Ein Sommer aus Stahl

Ein Sommer aus Stahl

Roman

von Silvia Avallone

Buch

gebunden (415 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Silvia Avallone schreibt die ergreifende Geschichte zweier italienischer Mädchen. Die beiden 13-jährigen Freundinnen Anna und Francesca heben sich durch ihre Schönheit und Lebenslust von der Tristesse des kleinen Küstenorts Piombino ab. Der Alltag dort ist geprägt von der Arbeit im nahe gelegenen Stahlwerk, von verkrusteten Lebensstrukturen und Frustration. Die Freundschaft der beiden Mädchen zerbricht, als die frühreife Anna eine Beziehung mit dem ehemaligen Kriminellen Mattia eingeht. Francesca, enttäuscht über den vermeintlichen Verrat durch die Freundin, gerät auf Abwege. "Ein Sommer aus Stahl" ist ein Roman über die großen Themen: Freundschaft, Liebe, Familie, Gewalt und Tod.

Produktdetails

ISBN-10: 3-608-93898-2
EAN: 9783608938982
Originaltitel: Acciaio
Erschienen: Mai 2011
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 415
Gewicht: 514 g
Übersetzer: Michael Killisch-Horn
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Silvia Avallone

Silvia Avallone, 1984 in Biella geboren, lebt in Bologna, wo sie Philosophie studiert hat.

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Kundenrezensionen

  • Stählerne Perspektiven Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Bücherzeit, am 10.01.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Stahl ist eine metallische Legierung, die hauptsächlich aus Eisen besteht und aus unserer modernen, technisierten Welt kaum mehr wegzudenken ist. So vielseitig wie seine Eigenschaften sein können, so vielseitig sind auch seine Einsatzgebiete: Er kann weich, aber auch hart sein, verformbar oder spröde, eignet sich zum Schweißen und für vielseitige andere Bearbeitungen und hat einen Schmelzpunkt bis zu 1536°C. Und es wird deutlich, dass das Arbeiten in der Schwerindustrie eindeutig schwere Arbeit ist. Hitze, Staub, Schmutz, Schwere, Schichtarbeit, Gefahr zermürben psychisch und physisch.

    Der Roman "Ein Sommer aus Stahl" von Silvia Avallone und dessen Protagonisten drehen sich ausschließlich um diesen wichtigen Werkstoff. Das Stahlwerk Lucchini dominiert die Landschaft des italienischen Hafenstädtchens Piombino und das Leben der dort lebenden Bevölkerung. Es ist ein Ort des Elends und der Armut in einer Welt der Stahlindustrie, der harten Arbeit, der Arbeitslosigkeit, der Existenzängste, der Unmöglichkeiten, der Wohnblocks. In dieser Welt werden Anna und Francesca groß und zu besten Freundinnen, die nichts in der Welt trennen kann und die von einem anderen Leben träumen, das sich auf der Sonnenseite weit entfernt von Stahl, Armut und Schmutz abspielt, doch dann tritt das Unvermeidliche, das Unvorhersehbare, das Nichts ein, das plötzlich und scheinbar endgültig die Freundschaft in Frage stellt. Ihre Eltern haben inzwischen ihre jugendlichen Träume und sich selbst aufgegeben zugunsten eines harten Überlebenskampfes im Alltag. Die Jugendlichen möchten aus diesem tristen, wiederkehrenden Spiel ausbrechen, aufbegehren, jedoch gelingt es keinem, aus den vorgeformten Bahnen zu entkommen. So gibt es lediglich unterschiedliche Formen der Resignation: Depression, Krankheit, Drogen, Kriminalität, Sex, Teenieelternschaft, Prostitution, gleichgeschlechtliche Liebe, häusliche Gewalt, politischer Aktionismus, Tod. Mit vierzehn Jahren bereits viele Höhen und Tiefen durchlebt - was kann das Leben dann noch bringen? Welche Träume haben noch Bestand? Und Elba, das Touristenparadies, die Insel der Träume, so nah!

    Silvia Avallones Roman "Ein Sommer aus Stahl" spielt bewusst mit den Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, der Harmonie und der Disharmonie, den Träumen und dem Alltäglichen. Silvia Avallones Sprachstil beschönigt nichts, sie beschreibt mit den harten Worten stählerner Metaphorik. Die Charaktere werden von der Autorin auf sehr eindrucksvolle Art über ein Jahr begleitet und entwickelt. Es ist gewiss kein unterhaltsames Buch, das zum Träumen einlädt, sondern eine lebensnahe Erzählung, die durch Charakter und Tiefgang berührt, fesselt, erschreckt - und trotz pessimistischer Zukunftsaussichten einen Hoffnungsschimmer bietet. Diesem Erstlingswerk und dem weiteren Werdegang seiner Autorin sollte auf jeden Fall Beachtung geschenkt werden.

