BuchhändlerInnen im Portrait

aus Hamburg
- Gesamte Rezensionen
- 927 (ansehen)
- Über mich
- liebe es, mich von Büchern aus der Gegenwart entführen zu lassen. Dabei ist es mir egal, ob es historische, literarische oder unterhaltsame Romane sind.
- Alter
- 50 Jahre
- Abteilung
- Belletristik (Romane, Krimis, Historische)
- Funktion
- Abteilungsleiterin
- Lieblingsautoren
- Marian Keyes, Rebecca Gablé, Judith Lennox, Edward Rutherfurd, Cathy Kelly, Sheila O'Flanagan
- An meinem Beruf gefällt mir
- Ich liebe es neue Autoren zu entdecken und diese Entdeckungen an meine Kunden weiterzugeben. Ebenso liebe ich den Austausch mit meinen Kunden.
- Im Beruf seit
- 1982
- Das beste Buch aller Zeiten
- Edward Rutherfurd, Sarum
Meine Favoriten
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Gibt es leider nur noch in englischer Sprache. Ein Toller historischer Roman über die Entstehung der... mehr
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Vielen Dank Frau Friedrich für diesen unglaublich, großartigen Roman, der den Widerständlern noch einmal... mehr
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Hut ab vor der Autorin. Sie war selber Alkoholikerin und hat es geschafft, dieses Thema in einen unterhaltsam... mehr
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Für mich der Frauenroman überhaupt. Die Artus-Geschichte aus Frauensicht mit tollen starken Frauencharakteren. mehr
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Ein großartiger, literarischer Roman, der sich mit den Nachwirkungen des spanischen Bürgerkrieges in... mehr
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Ein herrlich ruhiger Frauenroman, der ein ganzes Frauenleben von 1914 bis in die 90er Jahre umfasst.... mehr
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Für alle, die wissen möchten, wie viel Kämpfe die Schwulen und Lesebn in den fünfziger und sechziger... mehr
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Wenn Sie Ihrem Leben eine neue Richtung geben oder sich einfach wohler in Ihrer Haut fühlen wollen,... mehr
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Ein Kult-Frauen-Buch! Hier können die jungen Frauen von heute nachlesen, wie viele Kämpfe die Frauen... mehr
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Es ist ein toller Roman, der wieder einmal aufzeigt, wie anders die Südstaaten ticken als die großen... mehr
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Ich liebe die LichtfunktionRezension vom 03.02.2013Bisher habe ich einen Sony PRS-350 benutzt und war auch sehr zufrieden damit. Ich habe den e-reader jetzt gewechselt, weil mich gerade die Beleuchtung gelockt hat. Und diese Beleuchtung ist großartig. So kann ich auch im Dunkeln lesen, ohne Licht anmachen zu müssen. Damit störe ich dann niemanden. Und auch in der Dämmerzeit erspart er die Lampe. Außerdem überzeugt mich der Bookeen mit seinem Aufbau. Ich kann sowohl per Touchscreen blättern, habe aber an strategisch günstigen Stellen Tasten, um vor oder zurückzublättern. Die waren sowohl beim Oyo (den ich auch mal kurz hatte) als auch beim Sony sehr unglücklich angebracht. Wenn ich möchte, kann ich meine Bibliothek wunderbar ordnen, denn der Bookeen bietet auch eine Ordner-Übersicht an. Das macht es, wenn man viele Bücher hat, deutlich übersichtlicher. Er lässt sich einfach installieren und reagiert gut und schnell. Wenn ich möchte, kann ich direkt aus dem Internet Bücher herunterladen, kann sie aber auch ganz einfach vom PC herüberkopieren. Ich lese jetzt bereits das 4. Buch, ohne dass ich den e-reader nachladen musste.
Für mich ist dies ein e-reader, bei dem das Preis-Leistungsverhältnis stimmt!
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Das Leben könnte so einfach seinRezension vom 03.02.2013Brauchen Sie mal wieder was richtig Leichtes um der Realität zu entfliehen, dann greifen Sie Carole Matthews. Ich habe von dieser britischen Autorin seit 2008 immer mal wieder ein Buch gelesen und bin in diesem Genre nicht von ihr enttäuscht wurden. Zuletzt habe ich Ihnen 2011 Bauernhaus sucht Frau (Rowohlt) vorgestellt und in diese Richtung geht auch das Neue von ihr.
