Träumende Kürbisse
von
Thomas Zörner, am 16.01.2012
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Nachdem Nirvana den großen Grungetrend losgetreten hatten, ohne das wirklich zu wollen, warfen Plattenfirmen den Alternative Bands die Plattenverträge regelrecht nach, immerhin war Rock jetzt wieder massentauglich, und damit ließ sich ja richtig Kohle machen. Die Smashing Pumpkins hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag, und auch ein Album aufgenommen. Nun lastete der Druck aber entsprechend schwer auf der Truppe, nachdem Nevermind die Musikwelt erobert hatte. Den Druck steigerte Mastermind Billy Corgan aber selbst noch, der sich extrem hohe Ziele setzte, allerdings vor allem in künstlerischer Sicht, auf den finanziellen Erfolg hofften vor allem die Labels. Hinzu kam, dass Corgan eine Schreibblockade plagte, und das Bandgefüge teils heiß lief, da der Gitarist und Sänger die Gruppe mit eiserner Hand führte, und einzig und allein für den Output verantwortlich war. Erstaunlich, dass Siamese Dream trotzdem so gut gelungen ist. Das erste Stück Cherub Rock rockt nicht nur entsprechend, sondern ist für alle Effektgerätfanatiker ein Paradebeispiel dafür, wie ein Big Muff, ein legendärer Verzerrer, zu klingen hat. Besser kann man kaum einsteigen. Das folgende Quite besticht mit einem enorm groovenden Riff, allerdings geht der Nummer gegen Ende etwas die Puste aus. Die geht Corgan nie aus. Dessen Gesang ist es auch, der die Hörerschaft sicher spalten wird. Corgans Organ ist ein reichlich nasales, und findet sicher nicht bei jedem Anklang, und auch ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel auf einmal davon vertrage. Man kann der Stimme des Manns aber sich nicht ihren Wiedererkennungswert abreden. So z.B. im ersten Ruhepunkt Today, das auf den ersten Blick positiv erscheint, aber tatsächlich von Corgans Selbstmordgedanken und Depressionen handelt, die er während der Schaffensphase des Albums teils hatte. Der zweite Ruhepol der CD ist das wunderschöne Disarm wahrscheinlich die schönste Ballade der Pumpkins bis heute. Es war schon immer diese Fusion von Melodie und Härte, die die Band von anderen Vertretern ihrer Gattung abhob, so kann ein Song noch so manisch verzerrt sein, eine Melodie lässt sich immer ausmachen, wie im großartigen Geek U.S.A.. Richtig epochal wird es noch mal gegen Ende mit dem über 8 Minuten langen Silverfuck, das zum fixen Live Repertoire der Band gehört. Trotz all der schlechten Vorzeichen ist den Smashing Pumpkins mit Siamese Dream ihr erstes richtig großes Werk geglückt, dem auch der entsprechende Erfolg folgte.