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  • Ein Sommer aus Stahl Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von MsBookeria, am 10.12.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In diesem Buch geht es um die zwei Freundinnen Anna und Francesca, die nicht nur beste Freundinnen sind, sondern sich auch wie Schwestern sehr eng miteinander verbunden fühlen. Beide heben sich besonders durch ihre Schönheit, ihre Experimentierfreude und ihre Lebenslust von dem Einerlei des kleinen italienischen Küstenorts Piombino ab. Dieser Ort ist nur wenige Kilometer von der Insel Elba entfernt, scheint für die beiden jungen Mädchen aber auch unerreichbar zu sein. Stattdessen pendelt ihr Leben zwischen dem Strand und ihren schwierigen Eltern mit deren unlösbaren Problemen in der Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Dies ist ein Ort, wo das Gesetz des Stärkeren herrscht, die Mütter und Töchter von ihren Vätern geschlagen werden, junge Erwachsene Drogen konsumieren, die Mädchen schon mit dreizehn Jahren ihre ersten sexuellen Erfahrungen austauschen und die Kriminalitätsrate sehr hoch ist. Hier wird einem nichts geschenkt. Und dementsprechend zeigt sich hier auch das Leben von seiner schlimmsten Seite. Viele dieser jungen Menschen, die hier leben und aufgewachsen sind, hoffen eines Tages auf ein besseres und schöneres Leben, irgendwo außerhalb der Via Stalingrado. Und so auch Anna und Francesca. Doch plötzlich verändert die Liebe und das Schicksal ihr ganzes bisheriges Leben. Denn Anna geht eine Beziehung mit dem acht Jahre älteren Mattia ein, dem Freund von ihrem Bruder Alessio und Francesca gesteht sich ein, dass sie sich in Anna verliebt hat. Zutiefst enttäuscht über den vermeintlichen Verrat ihrer Freundin, geht Francesca daraufhin ihren eigenen Weg… Bis die beiden Mädchen eines Tages merken, dass das Leben ohne den anderen bloß eine leere Hülle ist und es keinen Sinn ergibt getrennt vom anderen zu sein...

    Silivia Avallone hat Ein Sommer aus Stahl in der auktorialen Erzählperspektive geschrieben. Dadurch hebt die Autorin besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich auf über 415 Seiten entwickeln, in den Vordergrund des Romans. Man erfährt aber nicht nur die großen Gefühle und die geheimen Sehnsüchte der beiden Mädchen und ihren Familienmitgliedern und deren Freunde, die in diesem Buch durch eine Vielzahl von Dialogen zu Wort kommen, sondern man erfährt auch sehr viel über all ihre Ängste und insgeheimen, teils sogar erschrecken-den Wünsche und Vorlieben. Denn Ein Sommer aus Stahl ist sehr leidenschaftlich, sexuell und doch außerordentlich authentisch geschrieben. So authentisch, dass man mit den Romanfiguren sogar Mitleid bekommen könnte und man sich wünscht sie von diesem traurigen Ort befreien zu können, der doch so aussichtslos erscheint. Nicht zu übersehen sind auch die vielen Vergleiche zwischen dem Stahl, der Hitze und der Leidenschaft, die Ein Sommer aus Stahl zu einem einzigartigen und unvergleichbaren Lesevergnügen machen. Punktabzug gibt es daher auch nur wegen der Länge, da das Buch teilweise etwas langatmig erscheint.

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  • Brutta Italia Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 28.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Ein Sommer aus Stahl" ist kein Urlaubsbuch, kein Roman, der Lust auf Urlaub in Italien macht und keine Geschichte, die besonders leicht und flockig daher kommt wie ein Sommertag.

    Vielmehr zeigt Silvia Avallone in dem Buch auf, dass es überall - selbst in den schönsten Urlaubsgegenden der Welt - die hässlichen Straßenzüge gibt, in denen Menschen wohnen, deren Leben sich zwischen Tristesse und Hoffnungslosigkeit bewegt.
    In genau solch einer Gegend wohnen die unzertrennlichen Freundinnen Anna und Francesca, deren gemeinsames Leben auf eine harte Probe gestellt wird und die dann lernen müssen, ohne einander auszukommen oder wie es ist, über den eigenen Schatten zu springen, um doch glücklich zu sein.

    Es sind eindeutig die leisen Töne, die das Buch so treffend von sich gibt, und auch die übertragenen Bilder, die sich zwangsweise dem Leser aufdrängen: Stets ist Elba als Urlaubsparadies direkt vor der Nase der Bewohner der Via Stalingrado - aber hinüberfahren, dort baden, das haben die wenigsten bislang getan und kommt nicht nur einem Tagesausflug, sondern einem neuen Leben gleich.

    Dennoch bekommt das Buch von mir nicht die Höchstpunktzahl, denn die permanente Sex-Besessenheit mancher Figuren war für mich dann doch ein bisschen effekthascherisch. Sex sells, aber unterhaltsam wars nach dem zigten Mal nicht mehr. Auch habe ich vermisst, dass zumindest andeutungsweise erzählt wird, was mit ein paar Personen, die in dem Buch eine doch relativ tragende Rolle spielen, passiert ist - es macht plopp, und die Geschichte geht einfach ohne sie weiter.

    Auf mich hat das Buch gewirkt wie eine deutliche Kritik an Staat und Gesellschaft, es zeichnet ein deutliches Bild, was für Parallelwelten existieren aber auch, dass es nichts wichtigeres gibt als glücklich zu sein, dafür zu kämpfen und über seinen eigenen Schatten zu springen, wenn auch der erste Schritt noch so schwer ist und ewig dauern kann.

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  • Eine ergreifende Geschichte über den triesten Alltag in Piombino Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Lisa Lauermann, am 17.08.2011

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    Dieser Roman über eine sehr tiefe Freundschaft der 13-jährigen Mädchen Anna und Francesca ist wahnsinnig spannend, ergreifend, witzig und etwas verstörend.

