Der Richter
Leseprobe

Der Richter

Roman

von John Grisham

Buch

Taschenbuch (413 Seiten)

11. Auflage

Sprache: Deutsch

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Der alte Richter ist tot. Erschüttert steht sein Sohn Ray im Arbeitszimmer, wo er den Verstorbenen gefunden hat, da fällt sein Blick auf einige Schachteln. Was er darin findet, hätte er im Haus seines strengen, stets korrekten Vaters nie erwartet. Hatte der Richter ein düsteres Geheimnis? Ray beschließt zu schweigen und auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Doch es gibt jemanden, der weiß, was Ray versteckt - und der es unbedingt haben will. Um jeden Preis.

Produktdetails

Verkaufsrang: 9.266
ISBN-10: 3-453-86980-X
EAN: 9783453869806
Originaltitel: The Summons
Erschienen: 01.05.2003
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 11. Auflage
Seitenzahl: 413
Länge/Breite: 187mm/118mm
Gewicht: 375 g
Übersetzer: Bea Reiter, Heiner Friedlich, Bernhard Liesen
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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John Grisham

Damals dachte noch niemand daran, dass John Grisham einmal Amerikas Bestsellerautor wird mit seinen Justizthrillern und damit Millionen verdient. Am 8.Februar 1955 in Jonesboro, Arkansas geboren, wuchs er zusammen mit seinen vier Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater war Konstrukteur und seine Mutter Hausfrau, deswegen mussten sie für die Aufträge des Vaters oft umziehen. Sein eigentlicher Traum war Baseballspieler zu werden, doch früh erkannte John Grisham sein fehlendes Talent hierfür und begann stattdessen mit dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität von Mississippi. Nachdem sein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen war, praktizierte er lange Zeit als Anwalt für Strafverteidigung und Körperverletzung. Als Kandidat der Demokratischen Partei wurde John Grisham 1983 in das Parlament des Staates Mississippi gewählt. "Die Jury", die er 1988 fertig stellte, ist einer seiner Romane, die ihn zum Durchbruch führten, auch wenn damals zahlreiche Verlage seine Manuskripte ablehnten. Basierend für die Geschichte ist die Vorlage einer seiner Fälle. Schnell kam John Grisham mit seinen weiteren Romanen auf die Plätze der Bestsellerlisten und hat sie seitdem auch nicht mehr verlassen. Das ist ein Grund weswegen er 1991 seinen Beruf und seine politischen Ämter niederlegte, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Bisher nahm die Erfolgskette auch kein Ende, so veröffentlicht John Grisham jährlich einen neuen Roman. Neben Justizthrillern versuchte John Grisham sich auch an Sachbüchern, Jugendromanen und weiteren Geschichten. Seiner Leidenschaft dem Baseballspielen frönt er heute in Form von Unterstützung der Baseballnachwuchsliga nach. Seine Anwesen in Oxford und Charlottesville sind mit Trainingsgeländen ausgestattet, auf denen Kinder und Nachwuchsteams spielen dürfen. Als strenggläubiger Baptist lebt John Grisham mit seiner Frau Renee und den Kindern Ty und Shea zurückgezogen abwechselnd auf der Farm in Oxford oder der Plantage in Charlottesville. Von Medienrummel hält er nicht viel und genießt viel lieber ein Baseballspiel seines Sohnes. John Grisham Bücher feiern die Erfolge durch ihre Qualität der Erzählform wie Stephen King Bücher.

Meinung der Redaktion
Grisham ist die oberste Instanz des Thrillers.

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Kundenrezensionen

  • Fesselnd, untypisch, aber genial Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Toby, am 12.04.2010

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der alte todkranke Richter Atlee zitiert seine zwei Söhne, Ray und Forrest nachhause, um den Nachlass nach seinem Tod zu regeln.
    Ray ein Jura Professor findet den Richter mitsamt einer hohen Geldsumme verstorben im Elternhaus in Clanton.

    Wer weiss sonst noch von dem Geld? Wer ist hinter dem Geld und Ray her?

