Dolch und Lilie

Highland-Saga

von Sonia Marmen

Buch

Taschenbuch (859 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Gabaldon-Fans, aufgepasst: Ein Leckerbissen!


Neufrankreich, Mitte des 18. Jahrhunderts: Der Highlander Alexander Macdonald liebt die Französin Isabelle Lacroix, Tochter eines einflussreichen Kaufmanns aus Québec, über alles. Doch ihre Liebe darf nicht sein, denn Alexander kämpfte auf der Seite der Engländer gegen Frankreich. Verzweifelt flüchtet Alexander aus der Stadt und schließt sich in den Wäldern dem Stamm der Irokesen an. Dort findet er Freundschaften, ja sogar die Hoffnung auf Liebe, aber die Gedanken an Isabelle lassen ihm keine Ruhe. Wird er das Volk verlassen, das ihm eine Heimat bot. Wird er zu der Frau zurückkehren, der er im Herzen ein ewiges Versprechen gab?


. Der fulminante Abschluss der opulenten Highland-Saga!
. Für alle Fans von Diana Gabaldon und Sara Donati!
. Ein großer historischer Roman voller Abenteuer, Intrigen und überraschender Wendungen - aber vor allem voller Romantik und Leidenschaft!


Produktdetails

Verkaufsrang: 66.515
ISBN-10: 3-442-36924-X
EAN: 9783442369249
Originaltitel: La Rivière des promesses (Coeur de Gael 4)
Erschienen: 07.07.2008
Verlag: Blanvalet
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 859
Länge/Breite: 208mm/118mm
Gewicht: 860 g
Übersetzer: Barbara Röhl
Reihe: Blanvalet Taschenbücher
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Sonia Marmen

Sonia Marmen wurde 1962 in Oakville, Kanada, geboren. Mit vier Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Neuschottland, wo sie das erste Mal mit den Nachfahren von schottischen Highlandern und ihren farbenprächtigen Tartans in Kontakt kam. "Schwert und Harfe" ist inspiriert von Marmens Faszination an allem Keltischen und ihren englischen Wurzeln. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Sorel, Québec.

