BuchhändlerInnen im Portrait

aus Neuss
- Gesamte Rezensionen
- 476 (ansehen)
- Alter
- 49 Jahre
- Abteilung
- Gute Unterhaltung
- Lieblingsautoren
- Helmut Krausser, Peter Stamm, David Nicholls, Michel Birbaek, Haruki Murakami, T.C. Boyle, Joe.R. Lansdale, Robert Crais, Jo Nesbo, Martin Suter, Frad Vargas, Leon de Winter, Matt Ruff, Ian Rankin, John Hart, Kinky Friedman und so viele mehr....
- Im Beruf seit
- 1994
- Das beste Buch aller Zeiten
- Entdecke ich immer wieder neu...
Meine Favoriten
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Laut Tom Tykwer "das beste Krimipornomelodram aller Zeiten". Ich schließe mich an. mehr
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Faszinierend. Abstoßend. Brutal. Diskussionswürdig. mehr
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Krimi mit gesellschaftlichem Sprengstoff. mehr
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Winslow schreibt einfach supercoole Krimis. San Diego, ich komme... mehr
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Eins der wenigen Bücher, das ich zweimal hintereinander gelesen habe. mehr
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Archaisch, apokalyptisch und sprachgewaltig! mehr
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Einfach nur brilliant. Schräg, witzig und wunderschön! mehr
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Das mit Abstand schönste Buch des Jahres 2011! mehr
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Krimigott aus dem staubigen Texas. Hardboiled und zum Brüllen komisch! mehr
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Eins der abgedrehtesten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Genial. mehr
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Kick ass, Baby!Rezension vom 30.04.2013'Supershitty to the Max' ist das dreckigste, schönste und beste Album einer Band, an der man sich in gewissen Lebenslagen nicht satthören kann. Rock'n Roll auf Speed. Dem Punk entwachsen, doch verbunden; 'Raw Power', das erste Album von Iggy Pop wahrscheinlich in der Kindheit stundenlang im Laufstall gehört...
ACHTUNG: Exzessiver Genuss dieses Albums führt zu Formen des Wirklichkeitsverlustes.
ABER: Manchmal wünscht man sich doch genau das, oder?
Also: GO FOR IT! -
It's only Rock'n Roll but I like it...Rezension vom 30.04.2013Solides neues Material der dänischen Metal/Rock'n Roll - Recken. Wie immer herzergreifende Mitgröhlhymnen für langweilige Autofahrten. Live sind sie nochmal entscheidend besser und so freue ich mich wie ein kleiner Junge auf Rock im Pott auf Schalke, wo sie unter anderem nach den Göttern von Deftones spielen. Der Musikhimmel ist ein verdammt pantheistisches System. Gut so! -
Ein Halleluhjah für das Remake dieses Meisterwerkes...Rezension vom 29.04.2013Großes Kino. Knien wir wie immer nieder vor dem Machwerk der Coen Brüder. EHRFURCHTSVOLL.
Western ist ja gerade en Vogue ( gute Frage: Warum? Andere Frage...) Vielleicht sind es einfach die existenzellen Fragen, die egal in welchem Genre von Interesse sind. Also: Rache, Eitelkeit, Alkohol..., - und weiblicher Sturrsinn. ZB. In diesem Fall.
John Wayne war schon großartig in der Rolle, - Bridges ist eben 'moderner' (ob besser, weiß ich nicht. - Hat Wayne Zigaretten gedreht?). Diesen Film Western zu nennnen, ist ? irgendwo billig. Menschliches Drama mit Spannung, Gäulen, rauchenden Colts - und verdammt viel Fragen über instinktgesteuerte Beweggründe, - recht (keine Gewähr auf die aktuelle deutsche Rechtschreibung. Ich drehe auch noch.)
So oder so, großartige Unterhaltung zwier Brüder, die hoffentlich noch gefühlte 117 Oskars ohne Klapperschlangenbiss abräumen werden...
Faszinierend! -
Überragend in jeder Hinsicht... Oder besser: Herausragend...Rezension vom 29.04.2013Ich mag keine Fantasy. Weder in Film noch Roman. Das hat Gründe. Gute Gründe. Trifftige zumindest. Aber GoT hat mich zum lechzenden Junkie eines Stoffes werden lassen, von dem selbst Denis Scheck sagt, dass er großartig ist ( puh... - das ist doch fast wie Absolution, oder? ).