Lily und Laurence mit ihren beiden Kindern Hettie und Hugo haben eigentlich alles in Leben erreicht. Er ist erfolgreicher Banker, sie haben ein wunderbares Wunschhaus, die Kinder gehen auch ein Elite-Internat und sie verbringen gerade einen Traumurlaub in der Toskana, der sie nur mal eben 20.000 Pfund gekostet hat. Laurence hat zwar kaum Zeit für die Familie und das Eheleben ist ein wenig schal geworden, dafür können sie sich aber materiell alles leisten, was sie möchten. Doch was Lily nicht weiß, ist, dass Laurence schon seit einem halben Jahr seinen Job und das gesamte Vermögen verloren hat. Sie kommen aus dem Traumurlaub zurück und stehen buchstäblich vor dem Nichts. Nur durch die Freundlichkeit von Laurence ehemaligen Fahrer, der sie vom Flughafen abgeholt hat, haben sie ein wenig Geld, um die erste Nacht zurück in England zu überbrücken. Am nächsten Tag wendet sich Laurence an die Behörden und bekommt ein Reihenhaus zugewiesen. Und dieses Reihenhaus ist der Alptraum für die Familie. Es liegt in einem heruntergekommenen Stadtteil, wo bei vielen Häusern die Fenster mit Brettern vernagelt sind, ausgebrannte Autowracks auf den Straßen stehen und auch die Menschen wenig vertrauenserweckend aussehen. Doch während ihre eigenen reichen Freunde sie wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, finden sie dort plötzlich Unterstützung von Menschen, bei denen sie nie damit gerechnet haben. Wird die Ehe von Lily und Laurence halten? Und wendet sich ihr Schicksal wieder zum Guten? Ihnen stehen diverse Herausforderungen bevor. Werden sie daran wachsen oder zerbrechen?
Carole Matthews ist mit ihren Leserinnen älter geworden. Ihre Protagonisten sind in der Zwischenzeit Anfang vierzig. Sie haben in ihrem Leben schon viel erreicht, aber die eigentliche Lebensqualität hat gelitten. Dann passiert etwas Einschneidendes und sie stehen vor einem Wendepunkt. So auch dieses Mal. Die Autorin beschreibt dies wie üblich durchaus humorvoll und warmherzig. Sie erzählt die Geschichte zumeist aus der Sicht von Lily, doch manchmal wechselt die Perspektive und schaut von außen heraus zu. Wie auch schon in Bauernhaus sucht Frau kommt die weibliche Hauptperson am Anfang nicht gerade sympathisch rüber. Sie ist extrem verwöhnt und lebensunfähig, doch sie wächst im Laufe des Buches in die Situation hinein und ist letztendlich die Stärkere in der Beziehung.
Das Buch macht Spaß, wenn man darüber hinweg sehen kann, dass die ganze Geschichte sehr schwarz-weiß-gemalt ist. Es ist halt ein modernes Märchen. Das Leben könnte so einfach sein, wenn sich alle Probleme so leicht lösen lassen. Aber manchmal braucht man genau so ein Buch, um ein wenig abschalten zu können.
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Blaues Cover, aber doch untypischRezension vom 01.02.2013In welche Richtung der Verlag dieses Buch gerne sehen würde, ist klar: Blaues Cover und eine Frauengestalt = leichte Frauenunterhaltung in Richtung von Cecilia Ahern oder Anna McPartlin. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, muss ich aber feststellen, dass dies aber nur bedingt stimmt!
