Die Teufelskicker 06. Ein unheimlich starker Gegner

Band 6

von Frauke Nahrgang

Buch

gebunden (120 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Die Teufelskicker gehen in die neue Saison!
Höllisch guter Lesespaß!


Uff, die Kicker von Blau-Gelb sind gerade noch in die Endrunde der Hallenkreismeisterschaft gerutscht! Ob der Erzrivale VfB ihr Gegner im Finale wird? Dann wird es eine einfache Übung, denn offenbar sind Mark und sein Team völlig außer Form. Bald aber kommen die Teufelskicker einer fiesen Erpressung auf die Schliche und bereiten ihrem Lieblingsfeind in einem furiosen Endspiel eine doppelte Überraschung ...


. Fußballserie mit Witz und Tempo von Frauke Nahrgang
. Zeitgleich erscheinen bei Europa die gleichnamigen Hörspiele


Produktdetails

ISBN-10: 3-570-13005-3
EAN: 9783570130056
Erschienen: 20.02.2006
Verlag: Bertelsmann Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 120
Gewicht: 343 g
Altersempfehlung: ab 8
Illustrator: Betina Gotzen-Beek, Alexander Bux
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Frauke Nahrgang

Frauke Nahrgang wurde am 25.7.1951 in Stadtallendorf / Hessen geboren, wo sie heute auch mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebt. Nach der Schule studierte sie zuerst in Kassel, dann in Gießen für das Grundschullehramt. Als Grundschullehrerin arbeitet sie seit 1976 und unterrichtet am liebsten Schulanfänger. Im Unterricht begann sie Texte für Erstleser zu verfassen und entdeckte so den Spaß am Schreiben. Seit 1987 schreibt sie Kinderbücher.§Die Anregungen dazu findet sie in der Schule und bei ihrer Tochter und ihrem Sohn.§Frauke Nahrgang treibt in ihrer Freizeit gerne Sport und ihr besonderes Interesse gilt dem Umweltschutz.

Betina Gotzen-Beek

Betina Gotzen-Beek, Jahrgang 1965, lebt mit Mann, Katz und Maus in Freiburg. Nach ihrem Malerei- und Grafik-Design-Studium begann sie Kinderbücher zu illustrieren. Inzwischen ist sie eine der erfolreichsten Illustratorinnen ihrer Zunft und ihre unverwechselbaren Charaktere und ihr origneller Strich sind aus der deutschen Kinderbuchlandschaft einfach nicht mehr wegzudenken.

Alexander Bux

Alexander Bux, 1970 in Augsburg geboren, hat nach der Schule Grafikdesign mit den Hauptfächern Illustration und Typografie studiert. Anschließend arbeitete viele Jahre in einer Werbeagentur. Alexander Bux lebt mit seiner Familie in Hamburg.

