BuchhändlerInnen im Portrait
aus Winterthur
- Gesamte Rezensionen
- 110 (ansehen)
- Über mich
- bin Buchhändlerin aus Leidenschaft.
- Alter
- 30 Jahre
- Abteilung
- Krimis und English Books
- Funktion
- Buchhändlerin
- Lieblingsautoren
- Brigitte Reimann, Günter Grass, Bronte Sisters, Tolkien, Patrick Rothfuss, Christoph Simon, Max Frisch, Hermann Hesse, usw.
- Im Beruf seit
- 2002
Meine Favoriten
- .
- .
-
.
- .
- .
- .
- .
- .
-
Man ist nur lebendig, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man verliebt ist. Deshalb wirken fast alle wie tot.Rezension vom 26.04.2013J. R. Moehringer ist ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist. 2005 legte er sein Romandebüt mit der autobiografischen Erzählung Tender Bar vor.
In seinem neusten Werk Knapp am Herz vorbei nimmt sich Moehringer der Geschichte des amerikanischen Bankräubers Willie Sutton an. Sutton, auch bekannt als The Actor überfiel in den 20er und 30er Jahren mehrere Banken. Er war bekannt für seine Gewaltlosigkeit und Verkleidungskünste. Während seiner Bankräuberkarriere wurde Sutton mehrmals festgenommen und zweimal gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Besonders bekannt ist Sutton für seine Aussage because thats where the money is, die als Antwort in einem Interview auf die Frage wieso er Banken überfallen habe, gefallen ist.
Moehringers Roman beginnt an Weihnachten 1969 als Sutton nach 17 Jahren Haft überraschenderweise entlassen wird. Darauf folgt der erste Erzählstrang; Sutton ist ein Tag nach seiner Entlassung mit einem Journalisten und Fotografen unterwegs und erzählt ihnen exklusiv seine Geschichte. Dabei fahren sie chronologisch die Stationen aus Suttons Leben ab. Angefangen bei seiner Kindheit in Brooklyn als Kind armer Iren bis hin zum Punkt, als er seine grosse Liebe Bess kennenlernt. In einer weiteren Ebene erinnert sich die Figur Sutton, mit jeder Station blickt er zurück und erlebt sein Leben erneut.
Als Leser sympathisiert man schnell mit der Figur Suttons, denn er ist charmant, intelligent und er zweifelt ein Banksystem an, was ihn zu einem Verfechter der kleinen Leute zu machen scheint. Sutton selbst war eine schwer fassbare Figur, brachte er doch zwei sich widersprechende Autobiografien heraus. Diesen Punkt hat Moehringer wunderbar in seinem Roman umgesetzt, denn auch mir als Leser war nicht immer klar, was ist nun Wahrheit oder nicht. Besonders gegen Ende des Romans wird dieses subjektive Verwischen der Romanfigur über ihr eigenes Leben immer deutlicher, und so hat die Figur Sutton für mich auch sehr viel menschliches.
Insbesondere hat mir die Mischung von Gangster- und Liebesroman gefallen, neben dem grossartigen Erzählstil Moehringers. Ich habe bereits seinen ersten Roman Tender Bar mit grosser Begeisterung gelesen, und wurde mit Knapp am Herz vorbei nicht enttäuscht. Moehringer kann grossartige Geschichten erzählen, die mich als Leser fesseln und begeistern.
Einzig übe ich Kritik an der Coverwahl der deutschen Ausgabe, die amerikanische Ausgabe scheint mir passender. -
Man kann über die Liebe eines kleinen, dicken Jungen lachen. Aber man sollte nicht.Rezension vom 01.04.2013Die Autorin Astrid Rosenfeld ist in Köln geboren. Sie sammelte Erfahrung im Theater und als Schauspielschülerin, arbeitete beim Film und machte 2011 mit ihrem Erstling Adams Erbe als Schriftstellerin auf sich aufmerksam.