Liebe im Zeichen des Nordlichts ist ein Erstling einer preisgekrönten, irischen Journalistin. Sie erzählt darin eine eher untypische Liebesgeschichte. Die Hauptpersonen sind zum einen eine irische Familie und zum anderen ein Amerikaner mit irischen Wurzeln. Die irische Familie besteht aus Addie, einer Architektin Ende dreißig, die gerade in einer schwierigen Lebenssituation feststeckt. Eigentlich lebt sie mit ihrem Cockerspaniel Lulu alleine, doch im Moment ist sie wieder im elterlichen Haus, denn ihr Vater Hugh, ein Chirurg, braucht ihre Hilfe, denn er hat sich beide Handgelenke gebrochen. Es gibt dann noch Addies ältere Schwester Della, die mit Simon, ebenfalls ein Arzt, verheiratet ist und vier Töchter hat. Der Amerikaner ist Bruno. Bruno ist Fünfzig und hat gerade seinen Job als Banker bei den Lehman Brother verloren. In Amerika ist gerade der Präsidentschaftswahlkampf in seinen letzten Zügen, und Bruno flieht nach Irland. Dort will er ein vor dreißig Jahren gegebenes Versprechen einlösen und die Familie und das Land seines Vaters besuchen. Diese Familie ist natürlich genau die Familie von Addie. Hugh, Addie und Della haben keinerlei Interesse diesen Amerikaner kennenzulernen, aber es kommt natürlich alles anders. Bruno und Addie verstehen sich sofort. Es ist, als ob sie sich schon immer gekannt hätten. Doch hat diese Liebe eine Chance? Wie lange bleibt Bruno in Irland?
Kathleen MacMahon beschreibt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Es ist keine heiße oder romantische Liebesgeschichte, sondern eine ganz ruhige, aber innige. Die beiden Protagonisten haben eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet, dass es sie noch einmal so trifft. Doch die Liebe steht unter keinem guten Stern, denn es gibt Probleme in Addies Familie.
Dies ist kein seichter Liebesroman mit einem klassischen Happy-End, sondern eher eine Geschichte, wie Nicholas Sparks sie schreibt. Sie lässt sich gut lesen und nimmt einen als Leserin gefangen, lässt aber auch einige Fragen am Ende offen. Mir persönlich hat die ältere, chaotische Schwester Della am besten gefallen, denn durch sie hat das Buch auch eine Portion Humor bekommen.
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Die Kraft der PuppenRezension vom 01.02.2013Eva Weaver ist eine in Deutschland geborene britische Autorin, die ursprünglich als Trauma- und Kunsttherapeutin gearbeitet hat. Bei diesem Hintergrund passt Geschichte des Romans Jakobs Mantel hervorragend.
Denn Eva Weaver erzählt die Geschichte eines jungen Juden, der im Warschauer Ghetto die Menschen als Puppenspieler wenigstens kurzzeitig von ihrer Situation ablenkt. Mika hat ursprünglich mit seiner Mutter und seinem Großvater, einem allseits beliebten Universitätsprofessor, in guten Verhältnissen gelebt. An seinen Vater kann er sich kaum erinnern. Dann marschieren die Deutschen in Polen ein und für die Juden verschlechtert sich die Lebenssituation dramatisch und endet erstmals 1940 im Warschauer Ghetto. Doch es wird noch schlimmer. Mikas Großvater wird von den Deutschen erschossen, als er einer Frau helfen will. Mika erbt seinen Mantel und macht in den diversen heimlichen Taschen des Mantels eine ungeheuerliche Entdeckung sein Großvater hat Puppen gebastelt. Mika ist davon fasziniert und entdeckt, dass er Talent als Puppenspieler hat. Erst führt er nur im kleinen Kreis Stücke auf, doch denn spricht sich sein Talent im Ghetto herum, und er spielt vor immer größerem Publikum. Eines Tages macht er einen Fehler, und plötzlich will der deutsche Wehrmachtssoldat Max, dass er für die Deutschen spielt. Mika ist entsetzt, kann dadurch aber auch etwas für die anderen Juden im Ghetto tun. Dies alles und noch viel mehr erzählt der alte Mika 2009 seinem Enkel Danny in New York als er ein Plakat entdeckt, das ein Puppenspiel über den Puppenspieler des Warschauer Ghettos ankündigt. Im zweiten Teil wird die Geschichte des Soldaten Max erzählt, nachdem Deutschland den Krieg verloren hat. Auch hier spielt wieder eine der Puppen aus dem Ghetto eine zentrale Rolle.
