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Taschenbuch (733 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Pressestimmen:
Christopher Paolinis Erstling blitzt aus den Schwert- und Zauberei-Büchern hervor wie Eragons Schwert Zar'roc aus einem Berg gewöhnlicher Waffen. DIE ZEIT
Man möchte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Gala
"Wie kann einem 15-Jährigen das gelingen?" Der Spiegel
| Verkaufsrang: | 9.098 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-570-30333-0 |
| EAN: | 9783570303337 |
| Originaltitel: | Inheritance Trilogy 1: Eragon |
| Erschienen: | 06.03.2006 |
| Verlag: | Cbt |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 733 |
| Länge/Breite: | 185mm/128mm |
| Gewicht: | 599 g |
| Altersempfehlung: | ab 12 |
| Übersetzer: | Joannis Stefanidis |
| Reihe: | cbt Taschenbücher |
Christopher Paolini ist einer der erfolgreichsten Jungautoren weltweit. Sein Debütroman "Eragon" wurde bisher in über 50 Länder verkauft und auch Hollywood adaptierte den Roman und erkannte den Erfolg. Christopher Paolini kam am 17.November 1983 in Südkalifornien zur Welt und wuchs zusammen mit seiner jüngeren Schwester Angela in Montana auf. Er besuchte nie eine öffentliche Schule, da seine Mutter ihn von zu Hause aus unterrichtete. Zu Beginn der ersten Lehrstunden wollte Christopher Paolini als kleiner Junge nicht lesen lernen und versuchte seiner Mutter verständlich zu machen, dass es für ihn reine Zeitverschwendung ist. Doch die Mutter von Christopher Paolini blieb geduldig und nachdem sie ihn das erste Mal in eine Bibliothek mitgenommen hatte, war es um ihn geschehen. Von da an verschlingt er die Bücher nur noch. Seinen Hang zum Fantasy und Science-Fiction Genre besaß Christopher Paolini von klein an. Die Bücher von J.R.R. Tolkien und Raymond Feist faszinieren ihn so sehr, dass er im Alter von 15 Jahren seine eigene Welt erschafft. In seiner Fantasie ist der Autor umgeben von Echsen, die ihm halfen den großen Erfolg seiner "Eragon" Reihe zu kreieren. Die Drachenvisionen sind der Grund warum Christopher Paolini letztendlich zum Autor seiner eigenen Fantasy-Geschichten wurde. Drei Jahre benötigte er um dem Roman "Eragon" einen festen Rahmen und Struktur aufzuerlegen. Da die Erstveröffentlichung über den Familieneigenen Verlag stattfand, verlieh es dem jungen kreativen Kopf so große künstlerische Freiheit, dass auch der Umschlag und weitere Illustrationen im Buch von Christopher Paolini stammen. Es verging noch einige Zeit der Mundpropaganda und eigene Promotion bis der Erfolgsautor Carl Hiassen "Eragon" entdeckte. Er half Christopher Paolini letztendlich zu einem Bestsellerautor zu werden. Das er einmal einen spitzen Platz auf der New York Times Bestsellerliste einnimmt und Harry Potter weit hinter sich lässt, konnte damals keiner erwarten von dem Jungen mit den Drachengeschichten. Mittlerweile sind sowohl Fortsetzungen von dem ersten Band "Eragon" auf dem Markt und weitere Verfilmungen geplant. Christopher Paolini hofft sein Leben lang die Leser mit seinen Drachengeschichten begeistern zu können. Für sich selbst kann er sich nämlich kein Leben ohne seine Drachen vorstellen. Christopher Paolini wohnt mit seiner Familie weiterhin in Paradise Valley im Bundesstaat Montana.
Meinung der Redaktion
Dass er schon mehr Eragon als Christopher Paolini ist, unterstreicht die Tatsache, dass Paolini bereits am vierten Buch der Serie arbeitet. Die Fans freut das: So viele strahlende Buchhelden gibt es ja nach "Harry Potter" nicht mehr.
von Ines Filipits, am 09.02.2013
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von Renate Strohmayer, am 16.01.2012
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von Pic0bu22, am 04.12.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 03.01.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 18.09.2009
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von *Bücherwürmchen*, am 24.09.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 17.09.2008
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von Stefan Heidsiek, am 11.09.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 09.08.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 09.08.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 06.07.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 24.05.2008
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von Claudia, am 01.05.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 27.03.2008
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von Ristian Flitsch, am 12.12.2007
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von Thomas Zörner, am 23.11.2007
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von einer Kundin/einem Kunden, am 26.10.2007
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von Nadine Hammes, am 20.09.2007
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von einer Kundin/einem Kunden, am 04.06.2007
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von Torsten, am 29.05.2007
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PROLOG: SCHATTEN DER ANGST
Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, der die Welt ver?ndern sollte. Ein hoch aufragender Schatten hob den Kopf und schn?ffelte. Bis auf sein blutrotes Haar und seine gelb gl?henden Augen sah er aus wie ein Mensch.
