Der Hodscha und die Piepenkötter

Roman

von Birand Bingül

Buch

gebunden (314 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Treffen sich zwei Kulturen …
In ihrer Stadt ist Ursel Piepenkötter die unangefochtene 
Nummer eins. Als amtierende Oberbürgermeisterin 
liebt sie das Bad in der Menge, sie ist resolut und kämpferisch. Ihre Spezialdisziplinen: Tricksen, Tarnen, Täuschen. 
Ihr oberstes Ziel: die Wiederwahl. Doch die gerät in Gefahr, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen 
Gemeinde, zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Vielen Bürgern der Stadt ist der Islam 
nicht geheuer – muss eine Bürgermeisterin da nicht 
eingreifen und Profil zeigen? Ursel Piepenkötter wittert die Chance, durch eine wohldosierte Portion Populismus 
die Wahl für sich zu entscheiden.
Doch als sie Nuri Hodscha den Marsch blasen will, ist 
sie an den Falschen geraten: Der Mann Allahs ist ein 
Schlitzohr ohnegleichen. Ob Kuhhandel oder Erpressung – 
auch ihm sind alle Mittel recht.
Noch 42 Tage bis zur Wahl. Zwei Gegner, die sich nichts geben. Der Kampf ist eröffnet ...

Produktdetails

ISBN-10: 3-86252-015-3
EAN: 9783862520152
Erschienen: 02.05.2011
Verlag: Rowohlt Polaris
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 314
Länge/Breite: 205mm/125mm
Gewicht: 380 g
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Birand Bingül

Birand Bingül, geboren 1974, lebt in Köln und ist Redakteur beim WDR. Er arbeitet als Inlandskorrespondent für Tagesschau und Tagesthemen in der ARD.

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Kundenrezensionen

  • Der Hodscha und die Piepenkötter Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 08.11.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Oberbürgermeisterin einer großen deutschen Stadt steht vor der Wiederwahl und um dieses Ziel zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht. Probleme bereitet ihr der gerade in der Stadt angekommene neue Imam Nuri Hodscha, der verkündet, eine neue Moschee für seine Gemeinde bauen zu wollen und dies um jeden Preis. Die beiden geraten heftig aneinander, wobei der Imam schlitzohrig und mit nicht immer feinen Methoden vorgeht und die Frau Oberbürgermeisterin nach Lösungen lieber bei, wie ich finde, zuviel Rotwein sucht. Am Ende erkennen jedoch beide, daß sie ohne einander ihre Ziele nicht erreichen können.

    Ein ernstes Thema soll heiter aufbereitet werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Buch unterhaltsam und amüsant zu lesen. Die Geschichte ist vorhersehbar und auch das Ende. Die Wirklichkeit ist natürlich eine andere. Aber dafür steht das Buch ja auch nicht.

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  • Don Camillo und Peppone im hier und jetzt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Karlheinz, am 02.05.2012

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    Die Idee Don Camillo und Peppone in die Neuzeit zu importieren und dabei noch die aktuellen Probleme aufgreifen, finde ich nicht schlecht, auch wenn Birand Bingül sich manchmal sehr nah am Original, wie zum Beispiel die Gespräche zwischen Hodscha und Allah, gehalten hat. Ein paar eigene Ideen um die Charaktere zu vertiefen hätten da nicht geschadet. Außer diversen Wiederholungen der charakterlichen Besonderheiten, werden diese auch immer wieder erklärt. Ob das auf den Sender bei dem der Autor tätig ist zurück zu führen ist?

    Allerdings weckt der Vermerk 'Der humorvollste Zweikampf seit Don Camillo und Peppone!' Erwartungen die das Buch nicht erfüllen kann, jedenfalls bei mir. Das höchste der Gefühle war manchmal ein kleines Lächeln, aber so wirklich Spaß oder sogar ein Lachen kam nicht auf. Der Vergleich mit den italienischen 'Filmhelden' ist nur in den Charakteren zu sehen, aber nicht im Humoristischen.

    Auch der satirische Einschlag der sich bei so einer Story angeboten hat, wird zu keinem Zeitpunkt wirklich ausgereizt. Vieles ist einfach zu oberflächlich und einfach gestrickt, von so was wie ein wenig Tiefgang ist gar nicht zu sprechen. Alles bewegt sich an der Oberfläche und wirkt dadurch oberflächlich und einfach. Alleine schon auf den Aspekt, Politiker und Wahlkampf hätte man richtig eingehen können und Stoff für mehrere Bücher gehabt.

    Die Handlung im groben ist nach den ersten paar Seiten bereits schon zu erkennen, Überraschungen bleiben aus, sondern die Story entwickelt sich gradlinig in eine Richtung. Hier fehlt es mir einfach an Ideenreichtum.

    Positiv ist die Auseinandersetzung mit dem Islam und deren Kultur. Wenn mehr Stellen wie die geschichtliche Betrachtung oder die Erläuterung des Tragen des Kopftuches vorhanden wäre, dann wären die Schwächen bei Story und der Charaktere besser zu verkraften.

