Buch
Taschenbuch (383 Seiten)
Sprache: Deutsch
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von Tess Gerritsen
von Tess Gerritsen
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von Tess Gerritsen
von Tess Gerritsen
von Tess Gerritsen
Als junges Mädchen musste Abby hilflos miterleben, wie ihr kleiner, herzkranker Bruder seinen Kampf auf Leben und Tod verlor. Damals schwor sie, später als Ärztin andere Kinder zu retten. Jahre danach gehört sie zum Top-Transplantationsteam eines Krankenhauses in Boston. Als jedoch eine keineswegs todkranke, aber reiche Frau trotz Abbys Widerspruch eines der raren Spenderherzen erhält, wird Abby misstrauisch. Sie forscht auf eigene Faust nach und stellt fest, dass dieses Herz aus dunklen Kanälen stammt ...
| Verkaufsrang: | 4.425 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-442-35880-9 |
| EAN: | 9783442358809 |
| Originaltitel: | Harvest |
| Erschienen: | 01.01.2003 |
| Verlag: | Blanvalet |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 383 |
| Gewicht: | 285 g |
| Übersetzer: | Kristian Lutze |
| Reihe: | Blanvalet Taschenbücher |
Mit ihrem ersten medizinischen Thriller "Kalte Herzen" gelang der US-amerikanischen Schriftstellerin Tess Gerritsen 1996 der Durchbruch in die Bestsellerlisten. Am 12.Juni 1953 in San Diego, Kalifornien geboren und aufgewachsen, legte sie 1979 ihr Examen an der Universität von Californien in Medizin ab. Fortan arbeitete die spätere Autorin als Internistin in Honolulu. Erst während ihres Mutterschaftsurlaubs begann Tess Gerritsen sich mehr dem Schreiben zu widmen.
Ihre Karriere startete damals aufgrund eines Wettbewerbes in einer
Tageszeitung, den sie gewann. Heute ist Tess Gerritsen als erfolgreiche Krimiautorin bekannt
und übt nicht mehr den Beruf als Ärztin aus. Ihre exakte Wiedergabe wissenschaftlicher Fakten und die daraus hervorgehende Realitätsnähe, schöpft sie beim Schreiben aus ihrem fundierten medizinischen Fachwissen.
Nach ihrem ersten Romantik Thriller "Anruf nach Mitternacht" 1987 folgten noch acht
Romane und weitere Drehbücher. Aber als Tess Gerritsen sich entschloss mit "Kalte Herzen" einen reinen Medizinthriller zu schreiben, der durch den Einfluss eines Freundes entstand, der ihr
seine Geschichte erzählte, schaffte sie den Sprung auf die Bestsellerliste der New York Times. Der Erfolg dieses Romans zeigte sich zudem auch in dem Verkauf der Filmrechte an Paramount/Dreamworks und der Übersetzung in über zwanzig Sprachen.
Um in ihrer Freizeit einen Ausgleich zu ihrem Beruf zu finden, vergnügt sich Tess Gerritsen
gerne mit Gartenarbeit oder Musik. Dies genießt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren
zwei Söhnen in Camden, Maine.
Meinung der Redaktion
Spannung hat viele Gesichter. Es kann sogar so spannend sein, dass man sich bei Lesen vergewissert, ob alle Türen und Fenster ordnungsgemäß geschlossen sind. Nichts für schwache Nerven, trotz geschlossener Fenster.
Werke von Tess Gerritsen
Die Rizzoli & Isles - Thriller
2001 Die Chirurgin - The Surgeon
2002 Der Meister - The Apprentice
2003 Todsünde - The Sinner
2004 Schwesternmord - Body Double
2005 Scheintot - Vanish
2006 Blutmale - The Mephisto Club
2008 Grabkammer - The Keepsake / Keeping the Dead
2010 Totengrund - Killing Place / Ice Cold
2011 Grabesstille - The Silent Girl
Weitere Titel der Autorin
1994 Gute Nacht, Peggy Sue - Peggy Sue got murdered
1996 Kalte Herzen - Harvest
1997 Roter Engel - Life Support
1998 Trügerische Ruhe - Bloodstream
1999 In der Schwebe - Gravity
2007 Leichenraub - The Bone Garden
Lee Vance studierte in Harvard und arbeitete lange Jahre für Goldman Sachs, eine der ältesten und angesehensten Investmentbanken der Welt. Er lebt mit seiner Familie in New York.