Möchtegernintellektuelle wie ich müssen natürlich immer und sofort hinterfragen, warum einen etwas derart berührt/interessiert/mitnimmt. Jetzt weiß ich: Lassen Sie die scheiß Hinterfragerei sein. Und geben sich hin! Opulentem Filmmaterial. Opulenter Kostümierung offenkundig virulent brisanter Fragen. Von was? Menschlicher Niederungen? Überstandener Bestialität? Archaischer Rohheit? Niederen Instinkten? Von allem ein bisschen. Und genau das, dieser perfekte Cocktailmisch, der Rausch ohne Kopfschmerzen verspricht und hält, ist die geniale Mixtur, die Martins Romane inzwischen zu Bestsellern macht, - befeuert durch diese HBO Produktion, die in 20 Jahren noch viele Menschen die 47 Wiederholung sehen läßt. Vielleicht im Spätprogramm; vielleicht aber auch nicht.
Nein, die zweite Staffel ist nicht ganz so spannend wie die erste, fair enough, vielleicht nur die Atempause eines Tsunamis, dessen erste Welle 17 Sterne bekam. Diese eben nur 15. Who cares? Mitgerissen ist ein guter Ausdruck für diese Verfilmung. Keine Minute langweilig.
Sehen. Ansehen. Mit schon fast religiöser Inbrunst. - Und das von mir. Empfohlen! -
Mehrere Todesfälle und zwei Hochzeitsanträge...Rezension vom 29.04.2013Michael Lister - ich fand 'Selbstauslöser' großartig ob der Sprache. Der Plot war eher Beiwerk. Nun ist der Plot wohlausgeformt - nur die Sprache hinkt wie ein Glutopfer der Massenkompatibilität hinterher...
???
Dies ist der zweite Roman Listers im Deutschen. Und ich bin ehrlich verwirrt. Großartige Sätze, Gedanken und Dialoge tummeln sich in einer ansonsten eher spachlichen Instantsuppe... hmm.
Hab das Buch gern gelesen. Spannend war es auch. Nur sprachlich stellenweise unter aller Sau. Konservativ formuliert: "Theatralisch" (OTon meine Frau - und sie hat nicht Unrecht).
Was bleibt: gut wegzulesender Kriminalroman, an den man sich leider in ein paar Jahren nicht mehr erinnern wird. Und das ist einfach zu wenig! Dann aber wieder Dialoge, die ich so in einem Krimi noch nicht gelesen habe. Hatte mir als Paket etwas mehr gewünscht/vorgestellt, gestehe aber, dass ich mit jedem Buch und fortschreitendem Alter immer mehr von einem Buch erwarte. Gerade, wenn ein Erstling den Ofen der Hoffnung auf Außergewöhnliches so erhitzt hatte... Brandbeschleuniger spielen eine wichtige Rolle in diesem Roman. Lister, lass sie weg. Das hast Du sprachlich nicht nötig!
Gutes Buch - aber frei nach Dickens: (Too) Great Expectations... -
...you can't always get what you want...Rezension vom 24.04.2013Nichts ist anders, alles ist neu. Wie eine Endlosschleife dreht sich jede Episode um den ständig am Abgrund wandelnden Hank Moody, imer auf der Suche...nach was? Nun, das weiß er selbst nicht, steht zu befürchten.
Und so klärt sich einiges. Und doch nichts. Sinnbildlich: Becca schrottet Papas Porsche - was macht Hank, der eigentlich pleite ist? Kauft sich einen neuen und zerdeppert als erstes den rechten Scheinwerfer... damit alles beim alten bleibt. Und so fährt er weiterhin einäugig durchs Leben...
Warum wird Californication nicht langweilig?? Weil Hank immer mehr als einen guten Spruch auf den Lippen hat, weil Karen eine ständig zweifelnde Traumfrau bleibt, Becca erwachsen wird, Runkle immer neue Spitznamen verpasst bekommt, der Koksschlumpf Marcy schwanger wird und der genial abgedreht spielende Rob Lowe Hanks Alter Ego.