    Insgesamt ist das Buch gut zu lesen und man kann es nebenbei betrachten ohne groß bei der Sache zu sein. Leider fällt es mir schwer das Bucheiner Kategorie zuzuordnen, wenn dann ist es leichte Satire.

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  • Der Hodscha und die Piepenkötter Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von eine Kundin aus Frankfurt, am 13.04.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Oberbürgermeisterin einer großen deutschen Stadt steht vor der Wiederwahl und um dieses Ziel zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht. Probleme bereitet ihr der gerade in der Stadt angekommene neue Imam Nuri Hodscha, der verkündet, eine neue Moschee für seine Gemeinde bauen zu wollen und dies um jeden Preis. Die beiden geraten heftig aneinander, wobei der Imam schlitzohrig und mit nicht immer feinen Methoden vorgeht und die Frau Oberbürgermeisterin nach Lösungen lieber bei, wie ich finde, zuviel Rotwein sucht. Am Ende erkennen jedoch beide, daß sie ohne einander ihre Ziele nicht erreichen können.

    Ein ernstes Thema soll heiter aufbereitet werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Buch unterhaltsam und amüsant zu lesen. Die Geschichte ist vorhersehbar und auch das Ende. Die Wirklichkeit ist natürlich eine andere. Aber dafür steht das Buch ja auch nicht.

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  • Unterhaltsam Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von buchina, am 16.01.2012

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    Den Zusammenprall der unterschiedlichen Kulturen so humorvoll zu begegnen, wie es Birand Bingül mit seinem Roman gelingt, ist eine wunderbare Möglichkeit den Klischees entgegenzutreten.

    Mit wunderbaren Klischees beginnt der Roman: Der Hodscha wird als neuer Iman nach Deutschland geschickt und schafft, es innerhalb der ersten Stunden nach seiner Ankunft alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er geht sofort damit an die Presse, dass seine Gemeinde endlich eine richtige Moschee braucht. Frau Piepenkötter, die derzeitige Bürgermeisterin der Kleinstadt könnte sich vielleicht sogar damit abfinden, aber die Wahlen stehen vor der Tür und ihren konservativen Wählern kann sie ja schließlich keine Moschee vor die Nase setzen. Na da haben wir ja schon zwei wichtige Punkte in der Islam-Debatte: Moscheebau und Imane aus dem Ausland angekarrt.

    Nun hat Birand Bingül seine Charaktere so abwechslungsreich gestaltet, dass die Klischees in den Hintergrund rücken. Der Hodscha spricht perfekt deutsch, nur in der Öffentlichkeit versetzt er seiner Sprache einen Akzent, damit die Deutschen nicht irritiert sind. Er ist alleinerziehender Vater einer Tochter und hört liebend gern Bruce Springsteen. Seine Tochter ist sehr selbstbewusst, klug und trägt mit Überzeugung Kopftuch. Frau Piepenkötter ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes (schon allein an der Konstelation erkennt man frühzeitig, wie sich die Beziehung der Kinder wohl entwickeln wird) und Vollblutpolitikerin.

    Der Schlagabtausch zwischen dem Hodscha und der Piepenkötter ist großartig, aber mit der Zeit vorhersehbar. Das fand ich ab Mitte des Romans im Allgemeinen, die Luft ging etwas raus und die Handlung wurde berechenbar. Die Probleme der Charaktere treten in den Vordergrund. Ich hätte mir eine stärkere Auseinandersetzung der unterschiedlichen Sichtweisen oder auch die Gemeinsamkeiten der Kulturen gewünscht. Am Ende ist es ein sehr unterhaltsames Buch, welches sich gut liest, aber auch keine neuen Einsichten liefert.

    Optisch ist das Buch ungewöhnlich und auffällig. Der Einband, eine Mischung zwischen Hard- und Softcover finde ich großartig, sieht nicht nur besser aus, als ein Taschenbuch, lässt sich auch besser lesen und ist nicht so schwer wie ein Hardcover.

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  • Der Gewinner ist ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Bücherzeit, am 11.01.2012

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    In Wahlkampfphasen werden gerne beliebte politische Themen aufgegriffen und mehrheitsbezogene Positionen bezogen - so auch in Birand Bingüls Roman "Der Hodscha und die Piepenkötter": Ursel Piepenkötter ist gerade mitten in der heißen und gefährlichen Phase des Wahlkampfes, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, die unglaubliche Forderung stellt, eine angemessene Moschee für seine Gemeinde zu bauen. Dies ist der Beginn einer öffentlichen Schlammschlacht zwischen den beiden Hauptfiguren, die mit großem Ideenreichtum und mit List um die Gunst der Gemeindemitglieder bzw. der Wähler buhlen, um nicht die gesellschaftlichen, sondern lediglich die persönlichen Interessen durchzusetzen.

