Die Weite fühlen

Die Weite fühlen

Aufzeichnungen einer Hirtin

von Pia Solèr

Buch

gebunden (123 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Einfach mal weg sein - eine der großen Sehnsüchte
des zivilisierten Menschen. Pilgern auf
dem Jakobsweg. Kein iPhone, kein Internet.
Oder raus, aufs Land. Doch wie fühlt es sich
an, schon immer einfach weg zu sein, von
Berufs wegen?
Pia Solèr ist knapp 40 Jahre alt und Hirtin.
Sie lebt in einem versteckten Tal im schweizerischen
Graubünden. Ans Bücherschreiben
hat sie nie gedacht - bis sie einer danach
fragte. »Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass
ich etwas zu sagen habe.« Und jetzt erzählt
sie. Im Oktober Schnee-Einbruch über Nacht.
sms können nur verschickt werden, wenn der
Wind aus einer bestimmten Richtung kommt.
Der Hund stirbt, der Tierarzt kommt zu spät,
sie begräbt ihn allein.
Die Aufzeichnungen von Pia Solèr sind
authentisch, alltäglich und einzigartig. Hier
spricht kein Aussteiger, auch kein mönchischer
Eremit. Hier spricht eine Frau aus der Mitte
Europas, sie erzählt von harter Arbeit und einsamen
Stunden, vom Fortschritt und Zerfall
unserer Tage, vor allem aber erzählt sie vom
Leben in der Natur, auf 2000 Metern Höhe, in
der sich Weite fühlen lässt.


Produktdetails

Verkaufsrang: 19.074
ISBN-10: 3-86337-009-0
EAN: 9783863370091
Erschienen: September 2011
Verlag: Weissbooks
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 123
Gewicht: 141 g
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Daniela Kuhn

Daniela Kuhn, geboren 1969, ist Journalistin, u.a. Redaktorin beim "Tages-Anzeiger". Daneben PR-Arbeit für gemeinnützige Organisationen und Moderation von Erzählcafés in Altersheimen. Sie lebt und arbeitet in Zürich.

Pia Solèr

Pia Solèr, 1971 in Vrin (Schweiz) geboren, lebt dort, in Vanescha und auf der Alp Scharboda. Nach einer Verkäuferinnenlehre arbeitete sie auf der Ziegenalp von Vrin als Hirtin. Mehrere Reisen in ferne Länder. Seit 2002 hütet sie im Sommer Schafe.

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Kundenrezensionen

  • Wenn man einfach mal weg ist ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Stefan Heidsiek, am 04.05.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Authentizität. Ein Wort, das oft bemüht und noch öfter eingefordert wird, und das doch irgendwie besonders in den letzten Jahren, durch seine häufige Benutzung, an Wert verloren hat. Auffallen tut dies speziell auf dem Büchermarkt, wo über das ganze Jahr Erfahrungsberichte, Lebensbeichten und boulevardeske Biographieschmonzetten ganze Tische bedecken und die Bestsellerplätze blockieren. Authentisch, also glaubhaft, sind viele der Titel nicht mehr. Meist scheinen sie nicht mal vom Autor selbst geschrieben, manchmal erweisen sich Anekdoten als erfunden und relativ häufig fällt ihre Veröffentlichung "zufälligerweise" mit medienwirksamen Ereignissen zusammen.

    Wie erfrischend dann, ein Buch wie dieses. Pia Solèr, knapp 40 Jahre alte Hirtin aus einem schwer zugänglichen Tal in Graubünden, der Schweiz, hat ihre Gedanken niedergeschrieben. Auf Anfrage zwar, aber ohne Druck von außen oder einer bestimmten Themengebung. Entstanden ist "Die Weite fühlen". Ein erstaunliches, erfrischend unsentimentales Büchlein, von ein bisschen mehr als 100 Seiten, das durch eine Schlichtheit besticht, die man fast schon wieder poetisch nennen will. Ohne größeren Zusammenhang erzählt Solèr von Ihrem Leben in 2000 m Höhe. Von ihrer Nähe zur Natur, den Tieren. Von der Erhabenheit, der Kargheit, den Gefahren, aber auch von der Schönheit der Bergwelt. Kein Aussteiger berichtet hier. Binsenweisheiten, Leitlinien oder gute Ratschläge sucht man (gottseidank) vergebens. Es ist kein Buch, das überzeugen oder gar Werte vermitteln will. Hier spricht nur jemand, ruhig, mit feinem Witz, augenzwinkernd, schwärmerisch - und man ist plötzlich mehr als geneigt "zuzuhören".

    Schon nach wenigen Seiten steckt die Ruhe dieser Erzählung an, entschleunigen Solèrs Worte unseren hektischen Alltag. Und sorgen dafür, dass wir diese Frau beneiden, die weit weg von Internet, I-Phones und Fernsehen ein erfülltes, lärmfreies und doch nie einsames Leben führt. "Die Weite fühlen" weckt eine gewisse Sehnsucht in uns, macht nachdenklich, lässt innehalten. Und hierin findet sich auch der Wert des Buches, dessen literarische Qualitäten sich sonst in Grenzen halten.

    Wer also nach der Lektüre meint, nun selbst als Hirt/in in den Alpen sein Glück zu suchen, hat die Botschaft nicht verstanden. Eine Botschaft gibt es nämlich nicht. Nur eine Erinnerung, dass das, was an Glück notwendig ist, vor der eigenen Türschwelle liegen kann. Oder um es im Stile Solèrs zu sagen: Wenn man auf dem Gipfel des Berges zurückblickt (auf eine Lebensweise, verlorengegangene Traditionen, "veraltete" Wertvorstellungen), sieht man trotzdem immer noch - weit. Und nicht selten sogar weiter, als manch anderer, der das weltweite Netz in den Händen hält.

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