Jacob beschließt zu lieben

Bilder

  • Jacob beschließt zu lieben
  • \'Trailerstartbild\'

Video

Jacob beschließt zu lieben

Roman. Ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2011

von Catalin Dorian Florescu

Buch

gebunden (402 Seiten)

6. Auflage

Sprache: Deutsch

mehr zum Inhalt

Versandfertig innert 1-2 Werktagen.

Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
0
0
0
0
0

Fr. 28.55

In den Warenkorb

Auf den Merkzettel

  • Windows PC und Mac OS (mit der kostenlosen Software "Adobe Digital Editions")
  • Mobilgeräte mit Android (z.B. mit der kostenlosen OYO App von Thalia)
  • Mobilgeräte mit Apple iOS (z.B. mit der kostenlosen App "Bluefire Reader")
  • eReader (z.B. OYO, Sony Reader)
  • Kindle unterstützt aktuell leider kein Adobe DRM.
  • Linux unterstützt derzeit leider kein Adobe DRM.
  • Kostenlose Lieferung ab
    Fr. 75
  • Lieferung zur Abholung in Ihre Thalia Filiale möglich

Verfügbarkeit in Ihrer Thalia- Buchhandlung prüfen

Verfügbarkeit prüfen

Andere Kunden, die "Jacob beschließt zu lieben" kauften, interessierten sich auch für:

Weitere Artikelinformationen

In seinem neuen großen Roman erzählt Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte - zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt - weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.
Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte - Diktaturen und Deportationen - mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen.
In diesem zärtlichen und spannenden Buch bekommen wir auch ein atemberaubendes Konzentrat europäischer Geschichte geboten. Das Bild einer Welt, die nicht zur Ruhe gekommen ist.

Produktdetails

Verkaufsrang: 54.915
ISBN-10: 3-406-61267-9
EAN: 9783406612671
Erschienen: 08.03.2012
Verlag: C. H. Beck
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 6. Auflage
Seitenzahl: 402
Gewicht: 533 g
Nach oben

Übersicht der Bewertungen

Bewertung abgeben

Sagen Sie Ihre Meinung!

Rezension schreiben

Buchhändlertipps

Kundenrezensionen

  • Jacob beschließt zu lieben Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 27.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Inhalt: Der Roman beginnt zunächst mit der Geschichte wie Jakob, der Vater Jacobs, nach Triebswetter im Banat kommt und Jacobs Mutter kennen lernt und wie es zu Jacobs Geburt kommt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird das Leben Jacobs erzählt unterbrochen von Geschichten die von den Vorfahren Jacobs mütterlicherseits, wie diese seit dem 30-jährigen Krieg an, den Weg von Lothringen ins Banat finden.
    Jacobs eigene Geschichte spielt in der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit finden in Jacobs Leben viele Ereignisse statt, die zu vielen Wendungen führen.

    Meinung: Ich muss sagen, dass mir der Roman irgendwie ein wenig zu langweilig war. Zum einen ist nicht wirklich viel passiert und zum anderen wurde das wenige was passiert ist, sehr langweilig gewesen. Auch die Einschübe von Caspar und Frederick habe ich nicht wirklich verstanden, denn sie waren für die Geschichte in dieser Ausführlichkeit weder relevant, noch weiter interessant. Zudem fand ich das das Buch, wenn man überhaupt ein wenig mehr Handlung erwartet hat, diese erst nach 300 Seiten einsetzte. Und auch danach muss ich gestehn, fand ich das Buch nicht grade überragend.
    Der Erzählstil an sich war meiner Meinung nach auch eher sehr langatmig, wofür die 300 Seiten sprechen, auf denen nicht wirklich etwas passiert ist. Zudem frage ich mich, ob die Zeiten damals wirklich so waren, dass sich Leute so komisch verhalten haben, wie der Vater von Jacob.
    Außerdem muss ich gestehn, dass ich mich immer noch frage, wann und wo Jacob in diesem Roman beschließt zu lieben, denn woher der Roman den Titel hat bzw. was dieser mit dem Roman zu tun hat, denn das habe ich den gesamten Roman nicht herausgefunden.
    Auch muss ich erhlich zugeben, dass mich diese ewiglangen Kapitel ein wenig gestört haben, denn sie haben auch nicht unbedingt immer Sinn gemacht, hätten sie wirklich jeden Lebensabschnitt von Jacob in einem Kapitel und jeweils die einzelnen Geschichten zu den Vorfahren in einem, dann wäre mir das verständlich. Jedoch waren manche Abschnitte von Jacobs Leben auch in einem Kapitel zusammengepackt, was diesen Sinn von den Kapiteln nehmen würde.
    Alles in allem muss ich sagen, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man dies Buch gut finden kann, aber jeder hat ja seinen eigenen Geschmack, ich muss jedoch sagen, dass ich jedes Geschichtsbuch über diese Zeit deutlich spannender gefunden hätte.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Jacobs Geschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Maria Ruetz-Pechtl, am 19.06.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Florescus neues Buch erzählt die Geschichte der
    Banatschwaben anhand der Familie Obertin, eine
    exemplarische Geschichte über Not, Auswanderung und
    Vertreibung, Macht und Machtmissbrauch. Dabei schildert
    er die politische Ebene und die privaten familiären Beziehungen.
    Wunderbar poetisch erzählt.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Liebe, Verrat, Heimat und Vertreibung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Nefret, am 19.04.2011

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.