    Die Handlung ist im Großen und Ganzen vorhersehbar, inklusive der amourösen Entwicklungen zwischen den beiden Sprösslingen, was aber der Geschichte im Großen und Ganzen nicht allzu sehr schadet. Lediglich die "doppelte Buchführung" zu Beginn - zunächst die Darstellung der Ereignisse aus Sicht von Piepenkötter und Hodscha, danach die ausführliche Aufklärung aus Sicht der beiden Kinder - ist langatmig. Zu der eigentlichen Wahlkampfphase fehlt ein entscheidender Punkt: Der politische Konkurrent und dessen Positionen bleiben im Hintergrund, sodass die Wahlkampfatmosphäre und die Gefahr für Ursel Piepenkötter, nicht wiedergewählt zu werden, nicht ganz nachvollziehbar sind. Die Zwiegespräche zwischen Hodscha und Allah wirken einerseits befremdlich im Gesamtzusammenhang andererseits sehr menschlich. Die Charaktere sind überaus überspitzt dargestellt und handeln innerhalb klischeehafter Grenzen, zeigen aber, dass es nicht um die Frage der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppierung, sondern um Charakter und Persönlichkeit geht.

    Die Gestaltung des Einbandes ist sehr ansprechend, vielsagend und ästhetisch: Vor der Fassade einer in rot gehaltenen, nächtlich erleuchteten Stadt stehen Ursel Piepenkötter und Nuri Hodscha voneinander abgewandt und mit verschränkten Armen mit überzeugtem und selbstsicherem Ausdruck, wobei jede Hauptfigur vor dem Gotteshaus der Religion des jeweils anderen abgebildet ist. Die Schrift, die Kapitelüberschriften und die einzelnen Seiten sind ansprechend gestaltet und machen Freude beim Lesen.

    Insgesamt ist Birand Bingül eine heitere, leichte, zufriedenstellende, aber nicht überragende Lektüre für Zwischendurch geglückt, die dieses wichtige Thema des interkulturellen Austausches nur oberflächlich und überspitzt aufgreift.

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  • Einfach nur zum weglachen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sabine Schultze, am 17.11.2011

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    Eine mittelgroße Stadt mitten in Deutschland in der nicht viel passiert. In den Siebzigern wurde hier die Bundesgartenschau ausgetragen und in den Achtzigern residierte Robert Redford in einem kleinen Hotel für eine Nacht. Und nun kandidiert die Alleinerziehende und Verwitwete Ursel Piepenkötter für die Wahl der Oberbürgermeisterin. Alles gut und schön. Wäre da nicht der neue Geistliche der Muslimischen Gemeinde. Nuri Hodscha. Ein Imam wie er im Buche steht. Sämtliche Klischees (die viele Deutschen haben) bedient. Ob gebrochenes Deutsch (dabei besuchte er die Deutsche Schule und spricht akzentfrei), meint nicht alles verstehen zu können, setzt gerne Missverständnisse ein um seinen Willen durch zu boxen. Die Retourkutsche kommt prommt.




    Wer Don Camillo und Peppone mag, wird dieses Buch lieben.

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  • Wenn zwei sich streiten... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Corinna, am 07.11.2011

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    Ursel Piepenkötter ist die unangefochtene Nr. 1 bei den Bürgern ihrer Stadt. Da in einigen Tagen erneut Wahlen anstehen, lässt es sich die amtierende Oberbürgermeisterin nicht nehmen, sich erneut zur Wahl zu stellen. Und bisher sieht es nach einem glatten Sieg aus… bis… ja bis Nuri Hodscha in die Stadt kommt und eine der muslimischen Gemeinden übernimmt. Und der Geistliche fährt sofort schweres Geschütz auf. Eine neue Moschee soll her und das am liebsten sofort. Das dies der Piepenkötter, so kurz vor der Wahl, gar nicht passt ist klar. Und los geht es mit dem Streit der Beiden…

    Tja, wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte. In diesem Fall sind es wir, die Leser dieses unterhaltsamen Buches.
    Aber nun ganz von vorne. Dieses Buch hat schon einige Zeit in meinem Bücherregal verbracht. Ich fand die Leseprobe zwar schon recht gut, aber irgendwie passte es immer nicht zu meiner momentanen Lesestimmung. Und nun endlich, habe ich es befreit und gelesen.
    Zum Glück! Denn „Der Hodscha und die Piepenkötter“ ist ein sehr gutes Buch, dass mich von der ersten, bis zur letzten Seiten super unterhalten hat. Wie die beiden Hauptpersonen ihre Streitigkeiten austragen, was sie sich einfallen lassen, wie weit dies teilweise führt, etc. machte mir einfach Spaß. Ich habe so manches Mal gelacht, gegrinst und wurde aber auch nachdenklich. Ich denke, man sollte sich einfach darauf einlassen und Spaß mit dem Buch haben.
    Zur Aufmachung möchte ich auch noch etwas schreiben. Ich finde diese Softcover (nennt man das so, wenn ein Buch nicht Taschenbuch oder Hardcover ist?) einfach schön. Sie liegen sehr gut in der Hand und man merkt, dass doch hochwertiger ist als ein Taschenbuch. Außerdem hat mir auch die Covergestaltung sehr gut gefallen. Sie passt einfach zum Buch.
    Die Kapitel werden übrigens so dargestellt, dass der Leser ein Datum bekommt und die Tage bis zur Wahl herunter gezählt werden. Nur vor bestimmten Themen gibt es noch einmal eine große Überschrift.