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Christina Gordon zündete eine Kerze an und stellte sie mitten auf den Tisch. Sie lächelte ihrem Mann Finlay zu, der aus dem Fässchen, das auf einem Holzbock stand, Bier in einen Krug zapfte. Der Regen hatte aufgehört, aber der Himmel war immer noch so grau, dass das Zimmer, in dem die ganze Familie lebte, im Halbdunkel lag. Mary, die älteste ihrer Töchter, begann zu schreien. Sie stand auf und stolperte über ihre Schwester Jane, die zu heulen begann. Ihre Mutter hatte sich soeben hingesetzt, um den großen Haufen Flickwäsche anzugehen, der auf sie wartete. Die junge Frau seufzte, schloss die Augen und rieb sich den kugelrunden Bauch.
»Lass nur, Christina«, meinte Finlay zärtlich und stellte den Krug vor seine Freunde, die um den Tisch saßen. »Für heute hast du genug getan. Ich kümmere mich darum.«
Der Anblick dieses Familienidylls versetzte Alexander einen Stich ins Herz, denn so etwas würde er nie erleben. Finlay und Christina waren glücklich miteinander. Arm, aber glücklich. Was konnten sie mehr vom Leben verlangen als diese beiden wunderbaren Töchter, das dritte Kind, das bald zur Welt kommen würde, und die Liebe, die sie vereinte? Er wandte sich ab und sah aus dem Fenster, das auf eine hölzerne Palisade hinausging. Im Raum wurde es wieder still. Finlay hatte den Streit zwischen den Schwestern beigelegt und setzte sich wieder. Er schnalzte mit der Zunge und klatschte in die Hände.
»So!«, verkündete er und schenkte allen Bier ein. »Worauf trinken wir dieses Mal?«
»Auf die Freiheit!«, schrie Munro und hob sein Glas.
»Släintel«, riefen alle.
Sie stießen an, und ein paar Spritzer Bier landeten auf dem Tisch. Finlay wischte sie mit dem Ärmel auf und füllte die schon wieder leeren Gläser ein weiteres Mal.
»Auf die Zukunft und das Glück, das dem Mutigen lächelt!«
»Auf das Glück!«, wiederholten alle im Chor.
»Und auf die Freundschaft«, ließ sich Munro erneut vernehmen.
»Auf die Freundschaft!«
»Möge sie lange währen, auch wenn ...«
Finlay konnte nicht weitersprechen. Seine Kehle war wie zugeschnürt, und er hüstelte.
»Ja ...«, sagte Alexander und klopfte ihm auf die Schultern. »Obwohl wir auseinandergehen.«
Ein langes Schweigen folgte. Man hörte nur von hinten das Geplapper der kleinen Mädchen. Christina wischte sich mit ihrem Umschlagtuch eine Träne ab, schniefte und stach erneut mit der Nadel in den Strumpf.
»Das Land ist riesig. Möge jeder sich sein neues Leben aufbauen!«, fuhr Alexander fort und versuchte, seine Stimme fest klingen zu lassen.
»Und auf Coll, der sich verdrückt«, bemerkte Munro ein wenig verdrossen. »Warum willst du zurück nach Schottland, mein Alter, obwohl es hier so viel zu tun gibt?«
»Komm schon, Coll!«, beharrte Finlay und schenkte seinem Freund noch einmal nach. »Was riskierst du schon? In ein paar Jahren bist du wohlhabend genug, um dir ein schönes Stückchen Land zu kaufen und, wer weiß, dir als Zugabe noch ein hübsches Frauchen anzuschaffen!«
»Ihr wisst doch, ich habe Peggy versprochen ...«, murmelte Coll und schaute in sein Glas.
»Fuich, pfui!«, gab Alexander zurück. »Versprochen ... Alles nur Unsinn, wenn du meine Meinung hören willst!«
Der andere schluckte die Hälfte seines Biers in einem Zug hinunter und knallte dann sein Glas auf den Tisch. Er sah seinem Bruder gerade ins Gesicht.
»Allerdings, warum willst du unbedingt nach Schottland zurückkehren? Glaubst du wirklich, deine Verlobte hat all die Jahre auf dich gewartet? Geh doch mit Munro und mir!«
»Sei nicht so verbittert, Alas, und verteufle nicht alle Frauen ... Sie hat mir geschrieben, dass sie immer noch auf mich wartet.«
»Du wirst sie ja nicht einmal mehr erkennen!«
»Ich habe es ihr versprochen. Und außerdem ... Ich möchte mich auf keinen Fall durch einen Vertrag binden, verstehst du? Ich möchte frei sein, tun, wozu ich Lust habe. Zwei Tage hintereinander schlafen, auf die Jagd gehen oder einfach nur die Zeit an mir vorüberfließen lassen ... Herrgott, Alas! Wir haben sieben lange Jahre einen Vertrag einhalten müssen! Ich bin es leid! Ich will nichts mehr unterschreiben, nie wieder!«
