Canale Mussolini

Canale Mussolini

Roman

von Antonio Pennacchi

Buch

gebunden (446 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Warum war Mussolini so beliebt? Antonio Pennacchi erzählt den Faschismus in Italien erstmals aus einer neuen Perspektive: Tausende von Bauern aus den ärmlichen Regionen Venetiens wurden ab 1928 in das malariaverseuchte Niemandsland südlich von Rom umgesiedelt, um an der Aushebung des Canale Mussolini mitzuwirken; unter ihnen auch die Familie Peruzzi. Anfang des 20. Jahrhunderts hegten sie noch sozialistische Sympathien. Bald jedoch leisten sie dem Duce überzeugte Gefolgschaft und arrangieren sich mit dem System. Ein Onkel hat gute Beziehungen nach Rom, die Großmutter flirtet sogar mit Mussolini. Pennacchi erzählt eine große Familiensaga über den gewöhnlichen Faschismus und seine Faszination. Sein provokanter, unheimlicher Roman setzt einer ganzen Region ein unvergessliches literarisches Denkmal.

Produktdetails

Verkaufsrang: 13.039
ISBN-10: 3-446-23860-3
EAN: 9783446238602
Originaltitel: Canale Mussolini
Erschienen: 06.02.2012
Verlag: Hanser
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 446
Gewicht: 675 g
Übersetzer: Barbara Kleiner
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Barbara Kleiner

Barbara Kleiner, promovierte Germanistin und Romanistin aus München, Jahrgang 1952. Sie erhält den Übersetzerpreis der Kulturstiftung NRW für ihre Übertragung von Ippolito Nievos Werk "Bekenntnisse eines Italieners" (Manesse Verlag, 2005) aus dem Italienischen ins Deutsche. Gleichzeitig wird das Gesamtwerk der Übersetzerin ausgezeichnet. Die Kunststiftung NRW verleiht den renommierten Preis, der mit 25.000 zu den höchstdotierten Auszeichnungen für literarische Übersetzer im deutschsprachigen Raum gehört, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen.

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Kundenrezensionen

  • Die Wahrheit der Peruzzis Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Annemarie Blaßnig, am 29.02.2012

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    A. Pennacchi erzählt uns eine Familiengeschichte in der Zeit des italienischen Faschismus und lässt dabei als Erzähler einen aus der Enkelgeneration zu Wort kommen, der sich immer wieder gegen fiktive kritische Einwände von Seiten der Leser direkt an
    diese wendet. Denn das, was hier erzählt wird, ist die historische Wahrheit der Peruzzis, wie sie von seinem Vater und seinen Onkeln in der Familie überliefert worden ist. Und die Peruzzis waren Faschisten der ersten Stunde. Sechs Onkel des Erzählers waren 1922 beim Marsch auf Rom dabei. Und sie hielten dem Duce bis zum Schluß, auch als dieser nur mehr eine Marionette Hitler-Deutschlands war, die Treue . Jeder hat seine Gründe, bekommt man vom Enkel immer wieder zu hören, was wohl glauben machen soll, dass jeder seine persönliche Sicht auf den Verlauf der Geschichte hat. Dass Faschismus Diktatur und Terror gegen jegliche Opposition sowie eine agressiv-nationalistische Kriegspolitik nach außen bedeutete, wird wohl eingeräumt, aber gleichzeitig darauf verwiesen, dass es mit der Freiheit der meisten Italiener auch vor dem Faschismus nicht so gut bestellt war. Die Peruzzis waren aufgrund von Schulden vertriebene Halbpächter in der Gegend um Ferrara. Sie gehörten zu den tausenden Bauern Norditaliens, die vom Mussolini-Regime, nach der Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe, südlich von Rom angesiedelt wurden und damit eine neue Lebensperspektive erhielten. Sie sind im Grunde genommen unideologische Mitläufer, in deren Lebensmittelpunkt pragmatisch die Interessen der eigenen Familie standen. So wird auch nach dem Zusammenbruch des Faschismus relativiert und die eigene historische Wahrheit weiter tradiert und zu einem Familienmythos ausgeschmückt. So gesehen wirft dieser Roman viele Fragen auf, die sich in ähnlicher Weise auch für die österreichische und deutsche Geschichte nach 1945 stellen.

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