    So und ich hoffe nun, lieber Herr Bingül, dass es vielleicht zu einer kleinen Fortsetzung des Buches kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass man die Geschichte noch weitererzählen könnte… Mich würde es freuen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit diesem Buch!

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  • Interkultureller Lesespaß Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Edith Kölzer, am 04.08.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Nuri Hodscha bringt einen gewaltigen Stein ins Rollen, als er gleich am Tag seiner Ankunft in der Stadt seines zukünftigen Wirkens den Bau einer repräsentativen Moschee fordert. Die Bürgermeisterin Ursel Piepenkötter, mitten im Wahlkampf, befürchtet sofort, dass sie wichtige Wählerstimmen verlieren könnte, wenn sie sich jetzt nicht genau richtig verhalten würde. Dass ihr dabei jedes Mittel recht ist, braucht ja niemand zu wissen. Sie stellt sich dem Zweikampf, wie seinerzeit Don Camillo und Peppone, und nicht minder humorvoll. Auf beiden Seiten wird gekämpft mit harten Bandagen. Ob wohl am Ende jeder das bekommt, was ihm wichtig ist?

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  • Interkultureller Hochgenuß! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christina Buß, am 30.07.2011

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    Türkei meets Deutschland- gerade an einer der wunden Stellen: Der neue türkische Geistliche begehrt für seine Gemeinde eine neue, repräsentative Moschee- und das ziemlich sebstbewusst! Aber nicht so mit Ursel Piepenkötter, die , schließlich Herrin im Haus und Oberbürgermeisterin, dem Hodscha schon zeigt, wo die Glocke hängt!
    Herrlich, diese perfiden Machtspielchen, jedes Mittel scheint recht zu sein, und gern bedient man sich auch geltender Vorurteile, die, eh man sich versieht, auch schon mal als Boumerang zurückschlagen können.
    Politische Ränkeschmiede vom Feinsten- alles Taktik und Strategie- so fragt man sich bei jedem "diplomatischen" Schachzug der beiden, was sie wohl eingentlich im Schilde führen. Da tragen ihre Kinder schon mehr zur interkulturellen Verständigung bei- sehr zum Unbehagen der beiden Streithähne- aber schließlich geht es doch um Integration, oder etwa nicht?
    Ich habe diese Buch jedenfalls nicht aus der Hand legen können, weil es den Konflikt humorvoll und gut beschreibt, ohne populistisch zu sein oder gar zu polarisieren!

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  • Der Hodscha und die Piepenkötter. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Gisela Busemann, am 21.06.2011

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    Wer kennt sie nicht, Don Camillo und Peppone, die sich immer einen humorvollen Zweikampf geboten haben, gestritten wie die Kesselflicker, aber immer mit einem verschmitzten Lächeln und mit viel Schalk im Nacken.
    Wem das damals so gefallen hat wie mir , der sollte sich das Buch von Birand Bingül auf jeden Fall selber kaufen oder aber verschenken.
    Nuri Hodscha,türkischer Geistlicher in einer mittelgroßen deutschen Stadt, will eine neue prächtige Moschee bauen. Er hat aber Ursel Piepenkötter, die amtierende Bürgermeisterin vergessen, die mit aller Gewalt gerade dieses verhindern will. Wo kommen wir da denn hin, wenn da jeder baut, was er will und wo er will.
    Die Wahl für das Bürgermeisteramt steht kurz bevor und die Piepenkötter sieht die Chance mit viel Populismus ihre Beliebtheit zu steigern. Jedoch, ihr großer Fehler sie hat nicht mit Hodscha gerechnet. In aller Öffentlichkeit will sie ihm mal anständig den Marsch blasen, muss aber entsetzt feststellen, dass er ein Gegner ist, der mit allen Wassern gewaschen ist. Und so treffen zwei Kulturen aufeinander und ein Schlagabtausch vom Feinsten nimmt seinen Lauf.
    Birand Bingül ist es mit seinem Buch „ Der Hodscha und die Piepenkötter“ gelungen, die ernsten Themen, wie Integration und Migration einmal von einer etwas oder auch mehr lustigen Seite zu beleuchten. Ich habe mich wunderbar unterhalten und würde mich freuen, wenn der Autor uns weiterhin so gut unterhält.

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  • Der Hodscha und die Piepenkötter Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von anyways, am 18.06.2011

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    Der alternde Hodscha einer mittelgrossen Gemeinde in einer mittelgrossen Stadt irgendwo in Deutschland, dankt ab und zieht sich in seine heimatlichen Gefilde zurück. Für ihn kommt ein jüngerer wenn auch strafversetzter Hodscha und übernimmt die Gemeinde. Nuri Hodscha ist das ,was man im klassischen Sinne als Dickschädel bezeichnet. Trotz seiner vielen Zwiegespräche mit Allah findet er nie den rechten Weg um seiner Tochter ein liebender Vater zu sein, noch um sich in einer neuen Stadt ohne größere Schwierigkeit einzuleben. Also rennt er gleich bei seiner Ankunft in Deutschland mit dem Kopf durch die Wand und fordert eine neue, schöne und natürlich große Moschee. Da Dickschädel bekanntlich in allen Herren Länder, Nationen und Religionen vorkommen gibt es auch in der mittelgroßen Stadt ein Pendant für Nuri Hodscha : Ursel Piepenkötter, ihres Zeichens Bürgermeisterin und CDU-Anhängerin. Diese steht auch noch im Wahlkampf und versucht auf Biegen und Brechen den Hodscha von seinen überzogenen Forderungen abzubringen, um die geneigte Wählerschaft wieder für sich zu gewinnen.







