Wildnis

Ausgezeichnet mit dem Irish Book Award 2008, Children's Book of the Year

von Roddy Doyle

Buch

gebunden (208 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Überleben in der Wildnis


Ein großes Abenteuer - das bedeutet für die Brüder Tom und Johnny die Reise nach Finnland, die sie mitten im Winter mit ihrer Mutter unternehmen. Um für ein paar Tage dem häuslichen Ärger mit der älteren Stieftochter zu entgehen, hat diese für sich und ihre Söhne kurzerhand eine Husky-Tour durch die finnische Wildnis gebucht. Und tatsächlich haben die Jungen in der weißen Weite und mit den Schlittenhunden einen enormen Spaß. Da passiert das Undenkbare: Ihre Mutter geht im Schnee verloren, und viel zu schnell geben die Schlittenführer die Suche auf. Nicht aber Tom und Johnny: Mit Hilfe der Huskys begeben sie sich allein auf die Suche ...


Spannungsvoller, meisterhaft erzählter Abenteuerroman.


Produktdetails

ISBN-10: 3-570-13553-5
EAN: 9783570135532
Originaltitel: Wilderness
Erschienen: 25.01.2010
Verlag: Cbj
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 208
Gewicht: 385 g
Altersempfehlung: ab 12
Übersetzer: Andreas Steinhöfel
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Roddy Doyle

Roddy Doyle, 1958 in Dublin geboren, ist einer der bekanntesten Vertreter der neueren irischen Literatur. Für seinen Roman "Paddy Clarke Ha Ha Ha" erhielt er den renommierten Booker Prize. Sein belletristisches Werk, zu dem außerdem noch "Die Commitments", "The Snapper", "Fish & Chips", "Die Frau, die gegen Türen rannte" und zuletzt "Henry der Held" gehören, erscheint im Wolfgang Krüger Verlag. Roddy Doyle lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Dublin.

Andreas Steinhöfel

Andreas Steinhöfel, geb. 1962, Studium der Anglistik, Amerikanistik und Medienwissenschaften in Marburg. Tätig als Übersetzer, schreibt Drehbücher und rezensiert Jugendliteratur für die FAZ und DIE ZEIT. Zahlreiche Veröffentlichungen von Kinder- und Jugendbüchern mit nationaler und internationaler Auszeichnung. 2009 erhielt Andreas Steinhöfel den 'Erich Kästner Preis für Literatur'.

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  • Was ist schon eine waghalsige Husky-Schlittentour in der Eiseskälte Lapplands gegen das wilde, krisengeschüttelte Reich der Pubertät? - Viel mehr als eine Abenteuergeschichte! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von RezensentInnen des Österreichischen Bibliothekswerks, am 07.04.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Spannungsgeladener, temporeich erzählter Abenteuerroman oder doch lieber tragikomisch-feinsinnige Familiengeschichte gefällig? Der bekannte irische Autor Roddy Doyle bietet seinen LeserInnen beides, indem er zwei eng verbundene Erzählstränge in sich abwechselnden Kapiteln gekonnt miteinander verwebt.
    Alles beginnt mit einer sehr realistisch entworfenen Krisensituation einer Patchworkfamilie unserer Tage: Familienvater Frank, die Güte in Person, bucht für seine lebenslustige zweite Ehefrau Sandra und ihre gemeinsamen Söhne Tom (10) und Johnny (11) einen unorthodoxen Ferientrip, damit seine geliebte Frau Abstand zu ihrer renitenten, sich tief in der Pubertät befindlichen Stieftochter Gráinne bekommt und sich die Begegnung mit deren leiblicher Mutter und Franks Exfrau erspart. Voller Tatendrang brechen die beiden aufgeweckten Jungs mit ihrer Mama zu einer erlebnisreichen Husky-Schlittentour in die nahezu unberührte Wildnis Lapplands auf, während sich Gráinne nach langen Jahren des Schweigens mit dem Besuch ihrer Mutter Rosemary konfrontiert sieht. Diese hat sich seinerzeit ohne Erklärung aus ihrem scheinbar intakten Familienleben aus dem Staub gemacht und jeglichen Kontakt zur Tochter verweigert. Doch der lang ersehnte Besuch entwickelt sich entgegen den Erwartungen Gráinnes und bei der zweiten Schlittentour geht Sandra in der Finsternis verloren. Die Jungs machen sich allein auf die Suche nach der Vermissten - was als großes Abenteuer begann, gerät für die drei zum harten Überlebenskampf...
    Trotz temporeicher Action kommt die literarische Qualität nicht zu kurz, die knappen, fast stakkatohaften Sätze steigern die Spannung zusätzlich. Dank der einfühlsamen Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel bleiben Roddy Doyles realistisch-schlagfertige Dialoge, die klug konstruierte Dramatik voller Tragikomik und die mit erstaunlich wenigen Worten aufgebaute dichte Erzählatmosphäre des Originals völlig erhalten. Plotmäßig sind Anklänge an Bücher von Nicholas Vanier spürbar. Geschickt spielt Roddy Doyle einerseits mit den Erzählelementen einer klassischen Abenteuergeschichte á la Jack London, andererseits gewährt er mit nachdenklich stimmenden, leisen Passagen Einblicke in die Wildnis des häuslichen Lebens. Zumeist gelingt Roddy Doyle die Anbindung an die Realität recht gut, er hat minutiös recherchiert. Doch inwieweit zwei noch recht kleine Jungen allein in der Wildnis überleben könnten, scheint fraglich.
    Jungs zieht vermutlich in erster Linie die attraktive Abenteuergeschichte in ihren Bann, während sich weibliche Leserinnen bestimmt gut mit der ihren Platz im Leben noch suchenden Gráinne identifizieren können. Feinster Lesestoff für männliche wie weibliche Jugendliche ab ca. 12 Jahren sowie für alle HuskyliebhaberInnen! (Elisabeth Zehetmayer)"