    Ihr etwas triester Alltag, und der vieler anderer, im Küstenort Piombino wird sehr genau und aus verschiedenen Blickwinkeln beschrieben. Gemeinsam versuchen sie diesem zu entfliehen und schaffen es in manchen Momenten auch.

    Doch als Anna eine Beziehung mit Mattia eingeht fühlt sich Francesca von ihr verraten und verstoßen.

    Das Abkapseln Francescas, das schlechte Gewissen Annas und die vielen anderen Individuen die in der Geschichte vorkommen und sie prägen sind oft malerisch, oft brutal skizziert und verleiten zum träumen wie auch zum luft anhalten und geschockt weiterlesen!

    Ein sehr tolles Buch! Alle Daumen hoch! :)

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  • 'Aber wir werden niemals wirklich getrennt sein.' Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von sabatayn76, am 30.07.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Inhalt:
    Francesca und Anna leben in der italienischen Hafenstadt Piombino, sind beide 13 Jahre alt und von Kindesbeinen an befreundet, genießen den Sommer, die Sonne und das Meer - und versuchen, mit ihren schwierigen Vätern und der angespannten Familiensituation zurecht zu kommen. Sie träumen davon, eines Tages die triste Via Stalingrado hinter sich zu lassen und ein unbeschwertes Leben auf der benachbarten Insel Elba zu verbringen. Doch dann begegnet Anna dem einige Jahre älteren Mattia, verliebt sich in ihn, und die beiden Freundinnen entfernen sich immer mehr und mehr voneinander.

    Mein Eindruck:
    'Ein Sommer aus Stahl' ist unheilschwanger, düster und trostlos. Wie in einem Film von Michael Haneke oder von Darren Aronofsky war ich beim Lesen von Anfang an angespannt und habe die große Katastrophe befürchtet und erwartet, auf die die Protagonisten unaufhaltsam zusteuern. Silvia Avallone schildert eine Welt ohne Zukunftsperspektive, ohne Hoffnung, voller Gewalt, Armut, Drogen und Ignoranz, und die Bewohner Piombinos ergeben sich fatalistisch ihrem Schicksal, brechen selten aus, leben ihr gewohntes Leben mit der Aussicht auf Verlust, Tragik, Armut und Krankheit. Doch inmitten dieser düsteren Idylle gibt es auch Lebensfreude, Glück und Hoffnung - in Form der engen und unerschütterlich wirkenden Freundschaft zwischen Francesca und Anna. Die Gefühle zwischen den Protagonisten schildert die Autorin überzeugend und lebensnah. Dabei benutzt sie eine deutliche und unverblümte Sprache, die nichts beschönigt, doch perfekt zu den beschriebenen Personen, Szenarien, Stimmungen passt.

    Mein Resümee:
    Ein sehr bewegendes Buch über Freundschaft und erste Liebe, über Hoffnungen und Sehnsüchte, über Zukunftspläne und Schicksalsschläge. Sehr empfehlenswert!

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  • 'Aber wir werden niemals wirklich getrennt sein.' Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von sabatayn76, am 30.07.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Inhalt:
    Francesca und Anna leben in der italienischen Hafenstadt Piombino, sind beide 13 Jahre alt und von Kindesbeinen an befreundet, genießen den Sommer, die Sonne und das Meer - und versuchen, mit ihren schwierigen Vätern und der angespannten Familiensituation zurecht zu kommen. Sie träumen davon, eines Tages die triste Via Stalingrado hinter sich zu lassen und ein unbeschwertes Leben auf der benachbarten Insel Elba zu verbringen. Doch dann begegnet Anna dem einige Jahre älteren Mattia, verliebt sich in ihn, und die beiden Freundinnen entfernen sich immer mehr und mehr voneinander.

    Mein Eindruck:
    'Ein Sommer aus Stahl' ist unheilschwanger, düster und trostlos. Wie in einem Film von Michael Haneke oder von Darren Aronofsky war ich beim Lesen von Anfang an angespannt und habe die große Katastrophe befürchtet und erwartet, auf die die Protagonisten unaufhaltsam zusteuern. Silvia Avallone schildert eine Welt ohne Zukunftsperspektive, ohne Hoffnung, voller Gewalt, Armut, Drogen und Ignoranz, und die Bewohner Piombinos ergeben sich fatalistisch ihrem Schicksal, brechen selten aus, leben ihr gewohntes Leben mit der Aussicht auf Verlust, Tragik, Armut und Krankheit. Doch inmitten dieser düsteren Idylle gibt es auch Lebensfreude, Glück und Hoffnung - in Form der engen und unerschütterlich wirkenden Freundschaft zwischen Francesca und Anna. Die Gefühle zwischen den Protagonisten schildert die Autorin überzeugend und lebensnah. Dabei benutzt sie eine deutliche und unverblümte Sprache, die nichts beschönigt, doch perfekt zu den beschriebenen Personen, Szenarien, Stimmungen passt.

    Mein Resümee:
    Ein sehr bewegendes Buch über Freundschaft und erste Liebe, über Hoffnungen und Sehnsüchte, über Zukunftspläne und Schicksalsschläge. Sehr empfehlenswert!

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  • Sommer aus Stahl Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Spatzi79, am 26.07.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Zum Inhalt:

    Francesca und Anna sind 13. Sie leben in einer kleinen Stadt in Süditalien, in der es außer dem Strand und dem Stahlwerk, in dem fast alle Männer arbeiten, nicht viel gibt. Aber das ist den Mädchen egal, sie haben einander, sie sind jeden Tag am Meer und sie spielen mit ihren Reizen, denn beide sind wunderhübsch und die Männer bewundern sie.

