Die Nacht der Erinnerungen

Roman

von Antonio Munoz Molina

Buch

gebunden (1002 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Ein großer europäischer Gesellschafts- und Zeitroman


Madrid 1935/36, am Vorabend des Spanischen Bürgerkriegs: Ignacio Abel, ein erfolgreicher Architekt, beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit der attraktiven Amerikanerin Judith Biely. Als Ignacios Frau das Verhältnis entdeckt, versucht sie, sich umzubringen. Judith, geschockt und geplagt von Gewissensbissen, verschwindet spurlos. Auf der Suche nach ihr irrt Ignacio durch die Straßen von Madrid, in denen die politische Lage sich zuspitzt. Wie durch ein Wunder gelingt es ihm, einem Erschießungskommando zu entkommen und nach Amerika zu fliehen. Dort trifft er überraschend Judith wieder, mit der er eine letzte Nacht verbringt, die große »Nacht der Erinnerungen«. Kunstvoll verknüpft Muñoz Molina die Schicksale zu einer Geschichte von später Liebe, Verrat und verpassten Gelegenheiten in Zeiten des Krieges. Ein großer europäischer Gesellschafts- und Zeitroman - sprachlich brillant und meisterhaft komponiert.



Produktdetails

Verkaufsrang: 55.421
ISBN-10: 3-421-04499-6
EAN: 9783421044990
Originaltitel: La noche de los tiempos
Erschienen: 29.08.2011
Verlag: DVA
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 1002
Gewicht: 984 g
Übersetzer: Willi Zurbrüggen
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Antonio Munoz Molina

Antonio Muñoz Molina wurde 1956 im andalusischen Úbeda geboren. Sein belletristisches Werk ist vielfach preisgekrönt; so wurde er beispielsweise gleich zwei Mal mit dem spanischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet. 1995 wurde er in die Königlich Spanische Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Muñoz Molina lebt derzeit in Madrid und New York City, wo er bis 2006 das Instituto Cervantes leitete.

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Kundenrezensionen

  • Eine Liebe in den Zeiten des Krieges Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Ulrich Kienast, am 10.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein Meisterwerk der erzählenden Kunst, eindringlich, vielschichtig, stilistisch anspruchsvoll: die Entstehung des spanischen Bürgerkriegs eingebunden in die Geschichte einer verzweifelten Liebe. Historisch präzise, dabei trotz 1000 Seiten auf das Wesentliche beschränkt, kein Wort zu viel, die Schilderung der Handlung packend und spannungsvoll, die Charakterisierung der Figuren überragend: psychologisch scharfsinnig, glaubwürdig und einfühlsam.

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  • Liebe in den Zeiten des spanischen Bürgerkrieges Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Monika Fuchs, am 01.11.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In Spanien ist Antonio Munoz Molina bereits ein sehr anerkannter Autor. Bei uns muss er erst noch entdeckt werden. Wenn Sie diesen Roman von ihm gelesen haben, werden Sie wissen, warum er in Spanien so beliebt ist!

    Antonio Munoz Molina erzählt die Geschichte des spanischen Architekten Ignacio Abel in der Zeit zwischen 1935 und 1936. Der Großteil der Handlung spielt eigentlich nur in einer einzigen Nacht 1936 in den USA. Aber in dieser Nacht lässt der Autor das ganze bisherige Leben Ignacio Abels Revue passieren.

    Ignacio Abel ist ein Architekt, der aus einfachen Verhältnissen stammt, aber den Aufstieg in die bessere Gesellschaft auch dank einer sehr vorteilhaften Heirat geschafft hat. Politisch steht er hinter der Republik und ist den Sozialisten nahe, bzw. Parteimitglied, auch wenn er nicht wirklich politisch aktiv ist. Bei einem Vortrag, den er an der Universität Madrids hält, lernt er die amerikanische Studentin Judith Biely kennen und verliebt sich in sie. Es beginnt ein knappes Jahr der großen Leidenschaft und der heimlichen Liebe. Doch nicht nur diese Amour Fou ist das Thema dieses Buches. Der Autor erzählt zeitgleich die Geschichte des Falls der Republik und der Stadt Madrid bzw. des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges. Und diese ganzen Informationen erhalten wir aus den Erinnerungen einer Nacht, in der Ignacio Abel von New York nach Rhinesberg fährt, denn er musste Spanien, seine Geliebte und seine Familie verlassen.