Alles beginnt mit der verrückten Hanna, die sich vom Balkon stürzt. Zurück lässt sie die Kinder Karl und Lorenz, den Ehemann Randolph, die Haushälterin Frau Kratzler und den Dauergast Herrn Murmelstein. Als dann noch in diesem Sommer die wilde Elsa aufkreuzt und dem dicklichen Karl den Kopf verdreht, verändert sich das Leben des Protagonisten Karls vollens. Elsas Mutter Mathilde, die 10 Jahre zuvor Reissaus genommen hat, kehrt zurück und lässt die Kleine bei dem vermeidlichen Vater. Wie es scheint, hat Mathilde ein sehr ausschweifendes Leben geführt und es ist nicht so ganz klar, wer denn der Vater von Elsa sein soll. Elsa ist ein wilder Wirbelwind mit fantasievoller Kleiderwahl und heissgeliebten Lackstiefeln. Als die Familie ein paar Jahre später Hannas Familie in Holland besucht, kommt die reiche Kunstmäzenin Irina Graham ins Spiel. Sie ist besessen von Rembrandts Bild Andromeda. Elsa flieht mit 16 Jahren in die USA und Lorenz hat sich in den Kopf gesetzt die Ewigkeit zu malen.
Der zweite Teil der Geschichte setzt seine Handlung nach einem Zeitsprung fort. Karl ist nun Student und Lorenz ein angehender Künstler, der seine Seele dem Kunstbetrieb verkauft.
Astrid Rosenfeld ist ein Roman mit wunderbaren Figuren gelungen. Sie beschreibt ihre Protagonisten gekonnt, warmherzig und lebensnah. Ihre Sprache ist schnörkellos und mit viel Sinn für trockenen Humor versetzt. Ich habe Elsa ungeheuer in einem Zug gelesen und war von seiner Fantasie und Bandbreite an Charakteren überrascht und auch begeistert. Mir hat diese Unverblümtheit der Autorin grossen Eindruck gemacht; sie erzählt schnörkellos, wie das Leben ist. Sie thematisiert Liebe, Verlust, Gier und Tod. Dieser Roman schafft es grosse Themen zu vereinen, ohne belehrend zu wirken, ganz im Gegenteil; er unterhält und berührt. -
von einem, der auszog um viele zu rettenRezension vom 15.02.2013Eveline Haler ist eine Schweizer Schriftstellerin, die bekannt ist für ihre gut recherchierten Romane zu wahren Personen und Erlebnissen. Auch in ihrem neusten Werk gibt sie einer bis anhin fast vergessenen Figur einen Rahmen: dem Amerikaner Varian Fry, der während des 2. Weltkriegs tausenden von Menschen zur Flucht verhalf.
In gewohnter Halser-Manier wird nicht nur die Geschichte des Varian Fry, der 1940 nach Marseille kam um viele verfolgte Intellektuelle ausser Landes zu bringen, sondern auch den Künstlern selbst und ganz alltäglichen Figuren wie der Schweizerin Elsbeth Gusser. Die Autorin entwirft vielmehr ein Bildnis dieser Zeit, als eine Geschichte mit Struktur und Handlung. Als Leser erfährt man viel; die Mätzchen des eher schwierigen Literaten Walter Mehring, die Flucht von Franz Werfel und über den Jungen Gussie, der aus Deutschland floh und sich als Waise in Frankreich durchschlägt.
Varian Fry mit einem offiziellen Auftrag nach Marseille gekommen, um viele Intellektuelle zu retten, wird das Leben im Vichy-Regime nicht einfach gemacht. Er ist umgeben von Helfern mit viel Phantasie und Engagement, und der Mission so viele wie möglich zu retten.
Für mich hat Eveline Hasler einmal mehr einen wunderbaren Roman geschrieben. Wunderbar, weil er nicht nur herrlich zu lesen ist, sondern weil ich vieles gelernt habe, über eine Zeit, über die heute zu oft geschwiegen wird. Sie hat der Person Varian Fry, der mir bis zu der Lektüre dieses Buches völlig unbekannt war, ein Gesicht und eine Würdigung für seine Taten gegeben. -
Ich heisse übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt es ist schlimmer.Rezension vom 15.02.2013Raquel J. Palacio ist eine Amerikanische Schriftstellerin und Wunder ist ihr erster Roman. Im Englischen erschien das Buch unter dem Titel Wonder.
Das Buch Wunder ist die Geschichte von August, auch Auggie genannt. Mit zehn Jahren besucht er zum ersten Mal die Schule, denn Auggie ist nicht wie andere Kinder.
Ich weiss, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine, klar, ich mache normale Sachen Und ich fühle mich normal. Innerlich. Aber ich weiss, dass normale Kinder nicht andere normale Kinder dazu bringen, schreiend vom Spielplatz wegzulaufen. Ich weiss, normale Kinder werden nicht angestarrt, egal, wo sie hingehen.