    Doch ihr Leben ist nicht nur voller Freundschaft und Spaß. Francescas Vater ist gewalttätig und verprügelt sie beim kleinsten Anlass, er überwacht sie am Strand mit einem Fernglas. Ihre Mutter ist erst 33 und wirkt schon wie eine alte Frau, sie hat sich aufgegeben. Annas Mutter Sandra denkt zwar an Scheidung von ihrem kriminellen Mann, aber sie ist nicht konsequent genug, um es durchzuziehen. Alessio, Annas Bruder, arbeitet im Stahlwerk und hat keine Ambitionen, mehr aus sich zu machen, während Anna von einem Leben weit weg von Piombino träumt.



    Meine Meinung:

    Was vom Cover her einen leichten Sommerroman verspricht, entpuppt sich schnell als literarisch schön verpackte Sozialkritik. Die Kinder wachsen in einem Milieu auf, das ihnen wenig Hoffnung auf ein anderes Leben als das der Eltern macht. Ihr Leben ist eigentlich von vornherein vorgezeichnet und nur wenige schaffen einen Ausbruch.

    Sex ist einer der Pfeiler ihres Alltags und der Autorin gelingt es, dies auch rüberzubringen, ohne dabei in den teilweise sehr unverblümten Schilderungen abstoßend zu wirken. Die einzelnen Charaktere sind größtenteils nicht wirklich sympathisch, aber so lebensecht dargestellt, dass man trotzdem mit ihnen mitfühlen kann.

    Das Buch hat keinen richtigen roten Faden, trotzdem fand ich es sehr gut zu lesen. Anhand der Geschichte der Freundschaft der beiden Mädchen wird das ganze Umfeld beschrieben, und man taucht in diese Welt ein, obwohl es eigentlich keine schöne ist.

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  • Sozialkritisch! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ines Berger, am 25.06.2011

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    Silvia Avallone schildert in ihrem Debütroman die Lebensbedingungen der ital.Arbeiterschicht.Ein außergewöhnliches Buch über Freundschaft,Liebe,Verzweiflung,aber auch über die Hoffnung auf ein besseres Leben.

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  • Im Schatten des Stahlwerks Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Saidjah Hauck, am 17.06.2011

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    Anna und Francesca versuchen unbeschwert den Sommer zu genießen. Sie leben in Piombino, eine Industriestadt an der italienischen Küste vor Elba. Elba ist der unerreichbarer Traum, die Insel der Reichen und Schönen. Während man liest wähnt man sich in den Fünfzigern. Die Männer saufen, sind gewalttätig sowohl ihren Frauen, wie auch Ihren Kindern gegenüber, oder aber sie verhindern jede persönliche Entfalltung. Tolle Charaktere, beeindruckende Schicksale und eine spannende Geschichte machen diesen Roman lesenswert.

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  • Ein anderes Bild von Italien Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von J.G., am 10.06.2011

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    Piombino ist eine Stadt am Meer. Wie wunderschön denkt man: Urlaub, Sonne, Strand und Meer. Aber die Realität zeigt uns zusätzlich noch etwas anderes: Stahlwerk, Arbeiterfamilien, Drogen, Kriminalität, Betonbauten

    Bei „Ein Sommer aus Stahl“ geht es um die Freundschaft zweier Mädchen im Alter von 13 Jahren. Anna und Francesca sind wunderschön, aber in ihrem Aussehen sehr unterschiedlich. Sie kennen ihren Körper und verstehen bereits in diesen jungen Jahren ihre Reize einzusetzen.
    Als die Liebe für Anna eine Rolle spielt, gerät ihre Freundschaft ins Wanken.
    Der Leser erhält Einblick in die Lebensverhältnisse der Familien von Anna und Francesca. Annas Mutter ist eine Frau, die der Linkenbewegung, wenn auch nicht unbedingt konsequent, zugeneigt ist, der Vater ist in kriminellen Machenschaften verwickelt und der Bruder Alessio, im Stahlwerk beschäftigt, weint seiner Liebe hinterher. Allerdings wird ihm dies zum Verhängnis.
    Der Vater von Francesca ist ein sehr dominanter Mensch und scheut es nicht seiner Frau und seiner Tochter gegenüber handgreiflich zu werden. Aber auch in dieser Familie kommt es zu einer entscheidenden Wendung.
    Die Bewohner von Piombino, zumindest welche der Leser kennen lernt, träumen von einem besseren Leben. Sie träumen von Wohlstand oder gar Reichtum, träumen von der schönen Insel Elba fern von dem Stahlwerk.

    Silvia Avallone zeigt in ihrem Buch ein anderes, aber absolut authentisches Bild von Italien unter den Arbeiterfamilien. Mit einer klaren, schnörkellosen und direkten Sprache spielt sie mit einer Reihe von Gegensätzen: Die blonde Francesca und die dunkelhaarige Anna, Stahl und Hitze, Meer/Strand und Betonbauten, Liebe/Sex und Hass/Schläge, etc.
    Dieses Buch hat mich auf einer Seite beeindruckt, da es ein sehr authentisches und glaubwürdiges Bild einer Arbeiterstadt wiedergibt und die Gefühle der „einfachen Menschen“ eindrucksvoll beschreibt. Auf der anderen Seite empfand ich dieses Buch etwas zu langatmig und nicht allzu fesselnd.