    Welch Glück, dass ich diesem Buch eine Chance gegeben habe.

    Catalin Dorian Florescu hat ein wunderbares Buch über die Familie Obertin geschrieben, die aus der Sicht des Jungen Jacob erzählt wird. Ein Großteil der Handlung beschreibt Jacobs Kindheit und Jugend im rumänischen Banat, aber auch Rückblicke, wie sein Vater Jakob in das Dorf Triebwetter kam und beschloss, die reiche Elsa Obertin zu heiraten, wie sein Vorfahr Caspar sich im 30-jährigen Krieg Land aneignete oder wie Frederick Obertin von Lothringen nach Triebwetter kam.

    Die Familie Obertin ist geprägt von Menschen, vor allem Männern, die sich nahezu kompromisslos nehmen, was sie benötigen, um im Leben voranzukommen, sei es Land oder auch Frauen. Dabei wird auch nicht vor Gewalt zurückgeschreckt. Doch Jacob ist anders. Von seinem Vater Jakob als schwächlich und nutzlos angesehen, ist er fähig zu lieben und so immer wieder einen Neuanfang zu starten.

    Florescu erzählt von Hass, Verrat, Heimat, Vertreibung, aber auch Liebe. Oft sitzt der Leser fassungslos da und wundert sich, wozu Menschen fähig sind. Dies alles wird in einer schnörkellosen Sprache erzählt.

    Leider fehlen mir die passende Worte, um diesem Buch gerecht zu werden.


    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Jacob beschließt zu lieben - ein großer Roman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von brenda_wolf, am 04.04.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Catalin Dorian Florescu ist mit ‘Jacob beschließt zu lieben’ ein großer literarischer Wurf gelungen. Mich hat die Geschichte um die Familie Obertin, die sich über 300 Jahr erstreckt, total begeistert.

    Der Roman setzt ein im Juli 1924. Während ein heftiger Sturm übers Land fegte kam der Vater des Ich-Erzählers nach Triebswetter. Jakob-ohne-Nachnamen, ein Habenichts. Er kam mit der festen Absicht Elsa, die Amerikanerin zu heiraten. Er hatte von ihr in der Zeitung gelesen und war aufgebrochen seinem Leben eine glückliche Wendung zu geben. Er verlor keine Zeit. Gleich beim ersten Treffen machte er ihr einen Antrag, nach drei Wochen fiel er über sie her und sie fügte sich seinem Willen. Nur eines forderte sie: “..wir werden uns siezen. Wir werden uns immer siezen.” Diesen Vorsatz hielt sie ein Leben lang durch, dennoch wurde ihr Leben fortan von einem Mann bestimmt, der so widersprüchlich, so maßlos war, dass sie ihm nicht gewachsen sein konnte. Eineinhalb Jahre später wurde sie seine Frau. Sieben Monate später kam Jacob, aber mit c, auf einem Mistkarren zur Welt.

    Sein Vater lehnte ihn von Anfang an ab. Als er ihn zum ersten Mal sah, sagte er: “Ein Schwächling. Er sieht mir überhaupt nicht ähnlich.”Jacobs Kindheit war von vielen Krankheiten geprägt. Jacob bemühte sich stets um die Anerkennung des Vaters, er fürchtete und bewunderte ihn. Doch sein Vater sah in ihm nur einen Nichtsnutz, dem es an Kraft und Stärke fehlte. Menschliche Wärme bekam Jacob nur vom Großvater und der Zigeunerin Ramina. Von der Mutter war nichts zu erwarten. Sie ging ins Haus beten.

    In Rückblenden erfährt man von der Geschichte der Vorfahren. Die Geschichte Jacobs ist in den Jahren zwischen 1920 bis 1950 angesiedelt. Aberglaube und Mystik beherrscht den Alltag der Menschen in Triebswetter. Aber auch der Schnaps war überall zu finden. Kopulation und Schnaps entschädigte die Männer vom harten Leben.Man lebte sein Leben in Pflicht und Arbeit.Man half sich gegenseitig. Ramina, die Zigeunerin nannte es ein Dorf für Selbstmörder und Pechvögel.