Eva Weaver hat eine unglaublich ergreifende Geschichte erzählt. Sie beschreibt das Grauen des Ghettos sehr genau. Unter diesen schrecklichen Lebensumständen muss Mika erwachsen werden. Er wächst wie viele andere Menschen in dieser Situation über sich hinaus. Dabei helfen ihm die Puppen. Und diese Puppen lenken die Menschen von ihrer Situation, ihrem Hunger, ihrer Angst ab. Sie geben ihnen einen kleinen Moment Glück und Normalität. Aber sie beschreibt nicht nur die Situation der Opfer, sondern sie beschreibt auch sehr genau, wie es dem deutschen Soldat ergeht. Und sie zeigt auf, wie schmal der Grat ist, auf dem sich die Menschen im 3. Reich bewegt haben. Grundsätzlich steht der Soldat Max hinter der Politik von Adolf Hitler, aber in Mika erkennt er einfach einen Jungen, der im Alter seines Sohnes ist. Und dieser Junge ist gar nicht so anders. Gleichzeitig zeigt sie auch auf, wie schwierig die Situation für die Kriegskinder und -enkel ist. Es dauert lange, bis die Menschen wirklich darüber sprechen können.
Ein großartiger und beeindruckender Roman über die Kraft der Menschen in Extremsituationen. Und es ist gleichzeitig auch ein versöhnlich stimmender Roman. Er hat mich ähnlich beeindruckt wie Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne.
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Eine erste Liebe lebensklug und so wunderschön!Rezension vom 31.01.2013Alessandro dAvenia ist ein italienischer Autor und Lehrer. Weiß wie Milch, rot wie Blut ist sein erster Roman, der auf Deutsch erhältlich ist. Und damit hat er gleich einen richtigen Knaller hingelegt.
Er beschreibt eine wunderbare erste Liebe aus der Sicht von Leo. Leo ist 16 Jahre alt. Bisher liebte er Fußball und sein Moped über alles. Seine Freizeit verbrachte er am liebsten mit seinem Kumpel Niko. Doch dann verliebt er sich in Beatrice. Eine bildhübsche, rothaarige Mitschülerin. Wie soll er ihr nur näherkommen und ihr seine Liebe gestehen? Sein Freund und seine Eltern braucht er dazu gar nicht zu fragen. Eine Möglichkeit wäre noch seine Klassenkameradin Silvia, mit der er sich blendend versteht. Er bezeichnet sie gerne als seinen Schutzengel. Aber irgendwie reagiert Silvia auf sein Ansinnen sehr zurückhaltend und merkwürdig. Bevor Leo Beatrice näher kommen kann, erkrankt sie an Leukämie. Leo weiß nicht, wie er mit dieser neuen Situation umgehen soll, wächst aber im Laufe der Geschichte über sich hinaus. Hierbei spielt ein junger Geschichts- und Philosophie-Lehrer, genannt der Träumer, der als Ersatzlehrer eingesprungen ist eine große Rolle. Er schafft es, dass Leo viel mehr über das Leben, seine Träume und die Liebe nachdenkt. Wie heißt es so schön an einer Stelle im Buch: Ich hasse den Träumer, er kriegt mich immer wieder und macht mich neugierig.
Alessandro dAvenia hat einen wunderschönen, einfühlsamen Roman über die erste Liebe geschrieben. Das Buch ist überraschend philosophisch und doch jugendlich, teilweise schnodderig, teilweise humorvoll erzählt. Der Autor arbeitet mit schönen Bildern. Ganz besonders gefällt mir sein Bild, wie er die zwei Mädchen in Leos Leben beschreibt. Silvia ist wie die Brandung, sie ist immer da, auch wenn man sie nicht hört. [ ] Doch die Liebe ist nicht Brandung, sie ist Sturm.
Ein wunderschönes Buch über die erste Liebe und das Erwachsenwerden. Dieses Buch muss man einfach lesen, auch wenn die eigene Verliebtheit schon etwas her ist, denn darin steckt so viel Lebensweisheit. Ich musste lachen und weinen so schön war es!
