Rezension vom 11.11.2009
T. C. Boyle hat ein sehr ernstes und gesellschaftskritisches Buch geschrieben, das einen immer wieder zum Nachdenken bewegt, gleichzeitig aber so ironisch und überraschend ist, dass man nicht mehr aufhören kann zu lachen. Springen sie über Bord und tauchen sie ein in die Welt des jungen japanischen Matrosen Hiro Tanaka, der sein altes Leben hinter sich lassen und einen neuen Anfang im Land der Verheißung machen will. Kurz vor der Küste Georgias springt Hiro Tanaka von einem japanischen Frachter und rettet sich auf die kleine Insel Savannah vor dem amerikanischen Festland. Bis auf ein verblichenes Foto seines amerikanischen Vaters und dem Buch Der Weg des Samurai hat Hiro alles hinter sich gelassen.
Auf Savannah begegnet Hiro der gleichen Ablehnung wie in Japan und wird als illegaler Einwanderer von der Einwanderungsbehörde und einem Vietnam-Veteranen durch die modrigen Sümpfe der Insel gejagt. Seine einzige Hoffnung ist Ruth, eine Schriftstellerin einer ansässigen Künstlerkolonie, deren Geschichte sich im Lauf der Ereignisse immer enger mit Hiros verwebt. Politisch unkorrekt spielt Boyle mit Klischees und Vorurteilen. Ein tragikomischer Roman über die Begegnung zweier sich völlig fremder Kulturen, die so authentisch und spannend erzählt ist, dass man das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen kann