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Ein Schmöker zum Abtauchen
Köln, 1167. Als Tochter angesehener Tuchhändler wartet auf die 16-jährige Sophia ein Abenteuer, von dem ihre Altersgenossinnen nur träumen können: Sie darf ihre Eltern zu einer Audienz am englischen Hof begleiten, wo Prinzessin Mathilde für ihre bevorstehende Hochzeit mit Heinrich dem Löwen mit den edelsten Stoffen ausgestattet werden soll. In London beginnt für Sophia eine aufregende Zeit: Sie findet nicht nur eine Freundin in Prinzessin Mathilde, sie lernt auch den frechen Gottschalk kennen, der ihr von Anfang an den Kopf verdreht ...
Eine Reise in das mittelalterliche Köln mit einer bezaubernden Heldin.
| Verkaufsrang: | 3.287 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-641-04320-4 |
| EAN: | 9783641043209 |
| Erschienen: | 10.05.2010 |
| Verlag: | Goldmann |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 608 |
| Erschienen bei: | Goldmann |
| Spieldauer: | 753 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Karina Kulbach-Fricke kam mit neun Jahren nach Köln. Nach dem Besuch der Irmgardisschule studierte sie Geschichte an der Kölner Universität. Nach jahrelanger Forschung über das Kölner Patriziat kann sie ihre Vorfahren bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Eckebrecht, der Held des Romans "Der Kaufmann von Köln", ist ein Vorfahr von ihr. Heute lebt sie als berufstätige Mutter von vier Kindern bei Freiburg. "Der Kaufmann von Köln" ist ihr erster Roman.
1176 (S. 231-232)
Im darauffolgenden Jahr hatte Gottschalk einen Unfall. Er wollte von einem Schiff steigen, aber die Planke war vereist, er glitt aus und fiel in den eiskalten Rhein. Nun ist Gottschalk ein glänzender Schwimmer, und seiner Bärennatur machte auch das unfreiwillige Bad nicht allzu viel aus, davon bekam er nur ein bißchen Husten. Aber sein Fuß hatte sich beim Sturz in einem Tau verfangen, und so brach er sich ein Bein. Ich erschrak sehr, als ihn ein paar Hafenarbeiter auf einer ausgehängten Tür in unser Haus trugen.
Einer hatte zum Glück daran gedacht, seinen schäbigen, stinkenden, aber warmen Mantel über Gottschalk zu decken, sonst hätte er wohl doch noch eine Lungenentzündung davongetragen. Ich belohnte die Männer reichlich und ließ Wasser heiß machen, um Gottschalk in ein Bad zu stecken, dann erst merkte ich, daß er nicht stehen konnte, und ließ sofort den Bader kommen. Das Bein wurde sachkundig eingerichtet und geschient, wobei Gottschalk die entsetzlichsten Flüche ausstieß.
Als der Bader gegangen war, fand ich, daß mein Mann trotz nunmehr trockener Kleidung noch immer eisige Hände und Füße hatte, und ich kroch kurz entschlossen zu ihm ins Bett, um ihn mit meinem Körper zu wärmen. Ich hätte nicht gedacht, daß er trotz des gebrochenen Beines sofort auf andere Gedanken kam, aber so liebten wir uns zum erstenmal wieder nach langer Zeit und fanden beide Trost dabei.  ,Nun hatten wir für das Frühjahr wieder eine Reise nach Braunschweig geplant, bei der ich dabeisein sollte, weil meine Familie der Ansicht war, der Kontakt zu Fürstin Mathilde solle unbedingt gepflegt werden.
Nachdem für Gottschalk eine Reise zur Zeit nicht in Frage kam, meinte mein Vater, dann sei es diesmal wohl meine Aufgabe, diese Fahrt zu leiten. Zwar sollten die Brüder Theoderich und Heinrich mich begleiten, aber die Verantwortung läge bei mir. Ich war sprachlos. Das hatte ich mir immer gewünscht, wenn auch gewiß nicht auf Kosten der Gesundheit meines Mannes. Mit Feuereifer bereitete ich alles vor. Die Planung schien mir nicht schwer, da ich diese Fahrt ja bereits mehrfach unternommen hatte. Ich glaube, meine Mutter hat den Brüdern hinter meinem Rücken einen Wink gegeben, meine Autorität nicht in Frage zu stellen, denn die beiden fragten dauernd so höflich nach meinen Anordnungen, daß es mir schon auffiel. ,
Wir genossen wieder die tadellose Ordnung in Herzog Heinrichs Reich. Die Straßen und Brücken waren gepflegt, es gab ausreichend bequeme Gasthäuser auf dem Weg, von Räubern war weit und breit nichts zu sehen. Wir erreichten Braunschweig in kurzer Zeit. Ich wußte nicht, ob die flämischen Tuchweber bereits mit der Entsumpfung ihres Territoriums fertig waren und ihrem eigentlichen Broterwerb nachgehen konnten, hatte aber vorsichtshalber auf Tuchwaren verzichtet und statt dessen hauptsächlich Rheinwein geladen sowie Goldborten, Gürtel und Taschen aus dem Lager meiner Mutter Natürlich bestand Mathilde wieder darauf, mich in der Burg unterzubringen.