    Die erste Hälfte des Buches war unterhaltsam und kurzweilig. Es gab nette Passagen um die beiden Querulanten , die sich immer wieder heimlich in einer Gartenlaube treffen aberwitzige Waffenstillstände schließen und sich gegenseitig auflaufen lassen. Die nicht einen Zentimeter nachgeben wollen und nicht nur sich sondern auch ihre Familien nerven. Vieles war mir aber dann doch zu klischeehaft. Die Bürgermeisterin war mir zu sehr als Karrierefrau und Rotwein trinkende Mannfrau beschrieben, wohin gegen der Hodscha zu sehr dem Abbild der Frauenfeindlichkeit entsprach. Als dieser dann auch noch einen Anschlag auf den Sohn der Kontrahentin plant war es mit meiner Geduld und Lesefreude dahin. Nicht nur die Tat allein erschütterte mich sondern der Autor ließ seine beiden Protagonisten fast ohne große Worte zur Tagesordnung übergehen. Dieser Umstand störte mich so sehr, das ich das Buch nur der Vollständigkeit halber zu Ende las.

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  • Morgenland trifft Abendland - mit verheerenden Folgen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 06.06.2011

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    Inhaltsangabe in einem Satz: morgenländisches Temperament trifft abendländische Sturheit. Er - Nuri Hodscha, aufbrausend, uneinsichtig und rechthaberisch , sie - Ursel Piepenkötter, meist ruhig und bedacht agierend, zielstrebig und ergebnisorientiert. Zwei Menschen, die fast nichts gemein haben. Doch wie es das Schicksal will, treffen eben diese beiden grundverschiedenen Menschen eines schönen Tages aufeinander. Eigentlich ist dieser Tag gar nicht so schön; Nuri Hodscha wurde quasi „strafversetzt“ nach Deutschland, Ursel Piepenkötter steckt gerade mitten im Wahlkampf und hat wahrlich genug um die Ohren. Und an jenem schicksalhaften Tag - genau 42 Tage vor der anstehenden Wahl des Oberbürgermeisters - tritt Nuri Hodscha in das Leben der amtierenden Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter. Nuri Hodscha übernimmt die kleine muslimische Gemeinde der Gabrielstraße - keine große Sache! Doch Nuri macht noch am ersten Tag eine richtig große Sache daraus: Ihm gefällt nicht, dass seine Gemeinde in einer kleinen Hinterhofmoschee ihre Gottesdienste abhalten muss und so fordert er den Bau einer neuen, schönen, großen und repräsentativen Moschee. Ein Fehler - wie sich herausstellt, denn damit beginnt ein verbittertes Ringen mit der Oberbürgermeisterin, die durch eine Genehmigung des Vorhabens jede Menge ach so wichtige Wählerstimmen davon schwimmen sieht. Moslems? Eine neue, große Moschee? Die sind doch alle radikal und Radikale wollen wir nicht also wollen wir auch keine neue, große Moschee. Punkt!
    Es folgen heimliche Treffen in einer Gartenlaube, Mädchen in Burkinis beim Schwimmunterricht, ein medienwirksames Fußballspiel und jede Menge kleine und große Hinterhältigkeiten.
    Ganz heimlich und nebenbei freunden sich die als Spione genutzten Kinder von Ursel Piepenkötter und Nuri Hodscha an. Ein Dorn im Auge der Eltern! Es geht sogar soweit, dass Nuri Hodscha, ein Mann Allahs(!), einen Schlägertrupp anheuert um den Sohn der Piepenkötter zusammenschlagen zu lassen.
    Prompt bekommt Nuri Hodscha eine Standpauke von ganz, ganz oben! Allah selbst spricht mit Nuri, lobt ihn, tadelt ihn, gibt ihm Tipps und Hinweise, alles gewürzt mit ein klein wenig Sarkasmus. Interessante Unterhaltungen kommen zu Stande. Nur, wenn Allah mit jedem seiner Hodschas soviel Zeit im Gebet verbringt wie mit Nuri, dann hat der Mann (?!) wohl nicht nur einen 24h Tag, sondern einen 2400h Tag! Aber wahrscheinlich sind nicht alle Hodschas so hilfsbedürftig wie Nuri…

