Sehr oberflächliches Bewertungssystem
von
machiavelli14, am 17.07.2012
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Zitat aus dieser Ausgabe zum Spiel England-Italien: "Der ÜBERRAGENDE Spielmacher Andrea Pirlo setzte bei 153 Ballkontakten 109-mal seine Mitspieler in Szene und lenkte das Spiel aus seiner defensiven Mittelfeldrolle wie ein Stratege." Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, dürfte für jeden klar gewesen sein, dass Pirlo herausragte im Spiel. Note seitens der Sport-Bild-Redaktion? Nicht etwa die Note 1, was ja ein ÜBERRAGEN zur Folge haben sollte, nein, nur eine 2+.
Cristiano Ronaldo dagegen erhält eine glatte 6 (UNGENÜGEND) im Spiel Dänemark-Portugal, obwohl dieser bei 40 Ballkontakten 55% seiner Zweikämpfe gewann, 3 mal gefoult worden ist, von seinen 19 Pässen (einige "Risikopässe" inbegriffen) 79% angekommen sind, 7 mal zum Abschluss kam und eine Schussvorlage gegeben hat. WIESO? Nur, weil er 2 Großchancen nicht verwerten konnte?
An sich wirkt alles sehr oberflächlich. Ein Torhüter kann dem Grunde nach nicht überragen, wenn er nicht zu null spielt, da seine prozentuale der gehaltenen Schüsse nicht bei 100% liegt, also erhält dieser indirekt immer eine Mitschuld an den Gegentoren, auch wenn diese unhaltbar waren. Andererseits erhält ein Torhüter nicht gleich eine Note 1, wenn er zu null gespielt hat und dabei eine Glanztat verrichtet hat. Was ja auch in Ordnung ist. Aber: Wieso erhält Neuer im Spiel gegen Portugal bei 3 gehaltenen Schüssen und einer Glanztat eine 1 und Casillas im Spiel gegen Kroatien bei 3 gehaltenen Schüssen und einer Glanztat sowie sonstigen besseren Daten gegenüber Neuer (angekommene lange Pässe - auch oberflächlich letzten Endes) nur eine 2+? PURE WILLKÜR. Auch wird bei der Passgenauigkeit nicht unterschieden, um was für eine Art Pass es sich dabei gehandelt hat. 10 Alibi-Pässe ergeben dann zwar eine Passgenauigkeit von 100% sind aber letzten Endes nichts wert, eben weil Alibi.
Sport-Bild konzentriert sich auf ein paar wenige Spielerdaten und wertet diese auf oberflächlichste Art und Weise aus und verteilt so Noten nach dem Zufallsprinzip oder einfach nur willkürlich. Für eine vermeintliche Redaktion vom Fach eine äußerst schwache Leistung. Die Redaktion macht es sich also entweder in der Bewertung zu einfach oder weiß es halt nicht besser, so dass sie sich hinter oberflächlichen Daten verstecken muss.
Mein Fazit: Wer weniger Wert auf fachliche Qualität legt und wer oberflächliche Daten für eine Spielbewertung als Maßstab ansieht, der sollte zugreifen. Alle anderen wären m.E. gut beraten sich nach Alternativen umzuschauen. Der Preis ist unschlagbar, aber leider ist das Buch auch nicht viel mehr wert! 1 Stern!