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  • "Wild-niiiiis!" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sonja Johanning, am 28.02.2010

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    Von der ersten bis zur letzten Seite des Buches ist man als Leser mittendrin im Abenteuer. Man spürt die Faszination und die Aufregung der beiden Jungen und zittert fast mit ihnen vor Freude und Kälte. Genau wie sie vertraut man auf die Huskys, diese faszinierenden Wesen des Nordens, und spürt, dass eigentlich nichts Schlimmes passieren kann, solange die Hunde in der Nähe sind.
    Am Ende ist man fast traurig, dass die Geschichte schon vorbei ist. Ein wirklich mitreißendes Buch, unmöglich, es zwischendurch zur Seite zu legen.

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  • Abenteuer! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Bianca Gerste, am 11.02.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ihre Ferien mit ihrer Mutter in Finnland geniessen Tom und Johnny in vollen Zügen. Besonders faszinierend finden sie die Huskys, die ihren Schlitten ziehen. Bei deren Pflege helfen sie gerne mit! Und das Vertrauen der Hunde und alles, was sie bisher gelernt haben,wird enorm wichtig, als ihre Mutter von einem Ausflug nicht zurückkehrt. Die beiden Brüder machen sich mit dem Hundeschlitten auf die Suche und erleben das Abenteuer ihres Lebens.

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Die beiden Jungen musterten die Augen des Hundes. "Was ist das für eine Farbe?", sagte Johnny. "Weiß nicht", sagte Tom.
Die Augen ließen sich mit nichts vergleichen, was die Jungen je zuvor gesehen hatten. Für diese Farbe gab es tatsächlich keine Bezeichnung.
"Blau?", sagte Tom.
"Nein", sagte Johnny.
"Türkis?"
"Eher nicht."
Der Hund starrte zurück. Die meisten anderen Hunde in der Einzäunung jaulten und machten Laute, die fast wie Worte aus einer fremden Sprache klangen. Sie zerrten an ihren Ketten, brachten sie zum Rasseln. Aber dieser Hund direkt vor ihnen war anders. Stand dort im schmutzigen Schnee, völlig unbewegt, und musterte die Jungen, sah zu Tom und dann zu Johnny, zu Tom, dann Johnny.
Sie sahen gar nicht wirklich aus wie Hundeaugen. Jedenfalls glichen sie keinen Hundeaugen, wie die Jungen sie von zu Hause kannten. Viele ihrer Freunde besaßen Hunde, ihre eigene Tante sogar zwei, doch die hatten alle gewöhnliche Hundeaugen. Die Augen dieses Hundes aber, der sie gerade anstarrte, schienen zu einer völlig anderen Art von Tier zu gehören. Sie wirkten beinahe menschlich.
"Es ist, als wäre jemand in ihnen gefangen", sagte Tom. Johnny nickte. Er verstand genau, was sein Bruder meinte. Sie traten einen Schritt zurück, den Blick immer noch auf den Hund gerichtet. Sie hatten Angst davor, ihm ihre Rücken zuzuwenden. Ein weiterer Schritt zurück, in den tiefen, sauberen Schnee. Noch einer, und sie stießen gegen etwas Hartes. Sie drehten sich um und sahen zu dem hünenhaftesten und breitschultrigsten Mann hoch, den sie je gesehen hatten.
Der Mann türmte sich wie eine Mauer vor ihnen auf. Unmittelbar hinter ihnen stand der Hund.
"Warum - seid - ihr - hier?", sagte der Mann.