Er blinzelte ?berrascht. Die Botschaft war eindeutig: Sie kamen. Oder war es eine Falle? Er ?berlegte kurz, dann sagte er eisig: ?Verteilt euch. Versteckt euch hinter den B?umen und B?schen. Haltet jeden auf, der kommt... oder ihr
sterbt.?
Um ihn scharten sich zw?lf gro? gewachsene Urgals mit Kurzschwertern und runden Eisenschilden, die mit schwarzen Symbolen bemalt waren. Die Urgals ?hnelten Menschen mit krummen Beinen und muskelbepackten Armen, die zum Zuschlagen wie geschaffenen schienen. ?ber ihren kleinen Ohren sprossen lange, knorrige H?rnerpaare. Die Ungeheuer huschten grunzend ins Unterholz und versteckten sich. Kurz darauf verstummte das Geraschel und der Wald war wieder still.
Der Schatten sp?hte um einen dicken Baum und schaute den Pfad hinauf. Ein Mensch h?tte in der Dunkelheit nichts mehr erkennen k?nnen, aber f?r ihn war das schwache Mondlicht wie Sonnenschein, der zwischen den B?umen hindurchfiel. Scharf und deutlich nahm sein suchender Blick jede Einzelheit wahr. Er war unnat?rlich ruhig, in seiner Hand hielt er ein langes blankes Schwert. Eine Scharte, fein wie ein Haar, verlief ?ber die gesamte L?nge der Klinge bis hinab zur Spitze. Das Blatt war d?nn genug, um zwischen zwei Rippen hindurchgleiten zu k?nnen, und dennoch so stabil, dass es selbst die h?rteste R?stung durchdrang.
Die Urgals sahen nicht so gut wie der Schatten. Sie kauerten am Boden wie blinde Bettler und griffen dabei unruhig nach ihren Waffen. Ein Eulenschrei durchschnitt die Stille. Keiner der Urgals entspannte sich, bis der Vogel vorbeigeflogen war. Dann fr?stelten die Ungeheuer in der kalten Nacht; eins von ihnen trat mit seinem schweren Stiefel auf einen Zweig. Der Schatten zischte w?tend und die Urgals zogen erschrocken die K?pfe ein. Er unterdr?ckte seine Abscheu ? sie stanken wie ranziges Fleisch ? und wandte sich ab. Sie waren Werkzeuge, nichts weiter.
Der Schatten rang mit seiner wachsenden Ungeduld, w?hrend aus Minuten Stunden wurden. Der Duft musste seinen Besitzern weit vorausgeeilt sein. Der Schatten erlaubte es nicht, dass die Urgals aufstanden und sich w?rmten. Auch sich selbst versagte er diese Annehmlichkeit, blieb hinter dem Baum stehen und beobachtete den Pfad. Ein weiterer Windsto? fegte durch den Wald. Dieses Mal war der Duft st?rker. Er verzog die schmalen Lippen und knurrte aufgeregt.
?Haltet euch bereit?, fl?sterte er. Sein ganzer K?rper vibrierte. Die Spitze seines Schwertes zog kleine Kreise. Es hatte ihn viel Hinterlist und gro?e Anstrengung gekostet, an diesen Punkt zu gelangen. Es w?re t?richt gewesen, jetzt die Selbstbeherrschung zu verlieren.
Unter den dichten Brauen der Urgals begannen ihre Augen zu schimmern und die Kreaturen verst?rkten den Griff um die Waffen. Vor ihnen h?rte der Schatten ein Klirren, als etwas Hartes an einen losen Stein stie?. Undeutliche Schemen l?sten sich aus der Dunkelheit und kamen den Pfad hinab.
Drei wei?e Pferde galoppierten auf den Hinterhalt zu. Die Reiter hielten ihre H?upter stolz erhoben und ihre Umh?nge kr?uselten sich wie fl?ssiges Silber im Mondschein.
