besitzern die bekannten Aschingers zählen. Zu diesen Zeiten waren Herren wie Alfred Döblin unter den Gästen zu finden. Nun möchte Herr Oberholz dem alten Gemäuer neuen Atem einhauchen. Doch stellt er sich das ein bisschen einfacher vor, als es in Wirklichkeit ist. Da müssen Kredite zurückgezahlt, Vertreter großer Getränkehersteller abgewimmelt, die Angestellten eingearbeitet werden. Aber vor allem müssen Gäste her. Herr Oberholz stellt sich jeder Herausforderung mit Mut und Tatendrang und lässt sich nicht unterkriegen. Letztlich wird sein Mut belohnt.
Das Buch ist angenehm zu lesen und in einem flüssigen Schreibstil verfasst. Doch hatte ich mir von der Geschichte etwas anderes erwartet. Anstatt mehr über das Café zu berichten, lässt uns Oberholz an vielen privaten Dingen teilhaben. So erfahren wir nicht nur, dass die Ehe seines besten Freundes zerbricht, sondern auch einige Anekdoten aus der Jugend des Autors. Da wünschte ich mir schon manchmal, dass das Café mehr im Mittelpunkt der Erzählung stünde. Insgesamt ist es aber ein unterhaltsames Buch.
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Wir beide, irgendwannRezension vom 12.11.2012Es ist das Jahr 1996 und Computer sind noch kaum verbreitet. Das Internet kommt gerade auf und an soziale Netzwerke ist nicht zu denken. Emma bekommt von ihrem Vater einen Computer geschenkt und zusammen mit ihrem besten Freund Josh wählt sie sich ins Internet ein. Und schon kurz darauf landet sie auf Facebook. Dort bekommt sie einen kurzen Einblick in ihre und Joshs Zukunft. Und was in 15 Jahren auf sie wartet, sieht nicht besonders gut aus. Und so beginnt Emma, bewusst ihre Gegenwart zu verändern, um in 15 Jahren glücklich zu sein. Doch damit verändert sie nicht nur ihre eigene Zukunft.
Jay Ashers und Carolyn Macklers neues Jugendbuch zeichnet sich nicht nur durch eine spannende Geschichte aus. Auch sprachlich lässt der Roman keine Wünsche offen. Abwechselnd erzählen Emma und Josh aus der jeweiligen Perspektive, was geschieht. Gefühlvoll und witzig schreibt das Duo darüber, wie man jeden Tag nicht nur seine Gegenwart, sondern auch seine Zukunft verändern kann. Ein, Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man mit den Protagonisten mitfiebert. Absolut lesenswert, nicht nur für Jugendliche.

