    Catalin Dorian Florescu erschuf kraftvolle Figuren. Die Männer der Obertins waren alle von einem einem unbändigen Kampfes- und Überlebenswillen beseelt. Die Frauen spielten hingegen nur eine untergeordnete Rolle, was ich schade fand. Ich hätte gerne mehr über die Frauen erfahren, deren Kraft für mich stellenweise dennoch zwischen den Zeilen spürbar wurde. Für Jacob hätte ich mir ein besseres/zufriedenstellenderes Ende gewünscht. Der Titel des Buches ist für mein Empfinden total irreführend. Von Liebe ist wenig die Rede. Jacob hatte zwar eine Jugendliebe, aber er verlor sie noch bevor etwas wirklich Großes entstehen konnte. Oder ist die für mich unbegreifliche Liebe zum Vater gemeint? Sein Vater hat ihn zweimal böse verraten. Kann man diesen Menschen lieben?

    Mein Fazit:
    Ein anspruchsvoller Roman, den man nicht so einfach herunterlesen kann. Er hallt noch lange nach und regt zum Nachdenken an. Von der wunderschönen bildhaften Sprache, die kraftvoll und doch poetisch ist, bin ich noch ganz hingerissen! Manche Sätze waren einfach zum Dahin schmelzen schön, die habe ich mir buchstäblich auf der Zunge zergehen lassen, wie ein leckeres Eis.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Vom 18. bis ins 20. Jahrhundert Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Helga Pamminger, am 04.04.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Geschichte einer Familie, eines Landstrichs, toll erzählt.
    Im 18. Jahrhundert wandern Menschen aus Lothringen aus, getrieben von Hunger und bitterer Not. Das gelobte Land ist das Banat, ein Landstrich in Rumänien, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen, aber ihre Kultur und ihre Sprache beibehalten.
    Der Autor erzählt in vielen Rüchblenden die Geschichte der Familie Obertin, besonders die von Jacob, geboren 1926.
    Sprachmächtig beschreibt Florescu die Geschichte eines Menschenschlags, einer Gegend und des Schicksals einer Familie in den Wirren des 20.Jahrhunderts.
    Eine Empfehlung für Freunde der Literatur und der Geschichte.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Dreihundert Jahre Obertins Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Saidjah Hauck, am 01.04.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Im Dreißigjährigen Krieg siedelt das Familienoberhaupt der Obertins von Lothringen nach Rumänien ins Banat. Jacob Obertin, ein Nachfahre der Familie ist Protagonist der Geschichte. Er wird verraten und verkauft. Wird die Liebe ihn retten? In seine Geschichte eingebettet wird die Geschichte der Familie erzählt. Außergewöhliches Buch über eine außergewöhnliche Familie mit interessanten Figuren. Lesenswert.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Der neue Roman des aktuellen Baden-Badener Stadtschreibers! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Christina Berger, am 28.03.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Catalin Dorian Florescu erzählt die Geschichte der Familie Obertin, die sich Ende des 18. Jahrhunderts auf der Suche nach einem besseren Leben, gemeinsam mit vielen Anderen, auf den gefährlichen Weg von Lothringen nach Rumänien ins Banat gemacht hat. Eingebettet in die Geschichte des 20. Jahrhunderts folgen wir Jacob, der seinen Weg ins Glück sucht.
    Ein lesenswerter Roman, der einen interessanten Einblick in die Geschichte der deutschsprachigen Minderheit im Banat bietet.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Jacob auf der Suche nach Heimat Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Karin Baldermann, am 13.03.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Jacob beschließt zu lieben hat mich sehr berührt und begeistert. Über 300 Jahre erstreckt sich die Geschichte um die Familie Obertin und reicht bis in die Zeit des Dreissigjährigen Krieges zurück. Gebrägt von einer wunderschönen bildhaften Sprache, die kraftvoll und sehr poetisch ist. Liebe zu Grund und Boden, Ängste, große Armut in schweren Zeiten, politische Verfolgungen, Denunziation, Kriege, Heimatlosigkeit und die Suche nach einen Platz im Leben verschmelzen zu einen wirklich beeindruckenden Epos.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Verflucht Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von melange, am 09.03.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Zum Inhalt: Catalin Dorian Florescu beschreibt in seinem Buch "Jacob beschließt zu lieben" das Leben von Jacob Obertin in der Zeit zwischen den Weltkriegen bis etwa 1950. Zusätzlich erfährt der Leser einiges über die Vorfahren der Familie und deren Kampf um Land und Heimat - zuerst in Frankreich, später in Rumänien.

    Zum Cover: Eine ländliche Szene, die Gemütlichkeit ausstrahlt. Dieses Bild wird im Buch schnell ad Absurdum geführt.