    Wahltag, Stimmenauszählung: Gegenkandidat liegt knapp vorne, Piepenkötter und Gegenkandidat liegen gleichauf, Ursel Piepenkötter liegt vorne, nur minimal, aber was soll’s? Gewonnen ist gewonnen!
    Und das gilt auch für Nuri Hodscha, denn nun bekommt er in absehbarer Zeit die Genehmigung für den Bau einer neuen Moschee. Und gewonnen haben auch die Kinder von Nuri und Ursel - die beiden gehen nämlich zusammen auf Klassenfahrt. Und gewonnen hat auch Allah - endlich nämlich hat Nuri begriffen, was all die Fingerzeigs und Winke mit Zaunpfählen oder Scheunentoren, all das gute Zureden und auch das ermahnende Gespräch bedeuten sollten: mäßige dich, Nuri, denke und handle ruhig und besonnen und du wirst dein Ziel erreichen. Aber wozu eigentlich? Die ganzen Streitigkeiten und Hinterhältigkeiten und Sabotagen sind doch eigentlich ganz lustig und Langeweile kommt so auf keinen Fall auf. Jedem sein Zeitvertreib!


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  • Teufel gegen Teufel Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Tina Bauer, am 05.06.2011

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    Der neue Imam ist in der Stadt und sorgt gleich für Unruhe. Er will eine neue Moschee und die Oberbürgermeisterin muss dafür herhalten. Doch diese ist auch nicht mit den Wassern der Unschuld gewaschen und so beginnt ein kleiner und feiner Grabenkrieg zwischen Mann und Frau und zwei sehr unterschiedlichen Kulturen. Hier spielt der Teufel mit dem Teufel und zu allem Übel müssen beide Kinder auch noch als Spione herhalten!

    Lustig, gute Dialoge mit Allah und eine erstklassige Beschreibung einer kleinen ausgebrannten Stadt, die schon bessere Tage gesehen hat.

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  • Integration mal anders Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Susanne Schach, am 29.05.2011

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    Das neue geistliche Oberhaupt der muslimischen Gemeinde ist für Frau Oberbürgermeister Piepenkötter gerade vor der Wahl eine unliebsame Herausforderung. Sie, die sich so gut auf das Tricksen versteht, scheint hier einen ebenbürtigen Gegner gefunden zu haben. Die beiden hauen sich nach Herzenslust in die Pfanne, um ihre jeweiligen Ziele durchzusetzen. Doch da gibt es ein Problem: ihre Kinder finden nach Romeo-und-Julia-Manier mit Umwegen und Missverständnissen zueinander.
    Man kann das deutsch-türkische Thema auch amüsant angehen!

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  • Multikulti Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 24.05.2011

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    Birand Bingül hat einen unterhaltsamen Roman um das Aufeinanderprallen von Islam und Christen geschrieben.

    Die amtierende Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter bereitet sich auf ihre Wiederwahl vor. Mit ihrem "Leibeigenen" Meierlein und einem guten Rotwein sollte das doch zu schaffen sein. Da tritt der neue Hodscha der türkischen Geimeinde in ihr Leben. Dieser lebt nach dem Motto: "Wenn du zuschlägst muß man es hören!". Also kündigt er gleich mal den Bau einer neuen Moschee an. Das ist natürlich das Thema vor der Wahl und der Reporter Winter macht aus allen Gegebenheiten ein Seite 1 Thema. Das kann sich die Piepenkötter aber nicht bieten lassen und denkt sich, den kleinen Nuri Hodscha wird sie schon klein kriegen. Aber die beiden sind sich in Verschlagenheit und Raffienesse ebenbürtig. Der Kampf ist eröffnet und noch 42 Tage bis zur Wahl. Jetzt versucht jeder durch Tricksen, Erpressung und Bestechung an sein Ziel zu kommen. Die Piepenkötter will die Wahl gewinnen ohne sich über die Moschee zu äußern und politisch Stellung zu nehmen und Nuri Hodscha will die Moschee!

    Birand Bingül hat ein aktuelles, brisantes und gefährliches Thema aufgegriffen, die Integration der Muslime in Deutschland. Auf leichte unterhaltsame Art hat er die Problematik näher gebracht. Ohne den Zeigefinger zu heben zeigt er die Probleme des Miteinanders und die Vorurteile auf beiden Seiten. Aber auch die Versuche des Näherkommens und Verstehen wollen. Leider kommt nicht mehr zur Sprache wie sich Patrick seinen Freunden gegenüber verhält und wann er seine Liebe zu Hülya offenbart.

    Gut fand ich die Einteilung der Kapitel, noch ... Tage bis zur Wahl. Viel Situationskomik brachte mich immer wieder zum Schmunzeln. Es macht aber keinen guten Eindruck, wenn eine Bürgermeisterin so viel trinken muß. Ein schönes Buch um mehr Verständnis auf beiden Seiten zu fördern.

    Ich denke, da kann Birand Bingül noch einen weiteren Roman schreiben, wir können die Annäherung der Kulturen verfolgen und das Beste hoffen!

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  • Don Camillo und Peppone mal anders! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Saidjah Hauck, am 13.05.2011

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    Nuri Hodscha, der neue Imam der islamischen Gemeinde Gabrielstraße, ist frisch aus der türkischen Heimat eingetroffen. Frau Piepenkötter steckt mitten im Wahlkampf. Die erste Amtshandlung des guten Hodschas: er verlangt eine repräsentative Moschee und schon gehen beide Streithähne auf einander los. Nuri befragt ständig seinen Allahim und bekommt nicht immer die gewünschte Antwort. Gut gelungene Posse mit ernstem Hintergrund, die dazu in der Lage ist Vorurteile abzubauen und Brücken zu schlagen. Eine ironische Antwort auf Sarrazin!