von Kerstin Stutzke, am 06.05.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 10.01.2011
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von S. Knöpper, am 07.11.2010
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von linovi, am 13.10.2010
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von Socke, am 27.06.2009
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von Blacky, am 29.03.2009
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von Polar, am 20.01.2009
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von Melanie Böhm, am 22.12.2008
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von Andrea Koßmann, am 31.08.2008
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von einer Kundin/einem Kunden, am 04.05.2008
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von Mario Pf., am 09.03.2008
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von Mandurah, am 06.04.2007
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von Anita, am 01.04.2007
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von Tanja, am 27.07.2006
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von einer Kundin/einem Kunden, am 28.10.2004
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von einer Kundin/einem Kunden, am 22.10.2003
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Er war klein für sein Alter, kleiner als die anderen Jungen, die in der Unterführung in Arbats-Kaya bettelten, doch mit elf hatte er schon alles ausprobiert. Er rauchte seit vier Jahren Zigaretten, stahl, seit er acht war, und ging seit zwei Jahren auf den Strich. Letzteres mochte Jakov nicht besonders, aber Onkel Mischa bestand darauf. Wie sollten sie sonst Brot und Zigaretten kaufen? Als kleinster und blondester von Onkel Mischas Jungen trug Jakov die Hauptlast des Geschäfts. Die Freier bevorzugten immer die jungen und blonden. Das Fehlen seiner linken Hand schien sie nicht zu stören; die meisten bemerkten den verkümmerten Stumpf gar nicht. Sie waren zu angetan von seinem zierlichen Wuchs, seinen blonden Haaren und seinen unerschrockenen blauen Augen. Jakov sehnte sich danach, zu alt für dieses Geschäft zu werden und sich seinen Lebensunterhalt durch Taschendiebstähle zu verdienen wie die anderen Jungen. Jeden Morgen, wenn er in Onkel Mischas Wohnung aufwachte, und jeden Abend vor dem Einschlafen packte er mit seiner gesunden Hand das Kopfteil seiner Pritsche und reckte sich in der Hoffnung, seiner Größe wenigstens ein paar Millimeter hinzuzufügen. Jakov war klein, weil er aus einer verkümmerten Linie stammte. Die Frau, die ihn vor acht Jahren in Moskau allein zurückgelassen hatte, war auch verkrüppelt gewesen. Jakov konnte sich kaum an die Frau erinnern, genausowenig wie an irgend etwas anderes von seinem Leben in der Stadt. Er wußte, was Onkel Mischa ihm erzählt hatte, und glaubte davon höchstens die Hälfte. Für das zarte Alter von elf Jahren war Jakov nicht nur kleinwüchsig, sondern auch ungewöhnlich helle.
Deshalb betrachtete er den Mann und die Frau, die mit Onkel Mischa am Eßtisch über Geschäfte sprachen, auch mit natürlicher Skepsis.
Das Paar war in einem großen, schwarzen Wagen mit getönten Scheiben vorgefahren. Der Mann hieß Gregor und trug einen Anzug mit passender Krawatte und Schuhe aus echtem Leder. Nadja, die Frau, war eine Blondine in einem Rock und einer Jacke aus edler Wolle. Sie trug einen Hartschalenkoffer. Nadja war keine Russin, das war allen vier Jungen in der Wohnung sofort klar. Vielleicht Amerikanerin oder Engländerin. Sie sprach fließend russisch, aber mit einem Akzent. Während die beiden Männer bei einer Flasche Wodka das Geschäftliche beredeten, wanderte der Blick der Frau durch die winzige Wohnung. Sie registrierte die an die Wand gerückten alten Feldbetten, die Haufen dreckiger Laken und die vier in ängstlichem Schweigen zusammengekauerten Jungen. Nadja hatte hellgraue Augen, schöne Augen, und sie musterte die Jungen nacheinander. Zuerst betrachtete sie Pjotr, der mit fünfzehn der älteste war, dann den dreizehnjährigen Stepan und den zehnjährigen Alexei. Und zuletzt sah sie Jakov an.
Jakov war es gewohnt, von Erwachsenen auf diese Art gemustert zu werden, und er erwiderte ihren Blick ruhig. Ungewohnt war es, so rasch übergangen zu werden. Normalerweise ignorierten die Erwachsenen die älteren Jungen, aber diesmal war es der hagere, pickelige Pjotr, der die Aufmerksamkeit der Frau auf sich zog.