So bekloppt und durchgedreht alle auch sind - man muß sie einfach liebhaben, diese allesamt kaputten Typen, die wahrlich alles tun, dabei aber weder ein Blatt vor den Mund noch primäre und sekundäre Geschlechtsteile nehmen...
Große Serie. Phantastische Schauspieler. Brillante Dialoge. Am Ende ist Karen mit Becca und ihrem neuen Freund im Wohnmobil unterwegs; Hank fährt mit seiner Schreibmaschine auf der Rückbank in den Sonnenuntergang. Und nun? Na klar: Staffel 5! -
Ordentlich. Wohl komponiert. Stringent. Allerdings 100 Seiten zu lang...Rezension vom 23.04.2013"'Wenn ich Gott heute für eins danke', sagte sie, 'dann dafür, dass sich nach all den Jahren jemand um den Fall kümmert, der nicht zur verdammten Polizei von Ernemouth gehört.'"
Mit Fug und Recht. Denn dass in diesem Fall aus den 80igern vertuscht wurde, ist schnell so offensichtlich, wie die damaligen Mascara Striche dick waren... Und das die 80iger für Frau Unsworth eine wichtige Zeit waren, merkt man an der Intensität, mit der sie diesen Roman (nicht neu, aber immer gut) komponiert hat. Ein ständiger Wechsel zwischen den eigentlichen Geschehnissen Anfang der 80iger und den neu aufgenommenen Ermittlungen von 2003. Die Zeichnung der Befindlichkeiten der Heranwachsenden in den 80igern gelingt ihr vortrefflich (incl. Namedropping von Bands, die mir in dieser Zeit ebenso am Herzen lagen, so dass für den Insider Gefühlslagen verständlich sind, die allen anderen fremd sind - und von daher langweilen). Die Ermittlungen im neuen Jahrtausend sind anfangs eher hölzern, konzeptionelles Beiwerk, schablonenartig. Und nach 200 Seiten verpuffte der Reiz der eigenen Jugend, allerdings, - Frau Unsworth findet den Dreh und das letzte Drittel des Buches nimmt eine ungeahnte Fahrt auf, die in einem wirklich guten Showdown endet, so dass man das Buch letztendlich, wenn auch mit Einschränkungen, empfehlen kann.
Es bleibt der fade Beigeschmack, dass Cathi Unsworth Schreibstil sicherlich für trendy Musikmagazine und hippe Lifestylegazetten ausreichend ist, einem veritablen Kriminalroman aber nur in Bruchstücken genügt.
Nichtsdestoweniger ist dies ein spannendes Stück Zeitliteratur, dass ich gerne Jugendlichen empfehlen werde.
Vielleicht hätte meine Überschrift der Rezension lauten sollen:
ÜBER DIE UNENDLICHEN UND MANCHMAL BLUTIGEN SCHWIERIGKEITEN DES ERWACHSENWERDENS... -
Über die reinigende Kraft des Sabine Rivers...Rezension vom 22.04.2013
"Oft macht es mehr Spaß, Pläne zu schmieden, als sie dann in die Tat umzusetzen. Erwartungen, hatte ich einmal einen alten Mann sagen hören, sind wie fette Vögel: Besser man dreht ihnen den Hals um, bevor sie wegfliegen. "
Sue Ellen ist noch nicht ganz 17, doch wie so oft, wenn man schwache Eltern hat, keine wirklichen Vorbilder oder moralische Instanzen, können Heranwachsende die Kraft und Weisheit weitaus älterer, dafür aber in ihren Gewohnheiten festgefahrener Menschen im Strömungstakt eines unwirtlichen Flusses entwickeln. Die Mutter labil und dem Alkoholnebel preisgegeben, der Vater ein gewalttätiges Arschloch, lebt Sue Ellen schon lange ihr eigenes Leben.
Sue Ellen und ihre Freunde, der schwule Terry und die schwarze Jinx, geraten eher ungewollt in ein Abenteuer, das ihr Leben verändern wird. So oder so. Wasser findet seinen Weg. Immer. Und so wird der Sabine River (der nicht das erste Mal bei Lansdale eine wichtige Rolle spielt) zur treibenden und rettenden Kraft in einer wundervollen Mischung aus Abenteuer- und Schauerroman. Lansdale eben. Manchmal gleitet man einfach so dahin, dann haut es einen wieder an die rauen Klippen der Realität.
