Friedelind Wagner

Die rebellische Enkelin Richard Wagners

von Eva Rieger

Buch

gebunden (502 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Sie galt als »das schwarze Schaf der Familie«, doch unbeirrt ging Friedelind Wagner ihren eigenen Weg: Eva Rieger schreibt die erste Biografie der Enkelin Richard Wagners, die als Einzige des Bayreuther Clans den Nazis Widerstand leistete.
Reichskanzler Adolf Hitler ist in Bayreuth alljährlich ein umjubelter Gast: Mit Winifred, der Herrin des Hügels, verbindet ihn eine enge Freundschaft. Für ihre Kinder spielt er den Ersatzvater. Nur eine schert aus dem braunen Pakt aus: Friedelind. Die aufmüpfige Tochter entschließt sich zum offenen Widerstand - gegen ihre Familie und gegen das Nazi-Regime. Sie emigriert nach England und opfert so ihren Lebenstraum, an der begehrten Festspielleitung mitzuwirken. Doch nach dem Krieg scheint Friedelinds große Stunde zu schlagen: Wer, wenn nicht sie, könnte jetzt die Leitung der Bayreuther Festspiele übernehmen? Schließlich ist sie die Einzige der vier Geschwister, die von der Vergangenheit unbelastet ist. Aber die Familie steht der Emigrantin feindlich gegenüber - und tut alles, um die »Verräterin« auszubooten.


Pressestimmen:

"( ) eine klarlinige und faktenreiche Darstellung dieses Lebens ( ).", Der Tagesspiegel, 23.08.2012

Produktdetails

ISBN-10: 3-492-05489-7
EAN: 9783492054898
Erschienen: Oktober 2012
Verlag: Piper
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 502
Länge/Breite: 221mm/120mm
Gewicht: 806 g
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Eva Rieger

Eva Rieger, geboren 1940 auf der Insel Man, arbeitete sechs Jahre lang beim RIAS in Berlin, studierte dann Musikwissenschaft und Anglistik, promovierte bei Carl Dahlhaus und arbeitete als Akademische Rätin an den Universitäten Göttingen und Hildesheim. Ab 1991 bis zur ihrer Emeretierung Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Bremen. Seit den frühen siebziger Jahren in der Frauenbewegung aktiv, war sie weltweit die Erste, die nach Sophie Drinker (1948) die Sozial- und Kulturgeschichte der Frau in der Musikkultur aufarbeitete.

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Kundenrezensionen

  • Die faszinierende Geschichte einer faszinierenden Frau Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Julia Joachimmeyer, am 05.03.2013

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Name Wagner steht nicht nur für Bayreuth, Wahnfried und große Oper, sondern auch für die enge Verstrickung in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Alle Mitglieder des Wagner-Clans verehrten Hitler und standen zu ihm bis zum Untergang des Nazireichs. Mit einer Ausnahme- Friedelind Wagner. Aufgewachsen als Enkelin Richard Wagners und im Dunstkreis Hitlers, stellte sie sich gegen ihre gesamte Familie und kehrte Deutschland den Rücken. Eine starke, bewundernswerte Frau, die den Mut aufbrachte, alles was sie kannte und liebte hinter sich zu lassen, um ihrem Gewissen folgen zu können.
    Historisch fundiert, aber spannend und unterhaltsam, führt uns Eva Rieger durch das Leben dieser einzigartigen Frau und Künstlerin.

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  • Die etwas andere „Wagner“ Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Michael Lehmann-Pape, am 21.08.2012

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    Im Lichte der Macht sonnten sich die Mitglieder Familie Wagner immer schon gerne. Eng verbunden war das Haus vor allem mit dem düstersten Kapitel der deutschen Geschichte. Hitler als gern gesehener Gast, als Freund der Familie, als Gönner. Eine Liaison, mit der sich beide Seiten zu Zeiten zu schmücken wussten.

    Eva Rieger hat sich nun in ihrer ausführlichen, fundiert recherchierten und ebenso breiten wie tiefen Biographie jenem Familienmitglied der Wagners zugewendet, das als einziges damals nach einer Zeit innerer Entwicklung Abstand wahrte zu Hitler und der Führung des dritten Reiches. Eine Wandlung in den Überzeugungen, ein Abstand, der nicht immer einfach zu wahren war und durchaus für massive Spannungen sorgte. Bis hin zur Emigration Friedelind Wagners. Und damit auch bis zum Bruch mit der eigenen Familie. Ab 1940 führte der Weg über zunächst England dann nach Amerika. Wobei, auch das sei nicht verschwiegen, der Name durchaus ein (von ihr genutzter) Türöffner, wenn auch nicht der Garant für materielle Sicherheit, war.

    Vielfach sind die Details, die Eva Rieger dem Leser mit auf den Weg gibt, erkennbar ist, dass sie sich mit ihrem Objekt, aber auch der gesamten Familie, intensiv beschäftigt hat. Wobei, ein wenig störend, doch immer im Hintergrund die persönlichen Präferenzen Eva Riegers deutlich erkennbar sind. So lenkt sie den Eindruck Friedelind Wagners durchaus des Öfteren ohne zwingende Argumentation, wohl eher aus eigenen Überzeugungen heraus, in den Bereich der Emanzipation und des Feminismus, stellt Friedelind Wagner als eine Frau dar, die eben als Frau mit Kraft in einer männerdominierten Welt der 30er, 40er und 50er Jahre ihren Weg sich fast ertrotzte. Dies geben die Fakten so allerdings nicht her, Rieger selbst lässt ja keinen Zweifel daran, dass Friedelind Wagner durchaus um die Kraft ihrer Herkunft und ihres Namens wusste und dies versuchte, zu nutzen. Auch wenn natürlich auch Kämpfe um den Broterwerb im Raume stehen. Damit steht Friedelind aber nicht alleine zu jener Zeit und das allein ist noch kein Grund, auf der „Frauenfrage“ hier zu sehr zu beharren.

    Dennoch, durchaus lohenswert und interessant zu lesen ist, wie Friedelind Wagner den „Kopf über Wasser“ hielt, viele Arbeiten annahm, annehmen musste und in materieller Unsicherheit den Weg suchte. Eine Unsicherheit, die auch nach der Rückkehr nach Deutschland noch andauerte. Das angespannte und mit Reibung versehene Verhältnis zur Familie steht durch Rieger ausführlich beschrieben im Raum und gibt einen durchaus tiefen Einblick in die „Sonderwelt“, in der „die Wagners“ sich selbst und im Verhältnis untereinander aufhalten. Ein Anpassungsdruck, der bis heute anhält und, dies arbeitet Rieger ebenfalls gut heraus, dem sich Friedelind Wagner Zeit ihres Lebens zu widersetzen verstand. Mit durchaus materiellen, künstlerischen und, sicher auch, emotionalen Belastungen für sie selbst.

    Einen gemischten Eindruck hinterlässt das Buch. In Teilen sehr kleinteilig (bis hin zu pro und contra einzelner Aufführungen in den späteren Jahren) und hier und da mit zuviel „Erkennbarkeit“ der persönlichen Überzeugungen der Autorin, mit zuwenig Distanz zum Objekt der Darstellung. Andererseits finden sich vielfache Hintergrundinformationen zur Familie Wagner und eine fundierte Darstellung der Lebensstationen Friedelind Wagners.

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