Auf dem ersten Pferd sa? ein Elf mit spitzen Ohren und elegant geschwungenen Augenbrauen. Sein K?rper war gertenschlank, aber kr?ftig wie ein Degen. Ein m?chtiger Bogen war auf seinem R?cken befestigt. An einer Seite hing ein Schwert, an der anderen ein K?cher voller wei? gefiederter Pfeile.
Der hintere Reiter hatte dieselbe helle Haut und dieselben l?nglichen Gesichtsz?ge wie der andere. In der rechten Hand hielt er einen Langspeer und in seinem G?rtel steckte ein wei?er Dolch. Auf dem Kopf trug er einen au?ergew?hnlich kunstvollen, mit Gold und Bernstein beschlagenen Helm.
Zwischen den beiden ritt eine Elfe mit rabenschwarzem Haar, die aufmerksam ihre Umgebung beobachtete. Ihre von langen dunklen Wimpern umrahmten Augen blickten entschlossen. Ihre Kleidung war schlicht, was jedoch ihre Sch?nheit nicht minderte. An ihrer Seite hing ein Schwert, auf dem R?cken ein langer Bogen mit einem K?cher. Auf ihrem Scho? lag ein Beutel, auf den sie immer wieder hinabsah, als wollte sie sich vergewissern, dass er noch da war.
Einer der Elfenm?nner sagte etwas, aber so leise, dass der Schatten die Worte nicht verstehen konnte. Die Elfenfrau antwortete mit offenkundiger Autorit?t, woraufhin ihre Wachen die Pl?tze tauschten. Der mit dem Helm ?bernahm die F?hrung und hielt den Langspeer nun so, dass er ihn sofort einsetzen konnte. Sie ritten am Versteck des Schattens und an den ersten Urgals vorbei, ohne Verdacht zu sch?pfen.
Der Schatten schwelgte bereits im Siegestaumel, als der vom Gestank der Urgals durchdrungene Wind die Richtung ?nderte und den Elfen entgegenschlug. Die Pferde schnaubten aufgeregt und warfen die K?pfe herum. Die Reiter erstarrten, ihre Blicke schossen umher, dann rissen sie ihre R?sser herum und galoppierten davon.
Das Pferd der Elfe stob vorw?rts und lie? ihre Begleiter weit hinter sich. Die Urgals sprangen aus ihren Verstecken, erhoben sich und schickten ihnen einen Hagel schwarzer Pfeile hinterher. Der Schatten trat hinter dem Baum hervor, hob die rechte Hand und rief: ?Garjzla!?
Ein roter Blitz schoss aus seiner Handfl?che auf die Elfe zu und tauchte die B?ume in blutiges Licht. Er traf ihr Pferd, das mit einem schrillen Schrei zusammenbrach und mit dem Brustkorb in den Boden pfl?gte. Sie sprang mit ?bermenschlicher Schnelligkeit von dem Tier herab, landete leichtf??ig und schaute sich nach ihren Begleitern um.
Die t?dlichen Pfeile der Urgals prasselten auf die beiden Elfenkrieger nieder. Sie fielen von ihren edlen R?ssern in die Blutlachen, die sich rasch auf dem Boden ausbreiteten. Als die Urgals auf die Gefallenen zurannten, br?llte der Schatten: ?Ihr nach! Sie ist es, die ich haben will!? Die Ungeheuer st?rmten grunzend den Pfad hinauf.
Der Elfe entfuhr ein Schrei, als sie ihre toten Begleiter sah. Sie ging einen Schritt auf sie zu, dann verfluchte sie ihre Feinde und schl?pfte mit einem geschmeidigen Satz in den Wald.
W?hrend die Urgals ihr zwischen den B?umen hindurch nachst?rmten, kletterte der Schatten auf einen Granitfelsen, der die Baumkronen ?berragte. Von dort konnte er das gesamte umliegende Gebiet ?berblicken. Er hob eine Hand und murmelte: ?Istalri boetk!?, woraufhin etwa dreihundert Quadratmeter Wald in Flammen aufging. Grimmig setzte er ein St?ck nach dem anderen in Brand, bis ein riesiger Feuerring die St?tte des Hinterhalts umgab. Die Flammen sahen aus wie eine geschmolzene, auf den Wald niedergefallene Krone. Mit zufriedenem Gesicht beobachtete er aufmerksam den Ring, f?r den Fall, dass das Feuer fr?hzeitig erlosch.
