Buch
Taschenbuch (269 Seiten)
Sprache: Deutsch
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von Joseph Delaney
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Als siebter Sohn eines siebten Sohnes ist Tom zum Geisterjäger bestimmt. Bei Meister Spook lernt er Geister austreiben, Hexen beschwören, Boggarts bannen - aber leider nicht, wie arglistig die alte Malkin ist. Tom wird ausgetrickst und der ganz große Ärger beginnt ...
| Verkaufsrang: | 27.202 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-570-21913-5 |
| EAN: | 9783570219133 |
| Erschienen: | 01.09.2008 |
| Verlag: | Bertelsmann Verlag |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 269 |
| Gewicht: | 310 g |
| Altersempfehlung: | ab 10 |
| Reihe: | Omnibus |
Joseph Delaney unterrichtete Medien- und Filmwissenschaften "Spook" - Der Schüler des Geisterjägers ist sein erstes Buch. Heute lebt er mit seiner Familie in Lancashire, mitten im Land der Boggarts.
von B. Keller, am 23.02.2010
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von Andrea Oberländer, am 11.11.2009
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von Sarah Mlynek, am 29.10.2009
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Es wurde bere, dunkel, als der Spook kam. Nach einem langen, harten Tag freute ich mich aufs Abendessen.
»Und er ist auch sicher der siebte Sohn?«, fragte der Spook meinen Vater. Er sah auf mich herunter und schüttelte zweifelnd den Kopf.
Vater nickte.
»Und auch du warst der siebte Sohn?«
Wieder nickte Vater und begann, unruhig mit den Füßen zu scharren, wobei er meine Hosen mit braunem Matsch und Mist bespritzte. Vom Zipfel seiner Mütze tropfte der Regen. Es hatte fast den ganzen Monat geregnet. Die Bäume hatten zwar schon neue Blätter, aber das Frühlingswetter ließ auf sich warten.
Mein Vater war ein Bauer, wie es sein Vater vor ihm gewesen war. Und in der Landwirtschaft besagt die erste Regel, dass man Land zusammenhalten muss. Man kann es nicht einfach unter seinen Kindern aufteilen, denn dann würde es mit jeder Generation immer kleiner werden, bis nichts mehr davon übrig wäre. Deshalb hinterlässt ein Vater seinen Bauernhof dem ältesten Sohn und versucht dann, für seine anderen Söhne Arbeit zu finden. Wenn möglich sollten sie ein Handwerk erlernen.
Dabei ist er stark auf das Wohlwollen von anderen angewiesen. Beim Hufschmied in der Nähe bietet sich oft eine gute Möglichkeit, vor allem wenn der Hof sehr groß ist und der Vater dem Schmied im Laufe der Zeit viele Aufträge gegeben hat. Dann stehen die Chancen gut, dass der Schmied ihm eine Lehrstelle anbietet. Aber damit ist erst ein Sohn versorgt.
Ich war der siebte Sohn, und als ich an die Reihe kam, war alles Wohlwollen aufgebraucht. Mein Vater war so verzweifelt, dass er versuchte, den Spook zu überreden, mich als Lehrling anzunehmen. Zumindest glaubte ich das damals. Ich hätte mir allerdings gleich denken können, dass Mama dahinter steckte.
Sie steckte hinter einer Menge Dinge. Lange bevor ich auf die Welt kam, wurde mit ihrem Geld der Hof gekauft. Wie sonst hätte ein siebter Sohn sich so etwas leisten können? Und außerdem kam Mama nicht von hier. Sie kam aus einem fernen Land jenseits des Meeres. Den meisten Leuten fiel es nicht auf, aber wenn man ganz genau hinhörte, merkte man, dass sie manche Wörter etwas anders aussprach.
Aber es war nicht so, als ob man mich jetzt in die Sklaverei verkauft hätte oder so. Ich hatte sowieso die Nase voll von der Landwirtschaft, und das, was man hier als »Stadt« bezeichnete, war kaum mehr als ein Dorf am Ende der Welt und sicher kein Ort, an dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte. In gewisser Hinsicht gefiel mir also die Vorstellung, ein Spook zu sein. Auf jeden Fall war es spannender, als Kühe zu melken und Ställe auszumisten.
Andererseits hatte ich aber auch ein wenig Angst, denn es ist ein gruseliger Job. Ich würde lernen, wie man Bauernhöfe und Dörfer vor Dingen beschützt, die in der Nacht herumpoltern. Mit Ghulen, Boggarts und allen möglichen heimtückischen Bestien fertig zu werden, würde zum Tagesgeschäft gehören. Denn das tat der Spook und ich würde sein Lehrling sein.
»Wie alt ist er?«, fragte der Spook.