    Zum Buch: Nach den ersten Seiten hatte ich mir ein anderes Buch versprochen. Eine Geschichte, die bei aller Härte des Lebens als Bauer im Spiel der Mächtigen und des Wetters einen ein wenig schmunzeln lässt. Ich dachte an den Stil von "So zärtlich war Suleyken". Aber die Wesenszüge von Jacobs Vater, dem Jakob mit "K", die den Leser anfangs zum Lächeln brachten, entpuppten sich bald als schiere Kaltschnäuzigkeit - für "sein" Land geht Jakob nicht nur sprichwörtlich über Leichen. Dementsprechend trist verläuft Jacobs Leben: Bei jedem Hoffnungsschimmer am Horizont funkt früher oder später der Vater dazwischen - egoistisch bis ins Mark.

    Mein Eindruck: Nach ansprechendem Auftakt reiht sich nur noch Tristesse an Katastrophe, - vielleicht durch den Fluch einer Zigeunerin verursacht, vielleicht durch den Anspruch des Autors, hohe Kunst zu Papier zu bringen. Leider muss ich gestehen, dass ich dadurch immer gelangweilter wurde und irgendwann den Entschluss fasste, dieses Buch nicht zu lieben. Trotz der schönen Sprache und der Wohlformuliertheit der Sätze blieben die Personen seltsam blass und interessierten nicht wirklich. Verwirrt lässt mich der Titel zurück: "Jacob beschließt zu lieben". Wen oder was? Ich hatte auf eine Aufklärung gehofft, aber diese blieb aus.

    Für den Auftakt und die Beschreibungen der Landschaften drei wohlwollende Sterne.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Große Literatur Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 27.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Catalin D. Florescu ist mit diesem Werk ein Stück große Literatur gelungen.

    Er erzählt uns die Geschichte von Jacob Obertin, der seine schwierige Kindheit, unter einem despotischen Vater und einer bigotten Mutter, im rumänischen Banat verbringt. Jacob wird zu früh geboren, ist schwächlich und kränklich und kann somit die Erwartungen seines Vaters nicht erfüllen. Die einzigen Personen, die dem Jungen Liebe entgegenbringen, sind der Großvater und die Zigeunerin Ramina. Rückblenden führen uns in die Vergangenheit, in die Geschichte von Jacobs Vorfahren.

    Es ist dem Autor auf meisterhafte Weise gelungen eindrucksvolle Charaktere zu zeichnen. Der liebevolle Großvater, der despotische, gewalttätige, lieblose Vater, die bigotte, teilnahmslose Mutter und die wundervolle Figur der ungewöhnlichen, geheimnisvollen Zigeunerin Ramina. Die Geschichte des rumänischen Banat wird ins Blickfeld gerückt und der Leser somit damit vertraut gemacht.

    Der Sprachstil des Autors spannt einen weiten Bogen von emotionslos, kalt, sachlich bis einfühlsam, zauberhaft, aufwühlend.

    Mich hat dieses Buch absolut in seinen Bann gezogen, ein wahres Meisterwerk

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Große Literatur Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 27.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Catalin D. Florescu ist mit diesem Werk ein Stück große Literatur gelungen.

    Er erzählt uns die Geschichte von Jacob Obertin, der seine schwierige Kindheit, unter einem despotischen Vater und einer bigotten Mutter, im rumänischen Banat verbringt. Jacob wird zu früh geboren, ist schwächlich und kränklich und kann somit die Erwartungen seines Vaters nicht erfüllen. Die einzigen Personen, die dem Jungen Liebe entgegenbringen, sind der Großvater und die Zigeunerin Ramina. Rückblenden führen uns in die Vergangenheit, in die Geschichte von Jacobs Vorfahren.

    Es ist dem Autor auf meisterhafte Weise gelungen eindrucksvolle Charaktere zu zeichnen. Der liebevolle Großvater, der despotische, gewalttätige, lieblose Vater, die bigotte, teilnahmslose Mutter und die wundervolle Figur der ungewöhnlichen, geheimnisvollen Zigeunerin Ramina. Die Geschichte des rumänischen Banat wird ins Blickfeld gerückt und der Leser somit damit vertraut gemacht.

    Der Sprachstil des Autors spannt einen weiten Bogen von emotionslos, kalt, sachlich bis einfühlsam, zauberhaft, aufwühlend.

