Die Orangen des Präsidenten
Leseprobe

Die Orangen des Präsidenten

Roman

von Abbas Khider

Buch

gebunden (155 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Nasrija, Irak, 1989: Am Tag der letzten Abiturprüfung wird Mahdi zu einem Ausflug eingeladen. Sein Klassenkamerad Ali hat sich ein Auto ausgeliehen, und die beiden wollen das Ende der Schulzeit feiern. Doch es ist das falsche Auto, und Ali kennt die falschen Leute - die beiden werden ohne Anklage und Prozess inhaftiert. Mahdi stehen zwei Jahre Gefängnisalltag bevor, Hunger, Folter, Grausamkeiten, Zynismus: Zum Geburtstag Saddam Husseins wird den Häftlingen eine Amnestie in Aussicht gestellt - doch dann bekommt jeder nur eine Orange als Geschenk.
Mahdi rettet sich in dieser Hölle durch seine Begabung zum Geschichtenerzählen. Drastisch, tragikomisch und ergreifend berichtet er Episoden aus seiner Kindheit und Jugend, besonders von der Freundschaft mit dem Taubenzüchter Sami und dem Geschichtslehrer und Literaturübersetzer Razaq.
Der Roman lässt ein eindrucksvolles Bild des Irak der achtziger und neunziger Jahre entstehen. Nach seinem fulminanten, viel beachteten Debüt legt Abbas Khider hier seinen zweiten Roman vor.

Produktdetails

Verkaufsrang: 73.739
ISBN-10: 3-89401-733-3
EAN: 9783894017330
Erschienen: 02.03.2011
Verlag: Edition Nautilus
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 155
Gewicht: 290 g
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Abbas Khider

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund "politischer Gründe" und nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling in verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Lyrik in verschiedenen Publikationen. Zurzeit lebt Abbas Khider in Berlin.

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Kundenrezensionen

  • Krieg und Zerstörung- und doch Leben! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Nina Marlene Wolfsteiner, am 08.11.2011

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    Schauplatz: Irak, Protagonist: ein Junge, der fälschlicherweise inhaftiert wurde; Zeitraum: zumeist Iran-Irakkrieg.
    Es ist für mich immer wieder erstaunlich und sehr ergreifend, wenn die trockene Geschichtsschreibung durch individuelle Lebensstränge vermischt wird. Das Ergebnis in diesem Fall ist sehr berührend und man versteht dei Zusammenhänge der weltpolitischen Konsequenzen (den Has auf den Westen, die arabische Kultur) wesentlich besser.
    In dem Buch wird ein unbescholtenener junger Bürger des Iraks - unter Saddam Husseins Diktatur- eingesperrt, unter unmenschlicher Inhaftierungszuständen. Er überlebt!- und er trägt noch Hoffnunf in sich! Orangen geraten zum Symbol der offensichtlichen menschenverachtenden Politik, die durch Husseins Politik betrieben wurde.
    Das Buch ist literarisch sehr gut geschrieben und absolut empfehlenswert!

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  • über Macht und Ohnmacht - unbedingt lesen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Edith Berger, am 06.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Schauplatz ist der Irak im Jahr 1989.
    Mahdi und Ali sind Schulfreunde. Es ist der letzte Tag ihrer gemeinsamen Schulzeit, der letzte Tag der Maturaprüfungen ( und es wird der letzte Tag ihrer Jugend).
    Um dieses Ereignis zu feiern leiht sich Ali von Bekannten ein Auto aus. Die Ferien und die Freiheit wollten sie ein bisschen genießen,nur ein bisschen übermütig sein, als sie von Geheimpolizisten ohne Angabe von Gründen verhaftet und sofort getrennt werden.
    Mahdi bekommt keine Gelegenheit, seine Unschuld zu beweisen und wird für viele Monate eingesperrt. Hunger, Folter, Grausamkeiten,Sadismus und Zynismus prägen den Gefängnisalltag.
    Orangen bekommen am Geburtstag des irakischen Präsidenten eine besonders grausame Bedeutung...



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  • Süße Überraschung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Jens Paller, am 13.05.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eine wahrlich süße Überraschung blüht den Gefangenen in Saddam Husseins Gefängnissen am Tage dessen Geburtstags. Es heißt, sie können mit einer Amnestie rechnen.
    Auf die in einem Interview gestellte Frage, was Abbas Khider jemandem raten würde, der ins Gefängnis müsste, sagte dieser "nicht an die Entlassung zu denken" .....
    Als sehr gut geschrieben und gelungen empfand ich die beiden Erzählstränge des Autors, das Leben des Protagonisten in den Kerkern und das zweite in der Freiheit, durch unterschiedliche Sprache und Wortwahl verstärkt und differenziert.
    Eine süße Überraschung auch für den Leser, stellenweise mit bitterem, aber großartigem Beigeschmack, der nachdenklich macht...

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"-als blickten wir direkt in die feurige Verdammnis. Es dauerte einen Moment, bis ich wirklich begriff, was ich dort sah. In der Kiste lagen leuchtende, pralle, saftige Blutorangen.""Was ist mit euch los? Wessen Geburtstag zum Teufel?", fragte ich, weil ich nicht verstand, warum sich plötzlich alle so freuten. "Es ist der Geburtstag unseres Führers!""Was? Bist du von allen guten Geistern verlassen? Saddams Geburtstag?", stieß ich angewidert hervor. "Gibt es etwa einen anderen Führer in diesem Lande? Alles Gute, alles alles Gute, mein Freund!", beglückwünschte er mich wie von Sinnen. "Habt ihr einen Lagerkoller oder hat euch die Mangelernährung das letzte bisschen Hirn zerstört? Saddam hat unser Leben in eine Hölle verwandelt! Ihr Idioten! Noch ein Wort und ich schlage euch die Fresse ein!""An diesem Tag öffnen sich alle Pforten des Himmels", posaunte Dahlal weiter. "Halbnackte Engel, behangen mit Zigeunerschmuck, werden wild und willig durch die Zellen tanzen und sich uns hingeben wie die Jungfrauen im Paradies-" Dann wandte er sich mit einem versöhnlichen Blick an mich: "Also, der 28. April ist tatsächlich Saddams Geburtstag und der wichtigste Tag im Leben jedes politischen Häftlings im Irak. In der Vergangenheit wurde an diesem Tag fast immer eine Amnestie für alle politischen Gefangenen erlassen. Wir sehnen diesen Tag also schon seit Monaten herbei. Er ist unsere Chance, hier lebend rauszukommen-"

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