Auggie leidet unter einem Gendefekt, welcher zu schweren Missbildungen seines Gesichtes führten. Im Buch wird es als eine zuvor unbekannte Art des Treacher-Collins-Syndroms beschrieben. Folglich war der Schritt in eine Schule für Auggie kein einfacher. Es hiess für ihn seine gewohnte Umgebung zu verlassen und sich ausserhalb seines gewohnten Aktionsradiuses zu behaupten. Und wie er sich behauptet hat! Auggie ist eine wunderbar witzige und warmherzige Figur, ich habe ihn von Anfang an ins Herz geschlossen. Die Erzählung wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt; seiner, seiner Schwester und seiner Schulfreunde. Was entsteht, ist eine Geschichte voll Freundschaft, Humor, Respekt und manchmal auch Unvermögen.
Für mich ist dieses Buch eine Bereicherung. Auggies Geschichte hat mich von der ersten Seite an berührt, ich habe laut herausgelacht und geweint. Solch ein Buch ist ein seltener Schatz und ich empfehle es wirklich jeden zu lesen! -
Jack Breiter, politisch unkorrekter HeldRezension vom 15.02.2013Patrick Tschan ist ein Schweizer Schriftsteller und lebt in Allschwil. Im Jahr 2011 ist bereits das Buch Keller fehlt ein Wort von ihm erschienen und 2012 legte er mit Polarrot nach.
Jack Breiter, geboren als Bauernsohn im Toggenburg, hat viel vor in seinem Leben; er will zu den Schönen und Reichen gehören. Gleich zu Beginn des Romans scheint er aber seine Chance verspielt zu haben. Als Angestellter den Palace Hotels in St. Moritz versuchte er sich selbst als ein ganz anderer einer reichen Russin unterzujubeln und scheitert in soweit, dass er gleich unehrenhaft entlassen wird. Daraufhin packt er seine Sachen und flüchtet nach Basel. In Basel findet er durch eine weitere Lügengeschichte eine Anstellung beim Chemiekonzern Gugy. Jack, jetzt Jacques, wird Handelsvertreter unter anderem für die Farbe Polarrot, dem Rot der Hakenkreuzflagge.
Das Geschäft floriert blendend in den 30er Jahren, wäre da nicht die Frau von Jacques Chef, der er verfällt und sein Gewissen, welches sich meldet.
Polarrot ist ein Unterhaltungsroman mit Tiefgang. Die Figur des Jack Breiter, zu Beginn noch sehr unsympathisch wird zu Ende der Geschichte immer netter. Wohl auch, weil er immer menschlicher wird. Man erlebt als Leser die Verwandlung des Protagonisten mit und lernt zugleich viel über ein Stück Schweizer Geschichte. Ich habe das Buch wie in einem Sog gelesen, was für seinen flüssigen Sprachstil spricht und der spannenden Geschichte, die Patrick Tschan dem Leser gekonnt und souverän erzählt. -
der Herr hats gegeben, der Herr hats genommenRezension vom 20.01.2013Jenny Erpenbeck ist eine 1967 geborene deutsche Regisseurin und Schriftstellerin. Ihr Roman Aller Tage Abend war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012.
Die Geschichte beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Galizien. Zu Beginn steht die Beerdigung eines Kleinkindes und die Auswirkungen auf die jungen Eltern. Die Mutter ist Jüdin und die Autorin macht ihre Geschichte zur Geschichte der Juden in Galizien. Es ist spannend zu verfolgen wie es der Autorin nach einem Intermezzo gelingt den Tod des Babys zu verhindern und eine Geschichte zu erzählen, wie es gewesen sein könnte. Nach diesem Konzept hat Jenny Erpenbeck ihren Roman Aller Tage Abend konstruiert. Immer wieder kommt die Protagonistin zu Tode, insgesamt fünf Mal und lebt doch immer weiter in der Geschichte. Sozusagen wird nicht nur die Geschichte einer Frau erzählt, sondern auch eine Geschichte des 20. Jahrhunderts, ein Jahrhundert der Kriege und politischen Unruhen.
Jenny Erpenbeck ist ein sprachlich und erzähltechnisch herausragender Roman gelungen. Mich als Leser hat sie gefordert, was mir aber gefallen hat. Insbesonderes hat mich die Konstruktion der Geschichte fasziniert; die Figur jedes Mal wiederaufleben zu lassen, dem Schicksal quasi ein Schnippchen zu schlagen. In jeder Geschichte habe ich mich gefragt, wie sich die Autorin da wieder herausmanövrieren will und es ist ihr jedesmal brilliant gelungen. -
Nur wer an Wunder glaubt, besiegt die Wirklichkeit.Rezension vom 13.01.2013Eowyn Ivey lebt und arbeitet in Alaska. The Snow Child ist ihr erster Roman und unter dem Titel Das Schneemdächen auf deutsch erschienen.