    Mich hat dieses Buch absolut in seinen Bann gezogen, ein wahres Meisterwerk

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Auswanderung und Vertreibung - Liebe und Verrat Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von manitou, am 25.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Catalin Dorian Florescu hat mit seinem Roman „Jacob beschließt zu lieben“ eine generationenübergreifende Geschichte von Auswanderung und Vertreibung, Liebe und Verrat, Inbesitznahme von Land und Herzen geschrieben - kurzum, eine Geschichte über die Suche nach einer Heimat.
    Alles beginnt vor etwa 300 Jahren, zur Zeit des 30-jährigen Krieges, nachdem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Caspar, der in der Schwedenarmee gekämpft hatte, zieht von seiner Heimat Lothringen ins rumänische Banat, mit der Hoffnung, dort ein besseres Leben zu finden.
    Mit Gleichgesinnten gründet er das Dorf Triebswetter in der Nähe von Temeschwar, aber eigentlich mitten im Nirgendwo.
    In Triebswetter wird in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Florescus Protagonist Jacob geboren. Seine Mutter ist eine Nachfahrin von Caspar, die mit ihrem Vater den noch immer gleichen Besitz verwaltet, der von Caspar damals gegründet wurde. Jacobs Vater Jakob kommt über sie wie ein Gewitter, nistet sich in ihr Leben ein und heiratet sie schließlich.
    Jacob, ihr Erstgeborener ist ein schwaches, krankes Kind, das sein Leben lang um die Liebe und Anerkennung seines unerbittlichen Vaters kämpfen wird. Dieser missachtet ihn, verrät ihn und verkauft ihn - nur, um „seinen“ Grundbesitz zu erhalten.
    Ein Leben aus Flucht steht Jacob bevor.
    Aber aus diesem Leben kehrt er als Erwachsener gestärkt nach Hause, zu Not und Unterdrückung zurück. Die Russen haben mittlerweile das Banat okkupiert. Der Vater, nun allein, schwach und schutzbedürftig ist milder geworden. Beide finden auf unausgesprochene Weise ihren Frieden miteinander.
    Am Ende werden sie deportiert, an den Rand der Welt, wieder mitten hinein ins Nirgendwo, wo es nichts gibt, keine Bäume um Hütten zu bauen und keine fruchtbare Erde um etwas anzupflanzen und zu ernten.
    Aber nach dem, was Jacob schon überlebt hat, bleibt er auch hier zuversichtlich. Und mit ihm der Leser.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Jacob beschließt zu lieben Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 23.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Inhalt: Der Roman beginnt zunächst mit der Geschichte wie Jakob, der Vater Jacobs, nach Triebswetter im Banat kommt und Jacobs Mutter kennen lernt und wie es zu Jacobs Geburt kommt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird das Leben Jacobs erzählt unterbrochen von Geschichten die von den Vorfahren Jacobs mütterlicherseits, wie diese seit dem 30-jährigen Krieg an, den Weg von Lothringen ins Banat finden.
    Jacobs eigene Geschichte spielt in der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit finden in Jacobs Leben viele Ereignisse statt, die zu vielen Wendungen führen.

    Meinung: Ich muss sagen, dass mir der Roman irgendwie ein wenig zu langweilig war. Zum einen ist nicht wirklich viel passiert und zum anderen wurde das wenige was passiert ist, sehr langweilig gewesen. Auch die Einschübe von Caspar und Frederick habe ich nicht wirklich verstanden, denn sie waren für die Geschichte in dieser Ausführlichkeit weder relevant, noch weiter interessant. Zudem fand ich das das Buch, wenn man überhaupt ein wenig mehr Handlung erwartet hat, diese erst nach 300 Seiten einsetzte. Und auch danach muss ich gestehn, fand ich das Buch nicht grade überragend.
    Der Erzählstil an sich war meiner Meinung nach auch eher sehr langatmig, wofür die 300 Seiten sprechen, auf denen nicht wirklich etwas passiert ist. Zudem frage ich mich, ob die Zeiten damals wirklich so waren, dass sich Leute so komisch verhalten haben, wie der Vater von Jacob.
    Außerdem muss ich gestehn, dass ich mich immer noch frage, wann und wo Jacob in diesem Roman beschließt zu lieben, denn woher der Roman den Titel hat bzw. was dieser mit dem Roman zu tun hat, denn das habe ich den gesamten Roman nicht herausgefunden.
    Auch muss ich erhlich zugeben, dass mich diese ewiglangen Kapitel ein wenig gestört haben, denn sie haben auch nicht unbedingt immer Sinn gemacht, hätten sie wirklich jeden Lebensabschnitt von Jacob in einem Kapitel und jeweils die einzelnen Geschichten zu den Vorfahren in einem, dann wäre mir das verständlich. Jedoch waren manche Abschnitte von Jacobs Leben auch in einem Kapitel zusammengepackt, was diesen Sinn von den Kapiteln nehmen würde.
    Alles in allem muss ich sagen, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man dies Buch gut finden kann, aber jeder hat ja seinen eigenen Geschmack, ich muss jedoch sagen, dass ich jedes Geschichtsbuch über diese Zeit deutlich spannender gefunden hätte.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Jacob beschließt zu lieben Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 22.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Lothringen, 1635. Ein junger Mann quittiert seinen Dienst als Söldner und kommt gewaltvoll zu Frau und Land. Viele Jahre vergehen. 1769 bricht der Ururenkel des Söldners auf ins Banat, einem Gebiet das heute im Drei-Länder-Eck Rumänien-Ungarn-Serbien liegt. Viele Generationen später ist da Jacob, der in einer schweren Zeit zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus aufwächst. Dies ist die Geschichte einer einflussreichen Familie. Dies ist die Geschichte von Jacob Obertin.