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Wieder ein beeindruckender und bedrückender Südafrika-KrimiRezension vom 31.01.2013Im Oktober 2009 habe ich den ersten Krimi Ein schöner Ort zu sterben (Aufbau Taschenbuch) von Malla Nunn gelesen und war schlichtweg begeistert. Aber ich war auch schockiert über die Zustände in Südafrika Anfang der fünfziger Jahre, die sie beschrieben hat. Umso gespannter war ich natürlich auf den zweiten Krimi mit demselben Ermittler.
Emmanuel Cooper hat Pech. Dadurch, dass er bei seinem letzten Fall (Ein schöner Ort zu sterben) den südafrikanischen Geheimdienst Security Branch gegen sich aufgebracht hat, musste er seinen Dienst quittieren. Nun arbeitet er verdeckt für seinen ehemaligen Chef Major van Niekerk in Durban und soll korrupte Polizisten überführen Hierbei entdeckt er die Leiche eines Jungen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dies bringt ihn in Teufels Küche. Plötzlich wird er dreier Morde verdächtigt. Die Indizien sprechen gegen ihn. Nur die Intervention seines ehemaligen Chefs rettet ihn vorübergehend. Er bekommt 48 Stunden, um den Mord an dem Jungen aufzuklären. Was steckt hinter diesem Mord und dem Mord an seiner Hauswirtin und ihrem schwarzen Dienstmädchen? Was hat sein Chef damit zu tun? Warum wurde er wirklich auf freien Fuß gesetzt? Welche Rolle spielen der indische Gangsterboss und Drogenhändler Khan, die norwegische Predigerin Miss Morgensen und der amerikanische Prediger Bruder Jonah.
Herausgekommen ist wieder ein extrem spannender Krimi, bei dem man lange im Dunkeln tappt, was genau die Hintergründe für diesen Mord sind. Und es bleibt bis zum Schluss spannend, wer auf der richtigen und wer auf der falschen Seite steht.
Malla Nunn zeichnet wieder ein extrem düsteres Bild von Südafrika in den fünfziger Jahren. Und sie weiß, wovon sie schreibt, denn ihre Eltern lernten sich in den fünfziger Jahren kennen. Ihr Vater war weiß, ihre Mutter schwarz. D.h. ihre Eltern haben die Auswirkungen der Rassentrennungsgesetze am eigenen Leib erfahren. In der Zwischenzeit lebt die Autorin in Australien. Auch Emmanuel Cooper bekommt damit Probleme, denn da nicht ganz klar ist, wer sein Vater war, wurde er runter gestuft. Und es ist erschreckend, welch ein menschlicher Abschaum sich nach dem 2. Weltkrieg in Südafrika gesammelt hat.
Nicht ganz so schockierend wie der erste, aber auch wieder sehr gut!
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Eine erste Liebe lebensklug und so wunderschön!Rezension vom 23.01.2013Alessandro dAvenia ist ein italienischer Autor und Lehrer. Weiß wie Milch, rot wie Blut ist sein erster Roman, der auf Deutsch erhältlich ist. Und damit hat er gleich einen richtigen Knaller hingelegt.
Er beschreibt eine wunderbare erste Liebe aus der Sicht von Leo. Leo ist 16 Jahre alt. Bisher liebte er Fußball und sein Moped über alles. Seine Freizeit verbrachte er am liebsten mit seinem Kumpel Niko. Doch dann verliebt er sich in Beatrice. Eine bildhübsche, rothaarige Mitschülerin. Wie soll er ihr nur näherkommen und ihr seine Liebe gestehen? Sein Freund und seine Eltern braucht er dazu gar nicht zu fragen. Eine Möglichkeit wäre noch seine Klassenkameradin Silvia, mit der er sich blendend versteht. Er bezeichnet sie gerne als seinen Schutzengel. Aber irgendwie reagiert Silvia auf sein Ansinnen sehr zurückhaltend und merkwürdig. Bevor Leo Beatrice näher kommen kann, erkrankt sie an Leukämie. Leo weiß nicht, wie er mit dieser neuen Situation umgehen soll, wächst aber im Laufe der Geschichte über sich hinaus. Hierbei spielt ein junger Geschichts- und Philosophie-Lehrer, genannt der Träumer, der als Ersatzlehrer eingesprungen ist eine große Rolle. Er schafft es, dass Leo viel mehr über das Leben, seine Träume und die Liebe nachdenkt. Wie heißt es so schön an einer Stelle im Buch: Ich hasse den Träumer, er kriegt mich immer wieder und macht mich neugierig.