Passend zur Jahreszeit habe ich das Buch letztes Jahr zum ersten Schnee gelesen. Und umso wirklicher wurde mir der raue und kalte Winter in Alaska um die 1920er Jahre und die Geschichte von Mabel und Jack, einem kinderlosen Ehepaar um die 50. Das Ehepaar wohnt in einer Blockhütte mitten im Wald, sie sind kinderlos, eigentlich Fremde und kämpfen ums Überleben. Beim ersten Schnee bauen sie ein Schneemädchen, einen Tag darauf sehen sie dieses zu Fleisch gewordene Mädchen durch den Wald huschen. Eine Geschichte von Liebe, Freiheit und Überleben beginnt.
« Die Seelen wandern über die Zeit wie die Wolken über den Himmel
Nur wer an Wunder glaubt, besiegt die Wirklichkeit.
Januar 13, 2013 von sawiga | Bearbeiten
Eowyn Ivey The Snow Child
snow child
Eowyn Ivey lebt und arbeitet in Alaska. The Snow Child ist ihr erster Roman und unter dem Titel Das Schneemdächen auf deutsch erschienen.
Passend zur Jahreszeit habe ich das Buch letztes Jahr zum ersten Schnee gelesen. Und umso wirklicher wurde mir der raue und kalte Winter in Alaska um die 1920er Jahre und die Geschichte von Mabel und Jack, einem kinderlosen Ehepaar um die 50. Das Ehepaar wohnt in einer Blockhütte mitten im Wald, sie sind kinderlos, eigentlich Fremde und kämpfen ums Überleben. Beim ersten Schnee bauen sie ein Schneemädchen, einen Tag darauf sehen sie dieses zu Fleisch gewordene Mädchen durch den Wald huschen. Eine Geschichte von Liebe, Freiheit und Überleben beginnt.
Die Grundidee zum Buch hatte die Autorin aus einem russischen Märchen und genau wie ein Märchen liest sich auch der Anfang der Geschichte. Ich wurde völlig verträumt von der Schönheit der Sprache und Naturbeschreibungen der Autorin. Die Handlung gewinnt aber mit den Verlauf immer mehr an Wirklichkeit und Realitätsnähe, was mich aber nicht gestört hat. Mich hat dieses Buch verzaubert und berührt und es bekommt einen ganz besonderen Ehrenplatz in meinem Bücherregal.
The Snow Child ist für mich die literarische Entdeckung eines Erstlings aus dem Jahr 2012. Ich bin gespannt, was wir von Eowyn Ivey noch alles lesen werden. Für Interessierte verweise ich gerne auf den Blog lettersfromalaska.wordpress.com der Autorin. -
Die Seelen wandern über die Zeit wie die Wolken über den HimmelRezension vom 13.01.2013David Mitchell ist ein britischer Autor, der mit seinen bisher veröffentlichten Roman stets für Furore sorgte. Der Wolkenatlas im Original in Englisch unter dem Titel Cloud Atlas im Jahre 2004 veröffentlicht, staubte so manche Jahre vor sich hin in meinem Bücherregal. Es war für mich immer eines dieser Bücher, welches ich irgendwann, wenn ich mal Zeit hätte, lesen würde. Zum Glück hat mich der Trailer zur Verfilmung derart begeistert, und ich musste das Buch unbedingt lesen.
Der Roman sind mehr Erzählfragmente von einzelnen Handlungspassagen; das Tagebuch eines Notars auf einer Schiffsreise im 19. Jahrhundert, die Briefe eines jungen Komponisten Anfang des 20. Jahrhunderts, ein Krimi in den 1970er Jahren, ein Verleger in unserer Gegenwart, ein Interview mit einem Klon in der Zukunft und die Erzählung eines jungen Mannes in noch ferner Zukunft. Zusammengehalten werden die Erzählstränge durch Verweise untereinander; jede Geschichte greift irgendwo ihre Vorhergegangene auf. Und doch lassen sich die Geschichten auch als solches lesen. Indem Mitchell jeder Geschichte eine eigene Sprache gegeben hat, hat auch jede Geschichte ihren eigenen Raum, ihr eigenes Vakuum erhalten.