    Antonio Munoz Molina ist ein großartiger Erzähler, der die Sprache liebt. Er formuliert sehr gerne und bringt so die Handlung nur langsam voran. Immer wieder wechseln die Erinnerungen von Ignacio Abel in der Zeit. Auch wiederholt der Autor sehr gerne einige Aspekte der Handlung immer wieder, um damit eine gewisse Dringlichkeit zu schaffen. Es ist ein sprachlich sehr anspruchsvoller Roman, der zwei sehr unterschiedliche Geschichten miteinander verbindet. Für Leser die gerne ein Buch schnell lesen ist dieser Roman nicht geeignet. Man benötigt für ihn viel Zeit und Ruhe!

    Wer sich für die politischen Hintergründe des spanischen Bürgerkrieges interessiert, wird in diesem Roman eine sehr schonungslose Schilderung vorfinden, die keiner Seite wirklich den Vorzug gibt. Ich habe bisher noch kein Buch über den spanischen Bürgerkrieg gelesen, welches nicht nur mit den Francisten abrechnet, sondern auch sehr deutlich aufzeigt, wie grausam auch die Seite der verschiedenen republikanischen Parteien gewesen ist.

    Auch Freunde der Architekturtheorie werden an diesem Buch viel Freude haben, denn die Hauptperson ist Anfang der zwanziger Jahre als Stipendiat in Weimar im Bauhaus gewesen und hat da sehr viele Anregungen mitgebracht.

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  • Geschichte, Liebe und Krieg Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Armin Rosenberg, am 11.10.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es ist erfreulich, dass sich dieser in Spanien längst beliebte Autor mit seinem neuesten, umfangreichen Roman auch im deutschen Sprachraum durchsetzt.
    Die zahlreichen Details über den Verlauf und die Hintergründe des Spanischen Bürgerkriegs werden unaufdringlich in eine glaubwürdige Liebesgeschichte eingebettet. Gerne folgt man Molinas langen, eleganten Sätzen und seinen Charakteren in eine Welt, in der selbst vernünftige Menschen den Verstand zu verlieren scheinen und es immer schwieriger wird, Haltung zu bewahren.

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  • Spanien in Kriegszeiten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 30.09.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ignacio Abel, Architekt und überzeugter Sozialist, ist mit dem Bau der Universitätsstadt beauftragt, dem Bildungsprojekt des neuen Staates. Er ist ein Mann des Fortschritts, der seinen Aufstieg aus bescheidenen Verhältnissen der Ehe mit einer Frau aus reichem nationalkatholischem Haus verdankt. Regelmäßig drohen Familienessen mit Schwager und Schwiegereltern. Die Ehe ist in komfortabler Langeweile erstarrt, da verliebt Ignacio sich in die amerikanische Studentin Judith Biely und lässt zu, dass die stürmische Affäre sein Leben aus dem Gleis wirft. Auch die Ordnung des Landes beginnt sich aufzulösen: Spaniens Militärs putschen, am 18. Juli 1936 bricht der Bürgerkrieg aus. Getrennt von seiner Familie, die im Landhaus auf der anderen Seite der Front geblieben ist, stürzt Ignacio Abel ins Nichts. Madrid wird zur belagerten Stadt, in der das Volk sich bewaffnet, Kirchen in Brand setzt und politisch Verdächtige exekutiert. Und während der Privatmann Ignacio Abel wie besessen seiner verlorenen Liebe nachjagt, erkennt der Bürger Ignacio Abel, dass sein ganzes Land in Flammen steht.„Die Nacht der Erinnerungen“ ist historisch gut verankert. Berühmte Intellektuelle und Politiker schlendern über die Seiten, darunter García Lorca, ein Mordopfer der ersten Kriegswochen, oder der geckenhafte Rafael Alberti mit langem blonden Dichterhaar.
    Die Wiedererschaffung der Welt von gestern bedient keine nostalgischen Bedürfnisse, sondern ist die bewusste Beschwörung eines unfertigen Milieus, verschwundener Gegenstände und sinnlos zerstörter Lebensläufe. Dies war einmal Madrid, die Hauptstadt der Zweiten Spanischen Republik, bevor der dreijährige Zermürbungskrieg begann. Über viele Seiten hinweg hat Antonio Muñoz Molina eine Elegie auf das moderne Spanien geschrieben, das in den dreißiger Jahren hätte entstehen können. Mit der Schuldfrage, warum es nicht dazu kam, macht Muñoz Molina es sich nicht leicht.

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