Alessandro dAvenia hat einen wunderschönen, einfühlsamen Roman über die erste Liebe geschrieben. Das Buch ist überraschend philosophisch und doch jugendlich, teilweise schnodderig, teilweise humorvoll erzählt. Der Autor arbeitet mit schönen Bildern. Ganz besonders gefällt mir sein Bild, wie er die zwei Mädchen in Leos Leben beschreibt. Silvia ist wie die Brandung, sie ist immer da, auch wenn man sie nicht hört. [ ] Doch die Liebe ist nicht Brandung, sie ist Sturm.
Ein wunderschönes Buch über die erste Liebe und das Erwachsenwerden. Dieses Buch muss man einfach lesen, auch wenn die eigene Verliebtheit schon etwas her ist, denn darin steckt so viel Lebensweisheit. Ich musste lachen und weinen so schön war es!
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Eine Autorin für schwierige FamilienkonstellationenRezension vom 20.01.2013Endlich mal wieder ein neues Buch von einer Autorin, die ich sehr schätze, dachte ich, aber Vorsicht: Das Buch Das Erbstück von der Norwegerin Anne B. Ragde wurde vom btb Verlag nur in neuer Optik wiederaufgelegt. Es ist ursprünglich schon einmal 2001 im gleichen Verlag erschienen.
Nachdem mir die Trondheim-Trilogie um Das Lügenhaus, Einsiedlerkrebse und Hitzewelle ausgesprochen gut gefallen haben, Mord in Spitzbergen etwas ganz anderes, aber auch sehr gut geschriebenes Buch, war, habe ich mich auf eine neue Familiengeschichte der Autorin gefreut. Einzig Die Liebesangst hat mir gar nicht gefallen.
In Das Erbstück erzählt sie die Geschichte um die Familie von Amalia Thalia Thygesen, genannt Malie. Das Buch ist in 6 Teile unterteilt. Der erste Teil beginnt gleich mit einem Knall: Amalia ist gestorben und ihre Tochter Ruby erzählt dies total befreit und glücklich ihrer eigenen Tochter Therese. Ruby und Therese leben in Norwegen. Ruby stammt allerdings wie ihre Mutter aus Dänemark. Ruby und Therese fahren zusammen hin und räumen gemeinsam mit Ib, dem jüngeren Bruder von Ruby, und seiner Frau Lotte das Haus aus. Ab dem zweiten Teil geht es immer weiter in der Familiengeschichte zurück. Der zweite Teil beginnt 1940, zu der Zeit, wo die Deutschen in Dänemark einmarschiert sind. Wir erfahren viel über die schwierige Kindheit von Ruby, die zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre alt ist. Der zweite Teil endet, als sie als junge Frau selbst ein Kind bekommen hat. Der dritte Teil geht noch weiter zurück und zeigt, wie sich Amalia und Mogens kennengelernt haben. Sie hatten beide ihre Träume. Amalia feiert gerade ihren ersten Triumph als Schauspielerin als Mogens sich in sie verliebt. Teil vier erzählt von der überraschend glückliche Kindheit Mogens, die allerdings zu früh tragisch endete. Und der fünfte Teil erzählt endlich von der schwierigen Kindheit Malies. Den Abschluss bildet die Beerdigung Amalias. Damit schließt sich der Kreis zurück zum Anfang des Buches.
Wer war der Mann, den Amalia geliebt hat? Warum ist sie eine so harte und unglückliche Frau geworden? Warum hassen ihre Kinder Ruby und Ib sie so, dass sie sich tatsächlich freuen, als sie erfahren, dass ihre Mutter tot ist? Und warum hat Amalia ihrer Enkelin all die Liebe geschenkt, die sie ihrer eigenen Tochter verweigert hat?
