Buch
Taschenbuch (479 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Die Thriller-Sensation aus England
Tora Hamilton lebt erst seit kurzem auf den Shetlandinseln, als sie auf ihrem Grundstück eine schreckliche Entdeckung macht: Sie findet die Leiche einer Frau, die drei mysteriöse Runen auf dem Rücken trägt. Die Unbekannte war das Opfer eines brutalen Mordes, und gemeinsam mit der Polizistin Dana Tulloch will Tora der Sache auf den Grund gehen. Dabei kommt sie einem dunklen Geheimnis um verschwundene Frauen auf die Spur, das auf unheimliche Weise mit den Sagen der Shetlands verknüpft ist ...
Mitreißende Spannung vor der düster-bedrohlichen Kulisse der Shetlandinseln.
Pressestimmen:
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de: Der Debütroman der Britin schüttelt den geneigten Thrillerleser so richtig durch. Von der ersten Seite an hat sie einen an der Angel. Unheimlich atmosphärisch und dicht erzählt. Sharon Bolton ist die weibliche Ausgabe von Simon Beckett.
| Verkaufsrang: | 17.322 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-442-46806-X |
| EAN: | 9783442468065 |
| Originaltitel: | Sacrifice |
| Erschienen: | 07.12.2009 |
| Verlag: | Goldmann Taschenbuch |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 479 |
| Länge/Breite: | 188mm/118mm |
| Gewicht: | 390 g |
| Übersetzer: | Marie-Luise Bezzenberger |
| Reihe: | Goldmanns Taschenbücher |
Sharon Bolton wurde im englischen Lancashire geboren, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert. Ihr erster Roman wurde von Lesern und Presse begeistert gefeiert und machte die Autorin über Nacht zum neuen Star unter den britischen Spannungsautorinnen. Es folgten zahlreiche Thriller, mit denen Sharon Bolton ihr brillantes Können immer wieder unter Beweis stellte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Oxford.
von Canan, am 27.03.2011
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von Ingrid Führer, am 06.03.2011
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von Kristin Mielke, am 20.02.2011
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von Melanie Winkler, am 15.12.2010
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von Johanna Radke, am 04.08.2010
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von Melanie Winkler, am 06.07.2010
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von Bellexr, am 15.04.2010
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von N. Dietrich, am 01.04.2010
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von CaWa - die Leseratte, am 13.03.2010
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von B. Zobel, am 26.02.2010
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von Sabine Voß, am 17.02.2010
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von Christin Wolszczyniak, am 11.12.2009
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Mit der Leiche konnte ich mich abfinden. Es waren die Begleitumstände, die mich aus dem Gleichgewicht brachten.
Wir, die wir mit den Gebrechlichkeiten des menschlichen Körpers unseren Lebensunterhalt verdienen, nehmen - beinahe als Teil unserer Arbeitsbedingungen - eine zunehmende Vertrautheit mit dem Tod hin. Für die meisten Menschen verhüllt ein Element des Geheimnisvollen das Dahinscheiden der Seele aus ihrer irdischen Heimstatt aus Knochen, Muskeln, Fett und Sehnen. Für uns werden Tod und Verwesung allmählich, aber erbarmungslos bloßgelegt, angefangen von den ersten Anatomievorlesungen und den ersten Blicken, die wir auf mit weißen Laken bedeckte menschliche Gestalten werfen, in einem vor Edelstahl blinkenden Raum.
Im Laufe der Jahre hatte ich den Tod gesehen, den Tod seziert, den Tod gerochen, hatte im Tod herumgestochert, ihn gewogen und sondiert, und zwar öfter, als ich es zu zählen vermochte. Manchmal hatte ich den Tod sogar gehört (jenes leise, wispernde Geräusch, das ein Leichnam machen kann, wenn die Körperflüssigkeiten sich setzen). Und ich hatte mich bestens an den Tod gewöhnt. Ich hatte nur niemals damit gerechnet, dass er aus dem Nichts hervorspringt und "Buh!" ruft.
Irgendjemand hat mich einmal in einem Pub bei einer Lunch-Debatte über die Vorzüge diverser Kriminalfilme gefragt, wie ich reagieren würde, wenn ich auf eine echte, lebendige Leiche stoßen würde. Ich wusste genau, was er meinte, und er lächelte, noch während diese idiotischen Worte aus seinem Mund kamen. Ich hatte geantwortet, ich wüsste es nicht. Doch von Zeit zu Zeit hatte ich darüber nachgedacht. Was würde ich tun, wenn eine Leiche mich kalt erwischen sollte? Würde sich sofort professionelle Distanziertheit einstellen und mich veranlassen, nach Vitalzeichen zu suchen, mir innerlich Notizen zu Zustand und Umgebung zu machen; oder würde ich schreien und davonlaufen?
Und dann kam der Tag, an dem ich es herausfand.