    Den ersten Teil des Buches fand ich fesselnd, aber sehr in die Länge gezogen. Aber spätestens, beim 2 Teil des Buches überschlagen sich die Ereignisse und es fiel mir schwer das Buch weg zulegen.
    Der Schlussteil des Buches hat mich enttäuscht, dem Ende fehlt das gewisse etwas. Daher auch nur 4 Sterne.

    Wer den Schreibstiel von John Grisham mag könnte von dem Buch enttäuscht sein, der Gerichtssaal ist nicht permanent im Mittelpunkt, es handelt viel von der Familien Situation und Vergangenheit der Atlees. Ebenfalls finde ich hat die Geschichte gewissen Züge von einem Krimi.

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  • spannend und interressant Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Blacky, am 19.02.2010

    1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Beschreibung
    Der alte Richter ist tot. Erschüttert steht sein Sohn Ray im Arbeitszimmer, wo er den Verstorbenen gefunden hat, da fällt sein Blick auf einige Schachteln. Was er darin findet, hätte er im Haus seines strengen, stets korrekten Vaters nie erwartet. Hatte der Richter ein düsteres Geheimnis? Ray beschließt zu schweigen und auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Doch es gibt jemanden, der weiß, was Ray versteckt - und der es unbedingt haben will. Um jeden Preis.

    Ein durchaus spannender Roman, der Familiengeheimnisse an den Tag bringt, die besser im Verborgenen geblieben wären. Allerdings ist diese Buch kein typischer Grisham.
    Normalerweise spielen "Grisham-Bücher" immer in irgeneiner Form bei Gericht und in Anwaltskanzleien. Bei diesem Buchist zwar der Tote ein Richter und der Sohn (Ray) ein Anwalt, aber das Geschehen spielt im privaten Umfeld der Familie.
    Es ist erstaunlich , dass Brüder derart unterschiedlich sein können, wie hier beschrieben, aber man kennt das ja sogar aus dem realen Leben.
    Die Charactere sind wunderbar beschrieben und absolut nachvollziehbar.
    Der Schluss ist absolut unerwartet.

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  • Nachvollziehbar Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Iris, am 10.03.2008

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein klasse Grisham, zeigt er doch auf, wie Geld normale Menschen korrupieren und verändern kann, aber auch eine Last sein kann.
    Ein anderer Grisham, weil er nicht direkt im Justizmillieu spielt, sondern dieses nur die Rahmenhandlung bildet.

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  • Grisham einmal anders Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von reini68.blogspot.at, am 28.12.2006

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der alte Richter Reuben Atlee ist gestorben und hinterlässt zwei Söhne. Einer Juraprofessor (Ray) der andere ein drogenabhängiger Tunichtgut (Forrest). Als Ray in seinen Heimatort reist, um die Verlassenschaft zu regeln, findet er mehrere Kartons mit Geldscheinen. Er macht sich auf die Suche nach dem Ursprung dieses Geldes. Eine Suche die ihm seinen Vater neu kennen lernen soll. Der Hauptaspekt dieser Geschichte ist jedoch weniger die Suche nach dem Ursprung des Geldes, sondern die Veränderungen die in Ray vorgehen. Wunderbar beschreibt der Autor wie der unerwartete Reichtum - der womöglich aus illegalen Machenschaften seines verstorbenen Vaters stammt - den Juraprofessor Ray Atlee verändert. Der Leser nimmt an dieser Veränderung teil. Sehr gut gelingt es Grisham den Leser den inneren Zweikampf und dessen Wendungen spüren zu lassen. Ray Atlee wird förmlich zerrissen zwischen seinem Gewissen und dem Wunsch auf das Geld, umso schlimmer, dass er keine Idee hat woher das Geld überhaupt kommt. Er kann es nicht einfach auf die Bank tragen - und die Angst es zu verlieren, beraubt zu werden, in die Fänge der Unterwelt zu gelangen verändern den Menschen.

    Gerade dadurch, dass Grisham in diesem Buch deutlich von seinen typischen Justizthrillern abweicht, zeigt er dass er mehr kann. Dieses Buch wird viele Leute, die Grisham für seinen typischen Erzählstil lieben schwer enttäuschen, aber es wird viele die ein gut geschriebenes Buch lesen mögen besonders freuen.