Irgendwie eint die Romane der norwegischen Autorin immer wieder eins: Die Protagonisten kommen aus kaputten Familien und kämpfen ihr Leben lang mit Nähe und Liebe. Dies ist aber auch schon das Einzige, worin sich die Romane ähneln. Denn die Geschichten, die Anne B. Ragde erzählt sind gänzlich unterschiedlich, aber immer spannend und gut geschrieben! So auch in diesem Roman. Es ist eine ergreifende Familiengeschichte, bei der man sich am Ende nicht wundert, warum es zu all diesem Leid gekommen ist. Es ist aber auch eine interessante Geschichte, die von der schwierigen Situation der Dänen im 20. Jahrhundert erzählt.
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Was für eine starke FrauRezension vom 16.01.2013Vor nicht allzu langer Zeit habe ich Ihnen das Buch Wer wir sind von Sabine Friedrich vorgestellt und besonders ans Herz gelegt. In diesem umfangreichen und großartigen Roman ging es um den Widerstand in Deutschland gegen Hitler. Und dieses Buch hat mich dazu angeregt, mich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich werde Ihnen sporadisch einige Bücher zu diesem Thema vorstellen. Den Anfang mache ich mit Freya von Moltke, denn die Familie von Moltke hatte mich am meisten fasziniert. Demnächst werde ich Ihnen dann auch noch die Biografie über Helmuth James von Moltke und die ergreifenden Briefe der beiden, die er aus dem Gefängnis Tegel geschrieben hat, vorstellen (alle im C. H. Beck Verlag erschienen).
Die Autorin Frauke Geyken hatte das Glück, dass sie Freya von Moltke tatsächlich an deren 90. Geburtstag persönlich begegnet ist. Allerdings hat sie erst ein paar Jahre später den Mut gefasst, diese große, alte Dame anzuschreiben, um sie um Erlaubnis zu bitten, ihre Biografie schreiben zu dürfen. Freya von Moltke lernte erst ab, gab dann aber doch ihre Zustimmung. Doch bevor es zu einem Treffen kam, verstarb Freya von Moltke im stolzen Alter von 98 Jahren. So konnte die Autorin nur auf ein umfangreiches Archiv zurückgreifen, hatte aber auch das Glück, dass sie noch mit einigen Familienmitgliedern und Freunden der Verstorbenen reden konnte. Herausgekommen ist diese Biografie einer ungewöhnlichen und starken Frau.
Freya von Moltke wurde 1911 als Tochter des Kölner Privatbankiers Deichmann geboren. Sie war das jüngste von drei Geschwistern und das einzige Mädchen. Sie wuchs privilegiert auf und genoss eine gute Schulbildung. Im Sommer 1929 lernt sie Helmuth James von Moltke kennen. Für sie ist es Liebe auf den ersten Blick, er ist von ihr ebenfalls fasziniert, braucht aber einige Zeit bis er sich zu einer Heirat durchringen kann. Der Teil ihres Lebens, der bis Ende 1945 kam, ist weitaus bekannter als ihr Leben nach dem Krieg. Doch Freya von Moltke ist immer eine politisch aktive Frau geblieben. Sie hat zeitweise in Südafrika, den USA und Deutschland gelebt. Sie hat viel dafür getan, dass die Arbeit ihres Mannes und seiner Mitstreiter im Widerstand nicht vergessen wurde. Sie hat sich aber auch immer wieder um Menschen gekümmert, die es im Leben nicht einfach hatten. Und ein großes Anliegen war für sie, das Gut Kreisau noch einmal wiederzusehen. Interessant ist auch, dass sie ein zweites Mal eine große Liebe gefunden hat, die aber niemals ihre Liebe zu ihrem ersten Mann verdrängt hat.
Die Autorin hat dies alles zu einer gut lesbaren Biografie zusammengetragen. Es gibt viele Zitate aus Briefen von Helmuth und Freya von Moltke, bzw. anderen Weggefährten. Abgerundet wird das Buch durch eine Zeittafel, Stammtafeln der Familien, Anmerkungen und eines umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis.
Ich hätte mir dieses Buch noch etwas ausführlicher gewünscht, aber es ist eben eine Biografie und kein biografischer Roman. Da das Leben dieser Frau aber so spannend und faszinierend ist, hoffe ich, dass irgendwann einmal jemand einen biografischen Roman über diese tolle Frau schreibt. Verdient hätte sie es allemal!