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Geheim-Doping


Altenburg – schon wieder im Angriff. Pass auf die linke Seite. Dort lauert der Lange. Wieder mal! Aber Catrina ist da, wird dazwischengehen.
CATRINA? Was macht die denn? Semmelt drüber. Das gibt’s doch nicht! Der Lange nimmt das Geschenk in aller Ruhe an und marschiert.
Mehmet!
Da kommt er schon aus seinem Gehäuse. Er wird sich das Leder schnappen! Gleich hat er es. Gleich …
Der Lange lupft. Mehmet fährt die Fangarme auf Überlänge aus. Kommt nicht dran. Turmhoch überquert die Kugel den geschlagenen Keeper.
Über das Gehäuse! Bitte! Wenigstens das! Die Kugel muss einfach drübergehen!
Mist, sie senkt sich. In Zeitlupe.
Latte! LATTE!
Nein! Die hilft auch nicht. Lässt den Ball ohne Gegenwehr durchschlüpfen. Stöhnend schlägt Moritz die Hände vors Gesicht. Der Traum von der Hallen-Kreismeisterschaft – ausgeträumt. Um in die Endrunde einzuziehen, hätte seine Mannschaft, die Sportfreunde Blau-Gelb, mindestens Gruppenzweiter werden müssen. Aber von diesem Rang sind sie jetzt so weit entfernt wie ein Mondkalb vom Stammplatz in der Nationalmannschaft. Dabei hat die Vorrunde so gut angefangen. Nach dem zweiten Spieltag waren die Blau-Gelben sogar Tabellenführer. Aber ein unerklärlicher Hänger kurz vor Weihnachten hat die Mannschaft weit zurückgeworfen. Nun, am vierten und damit letzten Spieltag sollte eigentlich eine Aufholjagd gestartet werden. Nur so hätte Blau-Gelb das große Ziel doch noch erreichen können. Doch schon im ersten Spiel setzte es eine bittere Niederlage gegen Rödding. Zwar folgte ein knapper Sieg gegen Neunhain, der alle noch einmal hoffen ließ. Aber nun ist alles aus. Endgültig!
Der Hallensprecher besiegelt es noch. »Das war das Eins-zu-null für den FC Altenburg, Torschütze in der achten Spielminute …«
Der Lange, wer sonst? Unermüdlich kurbelt er das Spiel der Gegner an. Antrittsstark, so ist er Catrina und Alex, den blau-gelben Abwehrspezialisten, schon ein paarmal von der Leine gegangen. Dass es dabei noch nicht öfter geklingelt hat, liegt nur an Mehmet, dem Keeper der Blau-Gelben. Er allein hat heute das Format eines Kreismeisters bewiesen. Doch bei diesem raffinierten Heber gerade eben war er völlig machtlos.
Kreismeister – das wollten Moritz und seine Freunde werden. Und nun ist in der Vorrunde schon Endstation. Aber mit so einer unterirdischen Leistung hätten sie in der Endrunde auch gar nichts verloren. Besonders schrecklich an dieser Pleite: Mark wird mit seiner gehässigen Prophezeiung Recht behalten. »Ihr werdet niemals Kreismeister, höchstens Bademeister!« So hat er zu Anfang der Hallensaison gelästert und damit ins Schwarze getroffen.
Mark geht mit Moritz und seinen Freunden in eine Klasse. Aber er spielt nicht bei Blau-Gelb sondern beim großen Rivalen, dem VfB. Und weil sich die Anhänger beider Vereine nicht riechen können, wird Mark am Montag vor Schadenfreude nur so glühen. Besser die Blau-Gelben lassen sich in der Schule gar nicht mehr blicken.
Nein! Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit! Achte Spielminute? Da bleiben doch noch vier volle Minuten. Wer jetzt nicht kämpfen will, soll die Fußballschuhe an den Nagel hängen und sich lieber beim Ballett anmelden. Es wird verdammt noch mal Zeit, das Ruder rumzureißen!
Auf dem Weg zur Mittellinie klatscht Moritz aufmunternd in die Hände. »Los, Leute, das schaffen wir noch!«
»Ha, ha!« Catrina, klar, der blöde Schnitzer steckt ihr noch in den Schuhen.
Aber auch Niko latscht mit hängendem Kopf übers Feld und brummt: »Träum ruhig weiter!« Wenn sogar der blau-gelbe Spielmacher aufgegeben hat, dann hilft nur noch eine Doping-Spritze.
»Gut, dann könnt ihr dem VfB schon mal zur Meisterschaft gratulieren.«
Na bitte, das wirkt. »Das wollen wir erst mal sehen«, zischelt Catrina, plötzlich wieder ganz kämpferisch.
Auch Niko steht augenblicklich unter Strom. »Nun mach endlich!«, drängt er.