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  • Sandstrand und Metallstaub! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Anna Stiefel, am 08.06.2011

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    Die unbeschwerte Stimmung von jungen Mädchen am Strand und die glühendheiße Atmosphäre eines Stahlwerks bilden ein Hauptaugenmerk dieses Romans. Dies wird einerseits durch Anna und Francesca, zwei 13-Jährige Busenfreundinnen aus Arbeiterfamilien und andererseits durch Alessio und Christiano, zwei Jungen Stahlarbeitern mit Affären und Drogengeschichten dargestellt.
    Silvia Avallone stellt in ihrem ersten Roman eine sonnig-schummrige Stimmung her, die von italienischen Arbeiterfamilien, Drogen, Kriminalität, der ersten Liebe und vor allem dem Wunsch nach etwas anderem, größerem getragen wird.
    Ein Roman, den man unbedingt lesen sollte!

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  • Weit entfernt vom Dolce Vita Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Annemarie Blaßnig, am 08.06.2011

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    S. Avallones Romandebüt führt uns ins Stahlarbeitermilieu der italienischen Hafenstadt Piombino im Sommer 2001. Von der einstigen Stahlmetropole ist nur mehr wenig geblieben. Die Produktion wurde im Zuge der Globalisierung nach Osten ausgelagert und auch die verbliebenen 2000 Arbeitsplätze, von einst 20.000, scheinen gefährdet. Der Arbeitsalltag der Männer wird geprägt von monotoner Schwerarbeit im Stahlwerk. Die Frauen arbeiten in meist schlecht bezahlten Jobs an Supermarktkassen oder als Verkäuferinnen in Textilketten. Die Kinder schaffen gerade mal den Hauptschulabschluss. Der Trost- und Perspektivlosigkeit dieser Umgebung versuchen Anna und Francesca, zwei fast 14-jährige Mädchen, etwas Lustvolles abzutrotzen. Sie wollen nicht enden wie ihre Mütter, depressiv und tablettenabhängig die eine, die andere in einer Ehe gefangen, in der der Ehemann immer mehr ins Kriminelle abrutscht. Anna und Francesca sind jung und fühlen sich lebendig und wegen ihrer Attraktivität den anderen gleichaltrigen Mädchen überlegen. Ihre von Männern zunehmend wahrgenommene erotische Ausstrahlung ist ihr Kapital, das sie einzusetzen bereit sind, um zu den Gewinnern zu gehören. "Doch die Realität stellt ihre Ansprüche", schreibt die Autorin, "die Realität gewinnt immer...". Und so endet Anna zunächst in einer Verlobung mit dem kriminellen Mattia, einem Freund ihres Bruders, der wie dieser im Stahlwerk arbeitet, Francesca in einem Tabledance-Club, von dessen Besitzer sie vergewaltigt wird. Ihre Freundschaft zerbricht und erst am Ende des Romans nähern sie sich einander wieder an. Dieses Romandebüt aus Italien ist eine Empfehlung für alle, die gerne realistische Romane lesen.

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  • direkt und unbeschönt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 06.06.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Italien - Piombino - die Via Stalingrado. Anna und Francesca, 13 Jahre alt, sind Freundinnen. 13 - ein wundervolles Alter! Alt genug, um zu wissen, wie man sich kleiden und benehmen muss, um die Blicke der Männer auf sich zu ziehen, aber noch nicht alt genug, um die wirklichen Konsequenzen ihres Tuns absehen zu können. Zwei Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Den Strand vor der Haustür, Elba in Sichtweite. Und alles vor dem Hintergrund eines Stahlwerkes, der großen Konstante in Piombino.
    Knappe Bikinis, Volleyballspiele am Strand, Händchenhalten - und zu hause ein Vater, der seine Tochter schlägt, ein anderer, der nie zu hause ist, wenn man ihn braucht. Beide von ihren Töchtern und Ehefrauen verhasst.
    Francescas Vater beobachtet seine Tochter heimlich per Fernglas vom Balkon seiner Wohnung aus und sobald seine Tochter nach hause kommt, setzt es Prügel. Eine gebrochene Nase, ein verletztes Handgelenk, aber die kleine Schlampe hat es ja nicht anders verdient. Was läuft sie denn so aufrei-zend am Strand herum und flirtet mit den Jungs? Zu hause soll sie bleiben und sich um den liebenden Vater kümmern. Doch Francesca hasst ihren Vater. Und ihre Mutter hat einfach nicht genug Mut, den alles entscheidenden Schritt zu tun ihn anzuzeigen und die Scheidung einzureichen.
    Anna und Francesca verbringen jede freie Minute miteinander. Bis zu jenem Tag, als ein Junge in Annas Leben tritt. Die erste Liebe - zweifellos etwas ganz Besonderes. Doch Francesca kann und will Anna diese Liebe nicht gönnen - denn in Wahrheit liebt sie Anna. Es kommt zum Streit zwi-schen den scheinbar untrennbaren Freundinnen - einem Streit, der alles verändert. Und so gehen die beiden Unzertrennbaren getrennte Wege - Anna auf eine höhere Schule, Francesca, nachdem sie ihr Vater nicht mehr zur Schule gehen lässt, schließlich zum Gogo-Tanzen in eine nahe Bar. „Wie eine Schlampe läuft sie rum, deine Freundin!“ - also Anna das hört, bricht für sie eine Welt zu-sammen. Aber nicht nur der Streit mit Francesca bedrückt Anna.
    Annas Vater ist Kunsthändler, doch keiner von der legalen Sorte. Gut, dass er weg ist, hoffentlich für immer.
    Und Francesca geht strippen, nachts, heimlich, obwohl sie sich vor ihrem Vater nicht mehr zu verstecken braucht, denn der ist ein Krüppel. Ein Unfall mit dem Motorroller, keine körperlichen Verletzungen mehr, aber er weigert sich, sich selbständig zu bewegen. Allein Francesca darf, nein muss ihn pflegen. Und zu Ausgleich zieht sie sich vor anderen Männer aus, lässt sich Geld in den Tanga stecken und liebt doch nur Anna.
    Eines Morgens kommt Francesca von der „Arbeit“ nach hause, Anna steht auf dem Balkon. Noch immer haben die beiden kein Wort miteinander geredet. Anna hebt die Hand und winkt und Fran-cesca, unwissend, was über sie gekommen ist, geht einfach an ihrer Wohnung vorbei einen Stock höher, zu Anna. Klingeln. Die Tür wird geöffnet, Francesca tritt ein, gerade recht zum Frühstück. Aller Streit, aller Hass, alle verletzten Gefühle sind vergessen. Sie sind wieder vereint. Die beiden untrennbaren Schönheiten der Via Stalingrado sind wieder zusammen. Die Welt ist wieder in Ordnung.