Die grossen Themen sind Reinkarnation (alle Protagonisten Tragen das Muttermal in Form eines Kometen), Freiheit, Gier und Ausbeutung der Natur. Besonders der Aspekt der Freiheit wird immer wieder aufs Neue aufgegriffen. Als Leser ist es ein Vergnügen zu sehen, was der Autor erschaffen hat, mit welcher Erzählkraft er uns durch fast 500 Jahre Menschheitsgeschichte führt. Für mich ist der Wolkenatlas jetzt schon ein moderner Klassiker und eines meiner Lieblingsbücher. -
Verschenke niemals dein Herz an niemanden!Rezension vom 12.01.2013Dem Franzosen Mathias Malzieu ist mit Die Mechanik des Herzens ein absoluter Juwel gelungen. Dieses Buch ist mehr als eine Fantasy- oder Liebesgeschichte. Das märchenhafte seiner Erzählkunst hat wirklich Kultwert, wie es sein Erfolg in Frankreich ja bereits zeigt. Das Titelbild wurde übrigens von Benjamin Lacombe illustriert, für mich die perfekte Wahl für ein solches Buch.
Erzählt wird die Geschichte von Jack. Es ist das Jahr 1874 und die kälteste Nacht des Jahres in Edinburgh, als Jack geboren wird. Leider schlägt sein Herz nicht, wie es schlagen sollte und Dr. Madeleine setzt ihm eine Kuckucksuhr ein. Doch Jacks neues Herz hat seinen Preis, er darf sich absolut niemals verlieben. Doch als er auf die Strassentänzerin Miss Acacia trifft, ist es um ihn geschehen.
Ich habe dieses Buch wirklich wie im Rausch, besser gesagt im Glücksrausch, gelesen. Der Autor hatte mich von der ersten Seite weg und das passiert mir wirklich selten. Diese Geschichte ist auch mehr als ein Märchen. Sie ist eine Geschichte über das Leben, über Liebe und Freundschaft, Glück und Schmerz. Kurzum dies ist ein Buch, welches einfach glücklich macht. -
Und dass wir wissen, dass die Wege und Leben, gegen die wir uns entscheiden, begrenzt sind.Rezension vom 12.01.2013Eva Lohmann ist Jahrgang 1981 und ist kein unbeschriebenes Blatt mehr seit ihrer Veröffentlichung von Acht Wochen verrückt, einem Selbstversuch. Mit Kuckucksmädchen legt sie uns nun ihren ersten Roman vor.
Wann haben wir eigentlich angefangen, abends zu kochen, statt zu vögeln?
Dieses Zitat steht auf dem Buchrücken. Kaum hatte ich es erblickt, wusste ich; ich muss dieses Buch lesen
Wanda ist 30 und nun schon seit einiger Zeit mit Jonathan zusammen. Noch leben sie in getrennten Wohnungen, noch ist die Heirats-Frage nicht getroffen. Und das ist der Moment der Panik bei Wanda. Plötzlich stellt sie vieles infrage, insbesondere ihre Beziehung zu Jonathan. Ist es das etwa gewesen mit ihrer Jugend? Ist das wilde und freie Leben vorbei? Wann ist man sich sicher, dass es sicher ist?
Um sich Gewissheit zu verschaffen, startet Wanda das Projekt Exfreund. Sie listet fünf ihrer wichtigsten Exfreunde auf und nimmt Kontakt zu ihnen auf. Es beginnt eine Reise in Wandas Liebes-Vergangenheit.
Für mich hat Eva Lohmann ein typisches I-m-30-I-have-a-crisis-Buch geschrieben. Nun ja, ich bin ja auch in diesem Alter und es scheint nun mal Tatsache zu sein, dass man mit 30 noch immer fast so leben kann mit 20, bis man merkt, dass man es doch nicht tut. Man möchte zwar die Freiheiten, aber geht doch viele Verbindlichkeiten ein. Kuckucksmädchen ist ein humorvolles und simples Buch, es liest sich ruckzuck weg. Doch mich hat die Lektüre nachdenklich gestimmt und für das bin ich der Autorin dankbar. Ein gutes Buch hört für mich nicht nach dem Zuklappen auf, sondern fängt dann erst an; wenn ich mir meine eigenen Gedankenwege zum Gelesenen mache.

