    „Jacob beschließt zu lieben“ ist ziemlich schwere Kost. Ich habe ungewöhnlich lange gebraucht, um das Buch zu lesen, denn es lag mir tatsächlich schwer im Magen. Stilistisch ist es sehr fließend und gut verständlich geschrieben. Es ist leicht zu lesen und führt einen gut durch die Erzählung. Auch geschichtlich scheint es gut recherchiert zu sein. Inhaltlich jedoch ist es trüb und düster. Es geht um Verrat und Gewalt, um Besitz um jeden Preis. Der Roman handelt von starken Männern, die ihren Weg gehen und sich nehmen, was sie wollen. Dabei erleben sie alle eher schlechte als gute Zeiten. Rückblickend kann ich mich an gute Zeiten gar nicht erinnern. Auch wenn Jacob zu Beginn der Geschichte eher schwächlich ist, so stammt auch er aus dieser Linie starker Männer.

    Mir kam es manchmal vor, als würde sich eine schwarze Wolke über dieses Buch legen. Noch dazu erlebte ich als Leser stellenweise tiefe Abscheu gegenüber den Akteuren, z.B. wenn der eigene Vater seinen Sohn verrät. Die politischen Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ethnizitäten waren für mich zeitweise auch sehr schwer verdaulich. Weder der Dreißigjährige Krieg, noch der Nationalsozialismus oder daraus resultierende Deportationen haben für mich freudige Züge. Leider gibt es in dem Buch kaum weitere Handlungsstränge.

    Dass Jacob an irgendeiner Stelle wirklich beschloss zu lieben, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Ich habe einen schönen Roman erwartet, der eine Familie durch Hochs und Tiefs führt. Bekommen habe ich eine dunkele Geschichte mit viel Leid und wenig Freude. Ich bin leider enttäuscht von dem Buch. Da es sich gut lesen ließ und meine interpretierte Dunkelheit vielleicht auch an meiner eigenen aktuellen Gefühlslage liegt, möchte ich dem Buch trotzdem drei Sterne geben.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Außergewöhnlich Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von alphacia, am 20.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Caspar und Frederick spielen sehr wichtige Rollen. Der Roman erzählt in Rückblenden von Caspar, dem Gründer der Familie Obertin,wie er damals im 30jährigen Krieg mit den Schweden kämpfte und nach seiner Flucht einen Hof in einem kleinen Dorf in Lothringen fand und sesshaft wurde. Sein Nachfahre Frederick verließ gegen Ende des 18. Jahrhunderts Lothringen und suchte sein Glück im rumänischen Banat. Und auch Jacob hat es nicht leicht, denn er wird gezwungen seine Heimat zu verlassen und erfährt was es heißt zu hungern. Aber genau wie seine Vorfahren gibt Jacob nicht auf. Mir hat sehr gut die Willenstärke der verschiedenen Familienmitglieder der Obertins gefallen. Die Obertins hatten es nicht leicht in ihren verschiedenen Leben.Oft mussten sie hungern, Diktaturen und Deportationen erdulden, aber sie waren alle sehr kämpferisch und gaben nie auf. Egal wie schlimm die Rückschläge waren; sie hatten alle einen unbändigen und starken Willen. Bei Jacob war man sich am Anfang gar nicht so sicher, wie er sich entwickeln würde, aber er wuchs später über sich hinaus. Leider hat das sein Vater viel zu spät erkannt und ihm sehr übel mitgespielt. Der Verrat des Vaters machte mich sprachlos und erschütterte mich sehr. Der Autor verwendet eine sehr bildhafte und kraftvolle Sprache. Es gibt wunderschöne Momente im Buch, wie zum Beispiel Jacobs erste Liebe zu dem Serbenmädchen oder seine glücklichen Tage bei der Zigeunerin Ramina. Auch sein Großvater spielt in Jacobs Leben eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu seinem kalten und gefühllosen Vater, der nur Hass für ihn empfindet, liebt er seinen Enkel. Teilweise ist das Buch auch sehr brutal, nicht nur was die Greueltaten der Kriege betrifft. Jacob muss leider auch einige schlimme Verluste erleiden. Auch historisch gesehen, ist das Buch sehr interessant. Allein die verschiedenen Jahrzehnte, die in diesem Buch erwähnt werden mit all ihren Veränderungen, machen das Buch zu einem wahren Lesevergnügen. Der 30jährige Krieg und auch der 2. Weltkrieg werden hier erwähnt. Sehr erschütternd ist auch die Geschichte der Schwaben von Triebswetter, die nach der Kapitulation Deutschlands keiner mehr in Rumänien haben wollte. Dabei kannten die Menschen keine andere Heimat und wußten nicht viel über Hitler-Deutschland. Mein Fazit: Dieses Buch ist einfach unbeschreiblich gut. Es ist zwar sehr anspruchsvoll, aber es hat sich wirklich gelohnt sich damit auseinanderzusetzen. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt; ich fühlte und leidete mit Jacob mit. Eine wunderschöne, sehr kraftvolle Sprache vereint mit sehr gefühlvollen Momenten, machen das Buch zu einem wahren Lesegenuss. Auch der Einblick in die rumänische Geschichte ist sehr eindrucksvoll und bildhaft geschildert. Dieses Buch macht sehr nachdenklich und teilweise sehr traurig, aber es vermittelt auch die Botschaft, niemals aufzugegeben. Denn es lohnt sich zu kämpfen und niemals aufzugeben, genau das haben die Obertins in diesem Buch eindrucksvoll bewiesen.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Gefühlte Welten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Turu, am 17.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Florescu hat mit diesem Roman den Bogen weit gespannt: Liebe zu Grund und Boden, Ängste und Nöte in schweren Zeiten, politische Konflikte und Gewissenskonflikte, Diktatur, Grausamkeiten und Denunziation sowie zarte Liebesgefühle verschmelzen zu einem Gesamtwerk, das höchste Anerkennung verdient