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  • ungeschöntes Italien Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 02.06.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ungeschönt wird hier das Leben in einer Stahlarbeiterstadt in Italien erzählt. Es geht im Kern um zwei junge 13 jährige Mädchen, beste Freundinnen, die dabei sind erwachsen zu werden. Das Milieu ist dreckig und herunter gekommen, die Männer leben von der Stahlfirma, die langsam Massenentlassungen vornimmt, die Frauen sind zu Hause, die Kinder treiben sich sonst wo rum, haben mit 13 Sex und nehmen Drogen. Ein Sumpf, aus dem es kein Entkommen gibt. Aber Anna und Francesca haben den Traum nach Elba zu fliehen und dort glücklich zu sein. Die Realität und das harte Leben machen ihnen einen Strich durch die Rechnung.
    Themen wie Sex, Drogen, Familiengewalt, Verwahrlosung, Freundschaft, Liebe, Abhängigkeit, krumme Geschäfte….Die Umstände schrecken etwas, aber in Italien ist es Normalität in der aktuellsten Form.

    Der Schreibstil ist flüssig, sehr literarisch, springt oft in den Standpunkten des Erzählers und verleiht damit Tempo.
    Wer etwas spannendes erwartet, ist enttäuscht, dabei ist doch schon die Lebensbeschreibung spannend genug.

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  • Zwei Mädchen und ihre Freundschaft Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 01.06.2011

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    Silvia Avallone erzählt die Geschichte ihrer Provinz und eines Italiens, wie man es so nicht kennt. Ein Italien, in dem Gewalt und Drogen den Alltag bestimmen und die Perspektivlosigkeit in den Arbeitervierteln rund um das Stahlwerk Lucchini die Menschen kaputt macht. Der Leser taucht tief in die Ansichten der verschiedenen Charaktere ein und kann so die Geschichte aus den verschiedensten Blickwinkeln verfolgen. Mit einem beizeiten sehr harten Schreibstil trifft die Autorin vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Mit „Ein Sommer aus Stahl“ ist ihr ein packender Roman über eine besondere Freundschaft gelungen. Sie erzählt in diesem Buch aber auch die Geschichten all der Menschen, denen sonst keinerlei Beachtung geschenkt wird.

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  • Das Leben beginnt mit vierzehn... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Eskalina, am 25.05.2011

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    Es ist eine ganz eigene Welt in die Silvia Avallone Einblick gibt - eine heiße, trostlose Welt, in der die Stahlarbeiter und deren Familien in Piombino leben. Einerseits der Blick auf das Stahlwerk, ihre Lebensgrundlage, die ihnen Brot und Arbeit gibt, sie aber nicht aus ihren Fesseln lässt und andrerseits der Blick auf die Urlaubsinsel Elba, eine Welt der reichen Touristen, zu der die Bewohner der Arbeitersiedlung zwischen Strand und Stahlwerk nie gehören werden.

    Anna und ihre Freundin Francesca leben in Piombino und es scheint, als seien die beiden dreizehnjährigen schon jetzt in ihrem Umfeld gefangen und ihr Lebensweg vorgezeichnet. Es sind sehr beeindruckende Bilder, die die Autorin von der Arbeitersiedlung und ihren Bewohnern zeichnet. Der heiße Sommer, der Vater, der vom Balkon aus seiner pubertierenden Tochter mit dem Fernglas hinterher spioniert, die schlechte Beziehung der Eltern untereinander und dann gleich ein Sprung in eine Wohnung weiter und wieder ein gut skizziertes Bild von Annas Familie, das mit wenigen Worten zeigt, wie das Leben hier stattfindet.

    Anna und Francesca werden in diesem Sommer erwachsen und beide entdecken sich und ihre Körper. Doch während Francesca, die regelmäßig von ihrem Vater misshandelt wird, für Männer nur Verachtung empfindet, genießt Anna die Aufmerksamkeit des kriminellen Freundes ihres Bruders Alessio und plötzlich steht ihre Freundschaft auf dem Spiel.