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  • Sehr spannende Story! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Nicole Jeschkowsky, am 23.10.2006

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Der Richter" ist das erste Buch, was ich von John Grisham gelesen habe. Es war echt gut und ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen. Spannung PUR - bis zum Ende!

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  • Schächster Grisham. Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Thomas G. Graf, am 02.08.2005

    0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Von allen Büchern Grishams, die ich bisher gelesen habe (und das sind einige), ist dies eindeutig das schlechteste.

    Die erste Hälfte ist äußerst langweilig zu lesen und trägt kaum zur Handlung bei. Der zweite Teil ist dann um einiges besser, bis man zum leider schwachen Ende des Buches kommt.

    Sofern man nicht gerade ein Grisham-Fan ist, der all seine Bücher lesen möchte, rate ich von diesem Buch ab.

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  • Liest sich flüssig, aber ohne Hochspannung. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von TOKIRO, am 06.06.2005

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eindeutig von der Spannung her das schwächste Buch von Grisham. Es liest sich wie leichte Kost. Man kann es an einem Stück durchlesen, ohne dass einem der Atem stockt.
    Der alte und kranke Richter Reuben V. Atlee bestellt seine beiden Söhne, die beide nicht dem Ideal des Vaters entsprechen, zu sich nach Hause, um seinen Nachlass zu regeln. Ray wurde wenigstens Juraprofessor, aber der jüngere, Forrest, ein Drogenabhängiger ohne Zukunftsaussichten.
    Als Ray als erster im Haus des Vaters eintrifft, findet er den alten Mann nur noch tot auf seinem Sofa. Und dann entdeckt er eine große Summe Bargeld. 3 Millionen Dollar, dabei kann es sich nur um illegales Geld handeln. Er beschließt das Geld zu verstecken und geht auf die Suche nach dem Ursprung dieser großen Summe.
    Die Geschichte zieht sich jetzt etwas schleppend dahin. Es folgen endlose Schilderungen über Besuche in Casinos, wie Ray versucht sein Versteck für das Geld immer wieder zu verändern, er fühlt sich verfolgt und bekommt Morddrohungen. Zwischendurch wird ihm von allen Seiten immer wieder bestätigt, welch ein großzügiger Mann sein Vater war, der sein Leben lang nur andere Leute unterstützt hat. Doch die Frage, woher kommen die 3 Millionen, bleibt zunächst unbeantwortet, denn aus seinen normalen Einkünften können sie nicht sein.
    Wenigstens bekommt das Buch zum Ende hin etwas Spannung, als die Geschichte eine ungeahnte Wendung nimmt.

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  • super Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 12.04.2005

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    klasse buch .. was ein richter so alles macht und was der so alles im schrank hat ... einfach spannung pur

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  • Habe mehr erwartet ! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 25.07.2004

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Das Buch war gut zu lesen - das ist aber auch alles. Die Geschichte ist etwas fade - wie auch der Schluß. Von einem Grisham-Roman erwarte ich mehr !

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  • fesselnd Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 17.09.2003

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein sehr spannendes Buch mit einem überraschenden Ende!

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  • Ein wahrer Grisham ! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 22.06.2003

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Neben ''Die Jury'' und ''Die Firma'' ist der Thriller ''Der Richter'' ,von John Grisham, einer der besten überhaupt, die er je geschrieben hat. Das Buch hält einen gefesselt und lässt einen nicht mehr los. Es bleibt bis zur letzten Seite spannend. Wirklich ein wahrer Grisham !

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  • Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 20.05.2003

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    wirklich ein empfehlenswertes buch, wer hätte gedacht was der richter nach seinem tod im schrank versteckt hegt? Ein geheimnis, das wahrscheinlich nie entdeckt werden sollte. kein Wunder das Grisham die Bestsellerliste angeführt hat.Totale spannung und ein Hauch von Krimi.