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  • Der Hodscha und die Piepenkötter Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 10.05.2011

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    Schauplatz ist eine kleine, mittelmäßige Stadt, deren Höhepunkte die Bundesgartenschau in den 70gern und die Übernachtung von Robert Redford in den 80gern waren. Ursel Piepenkötter ist die amtierende Oberbürgermeisterin in dieser Stadt, die kurz vor den Wahlen steht. Alles läuft friedlich, bis Nuri Hodscha, der neue Geistliche des Moscheevereins, mit seiner Tochter Hülya auftaucht und eine neue Moschee für seine Gemeinde verlangt. Das will die Piepenkötter nicht genehmigen, denn das bietet aufgrund der bevorstehenden Wahl, ziemlich viel Zündstoff und sie könnte so einige Wähler verlieren. Ihre Taktik lautet: "Verzögern. Tricksen, tarnen, täuschen." und diese Schiene fährt sie während der kompletten Geschichte.
    Nuri Hodscha "spricht" mit Allah und diese Dialoge sind die witzigsten im ganzen Buch, finde ich. Allah rät ihm, nicht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, sondern alles ein wenig langsamer anzugehen. Doch darauf hört Nuri nicht im Geringsten. In der Öffentlichkeit spielt Nuri einen schweren türkischen Akzent vor, während er doch eigentlich perfekt deutsch sprechen kann.
    Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen, führt Nuri Hodscha die Piepenkötter gekonnt vor. Doch das lässt diese nicht auf sich sitzen und schlägt direkt zurück und so geht das immer hin und her und die beiden Kontrahenten schenken sich in ihrem Kampf wirklich nichts und überschreiten auch schonmal Grenzen. Doch nicht nur Nuri und die Piepenkötter haben zu kämpfen. Auch Hülya wird nicht gerade mit offenen Armen in ihrer neuen Klasse empfangen und hat sehr mit Vorurteilen zu kämpfen. Ausgerechnet Patrick, der Sohn der Piepenkötter setzt sich für sie ein. Aber auch die beiden werden in den Machtkampf ihrer Eltern mit hineingezogen...
    Man merkt, dass Herr Bingül sich sehr mit dem Thema Integration und Migration beschäftigt hat und lernt noch so einiges über die türkische Kultur dazu.
    Das Buch ist flüssig geschrieben, aus Sicht der Piepenkötter und von Nuri, aber auch aus der Sicht der Kinder. Dabei finde ich gut, dass man auch wirklich merkt, dass da Jugendliche sprechen, was ja nicht in jedem Buch der Fall ist.
    Meiner Meinung nach könnte es hier sogar noch einen zweiten Teil geben (den ich mit Freude lesen würde), denn das Ende ist zwar nicht direkt offen, lässt aber Raum für eine Fortsetzung.

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  • Türkischer Don Camillo triftt auf weiblichen deutschen Peppone Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 08.05.2011

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    Nur Hodscha wird als neuer Iman nach Deutschland geschickt. Bereits bei seiner Ankunft gibt er dem etwas schmierigen Lokalreporter ein Zeitungsinterview mit durchaus politischer Sprengkraft, in dem er eine neue und größere Moschee für seine Gemeinde fordert.

    Das ruft am nächsten Tag die amtierende Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter sofort auf den Plan. Wie kann dieser Hodscha es sich erlauben in "ihrer" Stadt den Bau einer Moschee zu fordern.?? Besonders so kurz vor den OB Wahlen, die Sie unbedingt wieder gewinnen will. Das geht entschieden zu weit...

    Nun beginnt ein fröhlicher intelligenter und gewitzter Schlagabtausch zwischen den beiden Kontrahenden die sich an Schlauchheit und Raffinesse bei der Durchsetzung ihrer Ziele absolut ebenbürdig sind.

    Der Autor Birand Bingül schreibt mit Charme und Witz. Sein Schreibstil ist erfrischend lebendig und dazu noch sehr komisch. Wer Guareschi´s Don Camillo und Peppone gern gelesen hat, wird an diesem Buch ein ebenso großes Lesevergnügen haben.

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  • Meine Meinung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Rennie, am 04.05.2011

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    Eine verbohrte und egozentrische Bürgermeisterin, die ziemlich viele Spekulationen zulässt, ob Ähnlichkeiten mit unserer Bundeskanzlerin gewollt oder mehr zufällig sind. Ein ebenso starrsinniger, „Bruce Springsteen – liebender“ Hodscha, der hin und wieder in Zwiegesprächen mit Allah von diesem getadelt und wieder in seine Schranken gewiesen wird. Und dann noch zwei weitere Hauptfiguren, nämlich die Teenager Patrick – Sohn der Piepenkötter – und Hülya – Tochter des Nuri Hodscha.
    Bald schon verlieben sich die beiden Teenager auch noch ineinander und so wird aus dem politischen Kampf zwischen der Bürgermeisterin und dem Hodscha auch noch eine private Fehde. Das sind die groben „Zutaten“ für Bingül´s Roman.

