Streng vertraulich

Streng vertraulich

Roman

von Andrea Camilleri

Buch

gebunden (262 Seiten)

6. Auflage

Sprache: Deutsch

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Eine wahre Begebenheit, die die tragische Lächerlichkeit des Faschismus offenbart - davon erzählt Camilleris ungemein komischer Roman. 1929 reist der Neffe des äthiopischen Kaisers Negus nach Vigàta in Sizilien, um zu studieren. Zur gleichen Zeit plant Mussolini eifrig die Expansion seiner Kolonien in Afrika. Der Kaiserneffe scheint ihm ein idealer Fürsprecher für seine Pläne und für die Pracht des faschistischen Italien, und er befiehlt trotz leerer Kassen die finanzielle Unterstützung des hohen Gastes. Jedoch wartet der Duce vergeblich und vor Wut schäumend auf ein Zeichen des Neffen. Camilleris Buch einer "authentischen Dummheit" ist voller Humor und ein herrliches Spiel aus Realität und Fiktion.

Produktdetails

ISBN-10: 3-312-00468-3
EAN: 9783312004683
Originaltitel: Il nipote del Negus
Erschienen: 07.02.2011
Verlag: Nagel + Kimche Verlag Ag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 6. Auflage
Seitenzahl: 262
Gewicht: 405 g
Übersetzer: Sigrid Vagt
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Andrea Camilleri

Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren und lebt heute in Rom. Seine historischen Romane und Krimis lösten in den vergangenen Jahren ein regelrechtes Camilleri-Fieber aus und stürmten sämtliche vorderen Pätze auf den italienischen Bestseller-Listen. Camilleris Hauptfigur, Commissario Salvo Montalbano, gilt inzwischen weltweit als Inbegriff sizilianischer Lebensart und einfallsreicher Kriminalistik.

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  • Es handelt sich dabei, (...) , um eine Situation, die größte Umsicht erfordert, insofern der junge Mann, obschon Neger, immerhin ein äthiopischer Prinz und zudem noch direkter Neffe des Negus ist, der offenbar sehr viel von ihm hält.

    von Jasmin Müller, am 23.02.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Basel

    Sie wollen sich beim Lesen mal wieder so richtig amüsieren? Dann bestellen Sie sich umgehend „Streng vertraulich“ von Andrea Camilleri.

    Wie bereits in „Der unschickliche Antrag“, besteht der Roman aus Briefen, Telegrammen und einzelnen Gesprächspassagen, was die Verwickelungen der einzelnen Personen, die Spielereien des äthiopischen Prinzen, der alle an der Nase herum führt und die Albernheit des ganzen Bürokratismus noch besser rüber bringt.

Kundenrezensionen

  • Lesespaß auf höchstem Niveau Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Helga Rom, am 31.10.2011

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    Camilleri erzählt die Geschichte rund um das Eintreffen eines
    äthiopischen Prinzen im faschistischen Italien zur Zeit Mussolinis. Doch Vorsicht! - die Geschichte klingt ernster, als sie ist. Der Prinz hält nämlich die ganze italienische Welt zum Besten, lebt in Saus und Braus, geht allen seinen Gelüsten nach und zieht den Faschisten als Schwarzafrikaner das Geld aus den Taschen. Beim Lesen spürt man förmlich Camilleris Schalk. Ich glaube, es hat ihm größten Spaß bereitet, diese Geschichte zu recherchieren, zu schreiben und mit viel Humor auszuschmücken.

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  • Amüsantes Lesevergnügen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Margarete Stadlbauer, am 08.04.2011

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    Kann es soviel Dummheit wirklich geben? Belustigend und zugleich unglaublich lesen sich Eilbriefe und Nachrichten der am Verwirrspiel beteiligten Personen, die doch alle nur die Gunst des hohen Gastes aus Äthiopien gewinnen wollen.
    Camilleri beschert kurzweilige und köstliche Lesestunden.

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  • Was für ein Klima echter, allgemeiner Dummheit herrscht denn da Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Gerhard Scheibel, am 21.03.2011

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    1929, Sizilien - ein junger Mann, obschon Neger, immerhin ein äthiopischer Prinz und Neffe des Negus, schreibt sich an der Königlichen Bergbauschule von Vigàta ein. Die köstliche Geschichte bevölkern ein absoluter Trottel von einem Schulrektor, eine endlich wahnsinnig verliebte Herzensfreundin im siebenten Himmel und ein widernatürlich verliebter, wahnsinnig eifersüchtiger Rainer Müller, ein glänzender Polizeikommissar und ein aus dienstlichen Gründen in der Scheiße sitzender Brigadiere, ein Jungfaschist, der statt fehlerstrotzende Briefe zu schreiben einfach nur glauben, gehorchen, kämpfen soll, ein echter Kamerad von einem Föderationssekretär und ein perfekter Faschist von einem genialen Präfekten, der nach alter römischer Art immer die Wahrheit sagt. Während die vom unmittelbar von der Göttlichen Vorsehung inspirierten Duce vorgegebene Marschrichtung ein Pfeil mit zwei Spitzen wäre, drängt die Zeit ... Und dann sind da noch diese Dialekte, diese Plage, abzuschaffen.