"Sie tun das Richtige, Mikhail Isayevich", sagte Nadja zu Mischa. "Diese Kinder haben hier keine Zukunft. Wir bieten ihnen eine einmalige Gelegenheit!" Sie lächelte den Jungen zu.
Stepan, der Dummkopf, grinste zurück wie ein verliebter Idiot. "Sie wissen, daß sie kein Englisch sprechen", sagte Onkel Mischa. "Nur das eine oder andere Wort." "Kinder schnappen so was schnell auf, praktisch mühelos." "Sie werden Zeit brauchen zum Lernen. Die Sprache, das Essen - ".
"Unsere Agentur kennt die Anpassungsprobleme und Bedürfnisse der Jungen. Wir arbeiten mit zahlreichen russischen Kindern, Waisen wie diese. Für eine Weile werden sie eine Spezialschule besuchen, um die notwendige Zeit zur Umstellung zu erhalten."
"Und wenn sie es nicht schaffen?"
Nadja zögerte. "Hin und wieder gibt es Ausnahmen, Kinder mit emotionalen Problemen." Ihr Blick wanderte über die vier Jungen. "Gibt es einen, der Ihnen besondere Sorgen macht?" Jakov wußte, daß er derjenige mit den Problemen war, von denen sie sprachen. Derjenige, der selten lachte und nie weinte. Derjenige, den Onkel Mischa sein "kleines Steinmännchen" nannte. Jakov wußte nicht, warum er nie weinte. Wenn den anderen Jungen weh getan wurde, vergossen sie große Tränen. Jakov dagegen schaltete einfach ab. Totale Mattscheibe, so wie im Fernsehen spätabends, wenn die Sender abgeschaltet hatten. Kein Programm, keine Bilder, nur dieses beruhigende weiße Flimmern.
"Sie sind alle gute Jungen", versicherte Onkel Mischa. "Prachtburschen."
Jakov musterte die drei anderen Jungen. Pjotr hatte eine vorstehende Stirn und leicht vorgebeugte Schultern wie ein Gorilla. Stepan hatte komische Ohren, klein und faltig, dazwischen ein Hirn von der Größe einer Walnuß. Alexei lutschte am Daumen.
Und ich, dachte Jakov und betrachtete den Stumpf seines Unterarms, habe bloß eine Hand. Warum nennen sie uns Prachtkerle? Doch genau das war es, was Onkel Mischa nicht aufhörte zu beteuern. Und die Frau nickte. Ja, es waren gute Jungen, gesunde Jungen.
"Selbst ihre Zähne sind in Ordnung!" betonte Mischa. "Kein bißchen verfault. Und sehen Sie, wie groß Pjotr ist."
"Der da sieht ein bißchen unterernährt aus." Gregor zeigt auf Jakov. "Und was ist mit seiner Hand passiert?"
"Er wurde schon so geboren."
"Die Strahlung?"
"Ansonsten ist er vollkommen intakt. Ihm fehlt nur die Hand." "Das sollte kein Problem sein", sagte Nadja und erhob sich von ihrem Stuhl. "Wir müssen aufbrechen. Es wird Zeit." "Schon so bald?"
"Wir haben einen Terminplan einzuhalten." "Aber ihre Kleidung?"
"Die Agentur wird sie neu einkleiden. Und besser."
"Muß denn alles so schnell gehen? Haben wir keine Zeit, uns voneinander zu verabschieden?"
Ein Anflug von Verärgerung blitzte in den Augen der Frau auf. "Aber nur einen Moment. Wir wollen unsere Anschlüsse nicht verpassen."
Onkel Mischa sah seine Jungen an, seine vier Jungen, die weder durch Blutsbande noch Liebe, sondern allein durch gegenseitige Abhängigkeit und Bedürftigkeit an ihn gebunden waren. Er umarmte einen nach dem anderen. Als er zu Jakov kam, drückte er ihn ein wenig enger und länger. Onkel Mischa roch nach Zwiebeln und Zigaretten. Es waren vertraute Gerüche, gute Gerüche. Doch Jakov zog sich instinktiv zurück. Er mochte es nicht, umarmt oder berührt zu werden, von niemandem. "Denk immer an deinen Onkel", flüsterte Mischa. "Wenn du reich bist in Amerika, denk daran, wie ich mich um dich gekümmert habe."
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