    Der Zank zwischen den Hauptcharakteren ist teilweise ganz lustig zu lesen, allerdings artet die Story dann doch auch mal aus. Spätestens an einer Stelle, an der der Hodscha 3 Schlägertypen anheuert, die Patrick gründlich fertigmachen sollen. Da habe ich für mich den Spaßfaktor des Romans doch zeitweilig ziemlich in Frage gestellt.

    Wer sich noch an die alten Fernsehfilme „Don Camillo und Peppone“ erinnert, der wird ziemlich schnell seine Parallelen finden beim Lesen. Leider hat der Autor mMn – falls denn Absicht dahinterstecken sollte – bei einem Vergleich dieser Figuren deutlich den Kürzeren gezogen.

    Sein Roman war kurzweilig und teilweise ganz amüsant zu lesen, aber als Highlight würde ich ihn nicht gerade bezeichnen. Ein netter Zeitvertreib, der mir persönlich allerdings den Islam und dessen Geschichte nicht näherbringen konnte, auch wenn der Autor unter anderem sicherlich dies im Hintergrund beabsichtigt hat.

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  • Ein großer Spaß mit kleinen Abstrichen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von melange, am 01.05.2011

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    Gerade weil der Roman nicht zuviel Tiefgang besitzt, war ich positiv überrascht. Weichgespülte Multi-Kulti-Literatur gibt es schließlich genug.

    Zum Inhalt: Eine der beiden islamischen Gemeinden einer Kleinstadt im Wahlkampf bekommt von der Zentrale ein neues Oberhaupt zugeteilt. Dieses erscheint mit Bruce Springsteen Plattensammlung und pubertierender Tochter und zeigt von Beginn an der Bürgermeisterin Frau Piepenkötter die Zähne unter dem Rauschebart. Frau Piepenkötter ihrerseits möchte wiedergewählt werden und zieht dazu sämtliche Register politischen Könnens, - unter anderem ihren Sohn, der zufällig die gleiche Klasse wie des Hodschas Töchterlein besucht. Die Scharmützel der beiden bis kurz nach dem Wahltag behandelt "Der Hodscha und die Piepenkötter".

    Die Aufmachung: Erst einmal ein comicartiges Cover, welches jedem, der einen Roman mit Tiefgang erwartet, diesen Zahn ziehen sollte. Dazu ein Weichcover, welches mir sehr gut gefallen hat, da es eine bessere Griffigkeit als ein Taschenbuch bietet, aber nicht so unhandlich wie ein Hardcover ist. Bei Romanen, die nicht "für das Leben" gedacht sind, halte ich das für ein sehr gutes Mittelding. Zum guten Schluss eine zwar gewöhnungsbedürftige Schrifttype für die Kapitelüberschriften, die aber ebenfalls deutlich machte, dass man einen gern überspitzten Roman und keine auf politische Korrektheit gebürstete Erzählung vor sich hat.

    Mein Eindruck: Herrlich pointiert und bösartig bedient Herr Bingül sämtliche Klischees, die der geneigte Leser von Politikern und Geistlichen mit Draht nach ganz oben hat: Die Politiker kennen im Wahlkampf weder Freunde noch Familie und scheren sich einen Dreck um ihr Geschwätz von gestern, die Geistlichen stellen dafür fast alles für ihre Liebe zu Gott oder Allah zurück - außer vielleicht Bruce Springsteen - und kennen in ihrem Eifer höchstens die Grenzen, die ihnen von ganz oben aufgezwungen werden. Dazu bekommen noch Hausfrauen, Teenager, Schmierlappen mit Hasspredigerhintergrund und Journalisten ihr Fett weg: Jeder taktiert so gut er kann, um für sich das meiste herauszuholen, gerne auch bei konspirativen Treffen oder im Pakt mit dem Feind des Feindes. Durch die vielen Versuche des gegenseitigen Beinchenstellens und der Kürze der Zeit durch das Nahen des Wahltages blieb die Spannung immer gewahrt - langatmige Teilstücke konnte es nicht geben.

    Schön auch die Zwiegespräche mit Allah - bei Don Camillo abgeguckt oder nicht - die den Hodscha immer wieder auf Kurs brachten, den er vor lauter Engstirnigkeit gerne einmal vergessen wollte.

    Auch wenn das gemäßigte Happyend (es kann ja bei den unterschiedlichen Voraussetzungen kein Hosianna für alle geben) natürlich voraussehbar ist, habe ich mich auf dem Weg dorthin köstlich amüsiert. Aber kleine Abstriche muss ich dennoch machen: Mir trank Frau Piepenkötter viel zu viel Rotwein und der Hodscha benutzte schlagende Argumente, mit denen ich mich unter keinen Umständen anfreunden will.

    Fazit: Ein wunderbar ironisches Buch über zwei Streithähne auf ihrem Weg zur Glückseligkeit mit kleinen Abzügen in der B-Note. Vier Sterne.

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