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  • Köstlich! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Regina Richter, am 18.02.2011

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    Die italienische Obrigkeit zu Zeiten Mussolinis gehörig auf's Korn nehmend, spinnt Camillieri ein Netz aus Briefen, Telegrammen und Gesprächsfragmenten. Klingt seltsam? Nein, das hat einen Orden verdient!

    Ich war ständig amüsiert und gleichzeitig geschockt über das Gelesene. Kann es so viel Dummheit wirklich geben? Camilleri's Überzeugung nach, ja. Und das hat er auf seine gekonnte und unterhaltende Art auf Papier gebracht. Verdient alle 5 Sterne!

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  • Wie so oft zeigt sich auch in diesem Roman die leichte Wandelbarkeit des Faschismus Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 17.02.2011

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    Die kleine süditalienische Stadt Vigàta bekommt einen exotischen Bewohner: den äthiopischen Prinzen Grhane Solaissie, der an der dortigen Bergbauschule ein Diplom zu erwerben gedenkt.Das Regime unter dem “Duce” Benito Mussolini ist auf dem Höhepunkt seiner Macht und die Zulassung eines Negers in dieser Zeit nicht unproblematisch. Dennoch genießt der Prinz das Wohlwollen höchster Regierungskreise, denn man verbindet mit ihm weitreichende diplomatische Ziele: Bei der Kolonialisierung Ost-Somalias durch Italien gibt es erhebliche Grenzstreitigkeiten mit Äthiopien. Indem man den Prinzen für das Italien Mussolinis einnimmt, möchte man Einfluss auf dessen Onkel, den äthiopischen Kaiser, gewinnen und bei den Auseinandersetzungen eine für Italien positive Lösung erreichen. Konkret: Der Prinz soll einen Brief an seinen Onkel schreiben, in dem er seine Bewunderung für den italienischen Staat ausdrückt. Dabei zieht der Prinz in der Stadt eine Spur der Verwüstung: unbezahlte Bordellrechnungen, Ausschweifungen in Krankenhäusern, homoerotische Affären unter den Bergbauschülern, Eifersuchtszenen auf Seiten beiderlei Geschlechts, Suizidversuche aus Liebeskummer, Duelle in den besten Kreisen der Gesellschaft, das Erscheinen des Leibhaftigen … Hingegen wartet der Duce vergeblich und vor Wut schäumend auf ein Zeichen des Prinzen.

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  • Amüsante Farce Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Anna Wieland, am 14.02.2011

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    Dass Andrea Camilleri nicht nur als Autor der beliebten Montalbano- Krimis köstlich zu lesen ist, das wissen wir ja bereits. Mit seinem neuen Roman ist ihm allerdings ein besonderer Geniestreich gelungen. In Aktenauszügen, Telegrammabschriften und Gesprächsausschnitten erzählt er das Dilemma einer faschistischen Gesellschaft, die aus diplomatischen Gründen einen äthiopischen Prinzen aufnehmen soll. Damit nicht genug, auf obersten Befehl soll man ihn auch noch besonders gut behandeln. Der Prinz macht allerdings immer wieder Probleme, die Drähte laufen heiß und die Absurditäten häufen sich.
    Herrlich, wie Camilleri die Unfähigkeit der faschistischen Bürokratie aufdeckt und wie er uns ganz nebenbei Parallelen zum heutigen Italien ziehen lässt.
    Eine unterhaltsame Farce, witzig und böse!

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  • Streng vertraulich! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dr. Christian Rößner, am 26.01.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Als 1929 im faschistischen Italien der Neffe des Äthiopischen Kaisers Negus Haile Selassie ein Studium der Bergbauwissenschaften beginnen möchte, lauern dort ungeahnte Hindernisse: Diplomatisch ist für Mussolini die Sonderbehandlung des jungen Prinzen von größter Wichtigkeit, da er die kolonialistischen Ambitionen Italiens im Afrika nicht gefährden will. So müssen sich – wohl oder übel – alle niederen Beamten so wie die gesamte Bevölkerung wohl verhalten, auch wenn man dem „Schwarzen“ nicht nur ideologisch misstrauisch gegenübersteht. Dazu kommt, dass der Prinz einen äußert liederlichen Lebenswandel pflegt, Schulden macht und seine diversen sexuellen Neigungen wenig unter Kontrolle hat…
    Auf wahren Begebenheiten beruhend schildert Camilleri ein Possenspiel sonders gleichen. Auszüge aus Akten, Briefe und Dialoge zeigen, wie viel Wirbel der Prinz in die beschauliche, konservative italienische Bevölkerung bringt und wie unfähig die faschistische Bürokratie auf die Herausforderungen reagiert. Mit viel Witz, Ironie und erzählerische Finesse schafft es Camilleri auf raffinierte Art und Weise die irrwitzigen und teilweise hanebüchenen Finten der Bürokraten zu desavouieren und die teilweise tragische Geschichte um den äthiopischen Prinzen zu einer vergnüglichen Farce zu verwandeln. Einfach köstlich!

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