Doch der Ring verdichtete sich und konzentrierte sich auf den Bereich, in dem sich die Urgals befanden. Pl?tzlich h?rte der Schatten Rufe und einen Aufschrei. Zwischen den B?umen sah er drei seiner Handlanger t?dlich verwundet ?bereinander fallen. Er erhaschte einen kurzen Blick auf die Elfe, die vor den ?brigen Urgals floh.
Sie rannte mit unglaublicher Geschwindigkeit auf den Granitfelsen zu. Der Schatten blickte pr?fend auf den Waldboden zwanzig Fu? unter ihm, dann sprang er und landete direkt vor ihren F??en. Sie wirbelte herum und rannte zum Pfad zur?ck. Schwarzes Urgal-Blut tropfte von ihrem Schwert und beschmutzte den Beutel in ihrer Hand.
Die geh?rnten Ungeheuer st?rmten aus dem Wald, umstellten sie und versperrten ihr den einzigen Fluchtweg. Sie sah sich in alle Richtungen nach einem Ausweg um. Als sie keinen entdeckte, straffte sie in vornehmer Verachtung den R?cken. Der Schatten trat mit erhobener Hand auf sie zu und weidete sich an ihrer Hilflosigkeit. ?Schnappt sie euch.?
Als die Urgals losst?rmten, ?ffnete die Elfe den Beutel, griff hinein und lie? ihn dann zu Boden fallen. In ihren H?nden lag ein gro?er Saphir, in dem sich das grimmige Licht des Feuers spiegelte. Sie hob ihn ?ber den Kopf, w?hrend ihre Lippen fieberhaft Worte formten. Verzweifelt br?llte der Schatten: ?Garjzla!?
Ein roter Feuerball entsprang seiner Hand und schoss pfeilschnell auf die Elfe zu. Aber der Schatten kam zu sp?t. Einen Moment lang erhellte ein gr?ner Lichtblitz den ganzen Wald ? und dann war der Stein aus ihren H?nden verschwunden. Im n?chsten Augenblick traf sie der rot gl?hende Feuerball und sie brach zusammen.
Der Schatten stie? einen w?tenden Schrei aus und marschierte auf sie zu, dabei hieb er sein Schwert gegen einen Baum. Die Klinge fuhr durch den halben Stamm und blieb zitternd stecken. Neun weitere Energieblitze schossen aus seiner Handfl?che und t?teten die Urgals in Sekundenschnelle. Dann zog der Schatten das Schwert wieder aus dem Baum und ging zu der Elfe hin?ber.
Racheschw?re, gesprochen in einer gr?sslichen Sprache, die nur er verstand, rollten ?ber seine Zunge. Er ballte die hageren H?nde zu F?usten und starrte zum Himmel empor. Die kalten Sterne starrten unger?hrt zur?ck wie Zuschauer aus einer anderen Welt. W?tend verzog er die Lippen, bevor er sich der bewusstlosen Elfenmaid zuwandte.
Ihre Sch?nheit, die jeden sterblichen Mann verzaubert h?tte, lie? ihn kalt. Er vergewisserte sich, dass der Stein tats?chlich verschwunden war, dann holte er sein Pferd aus dem Versteck zwischen den B?umen. Nachdem er die Elfe an den Sattel gefesselt hatte, sa? er auf und ritt aus dem Wald.
Er l?schte die Feuer, die ihm im Weg waren, lie? die ?brigen aber brennen.
DIE ENTDECKUNG
Bald w?rden sie sich zur Nacht hinlegen. Sein Ziel, eine kleine Hirschkuh, die stark auf dem linken Vorderlauf lahmte, war noch bei der Herde. Es erstaunte ihn, dass sie es so weit geschafft hatte, ohne von einem Wolf oder einem B?ren gerissen zu werden.
Der Himmel war klar und dunkel und es wehte ein leichter Wind. Eine silbrige Wolke trieb ?ber die umliegenden Berge, deren R?nder im Lichtschein des zwischen zwei Gipfeln h?ngenden Herbstmonds r?tlich schimmerten. An den Bergh?ngen flossen aus tr?gen Gletschern und glitzernden Schneemassen entstandene B?che hinab. Ein z?her Nebel kroch ?ber den Talboden, so dicht, dass er fast Eragons F??e zu verschlucken schien.