    Über allem liegt bleischwer die Hitze eines Sommers, der der Hitze im Stahlwerk, das alles hier beherrscht, in nichts nachsteht. Es werden noch viele kleine Nebenschauplätze beschrieben und obwohl nicht jeder Bewohner der Arbeitersiedlung eine Hauptrolle spielt, so ergeben die vielen kleinen Geschichtchen ein so realistisches Bild des Ortes, dass man beim Lesen alles genau vor Augen sieht und dass ich nach der letzten Seite das Gefühl hatte, schon einmal dort gewesen zu sein.

    Ich war begeistert von diesen Bildern, von der Stärke der Sätze, die genau dosiert einen Einblick in diesen Mikrokosmos geben, aus dem ein Entfliehen unmöglich scheint. Ich habe dieses Buch in einer Nacht gelesen – Ich konnte und wollte es nicht aus der Hand legen, so sehr war in Piombino, so intensiv hat mich die Stimmung einfangen können, die Silvia Avallone mit ihren Figuren und deren Umfeld in wenigen Worten und klaren Sätzen zu skizzieren weiß.

    Mein Fazit: Für mich ein Lesehighlight in diesem Jahr und mein Lesetipp für den Sommer…

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  • ein tief bewegender Roman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christin Dittert, am 25.05.2011

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    Silvia Avallone hat hier einen ergreifenden und sprachlich brillanten Roman hingelegt, der es verdient, gut besprochen zu werden!!

    Ein Sommer aus Stahl ist tief bewegend, und lässt uns teilhaben am grauen Alltag einer Gruppe italienischer Jugendlichen, die in einem Viertel aufwachsen, welches von der Stahlindustrie geprägt ist. Sie schauen in eine hoffnungslose Zukunft ohne Perspektiven.

    Doch Anna und Francesca genießen ihr Leben, schaffen es die tragischen Zustände zuhause zu vergessen, sie tollen nach der Schule gemeinsam am Strand herum, kokettieren mit den Nachbarjungs, denn sie wissen, sie sind die Schönsten.

    Doch alles ist vergänglich...und sie werden von der Brutalität des Lebens eingeholt.

    Ich muss schon sagen, dass ich die Bewertung meiner Mitrezensenten so überhaupt nicht verstehe.

    Noch einmal: Dieser Roman ist einfach brillant!!

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  • Das reale Italien Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 24.05.2011

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    - Wenn du ständig deinen Arsch an ihm reibst, dich ihm an den Hals wirfst und ihm die Titten entgegenstreckst, findest du schon den Burschen, der auf dich reinfällt. -

    Zwei 13-jährige Mädchen, die sich in ihrer Schönheit übertreffen, Sonne, das Meer und ältere Jungs. Anna und Francesca befinden sich aus ihrer Sicht an der Schwelle zu einem neuen Leben, das mit dem vierzehnten Geburtstag beginnen wird. Sie dürfen Moped fahren, gehen auf neue Schulen und sind endlich nicht mehr die kleinen Mädchen. Sie wollen das alles gemeinsam erleben und möchten keine Erfahrung verpassen, die die Freundin macht. Und irgendwann werden sie gemeinsam ihre Koffer packen und die verdammte Hafenstadt Piombino verlassen. Hier gibt es keine Zukunft für zwei Mädchen, die einfach nicht so werden wollen wie ihre Mütter. Sie möchten keinen Stahlarbeiter als Mann, der seine Familie tyrannisiert oder drogenabhängig ist. Sie möchten sich ihr Leben nicht mit schmutzigem Geld finanzieren, dass sie in einem Nachtclub oder beim Kokainhandel verdient haben. Genauso wenig möchten sie mit 16 ein Kind haben und zuhause versauern. Der Fixpunkt in all ihren Träumen sind sie als Duo.
    Doch was passiert wenn diese Symbiose einen Riss bekommt? Wie verändern sich die Träume wenn das Leben doch so verläuft, wie das der Eltern?

    Silvia Avallone spricht nicht über das touristische Italien. Sie berichtet nicht über Orte wie Elba oder Mailand, sondern über die Orte, die nur ein paar Kilometer von den sauberen Ecken entfernt sind und doch scheinbar zu einer anderen Welt gehören. Es geht um das Italien, das dreckig und heiß ist, das von der Wirtschaftskrise gebeutelte südeuropäische Land. Sie erzählt von den Stahlarbeitern und den Leben, die wir aus den Büchern von Roberto Saviano kennen. Und trotzdem erzählt sie eine wunderbare Geschichte, die von Freundschaft und Enttäuschung handelt und das Erwachsenwerden oder das was man dafür hält, beleuchtet. Denn solche Geschichten gibt es nicht nur in den weißen Orten, sondern auch dort wo man nichts als Trübsinn vermutet. Die Menschen von Piombino scheinen zunächst etwas einfacher gestrickt zu sein. Im Endeffekt sind sie aber nur ein Produkt ihrer Umgebung. In einer anderen Gegend hätten sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach anders entwickelt.
    Das uns dieser Roman so leicht einnimmt und auf die Reise nach Italien schickt, ist der weichen und frischen Sprache der Autorin zu verdanken. Michael von Killisch-Horn ist es gelungen diese sommerliche Leichtigkeit der einzelnen Wörter in das Deutsche zu übertragen, ohne den Klang dabei zu degenerieren. Harte und schroffe Dialoge wechseln sich mit fast philosophischen Passagen ab. Die Jugendlichkeit der Mädchen scheint sich in den Wörtern wiederzufinden. Die Last des Lebens fällt von dem Leser ab und zeitweise wünscht er sich einfach wieder jung zu sein. Auch wenn er sich sicherlich nicht wünscht, seine Jugend in Piombino verbringen zu müssen.