Gern! Moritz führt den Anstoß aus. Catrina verlängert. Niko, jetzt wach bis in die Fußnägel, spielt ab. Während der FC sich immer noch in seinem Torerfolg sonnt, fliegt Alex heran. Auch bei ihm hat die Spritze Wunder gewirkt. Ansatzlos hämmert er das Leder am verdutzten Keeper vorbei in den Kasten des Gegners.
»Neunte Spielminute, Tor für Blau-Gelb, neuer Spielstand …«
»Ey, pennt ihr, oder was?« Der Lange, auch beim Mosern vorneweg. Klar, sein Ärger ist verständlich. Doch wie es sich anhört, hat der Typ von Teamgeist null Ahnung. Vielleicht ist das die große Chance für Blau-Gelb.
Anstoß durch den FC. Wieder ist der Lange in Ballbesitz. Moritz gesellt sich zu ihm. Paarlauf auf links. In der Mitte ist Altenburgs Nummer Sieben frei. Mehmet gestikuliert, schimpft, scheucht Alex auf. Wenn der Querpass kommt, kann sich der Siebener die Ecke aussuchen.
Aber der Querpass wird nicht kommen, das hat Moritz im Gefühl. Der Lange ist Tor-hungrig und wütend. Er allein will den alten Abstand wieder herstellen. Moritz macht innen zu, treibt den Langen weiter bis zur Grundlinie. Ein anderer FCer will mitmischen und winkt von der Strafraumkante. Aber der Lange achtet nicht darauf. Er will das Leder selber aus spitzestem Winkel reinschnippeln und zieht ab.
Mehmet hebt beruhigend den Arm. Das Geschoss fliegt meilenweit am langen Eck vorbei.
Wieder Gemecker beim FC. Diesmal kriegt der Lange auf die Mütze, bis er beleidigt die Ohren einrollt.
Als Mehmet den Ball abwirft, haben sich die Gemüter noch nicht beruhigt. So spaziert Moritz unbehelligt in die gegnerische Hälfte. Erst in der Nähe des Torraums kommt ein bulliger Abwehrspieler auf ihn zu. Bitte, wenn er meint, dass es hilft. Moritz grinst ihn freundlich an und schiebt die Kugel nach rechts. Denn dort, das weiß er, ohne hinzuschauen, lauert Niko schon darauf. Zack, nagelt der das Spielgerät unter die Latte.
»Zehnte Spielminute, Tor für Blau-Gelb, neuer Spielstand …«
Neuer Spielstand: zwei zu eins, schon klar. Aber ob das reicht? Bestimmt! Hauptsache ein Sieg! Es muss einfach reichen! Oder nicht? Was sagt das Torverhältnis? Keine Ahnung! Moritz kann unmöglich die ganze Tabelle im Kopf haben. Ist auch egal, gerechnet wird später.
Jetzt bloß keinen mehr fangen. Denn dann können sie sich die Rechnerei sparen. Ein Tor, und Altenburg ist in der Endrunde.
Die FCer wissen das natürlich und drehen noch mal mächtig auf. Der Siebener und der Lange haben ihren Zoff verschoben und belagern gemeinsam Mehmets Kasten. Aber Mehmet wächst über sich hinaus und hält den Vorsprung fest.
Die letzte Spielminute läuft. Der Siebener schießt. Mehmet hat die Ecke gewittert und fliegt hin. Aber abgefälscht von Alex’ Rücken, nimmt der Ball plötzlich eine andere Richtung. Der ist drin! Oder?
Mehmet liegt quer in der Luft. Seine Hände greifen ins Leere. Aber mit einem mächtigen Beinschlag katapultiert er das Leder zurück ins Feld. Dann geht er selber krachend am Pfosten nieder.
Die FCer haben die Arme schon zum Torjubel hochgerissen, als der Ball durch ihre Reihen zischt. Moritz ist vor Schreck noch ganz starr, aber zum Glück wissen seine Beine, was in diesem Fall zu tun ist. Von ganz allein setzen sie sich in Bewegung und gehen dem Ball entgegen. Der prallt auf Moritz Brust und rüttelt ihn wieder wach. Moritz lässt das Leder abtropfen und sprintet los. Der Stürmer allein gegen den Tormann. Was für ein Duell!
Der Tormann pumpt sich auf. Doppelte Länge und Überbreite! Wird ihm nichts nützen. Moritz deutet einen Schuss an, schickt den Koloss nach rechts. Dann schiebt er die Kugel über die Linie. Im selben Augenblick dröhnt die Schlusssirene.
»Jaaaaaa!« Enes, Mehmets kleiner Bruder, dröhnt selber wie eine Sirene. Mit hochrotem Kopf stürzt er aufs Spielfeld. »Ihr habt gewonnen!«, brüllt er. »GE-WON-NEN!«
»He, du bist ja ein echter Blitzmerker.« Catrina wuschelt dem Zwerg durch die Haare.
»Wahnsinn, wie ihr das noch gedreht habt«, beglückwünscht Norbert, der Trainer, seine Mannschaft.
Moritz grinst. »Das lag nur am richtigen Doping«, sagt er. »Aber verrate es niemandem. Du weißt ja, Doping ist im Spitzensport verboten.«