»Im August wird er dreizehn.«
»Etwas klein für sein Alter. Kann er lesen und schreiben?«
»Ja«, antwortete Vater. »Er kann beides und außerdem kann er Griechisch. Seine Mutter hat es ihm beigebracht, und er konnte es sprechen, noch bevor er laufen konnte.«
Der Spook nickte und blickte den matschigen Weg entlang über den Zaun zum Bauernhaus, als ob er auf etwas lauschte. Dann zuckte er mit den Schultern.
»Es ist ein hartes Leben für einen Mann, und erst recht für einen kleinen Jungen«, sagte er. »Glaubst du, er wird es schaffen?«
»Er ist stark, und wenn er ausgewachsen ist, wird er so groß werden wie ich«, sagte mein Vater und streckte den Rücken, um sich zu seiner vollen Größe aufzurichten. Danach befand sich sein Scheitel gerade so auf einer Höhe mit dem Kinn des Spooks.
Plötzlich lächelte der Spook. Das war das Letzte, was ich erwartet hatte. Sein Gesicht war groß und wirkte wie aus Stein gemeißelt. Bis dahin hatte ich ihn für etwas streng gehalten. Mit dem langen schwarzen Umhang und der Kapuze sah er aus wie ein Priester, aber wenn er einen direkt ansah, wirkte er eher wie ein Henker, der das Gewicht für den Strick abschätzte.
Das Haar, das vorne aus der Kapuze hervorsah, war so grau wie das seines Bartes, aber die Augenbrauen waren schwarz und buschig. Auch aus seinen Nasenlöchern sprossen eine Menge schwarzer Haare. Seine Augen waren grün, so wie meine.
Und dann fiel mir noch etwas an ihm auf. Dass er einen langen Stab trug, hatte ich zwar schon gesehen, sobald er in Sichtweite kam, aber bis jetzt war mir nicht aufgefallen, dass er ihn in der linken Hand trug.
Sollte das heißen, dass er ein Linkshänder war, so wie ich?
Das hatte mir in der Dorfschule Ärger ohne Ende eingebracht. Sie hatten sogar den Priester geholt, damit er sich das ansah, und er hatte nur den Kopf geschüttelt und mir geraten, es zu bekämpfen, bevor es zu spät war. Ich wusste nicht, was er damit meinte. Weder meine Brüder noch mein Vater waren Linkshänder. Meine Mutter allerdings schon, aber es störte sie nie. Als der Lehrer drohte, mir meine Linkshändigkeit auszuprügeln und mir den Stift an die rechte Hand band, nahm sie mich von der Schule und unterrichtete mich von diesem Tag an zu Hause.
»Für wie viel nimmst du ihn an?«, unterbrach mein Vater meinen Gedankengang. Jetzt ging es also ums Geschäft.
»Zwei Guineen für einen Probemonat. Wenn er sich geschickt anstellt, komme ich im Herbst wieder und dann schuldest du mir weitere zehn. Wenn nicht, kannst du ihn wiederhaben und dann bekomme ich nur noch eine weitere Guinee für meine Mühe.«
Wieder nickte Vater und das Geschäft war perfekt. Wir gingen in die Scheune und die Guineen wurden bezahlt, aber sie schüttelten sich nicht die Hände. Niemand wollte einen Spook anfassen. Es war schon mutig von meinem Vater, dass er sich bis auf sechs Schritte an einen herantraute.
»Ich habe hier in der Nähe noch zu tun«, sagte der Spook. »Aber morgen früh beim ersten Morgengrauen komme ich den Jungen holen. Sieh zu, dass er fertig ist, ich warte nicht gerne.«
Als er weg war, klopfte mir mein Vater auf die Schulter.
»Für dich beginnt jetzt ein neues Leben«, sagte er. »Geh dich waschen. Mit der Landwirtschaft bist du jetzt fertig.«
Als ich in die Küche kam, hatte mein Bruder Jack seinen Arm um seine Frau Ellie gelegt, die ihn anlächelte.
Ich hab Ellie sehr gern. Sie ist warmherzig und freundlich auf eine Art, die einem das Gefühl gibt, dass sie einen wirklich mag. Mama sagt, es hätte Jack gut getan, Ellie zu heiraten, weil sie ihm half, sich weniger aufzuregen.
Jack ist der Älteste und Größte und wie Vater manchmal scherzt, auch der Hübscheste aus unserer hässlichen Bande. Er ist zwar groß und stark, hat blaue Augen und gesunde rote Backen, aber seine schwarzen, buschigen Augenbrauen sind in der Mitte fast zusammengewachsen, deshalb konnte ich Vater da nie ganz zustimmen. Was ich allerdings niemals bezweifelt habe, ist, dass er sich eine nette, hübsche Frau angelacht hat.
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