Eragon war f?nfzehn, nur noch ein knappes Jahr vom Mannesalter entfernt. Dunkle Brauen ?berspannten seine eindringlichen braunen Augen. Die Kleider waren von der Arbeit abgenutzt. Ein Jagdmesser mit Knochengriff steckte in einer Scheide an seinem G?rtel und ein wildledernes Futteral sch?tzte den Eibenholzbogen vor der Feuchtigkeit. Auf dem R?cken trug er einen holzgerahmten Rucksack.
Die Hirsche hatten ihn tief in einen unzug?nglichen Gebirgszug gef?hrt, der Buckel genannt wurde und das Land Alagaesia von Norden nach S?den durchzog. Aus diesen Bergen kamen oft sonderbare Geschichten und eigenartige Menschen und meistens verhie?en sie nichts Gutes. Trotzdem f?rchtete Eragon diese raue Gegend nicht ? er war der einzige J?ger in der Umgebung von Carvahall, der es wagte, das Wild bis in den Buckel zu verfolgen.
Er war bereits die dritte Nacht auf der Jagd und sein Proviant war zur H?lfte verbraucht. Wenn er die Hirschkuh nicht erlegte, war er gezwungen, mit leeren H?nden heimzukehren. Seine Familie brauchte Fleisch wegen des in K?rze anbrechenden Winters, und sie konnten es sich nicht leisten, es in Carvahall zu kaufen.
Eragon stand voll stiller Zuversicht im fahlen Mondlicht, dann ging er in den Wald und marschierte auf eine Lichtung zu, auf der er die Hirsche vermutete. Die B?ume versperrten den Blick zum Himmel und warfen federf?rmige Schatten auf den Boden. Er schaute nur gelegentlich auf die Spuren; er kannte ja den Weg.
Am Rande der Lichtung zog er den Bogen aus dem Futteral, nahm drei Pfeile und legte einen an die Sehne, w?hrend er die anderen in der linken Hand bereithielt. Im Mondlicht waren etwa zwanzig reglose Schatten zu erkennen ? die im Gras liegenden Hirsche. Die Hirschkuh, auf die er es abgesehen hatte, lag etwas abseits des Rudels und hatte ihr linkes Vorderbein unbeholfen ausgestreckt.
Eragon schlich langsam n?her und spannte den Bogen. Die ganze M?hsal der letzten drei Tage war auf diesen Augenblick gerichtet gewesen. Er atmete ein letztes Mal tief durch und ? eine Explosion ersch?tterte die Nacht.
Das Rudel sprang auf. Eragon st?rmte los, und w?hrend er durchs Gras rannte, streifte ein heftiger Windsto? seine Wange. Schlitternd kam er zum Stehen und schoss auf die umherspringende Hirschkuh. Der Pfeil verfehlte sie um Fingerbreite und verschwand zischend in der Dunkelheit. Fluchend wirbelte Eragon herum und legte instinktiv den n?chsten Pfeil an.
Hinter ihm, wo eben noch die Hirsche gewesen waren, schwelten Gras und B?ume in einem kreisrunden Areal. Viele der Kiefern waren nackt, hatten all ihre Nadeln verloren. Das Gras, das die verkohlte Stelle umgab, war platt gedr?ckt. Kleine Rauchfahnen stiegen in die H?he und verstr?mten einen brenzligen Geruch. Im Zentrum des Explosionsherds lag ein polierter blauer Stein. Nebelschwaden schl?ngelten auf dem verkohlten Boden und lie?en substanzlose Ranken ?ber den Stein gleiten.
Eragon hielt mehrere Minuten nach Gefahr Ausschau, aber das Einzige, was sich r?hrte, waren die Nebelschwaden. Vorsichtig lie? er den Bogen sinken und ging los. Der Mondschein warf sein mattes silbriges Licht auf ihn, als er vor dem Stein stehen blieb. Er stie? ihn mit dem Pfeil an, dann sprang er zur?ck. Als nichts geschah, hob er ihn vorsichtig auf.
Nie hatte die Natur einen Stein so glatt poliert wie diesen. Seine makellose Oberfl?che war dunkelblau, bis auf die feinen wei?en Adern, die ihn wie ein Spinnennetz ?berzogen. Der Stein war k?hl und Eragons Finger sp?rten nicht die geringste Unebenheit.