Bahnwärter Thiel

Novellistische Studie

von Gerhart Hauptmann

Schulbuch

Taschenbuch (37 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Der Bahnwärter Thiel lebt glücklich mit seiner Frau und seinem Sohn Tobias zusammen und führt seinen Dienst stets pflichtbewusst und zuverlässig aus. Als seine Frau stirbt, heiratet er die dominante und herrische Magd Lene, mit der er ein Kind bekommt. Lene misshandelt Tobias, und Thiel sieht in einer Wahnvorstellung bereits seine erste Frau mit einem blutigen Bündel über die Gleise fliehen. Einige Zeit später stirbt Tobias durch Lenes Schuld auf den Gleisen. Nachts erschlägt der Bahnwärter Thiel schliesslich Lene und sein Kind aus zweiter Ehe und wird in ein Irrenhaus gebracht.
Mit Bahnwärter Thiel schrieb Hauptmann eine psychologische Studie, in der er realistisch den Verfall eines Menschen vom pflichtbewussten Kirchgänger zum Mörder schildert. Tiefe verleihen der "novellistischen Studie", wie der Untertitel des Werks heisst, auch die zahlreichen Symbole und Vorausdeutungen. Als Hauptmann die Erzählung 1887 schrieb, war er knapp 25 Jahre alt. Inzwischen ist "Bahnwärter Thiel" der bekannteste Prosatext des Nobelpreisträgers.

Produktdetails

ISBN-10: 3-87291-178-3
EAN: 9783872911780
Erschienen: 2013
Verlag: Hamburger Lesehefte
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 37
Länge/Breite: 202mm/128mm
Gewicht: 39 g
Reihe: Hamburger Lesehefte
Schulfach: Deutsch
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Gerhart Hauptmann

Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 als Sohn eines Hotelbesitzers in Schlesien geboren. 1877 erlebte Hauptmann mit 15 Jahren den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Vaters. 1879 wurde er während seines Aufenthalts als Landwirtschaftshelfer auf dem Gut von Verwandten lungenkrank und war erst 1904 völlig wiederherstellt. Frühzeitg zeigte Hauptmann sein dichterisches Interesse. Er besuchte 1882-82 die Kunst- und Gewerbeschule zu Breslau. Zwischen 1882-88 hörte er Vorlesungen an mehreren deutschen und schweizerischen Universitäten. Nach einer Mittelmeerreise, einem Aufenthalt als freier Bildhauer in Rom und seiner Heirat 1885 wohnte er in Berlin, Zürich und Erkner bei Berlin. Da begann er, seine dichterische Begabung zu Tage zu legen. Seit 1901 lebte Hauptmann mit seiner zweiten Frau, Margarete Marschalk, einer Schauspielerin und Geigerin in Agnetendorf, Kloster auf Hiddensee, in der Südschweiz und an der Riviera. Er gewann zahlreiche Ehrungen, einschließlich des Ehrendoktors der Universität Oxford 1907 und des Nobelpreises für Literatur 1912. Am 6. Juni 1946 starb er in seinem Haus in Agnetendorf.§Gerhart Hauptmann gilt als hervoragender deutscher Dramatiker des 20. Jahrhunderts und Repräsentant des Naturalismus.

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  • Armer Bahnwärter! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Zitronenblau, am 08.05.2008

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Hauptmann, der diese novellistische Studie bereits mit 25 Jahren geschrieben hat, versucht eine psychische Dekadenz des Bahnwärters zu entwickeln. Dadurch entsteht ein vom Positiven zum Negativen gewandeltes Handlungsgefälle (Kirche > Anstalt). Vordergründig scheint mir hier der Versuch einer psychologischen Untersuchung gemäß der Frage, wie deutet sich eine psychische Störung an, wie wird sie ausgelöst und wohin führt sie? Im vorliegenden Fall ist es die verlorene Idylle, der Tod des Sohnen und der Mord an Frau und Kind. Hinzu kommen Hauptmanns naturalistische Anschauungsversuche (z.B. der vorbeifahrende Zug), wobei ich der Ästhetisierung des Banalen skeptisch gegenüberstehe. In dieser Geschichte aber scheint mir das beinah lyrisch-dichterische Beschreiben von der Natur Ausdruck seiner mentalen Retardierung.
    Alles in allem lesbar, aber auch nicht das Nonplusultra.

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