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Ein Sturm zieht auf Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Bellexr, am 16.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eine bedrohliche Wolkenfront schiebt sich im Juli 1924 auf das kleine Dorf Triebswetter in Rumänien zu. Per Horn wird die Sturmwarnung ausgegeben, die Sturmglocke geläutet. Bei diesem Unwetter kämpft sich ein Fremder zu dem kleinen Dorf durch und ist froh, als er beim Apotheker erfährt, dass er sein Ziel erreicht hat. Während die Einwohner den Brand des Hofes von Elsa Obertin, der Amerikanerin, zu bekämpfen versuchen, bewacht der Fremde mit Namen Jakob den Hof des Apothekers Nepper. Als dieser nach einer kräftezerrenden Nacht wieder zurückkehrt, erklärt ihm Jakob, dass er die Amerikanerin heiraten wird.

    So beginnt Jacob, der Sohn des Fremden, die Geschichte seines Lebens. Durch Rückblicke erfährt man nach und nach die Geschichte der Familie Obertin kennen, die im 17. Jahrhundert in Lothringen begann und durch Frederik fortgesetzt wurde, als dieser rund 100 Jahre später beschließt, mit einigen weiteren Siedlern nach Rumänien auszuwandern. Frederik ist der Gründervater und erste Richter des Dorfes Triebswetter, indem Jacob in der 1920er Jahren geboren wird.

    Wer nun anhand des Buchtitels eine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Und doch hat dieser Buchtitel Sinn, dessen Lösung sich einem aber erst ganz zum Schluss offenbart. Tatsächlich ist es ein Roman über das beschwerliche Leben einer kleinen Dorfgemeinschaft, beginnend in den 1920er Jahren bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch am Dorf Triebswetter geht der 2. Weltkrieg nicht spurlos vorbei. Eben noch deutsch, müssen sie sich binnen kürzester Zeit auf die russischen Befreier einstellen, die langen Arme des Kommunismus machen auch vor Triebswetter nicht halt. Und so erleben viele Dorfbewohner eine neue Gewalt kennen, die der Deportation und Enteignung, von der auch die Familie Obertin nicht verschont bleibt und auch diese die Entbehrungen, Enttäuschungen wie auch die Willkür der neuen Regierung zu spüren bekommen.

    Diese Geschichte erzählt Catalin D. Florescu anhand seines Ich-Erzählers Jacob sprachgewaltig, lebendig und sehr bildhaft. Gleichzeitig ist sein Sprachstil sehr ruhig und detailliert, ohne dabei langatmig zu werden. Ganz im Gegenteil, man nimmt fast sofort Anteil an Jacob und seinen Leben, kann seine Gefühle gegenüber seinem despotischen Vater Jakob und seiner unterwürfigen und sehr gläubigen Mutter Elsa hervorragend nachvollziehen.