Es fing gerade an zu regnen, als ich in den Minibagger kletterte, den ich am Vormittag gemietet hatte. Die Tropfen waren sanft, beinahe angenehm, doch eine dunkle Wolke über mir ließ mich wissen, dass ich nicht mit einem leichten Frühlingsschauer rechnen sollte. Wir mochten ja Mitte Mai haben, so weit im Norden jedoch waren heftige Regenfälle noch immer an der Tagesordnung. Mir kam der Gedanke, dass es möglicherweise gefährlich sei, bei nassem Wetter zu graben, doch ich ließ trotzdem den Motor an.
Jamie lag ungefähr zwanzig Meter weiter oben am Hang auf der Seite. Zwei Beine, das rechte Hinter- und Vorderbein, lagen auf dem Boden. Das linke Beinpaar ragte von seinem Körper weg; beide Hufe hingen dreißig Zentimeter über dem Boden. Hätte er geschlafen, wäre seine Haltung komisch gewesen, tot war sie grotesk. Schwärme von Fliegen umschwirrten seinen Kopf und After. Die Verwesung beginnt im Augenblick des Todes, und ich wusste, dass sie in Jamies Innerem bereits Fahrt aufnahm. Unsichtbare Bakterien würden seine inneren Organe zerfressen. Bestimmt hatten Fliegen ihre Eier abgelegt, und binnen Stunden würden die Maden ausschlüpfen und anfangen, sich durch sein Fleisch zu wühlen. Und zu allem Überfluss hockte auch noch eine Elster ganz in seiner Nähe auf dem Zaun; ihr Blick huschte von Jamie zu mir.
Das verdammte Vieh ist scharf auf seine Augen, dachte ich, auf seine wunderschönen, sanften braunen Augen. Ich wusste nicht genau, ob ich es schaffen würde, Jamie allein zu begraben, doch ich konnte nicht einfach danebensitzen und zusehen, wie Elstern und Maden meinen besten Freund in ein kaltes Buffet verwandelten.
Entschlossen legte ich die rechte Hand um den Gashebel und zog ihn zurück, um die Drehzahl zu erhöhen. Ich fühlte, wie die Hydraulik einsetzte, und drückte beide Steuerknüppel nach vorn.
Der Bagger machte einen Hopser vorwärts und begann, bergauf zu rollen.
Als ich den steileren Teil des Hügels erreichte, stellte ich ein paar rasche Kalkulationen an. Ich würde ein großes Loch brauchen, mindestens zwei Meter tief, vielleicht sogar zweieinhalb. Jamie war ein ziemlich großes Pferd, mit einem Stockmaß von eins siebzig und langem Rücken. Ich würde ein quadratisches Loch von zweieinhalb Metern Seitenlänge graben müssen, auf abfallendem Gelände. Das bedeutete eine Menge Erde, die Bedingungen waren alles andere als ideal, und ich war keine Baggerführerin; eine Einweisung von zwanzig Minuten auf dem Hof des Baumaschinenverleihs, und ich war auf mich allein gestellt. Ich erwartete Duncan in vierundzwanzig Stunden zurück und überlegte, ob es nicht doch besser sei, auf ihn zu warten. Auf dem Zaunpfosten feixte die Elster und vollführte einen angeberischen kleinen Tanzschritt zur Seite. Ich biss die Zähne zusammen und schob den Hebel abermals nach vorn.
Auf dem Paddock zu meiner Rechten sahen Charles und Henry mir zu und ließen ihre hübschen, traurigen Gesichter über den Zaun hängen. Manche Leute werden Ihnen erzählen, Pferde seien dumme Geschöpfe. Glauben Sie das bloß nicht! Diese edlen Tiere haben Seelen, und die beiden teilten meinen Schmerz, als der Bagger und ich auf Jamie zurollten.
Zwei Meter entfernt hielt ich an und sprang vom Fahrersitz.
Ein paar von den Fliegen besaßen den Anstand, sich in respektvolle Entfernung zurückzuziehen, als ich neben Jamie niederkniete und seine schwarze Mähne streichelte. Vor zehn Jahren, als er ein junges Pferd gewesen war und ich gerade mein medizinisches Praktikum im St. Mary's machte, hatte meine große Liebe - oder jedenfalls dachte ich das damals - mir den Laufpass gegeben. Mit gebrochenem Herzen war ich zum Hof meiner Eltern in Wiltshire gefahren, wo Jamie damals stand. Er hatte den Kopf aus seiner Box gestreckt, als er mein Auto hörte. Ich ging hinüber und strich ihm sanft über die Nüstern, ehe ich meinen Kopf gegen seinen fallen ließ. Eine halbe Stunde später war seine Nase klatschnass von meinen Tränen, und er hatte sich keinen Zentimeter gerührt. Wäre es ihm möglich gewesen, mich in die Arme zu nehmen, er hätte es getan.
Jamie, mein wunderschöner Jamie, so schnell wie der Wind und so stark wie ein Tiger. Sein großes, gutes Herz hatte endlich aufgegeben, und das Letzte, was ich jemals für ihn würde tun können, war, ein verdammtes Riesenloch zu buddeln.
Ich kletterte wieder in den Bagger, hob den Lastarm und senkte die Schaufel. Halb mit Erde gefüllt, kam sie wieder hoch. Gar nicht schlecht.