Das Tor zur Endrunde


Wie ein Flummi tanzt Enes um die Großen herum. »Habt ihr gesehen, wie er den noch rausgeballert hat?« Seit dem Abpfiff plappert der Kleine über Mehmets Großtat und platzt dabei fast vor Stolz. »Den konnte er gar nicht mehr kriegen. Aber dann erwischt er ihn doch noch. Mit dem Fuß!«
»Ging nur mit dem Fuß. Mit meinen ollen Greifern hatte ich keine Chance.« Grinsend hält Mehmet seine Pranken hoch. Beide Handschuhe haben Löcher. Der Schaumgummi auf der Innenseite bröckelt.
»Vielleicht haste bis zur Endrunde ja neue«, hofft Enes.
Mehmet schüttelt den Kopf. »Das ist ja schon in zwei Wochen. Du weißt, dass wir gerade erst die teure Waschmaschinenreparatur hatten. Außerdem …«, Mehmet spuckt in die Hände und reibt sie kräftig, »außerdem gehen die alten Dinger sicher noch ne Weile. Und nun lass uns endlich mal über wichtige Dinge reden. Sind wir nun weiter, oder was?«
Norbert zuckt die Schultern. »Ich hoffe, das erfahren wir bald«, sagt er und zeigt auf die Tribüne. Dort auf der untersten Stufe sitzt Rebekka. Sie beugt sich über das rote Programmheft und schreibt eifrig hinein.
Rebekka geht mit Moritz, Niko, Alex und Mehmet in eine Klasse. Früher interessierte sie sich für Fußball nicht die Bohne. Aber in letzter Zeit hängt sie oft mit den Freunden rum. Vielleicht hat sie gecheckt, dass Moritz später mal Nationalspieler und sehr berühmt sein wird. Vielleicht liegt es mehr an Catrina. Sie und Rebekka sind inzwischen dicke Freundinnen geworden. Vielleicht ist es aber auch die Buchführung. Seit dem zweiten Spieltag muss Norbert sich nicht mehr darum kümmern. Rebekka notiert die Torschützen, die Ergebnisse und alle besonderen Vorkommnisse. Da ist sie in ihrem Element, und wenn einer über Punkte, Torverhältnis und Tabellenstand Bescheid weiß, dann ist es Rebekka. Aufgeregt umringen sie die Freunde.
»Und?«
»Was ist?«
»Haben wir es geschafft?«
Rebekka schaut nicht mal hoch.»Seid doch nicht so ungeduldig! Ich muss es ja erst mal ausrechnen!«
O Mann, das dauert! Beim Eckenrechnen ist sie immer die Schnellste, in Mathe hat sie ’ne glatte Eins, später wird sie mal Professor und jetzt braucht sie ’ne Ewigkeit!
»Die will uns nur auf die Folter spannen!«,knurrt Alex.
Endlich räuspert sie sich und schaut bedeutungsvoll in die Runde.»Hört mal her!« Eine überflüssige Bemerkung. Sogar Norbert sperrt die Ohren schon auf wie Trichter.
»Manche Gruppen haben ihren letzten Spieltag noch vor sich«, beginnt Rebekka umständlich. »Aber die Gruppe vier – also eure – hat die Vorrunde soeben beendet.«
»Komm zur Sache!«, jammert Catrina. »Haben wir die Endrunde erreicht oder nicht?«
»Die Tabelle sieht nun folgendermaßen aus.« Nein, Rebekka denkt nicht im Traum daran, sich ein bisschen zu beeilen. »Rödding wird Erster mit sicherem Vorsprung.«
»Der erste Platz ist uns scheißegal«, sagt Mehmet grob. »WER IST ZWEITER?«
»Vor der letzten Begegnung war Blau-Gelb leider nur Fünfter«, fährt Rebekka völlig ungerührt fort. »Aber durch den Sieg habt ihr Densberg und Tiefenbrück hinter euch gelassen und seid nach Punkten mit Altenburg gleichgezogen. Jetzt kommt es also aufs Torverhältnis an.«
Wieder macht sie eine Pause und blättert in ihren Unterlagen.
»Ich bring sie um«, zischelt Niko.
»Bloß nicht«, flüstert Moritz. »Dann erfahren wir es heute gar nicht mehr.«
»Beim Torverhältnis ging es denkbar knapp zu. Deshalb hat es auch ein bisschen gedauert, weil ich alles noch einmal nachprüfen musste. Aber nach genauster Berechnung und doppelter Probe steht nun fest: Ihr seid um ein Tor besser als Altenburg.«
»Ein Tor!«
»Das heißt, wir sind in der Endrunde?«
»Das sage ich doch schon die ganze Zeit«, behauptet Rebekka.
Ohrenbetäubender Jubel bricht los. Auch Norbert reißt die Arme hoch.
»Wegen Mehmet!«, krakeelt Enes.
»Und wegen dem goldenen Tor von Moritz«, bringt Catrina den Freund in Erinnerung.
»Wegen uns allen!«, sagt Moritz glücklich. »Und weil Blau-Gelb einfach das tollste Team ist.«
»Jawoll!« Begeistert klatschen alle ab.
»Wir werden Kreismeister!«
»Und in der Endrunde hauen wir die VfB-Idioten weg.«
»Das ist noch gar nicht sicher!«, mischt Rebekka sich wieder ein.
»Hey! Logisch ist das sicher!«
»Aber hallo! Wir sind viel besser als die!«
»Willste etwa behaupten, die gewinnen gegen uns?«
Rebekka zuckt die Schultern.»Darum geht es nicht«, erklärt sie. »Aber es ist nicht sicher, ob der VfB sich überhaupt qualifiziert.«
»Quatsch! Der qualifiziert sich immer.«
Aber auch das will Rebekka besser wissen. »Sie sollen eine sehr schwere Gruppe erwischt haben. Norbert hat sich eben mit jemandem darüber unterhalten. Die Entscheidung in ihrer Gruppe fällt erst morgen.«
»O Mann, wenn die rausfliegen, und wir sind drin …« Niko reibt sich voller Vorfreude die Hände.
»Das muss ich live sehen«, fordert Alex. »Sonst glaube ich es nicht.«
»Genau! Wo spielen sie denn?«
»In der Südstadthalle!«, mischt Norbert sich ein. »Aber, Leute, ihr wollt doch dort wohl keinen Stunk machen?«
»Wir?« Mit Unschuldsmiene spricht Niko für alle. »Wir haben noch nie irgendwo irgendeinen Stunk gemacht.«
»Außerdem bin ich ja dabei und passe auf alle auf«, sagt Rebekka wichtig.
Norbert grinst. »Dann ist es ja gut. Also, viel Spaß in der Südstadthalle.«