    Jacob, von der Art seiner Geburt gezeichnet, leidet während seiner gesamten Kindheit und Jugend unter seiner Schwächlichkeit und trotzdem versucht er immer wieder unermüdlich, es seinem Vater recht zu machen, was ihm jedoch nicht gelingt. Seine Mutter ist nicht fähig, sich gegen seinen Vater aufzulehnen und auch sein Großvater hat gegenüber seinem herrischen Schwiegersohn kapituliert. So erfährt Jacob, außer gelegentlich bei seinem Großvater, nur bei einer Zigeunerin, der er einmal die Woche Lebensmittel bringt, so etwas wie Liebe, Fürsorge und Geborgenheit kennen. Aber man spürt auch während des gesamten Lesens seine innere Kraft und Stärke und so verfolgt man gebannt seinen Lebensweg, der wahrlich nie einfach ist.

    Somit hat Catalin D. Florescu einen opulenten Roman geschrieben, in dem das bewegende, abenteuerliche, aber auch entbehrungsreiche Leben einer Dorfgemeinschaft beschrieben wird auf der Suche nach einer neuen Heimat.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Verlorene Heimat Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Everett, am 12.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Von Anfang an ist man als Leser in der Geschichte, in der Familiengeschichte von Jacob, die be-ginnt, wie sein Vater Jakob in das Leben seiner Mutter tritt. Erzählt wird auch von seinen Vor-fahren. Clemens der zur Zeit des dreißigjährigen Krieges lebte und Frederick, der den Weg von Lothringen uns rumänische Banat findet.
    Trotz aller Geschehnisse zieht es Jacob wieder nach Hause und er beginnt erstaunlicherweise mit seinem Vater in einem unwirklichen Nirgendwo neu. Um zu überleben kann man auch einfach nur weiter machen. Die Kraft dazu scheint man aus den verschiedenen Facetten der Liebe zu ziehen und ist unsereinem, der in der sog. modernen Welt lebt, oft wirklich kaum nachvollziehbar. Aber, es wird einem bewusst, wie gut wir eigentlich leben, und die Zustände zu Jacobs Zeit kann man sich schlecht auch nur annähernd vorstellen.
    Wirklich eindringlich werden die Lebensumstände beschrieben und die Kraft der Personen ist beeindruckend. Teilweise ist aber auch ihr Handeln erschreckend und muss schon von der Zeit geprägt sein, und dem Willen mit allen Mitteln ans eigene Ziel zu kommen, wie von Jacobs Vater. Der Autor schafft es mit seinem Stil hervorragend, die Balance zwischen dem Schrecknissen der Zeit, dem nicht gerade erfreulichen Leben von Jacob, den Leser gefesselt lesend beim Buch zu halten, ohne das man sich abgestoßen fühlt. Am Ende hätte zu gerne noch weiter gelesen, und mehr kann für ein Buch kaum sprechen.
    Bisher war die Zeit, um die es in diesem Roman hauptsächlich geht, der zweite Weltkrieg, und die Gegend wo er spielt, gar nicht mein bevorzugtes Interessen- Lesensgebiet, doch dieser Roman hat mich überzeugt, und der Schreibstil des Autors ebenfalls.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Fesselnde Rumänien-Saga mit Tiefgang Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 10.02.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein gefährliches Buch – nimmt man es einmal in die Hand, ist es sehr schwer, das Werk loszulassen.
    Erzählt wird die Geschichte der Familie Obertin aus der Sicht des Sohnes Jacob. Sie spielt vor allem in der Zeit von 1920-1950, aber mittels Rückblenden kommen auch die Großväter und Urgroßväter zu Wort. Das Leben im Dorf wird immer wieder harten Wendungen unterworfen, nichts kommt leichtfüßig daher.
    Der Roman ist unglaublich spannend geschrieben, es lässt einem einfach nicht los. Dazu kommt, dass das Leben der Deutsch-Rumänen in Rumänien selbst zu jeder Zeit seine Tücken hatte, was einem bisher gar nicht so bewusst war. Auch die Akzeptanz bzw. Nichtakzeptanz der Zigeuner sowie das Verständnis der verschiedenen Nationalitäten spielt eine wichtige Rolle und ist gerade in der heutigen Zeit ein aktuelles Thema.
    Alle Personen haben ausgeprägte Charaktere, deren Wandel im Einklang mit der Geschichte steht. Die Geschehnisse sind nie vorhersehbar, so dass man bis zum Ende mit dem Helden mit fiebert. Der Schluss selbst ist, ohne zu viel verraten zu wollen, einfach perfekt gesetzt.
    Dieses Buch ist ein Lesegenuss und aufgrund seines anspruchsvollen Inhaltes ein Werk, das für die Schulliteratur empfohlen werden sollte.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

Zuletzt angesehene Produkte