Lansdale zeichnet seine Figuren und vor allem seine weibliche Heldin mit einer burschikosen Warmherzigkeit, die seinesgleichen sucht (und genau hier liegt der Unterschied zwischen William Gay und Joe R. Lansdale; bei Gay gibt es keine Warmherzigkeit und keinen Wortwitz. Er beschreibt erbarmungslos, während bei Lansdale immer ein Stück blauer Himmel zwischen dahinjagenden Wolken zu sehen ist (Grüße vom Sabine River an die Stadt zwischen Neckar und Rhein)). Unangestrengt erzählt er eine Geschichte, die von einer großen Stimme des Südens, Mark Twain, beeinflusst ist . Ginge es nach mir, so könnte ich unendlich lange genau solchen Geschichten zuhören. So voller Weisheit, Wärme und dem Wissen: Menschen können ungeahnte Kräfte und Moral entwickeln, für die sie keinen Gott brauchen. Nur ihren Verstand.
"Mich ärgerte, dass Mama der Meinung war, sie hätte die Prügel verdient, schließlich hätten Männer das Sagen. So steht es in der Bibel, hat sie mir erklärt. Kein Wunder, dass ich keine Lust mehr hatte, drin zu lesen."
Einen Dank an dieser Stelle dem kongenialen Übersetzer Hannes Riffel. Nur jemand, der den Autoren und sein Werk so gut kennt, kann so unangestrengte Arbeit abliefern. Riffel ist Übersetzer, Verleger und Buchhändler. Und dem Golkonda Verlag ist es mit zu verdanken, dass die Fahne des texanischen Osten weiter in deutsche Brachlandschaften gesteckt wird.
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Traurig. Bewegend. Wunderschön.Rezension vom 22.04.2013
Daniel Woodrell ist ein begnadeter Schriftsteller. Winter's Bone ein brillanter Roman. Und ich hoffe, dass der Liebeskind Verlag so viel Geld durch den Film verdient, dass er noch lange an diesem und all seinen anderen Schriftstellern festhalten kann. Herr Kill, großes Kompliment, dass Sie Woodrell da ausgegraben haben, wo ihn Rowohlt leider Ende der 90iger begraben musste.
Eine Geschichte von einfacher aber archaischer Wucht. Bilder unbestechlicher Schönheit. Dialoge kristallener Klarheit. Das Leben kann unbestritten grausam sein. Man kann es aber auch in die eigene Hand nehmen. Und dafür sorgen, dass es so etwas wie persönliche Gerechtigkeit gibt. Ree Dolly tut dies. In unbestechlicher Art und Weise.
Ein ruhiger Film. Ein unprätentiöser. Voller Gewalt? Auch - aber eher gewaltig. Spannend in jeder Minute. Ein Meisterwerk.
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Beklemmende Vorkommnisse...Rezension vom 22.04.2013
Dass dieses Buch polarisiert, ist mehr als nachvollziehbar. Es ist einerseits sehr brutal, archaisch und düster, andererseits stellenweise zart und poetisch im Ton. Was hier passiert, ist Altes Testament pur, - die Sprache allerdings ist eher Neues Testament. Heraus kommt ein Buch, das im Fegefeuer der amerikanischen Provinz in den 50iger Jahren spielt, ein Buch, welches mich gleichermaßen verstört wie begeistert hat. Schwere Kost, aber gute Kost. Ich glaube, man kann dieses Buch nur lieben oder hassen; ich gehöre zur ersten Fraktion! William Gay auf Seite 184: "Es stimmt, dass diese Welt Geheimnisse birgt, die man nicht wissen möchte. Anblicke, die einem das Augenlicht nehmen würden." Gay beschreibt sie. 'Winter in Maine' von Gerard Donovan ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie 'Nächtliche Vorkommnisse'. Literarische Eiswürfel. William Gay ist allerdings noch komplexer und dabei weitaus kompromissloser in seiner Konsequenz. Nutzen Sie die wärmende Kraft der ersten Frühlingstage als Panzer gegen das innere Frösteln, welches dieser Roman mit sich bringt. Dies ist amerikanische Literatur on the rocks. Geniessen Sie langsam und andächtig!



















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