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Ein Frauenleben in den SuburbsRezension vom 15.01.2013Silvia Tennenbaum habe ich Ihnen bereits schon einmal im letzten Jahr vorgestellt. Da hatte der Schöffling Verlag ihren stark autobiografisch gefärbten Roman Straßen von gestern wieder aufgelegt. Ursprünglich war er bereits 1983 auf Deutsch erschienen. Darin erzählt die Autorin verfremdet die Geschichte ihrer Familie von den Großeltern im kaiserlichen Deutschland bis zur Ankunft eines Teiles der Familie in den USA. Da mir das Buch ausgesprochen gut gefallen hat, interessierte mich, was es noch von dieser Autorin zu lesen gibt. Und da habe ich Rachel, die Frau des Rabbi gefunden. Da die Autorin selbst über 30 Jahre mit einem Rabbi verheiratet war, spielt hier sicherlich auch wieder die eigene Geschichte eine große Rolle. Dieser Roman ist übrigens ihr erster Roman gewesen. Auf Deutsch gibt es keine weiteren von ihr.
Der Roman Rachel, die Frau des Rabbi spielt in einem kleinen Ort Gateshead in der näheren Umgebung von New York. Der Zeitrahmen ist ein Jahr in dem Leben von Rachel. Das Buch spielt in den siebziger Jahren und Rachel ist zu dem Zeitpunkt knapp vierzig Jahre alt. Rachel ist nicht nur die Frau des Rabbi, sondern sie ist vorrangig Künstlerin. Die Gemeindearbeit, die von ihr als Rebbezin erwartet wird, liegt ihr nicht. Sie ist nicht die Frau von, sondern ein eigenständiges und selbstbestimmtes Wesen. Dies stößt in ihrer Umgebung immer wieder auf Unverständnis. Am Anfang ihrer Ehe und Mutterschaft war sie mit ihrer vorgegebenen Rolle zufrieden. Sie malte nur nachts, aber irgendwann war ihr das nicht mehr genug. Die Künstlerin in ihr verlangte ihr Recht. Und damit beginnen die Schwierigkeiten im Haus Sonnshein. Außerdem sind sie und ihr Mann sehr engagiert, sie setzten sich für soziale Gerechtigkeit ein und stoßen damit bei seiner Gemeinde häufig auf Widerstand.
Es ist ein ruhiges Buch, das das Leben einer ungewöhnlichen Frau in einer typischen amerikanischen Vorstadt in den siebziger Jahren aufzeigt. Rachel ist intelligent und hat eine eigene Meinung. Sie versucht aus dem klassischen Rollenmuster auszubrechen. Doch die Gemeinde ihres Mannes zeigt der Familie schnell die Grenzen auf, denn Rabbis werden nicht auf Lebenszeit eingestellt. Sie haben auf jeden Fall zu der Zeit nur befristete Verträge bekommen. Und diese werden nicht immer verlängert. Die Autorin seziert sehr genau die amerikanische Mittelschicht der Suburbs in den siebziger Jahren. Herausgekommen ist ein Buch, das ein wenig an Marilyn French Frauen und ein wenig an John Updike erinnert. Sehr interessant empfand ich, dass die Juden auch in Amerika nicht unbedingt wohlgelitten sind. Allerdings hat die Autorin die Gemeinde auch nicht sehr sympathisch dargestellt. Die Menschen dort sind sehr konservativ und schauen nicht über ihren Tellerrand hinaus.
Rachel, die Frau des Rabbi ist ganz anders als ihr Roman Straßen von gestern. Mir haben beide Romane gut gefallen. Gerade Rachel, die Frau des Rabbi zeigt einmal ein ganz anderes Amerika auf. Mir war nicht bewusst, dass die Juden in den siebziger Jahren dort nicht wirklich assimiliert und angekommen sind.
Vermisst habe ich bei diesem Buch einen Anhang mit den jüdischen Begriffen und Feiern.



