Johnny Griffin war schon fast zwölf und sein Bruder, Tom, war zehn. Mit ihren Eltern und ihrer Schwester wohnten sie in Dublin. Sie waren ganz normale Jungen. Und an jenem Tag, als ihre Mutter die Ankündigung machte, waren sie besonders normal.
Sie saßen in der Küche und erledigten ihre Hausaufgaben. Draußen regnete es und der Regen hämmerte auf das flache Küchendach. Deshalb hörten sie den Schlüssel ihrer Mutter in der Haustür nicht und sie hörten sie auch nicht durch den Flur kommen. Sie war ganz plötzlich einfach da.
Sie mochten es sowieso, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam, aber heute war es noch besser, denn sie war klatschnass. Um ihre Füße bildete sich bereits eine Pfütze.
"Bin ein bisschen nass geworden, Jungs", sagte sie.
Sie schüttelte sich und große, mitgebrachte Regentropfen spritzten die Jungen voll und ließen sie aufschreien und lachen. Sie packte nach ihnen und drückte ihre Gesichter gegen ihre feuchte Jacke. Tom lachte erneut, Johnny aber nicht. Er fand, dafür sei er schon zu alt.
"Lass los!", schrie er in die Jacke.
"Sag bitte", sagte seine Mutter.
"Nein!"
Aber sie ließ ihn los, und dann auch seinen Bruder. "Wo wir hinfahren, Jungs, gibt es keinen Regen", sagte sie. Das klang interessant. "Nur Schnee." Das klang sehr interessant.
Also erzählte sie ihnen, was sie heute getan hatte, während der Mittagspause. Sie war an einem Reisebüro vorbeigegangen und etwas Helles im Fenster hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie war stehen geblieben und hatte es sich angesehen. Es war ein Hügel, mitten im Fenster, aus künstlichem Schnee errichtet, und diesen Hügel fuhr ein Teddybär auf Skiern herunter. Es war Werbung für die Winterferien.
"Es war wirklich albern, Jungs", sagte sie. "Der arme Teddy trug einen viel zu großen Sturzhelm und die Skier hatten sie ihm falsch herum angezogen. Aber, völlig egal, ich ging rein und buchte eine Reise für uns." "Wohin?", sagte Johnny. "Finnland."
Die Jungen flippten aus. Tom schoss durch den Flur, die Treppen rauf, sprang auf die Betten, und kam wieder zurück.
"Wo ist Finnland?", fragte er.
Sie holten Johnnys Atlas aus der Schultasche und fanden Finnland. Ihre Mutter zeigte ihnen die Route, die sie nehmen würden. Ihre Finger glitten über Dublin, die Irische See.
"Zuerst müssen wir bis Manchester fliegen", sagte sie. Und ihr Finger tippte auf Manchester und glitt auf der Karte weiter nach Norden. "Und dann nach Helsinki." Der Klang des Namens gefiel ihnen.
"Helsinki! Helsinki!"
Sie stießen sich gegenseitig an und lachten.
"Und dann", sagte ihre Mutter, "wechseln wir nochmals das Flugzeug und fliegen sogar noch weiter nach Norden."
Ihr Finger glitt ab Helsinki aufwärts und hielt dann inne.
"An einen Ort, der nicht mal auf der Karte verzeichnet ist", sagte sie.
"Warum nicht?", fragte Tom.
"Wahrscheinlich weil er dafür zu klein ist", sagte Johnny. "Stimmt", sagte ihre Mutter. "Wie heißt er?"
"Hab ich vergessen", sagte ihre Mutter. "Und die Reisebroschüre hab ich auf der Arbeit liegen lassen. Aber es sieht dort wunderbar aus."
"Wann fahren wir los?", sagte Johnny.
"In zwei Wochen."
"Krass", sagte Tom.
"Aber dann haben wir noch Schule", bemerkte Johnny.
Er hatte es ausgerechnet. Jetzt war Mitte November. Zwei Wochen dazu und es war Anfang Dezember, drei Wochen vor dem Beginn der Weihnachtsferien.
"Nein, habt ihr nicht", sagte ihre Mutter. "Ich hab schon mit Mrs Ford telefoniert."
Mrs Ford war die Direktorin ihrer Schule. Johnny ging in die sechste Klasse und Tom war in der fünften.
"Sie sagte, sie neige dazu, gnädig über mein Anliegen zu entscheiden, weil ihr beide dabei so wahnsinnig viel lernen könnt."
"Heißt das, wir dürfen mit?"
"Ja", sagte ihre Mutter. "Sie meinte, ihr sollt abzischen, aber bloß nicht vergessen, ihr ein Geschenk mitzubringen."
Damit war die Sache geritzt. Sie würden nach Finnland fahren.
"Coo-hool!"
Im Großen und Ganzen stimmte das alles. Doch einiges von dem, was ihre Mutter Johnny und Tom erzählt hatte, entsprach nicht der Wahrheit. Sie hatte ihnen gesagt, sie habe die Reisebroschüre auf ihrem Schreibtisch liegen lassen. Hatte sie aber nicht. Sie steckte in ihrer Handtasche. Sie wollte aber nicht, dass die Jungs sich auf ihre Tasche stürzten und darin herumwühlten. Es waren Dinge darin, die die beiden nicht sehen sollten. Sie hatte ihnen erzählt, der Teddy im Schaufenster habe einen zu großen Sturzhelm getragen und falsch herum auf den Skiern gestanden. Das stimmte nicht. Es gab gar keinen Teddy.

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