    Fazit: Mich hat der Roman unterhalten, nachdenklich gestimmt und gefangen. Absolut empfehlenswert.

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  • Ein Sommer aus Stahl Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von MsBookeria, am 21.05.2011

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    In diesem Buch geht es um die zwei Freundinnen Anna und Francesca, die nicht nur beste Freundinnen sind, sondern sich auch wie Schwestern sehr eng miteinander verbunden fühlen. Beide heben sich besonders durch ihre Schönheit, ihre Experimentierfreude und ihre Lebenslust von dem Einerlei des kleinen italienischen Küstenorts Piombino ab. Dieser Ort ist nur wenige Kilometer von der Insel Elba entfernt, scheint für die beiden jungen Mädchen aber auch unerreichbar zu sein. Stattdessen pendelt ihr Leben zwischen dem Strand und ihren schwierigen Eltern mit deren unlösbaren Problemen in der Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Dies ist ein Ort, wo das Gesetz des Stärkeren herrscht, die Mütter und Töchter von ihren Vätern geschlagen werden, junge Erwachsene Drogen konsumieren, die Mädchen schon mit dreizehn Jahren ihre ersten sexuellen Erfahrungen austauschen und die Kriminalitätsrate sehr hoch ist. Hier wird einem nichts geschenkt. Und dementsprechend zeigt sich hier auch das Leben von seiner schlimmsten Seite. Viele dieser jungen Menschen, die hier leben und aufgewachsen sind, hoffen eines Tages auf ein besseres und schöneres Leben, irgendwo außerhalb der Via Stalingrado. Und so auch Anna und Francesca. Doch plötzlich verändert die Liebe und das Schicksal ihr ganzes bisheriges Leben. Denn Anna geht eine Beziehung mit dem acht Jahre älteren Mattia ein, dem Freund von ihrem Bruder Alessio und Francesca gesteht sich ein, dass sie sich in Anna verliebt hat. Zutiefst enttäuscht über den vermeintlichen Verrat ihrer Freundin, geht Francesca daraufhin ihren eigenen Weg… Bis die beiden Mädchen eines Tages merken, dass das Leben ohne den anderen bloß eine leere Hülle ist und es keinen Sinn ergibt getrennt vom anderen zu sein...

    Silivia Avallone hat Ein Sommer aus Stahl in der auktorialen Erzählperspektive geschrieben. Dadurch hebt die Autorin besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich auf über 415 (langatmigen) Seiten entwickeln, in den Vordergrund des Romans. Man erfährt aber nicht nur die großen Gefühle und die geheimen Sehnsüchte der beiden Mädchen und ihren Familienmitgliedern und deren Freunde, die in diesem Buch durch eine Vielzahl von Dialogen zu Wort kommen, sondern man erfährt auch sehr viel über all ihre Ängste und insgeheimen, teils sogar erschrecken-den Wünsche und Vorlieben. Denn Ein Sommer aus Stahl ist sehr leidenschaftlich, sexuell und doch außerordentlich authentisch geschrieben. So authentisch, dass man mit den Romanfiguren sogar Mitleid bekommen könnte und man sich wünscht sie von diesem traurigen Ort befreien zu können und der so aussichtslos erscheint. Nicht zu übersehen sind auch die vielen Vergleiche zwischen dem Stahl, der Hitze und der Leidenschaft, die Ein Sommer aus Stahl zu einem einzigartigen und unvergleichbaren Lesevergnügen machen. Punktabzug gibt es daher auch nur wegen der Länge.

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  • 50 Seiten habe ich geschafft... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von CabotCove, am 17.05.2011

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    „Sommer aus Stahl“ von Silvia Avallone fällt bei mir leider komplett durch...

    Die Leseprobe las sich noch recht interessant, aber leider hielt das Buch die doch an es gesetzten Erwartungen (und die waren noch recht gering, weil das einfach nicht mein Genre ist...) in keinster Weise.

    Die Geschichte um die Freundinnen Anna und Francesca, die ihr Leben in der Via Stalingrado fristen und von einem Leben ohne Staub und Arbeiterklasse träumen, bis die Liebe alles verändert, dümpelt vor sich hin wie ein nachlässig vertäutes Boot in der Adria und kommt überhaupt nicht in Fahrt.

    Die Autorin legt viel Wert auf die Ausarbeitung der einzelnen Figuren und war wohl redlich bemüht, eine interessante Geschichte um diese herumzuformen, aber diese erschloss sie mir leider so gar nicht. Der Schreibstil war mir einfach zu dröge und auch die Geschichte sprach mich einfach nicht an. Mir fehlte schlichtweg Spannung oder wenigstens eine plausible, interessante Geschichte. Auf beides wartete ich leider vergeblich.

    „Brilliant und bewegend“ konnte ich hier leider nichts finden, habe dem Buch aber eine Chance gegeben anfangs, da ich dachte, der allseits bekannte italienische Charme würde mich mitreißen, aber leider war die Autorin davon weit entfernt.

    Mehr als knappe 50 Seiten konnte ich mir nicht antun.

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