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1 Da der Richter fast achtzig Jahre alt war und der modernen Technik misstraute, kam sein Brief auf dem guten alten Postweg. Für E-Mails oder Sendungen per Fax hatte der greise Mann nichts übrig. Einen Anrufbeantworter benutzte er nicht; selbst das Telefon war ihm immer unsympathisch gewesen. Seine Briefe tippte er im Zwei-Finger-Suchsystem auf einer altersschwachen Underwood-Schreibmaschine, die auf einem ebenfalls betagten Sekretär mit Rollverschluss thronte. An der Wand dahinter hing ein Porträt von Nathan Bedford Forrest. Der Großvater des Richters hatte im Amerikanischen Bürgerkrieg mit Forrest in der Schlacht von Shiloh und vielen anderen Orten im tiefen Süden gekämpft, und es gab keine historische Persönlichkeit, die der Richter mehr verehrte. Zweiunddreißig Jahre lang hatte er sich ohne weitere Begründung standhaft geweigert, am 13. Juli, Forrests Geburtstag, seinen Amtsgeschäften nachzukommen. Mit dem Brief des Richters kamen ein weiteres persönliches Schreiben, eine Zeitschrift sowie zwei Rechnungen. Alle Sendungen waren wie üblich in Professor Ray Atlees Postfach in der juristischen Fakultät deponiert worden. Solange Ray zurückdenken konnte, waren Kuverts wie dieses ein Teil seines Lebens gewesen, und folglich wusste er sofort Bescheid. Der Absender war sein Vater, den auch er nur »den Richter« nannte. Weil er unschlüssig war, ob er den Brief sofort öffnen oder noch etwas warten sollte, betrachtete Professor Atlee das Kuvert einen Augenblick lang. Gute Nachrichten oder schlechte? Bei seinem Vater konnte man das nie wissen, auch wenn der alte Mann todkrank war und gute Nachrichten selten geworden waren. Der dünne Umschlag schien nur einen Briefbogen zu enthalten, aber auch das war nichts Ungewöhnliches. Obwohl der alte Atlee einst wegen seiner wortreichen Strafpredigten bei Gericht bekannt gewesen war, ging er in schriftlicher Form äußerst sparsam mit Wörtern um. Sicher war, dass es sich um einen Brief von einigermaßen wichtiger Natur handelte. Der Richter hasste Smalltalk, Tratsch und müßiges Geschwätz, gleichgültig ob mündlich oder schriftlich. Wenn man mit ihm auf der Veranda Eistee trank, wurde der Amerikanische Bürgerkrieg rekapituliert, vornehmlich die Schlacht von Shiloh. Stets gab der Alte General Pierre G. T. Beauregard die Schuld an der Niederlage der Konföderierten, weil der sich seiner Ansicht nach zu fein gewesen war, sich die blank gewienerten Stiefel schmutzig zu machen. Sollte der Rich ter den General zufällig im Himmel treffen, würde er ihn selbst dort noch hassen. Denn schon bald würde der alte Atlee nicht mehr unter den Lebenden weilen. Er war neunundsiebzig Jahre alt, hatte Magenkrebs, war übergewichtig und Diabetiker und rauchte unablässig Pfeife. Dazu kamen ein schwaches Herz, das bereits drei Infarkten getrotzt hatte, und eine Reihe weniger schwerer Leiden, die ihn schon seit zwanzig Jahren quälten und sich jetzt anschickten, seinem Leben ein Ende zu machen.Die Schmerzen gönnten ihm keine Ruhepause mehr. Vor drei Wochen, bei ihrem letzten Telefonat, das auf Rays Initiative zustande gekommen war, weil der alte Mann Ferngespräche für Geldschneiderei hielt, hatte die Stimme des Richters schwach und arg mitgenommen geklungen. Das Gespräch hatte keine zwei Minuten gedauert. Die Absenderangabe war mit Goldprägung auf das Kuvert gedruckt: Chancellor Reuben V. Atlee, 25. Chancery District, Ford County, Gerichtsgebäude, Clanton, Mississippi. Nachdem er den Umschlag in die Zeitschrift geschoben hatte, setzte sich Ray in Bewegung. Mittlerweile war sein Vater nicht mehr Vorsitzender Richter des Chancery Courts, eines Gerichts für Zivilsachen.

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