Fantastische Feinde


Moritz, Mehmet, Enes, Niko und Alex nehmen den Stadtbus in die Südstadt. Während der Fahrt plappert Enes ohne Pause.
»So geht das schon den ganzen Tag«, klagt Mehmet. »Kannst du nicht mal fünf Minuten die Klappe halten?«
Enes presst sich die Faust unters Kinn. »Doch, kann ich«, quetscht er mit zusammengebissenen Zähnen hervor. »Ist aber total blöd. Stört nämlich beim Sprechen.« Er stopft die Faust in die Jackentasche und meldet zufrieden: »So geht’s besser.«
Mehmet seufzt. »Wie soll ich da die Ruhe finden, die ich als Tormann des künftigen Kreismeisters brauche?«
»Die Kreismeisterschaft ist erst in zwei Wochen«, sagt Enes ungerührt. »An dem Tag, ich schwör’s, sag ich kein Wort.«
Der Stadtbus hält direkt vor dem VfB-Stadion. Auch jetzt in der Winterpause sieht es ziemlich beeindruckend aus. Es hat sogar eine echte Sitzplatztribüne, und wenn man dort spielt, fühlt man sich fast wie ein Bundesliga-Star. Die Erste vom VfB spielt in der Oberliga. Auch die E-Jugend ist ziemlich erfolgreich. In der letzten Saison sind sie draußen auf dem Feld Kreismeister geworden, ein Titel, den sie natürlich auch in der Halle anstreben.
Die Bilanz von Blau-Gelb gegen den großen Rivalen ist
eher mäßig. Zwar hat Blau-Gelb den VfB völlig überraschend aus dem Pokalwettbewerb geworfen. Aber das letzte Punktspiel ging genauso verloren wie viele Derbys zuvor. Die meisten Blau-Gelben glauben an Schiebung, aber Moritz weiß es besser. Der VfB ist stark. Mark zum Beispiel ist ein Spitzenverteidiger. Auch sonst ist er eigentlich ganz nett. Aber diese Meinung behält Moritz lieber für sich. Für jeden echten Blau-Gelben ist es nämlich Pflicht, die VfBer aus ganzem Herzen zu verabscheuen. Das gelingt Moritz nicht immer, wahrscheinlich weil er nicht von klein auf zu Blau-Gelb gehört. Früher hat er nämlich in Hulstorf gewohnt und für den SV gespielt. Aber dann haben sich seine Eltern getrennt und Moritz ist mit seiner Mutter zum Großvater gezogen. Bei Blau-Gelb hat er einen neuen Verein und neue Freunde gefunden. Seitdem bemüht er sich, den VfB zu hassen, wie es sich gehört. Denn eins ist klar: Diese Feindschaft ist wichtig.

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