»Hör schon auf, Coll! Du vergisst, dass die Ehe ebenfalls ein Kontrakt ist ... für das ganze Leben! Die Wälder, das ist die wahre Freiheit! Ich habe Männern zugehört, die von ihren Abenteuern erzählt haben. Glaub mir, diese wilden Landstriche haben durchaus ihren Reiz. Und ...«, setzte er augenzwinkernd hinzu, »man sagt, die Frauen der Indianerstämme seien sehr heißblütig. Diese Gelegenheit wirst du dir doch nicht entgehen lassen, oder?«
»Alas .«
»Meine Güte, du bist wirklich stur wie ein Esel! Hör mal ... ich bitte dich doch nur, dich mit dem Pelzhändler zu treffen. Er stellt eine Expedition für das Frühjahr auf und sucht achtzig Männer, von denen er schon dreiundsechzig beisammen hat .«
Coll zog an seiner Pfeife, lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und ließ den Blick durch das Zimmer schweifen. Zerstreut lauschte er seinem Bruder, der sich verzweifelt bemühte, ihn zu überzeugen. Vor fast zwei Monaten waren sie aus der Armee entlassen worden. Seitdem waren sie herumgezogen, hatten Gelegenheitsarbeiten verrichtet und sich meist von hartem Brot und fauligem Wasser ernährt. Nur Finlay hatte eine feste Arbeit gefunden und ging bei einem Schuster in der Oberstadt in die Lehre, übte also wieder denselben Beruf aus wie seinerzeit bei der Armee. Alexander und Munro hatten beschlossen, in dem unendlich weiten Land auf Abenteuer auszugehen. Aber ihm erschien diese Aussicht nicht besonders anziehend. Nach mehreren Jahren Krieg sehnte er sich nach ein wenig Ruhe und Frieden. Sein Bruder erging sich inzwischen über die lockeren Sitten der Indianerinnen. Coll unterbrach ihn schroff.
»Warum nimmst du nicht Maître Dumoulins Angebot an? Dann könntest du in Québec mit Emilie eine Familie gründen ... Sie wartet doch nur darauf, dass du sie um ihre Hand bittest!«
Alexander verstummte und schaute auf das schäumende Nass hinunter, das in seinem Glas schwappte. Maître Dumoulin war Zimmermann und arbeitete am Wiederaufbau der großen Kathedrale von Québec mit. Die Ursulinen hatten ihm von seinem Talent als Holzschnitzer erzählt, und der Mann hatte ihm angeboten, die Ausschmückung der Bänke zu übernehmen. Die Arbeit wurde gut bezahlt, und er hätte das Handwerk von einem Meister lernen können. Aber ihm stand der Sinn nach Höherem. Der Pelzhandel bot so viel mehr Möglichkeiten ...
Doch er hatte auch an Emilie zu denken. Die junge Frau erholte sich nur langsam von ihrer Fehlgeburt. Natürlich war er der Vater des Kindes gewesen, das sie verloren hatte. Doch er hatte sich seltsam erleichtert gefühlt, als er diese Rolle nicht anzutreten brauchte. Obwohl er praktisch mit Emilie zusammenlebte, konnte er sich nicht entscheiden, ihr Verhältnis zu legalisieren. Er liebte sie nicht wirklich und konnte sich unter diesen Umständen nicht vorstellen, sie zu heiraten. Ob er je in der Lage sein würde, eine andere Frau als Isabelle zu lieben ...?
Es war Zeit, Québec zu verlassen. Coll kehrte mit den ersten Schiffen, welche die Soldaten in die Heimat zurückbrachten, nach Schottland zurück. Sein Bruder hatte ihn vergeblich zu überzeugen versucht, mit ihm zu gehen. Aber Alexander hatte sich geweigert. Sein Leben war jetzt hier. Außerdem brannte er darauf, John wiederzusehen. Sein Zwillingsbruder war Trapper, da hatte er eher Aussichten, ihm wieder zu begegnen, wenn er mit der Expedition des kanadischen Pelzhändlers ging. Zudem würde das Abenteuer ihn einige Zeit körperlich und geistig beschäftigen.
Munro hatte ihm den Mann vor zwei Wochen vorgestellt. Damals hatten sie in einer Taverne in der Unterstadt ein Glas miteinander getrunken. Am Tag nach Emilies Fehlgeburt war das gewesen. Die Erzählungen des Händlers waren derart spannend gewesen! Er behauptete, das »braune Gold«, wie man das Biberfell nannte, könne einen Mann, der sich nicht vor schwerer Arbeit scheue, wohlhabend machen. Alexander hatte nicht widerstehen können ... obwohl er sich schämte, Émilie in einer für sie furchtbar schweren Zeit allein zu lassen. Zugleich hatte er immerhin einen ehrlichen Grund, Abstand von der jungen Frau zu gewinnen.

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